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Legends of Exidia (DSiWare)
Die Firma Gameloft ist bekannt dafür, dass sie überwiegend eher anspruchslose Casual-Kost für diverse portable Medien herausbringt. So verwundert es umso mehr, dass sie mit "Legends of Exidia" ein Action-RPG für DSiWare auf den Markt entwickelt hat. Ob es als bisher einziges derartiges Spiel im DSiWare-Angebot den hohen Anforderungen gerecht wird oder nur leichte Kost für unterwegs darstellt, erfahrt ihr in unserem Test.

"Legends of Exidia" ist ein klassisches RPG, ganz im Stile der großen Vorbilder aus den seligen Super Nintendo-Zeiten. Die Zutaten, die das Spiel zu dem machen, was es ist, könnten folglich klassischer nicht sein: In der Rolle eines noch unbedeutenden jungen Mannes macht sich der Spieler auf die Entdeckungsreise durch die große Welt von Exidia. Insgesamt sieben Gebiete werden erforscht, darunter verschiedene Wälder, Schiffe und selbstverständlich auch Städte und Paläste. Natürlich dürfen auch die wichtigsten RPG-Elemente nicht fehlen: Eine hübsche Prinzessin, die es zu retten gilt, unzählige Monster und - wen wundert's? - das bevorstehende Wiederauferstehen eines lang gebannten Übels. Aber alles zu seiner Zeit… Die Reise nimmt ihren Anfang in einem kleinen Dorf namens Vintol: Auf dem Weg zum Dorfältesten durchläuft man ein kurzes Tutorial, das einem die grundlegende Steuerung nahe bringt. Nachdem man vom Ältesten ein altes Schwert samt zugehörigem Tutorial bekommen hat, wird man in den Elfenwald geschickt, um nach dem vermissten Simon zu suchen. Doch bevor man sich auf die Hauptaufgaben stürzt, warten noch diverse Sidequests darauf, gelöst zu werden, um das Vorankommen etwas zu erleichtern. Leider bietet die gesamte Story kaum große Momente und auch die NPCs tragen nicht wirklich dazu bei, dass sich in den drei bis vier Stunden, die man braucht, um das Spiel ohne Sidequests durchzuspielen, etwas wie ein atmosphärischer Rahmen der Geschichte bildet.

Die etwa 25 Nebenaufgaben verleihen dem Spiel die gewisse Würze, da man den normalen Handlungsstrang leider verhältnismäßig schnell durchgespielt hat. Neben der Hauptaufgabe darf man jeweils noch eine Nebenaufgabe annehmen. Diese beschränkt sich allerdings meist auf recht banale Kopfgeldaufträge, in denen man ein bestimmtes Monster erlegen muss, Schatzsuchereien und Ähnliches. Belohnt wird man stets mit barer Münze, die man umgehend in bessere Items investieren sollte. Gelegentlich gibt es aber auch einen besonderen Gegenstand wie neue Rüstungen oder Items. Erfüllt man brav alle Quests, die entweder von den Dorfbewohnern oder den lokalen Wirten ausgeschrieben werden, kann man so auch wunderbar seinen Charakter aufleveln, was wiederum zur Folge hat, dass neue Aufträge verfügbar werden. Aber auch ohne diese geht das Leveln erstaunlich schnell von statten, da die besiegten Monster sehr schnell respawnen, also wieder erscheinen. Speziell bei einigen besonderen Gegnern, die einiges an Arbeit brauchen, bis man ihnen beigekommen ist, ist das jedoch sehr anstrengend bis nervig. Dieser Effekt beschränkt sich jedoch nicht bloß auf Monster: Auch die Schatztruhen werden bei jedem erneuten Betreten eines Gebiets wieder befüllt. Auf diese Weise lassen sich wunderbar Tränke und Ähnliches "farmen", sollte man gerade am Sparen - beispielsweise für die nächst bessere Waffe - sein.

Speziell für die Spieler, die möglichst alle Quests erledigen wollen, um auch noch den letzten Rest an Spielspaß aus dem Spiel herauszukitzeln, ist es ratsam, erst alle Aufgaben eines Gebiets zu erfüllen, bevor man im Spielverlauf voranschreitet. Denn leider ist das erneute Betreten "alter" Gebiete nicht mehr möglich. Eigentlich ein absolutes No-Go im Rollenspielbereich, was definitiv ein gravierendes Manko darstellt, zumal das Spiel leider so gut wie keinen Wiederspielwert bietet und man so nicht in den Genuss aller Quests kommt. Man schaltet zwar mit einigen Level-Ups Aufgaben für den, vom Story-Modus unabhängigen "Heldenmodus", frei. Aber in den 14 "Herausforderungen" löst man bereits aus dem Story-Modus bekannte Problematiken, die aber leider genauso über keinerlei Wiederspielfaktor verfügen.

Die Items und Ausrüstungsgegenstände spielen wie in jedem Action-RPG eine essenzielle Rolle. Daher findet man tonnenweise verschiedenste Rüstungsgegenstände, mit denen man seinen Recken ausrüsten darf. Aber anders als bei den meisten anderen Spielen, muss man hier abwägen, ob der Vorteil, den ein neuer Gegenstand bietet, auch den Nachteil, den er mit sich führt, wettmacht. Bemerkenswert ist an dieser Stelle auch, dass sich das Aussehen des Alter-Egos mit jedem Kleidungsstück ändert, was mitunter zu den interessantesten Farbkombinationen führen kann. Gerade wenn man einen neuen Gegenstand bekommen hat, fällt leider auf, dass es keinerlei erkenntliche Voraussetzungen für ein Item gibt. So trägt man irgendwann eine ganze Latte an (vermutlich) besseren Rüstungsgegenständen mit sich herum, von denen man keinen Schimmer hat, wann man endlich in der Lage ist, sie auszurüsten. In Anbetracht dessen, dass das Spiel sonst extrem einsteigerfreundlich ist, verwundert dies doch sehr.

Die Einsteigerfreundlichkeit ist wohl eines der Dinge, auf die man bei Gameloft das Hauptaugenmerk gelegt hat. Sowohl für Genre-Veteranen als auch für blutige Anfänger ist "Legends of Exidia" ein angenehmes Spielerlebnis. Allerdings haben erfahrenere Spieler gelegentlich den Eindruck, dass es zuviel des Guten ist, was an Hilfen angeboten wird: Im Klartext heißt das, dass hier eine Casualisierung des Core-Bereichs "RPG" stattfindet. Dies äußert sich dann in der extremen Linearität des Spiels, Richtungspfeilen, die den weiteren Weg anzeigen, die somit fast schon eine Bevormundung des Spielers sind, und - nicht zuletzt - in den stets empfohlenen Levelvoraussetzungen, die man erfüllen sollte, um in den nächsten Abschnitt zu gelangen. Letztere können zwar ignoriert werden, aber dennoch merkt man an solchen Stellen wie "besorgt" die Entwickler um das positive Spielerlebnis waren.

Die Grafik von"Legends of Exidia" ist leider nicht "state of the art". Die Grafiken des Spielbildschirms sind bedauerlicherweise alle etwas grobkörnig, was bei vielen Charakteren und NPCs nur erahnen lässt, wie sie aussehen sollen. Bei den diversen Bewohnern stechen aber vor allem die weiblichen heraus: Allesamt sind sie mit monströsen Brüsten ausgestattet, die, dank des permanenten Auf- und Abwippens der stehenden Spielfiguren, ein echter Blickfang sind. Die wichtigsten Dialoge im Spiel werden, ähnlich der Fire Emblem-Serie, in Dialogboxen abgehalten, die mit sehr schönen Illustrationen der Charaktere einhergehen. Ansonsten ist aber nicht viel an der Welt von Exidia auszusetzen. Man hat versucht die verschiedenen Wälder und Städte abwechslungsreich zu gestalten, was eigentlich ganz gut gelungen ist. Natürlich könnte man nach mehr Variation in den Spielgebieten verlangen, was aber bei einem Spiel mit derartig kurzer Spielzeit etwas viel verlangt ist.
Der Sound ist eine schön stimmige Untermalung der Handlung und lässt keinerlei Wünsche offen. Die Atmosphäre des Spiels gewinnt durch mal mystische, mal mitreißende Themen etwas an Fahrt, kommt aber nicht an Institutionen wie Final Fantasy oder Zelda heran.
Die Steuerung ist eine reine Tasten-Angelegenheit. Mit dem Steuerkreuz bewegt man seinen Helden durch die Lande, mit "A" schlägt man mit dem Schwert, öffnet Schatztruhen oder führt andere Aktionen aus. Per Druck von "B" löst man Zauber aus, mit "X" wechselt man ins Charaktermenü und mit "R" setzt man speziell ausgerüstete Items wie Heiltränke ein. Etwas ungewohnt mag anfangs noch die Bewegung von Louis sein, da diese nicht ganz so flüssig von der Hand geht, wie man es aus den meisten derartigen Spielen gewöhnt ist. Zu unrund gestaltet sich das Agieren in den acht Bewegungsrichtungen. Witzig hingegen ist die Einbindung des Mikrofons, mit dem man - leider viel zu selten - Flammen auspusten oder für den nötigen Aufwind sorgen muss. Auch darf man im Hauptmenü mit der DSi-Kamera Fotos machen, die dann an ausgewählten Orten im Spiel zu sehen sind. Im Grunde zwar total unnötig, aber dennoch ein recht nettes Feature.

Fazit:
Alles in allem ist "Legends of Exidia" eine recht gelungene Action-RPG-Umsetzung für DSiWare. Viele der Spielelemente sind "alte Bekannte", was es somit zu einem "Best of" des Genres macht. Die Spielzeit ist allerdings viel zu kurz und wegen des fehlenden Wiederspielwerts wirken die 800 Punkte, die das Spiel kostet, vielleicht etwas überteuert. Lässt man diesen Kostenfaktor aber außer Acht, bekommt man durchaus eine gute Portion an kurzweiliger Unterhaltung geboten, die allerdings nicht viel Tiefgang bietet. "Legends of Exidia" ist ganz klar einer der Titel, die man "so nebenbei" durchspielt und die nicht viel Auseinandersetzung mit der Materie erfordern. Die "Rätsel" sind durch die Bank recht banal und erfordern keine große Anstrengung vom Spieler. (Michi)

Pluspunkte:
+ Kurzweilige Unterhaltung
+ Viele Sidequests
+ Stimmige Musik
+ Einbindung des Mikrofons
+ "Personalisierung" einiger Spielorte mit der DSi-Kamera

Minuspunkte:
- Grobkörnige Spielgrafik
- Keine sichtbaren Anforderungen bei den Items
- Flache Story

Wertung:
Einzelspieler: 7,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 NintendoPoints

news@mag64.de (01.02.2010)

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