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Sudoku (DSiWare)
Das Phänomen Sudoku beschäftigt nun schon seit Jahren immer mehr Rätselfreunde. Auch die digitalen Medien wurden im Sturm erobert, was sich auch auf den diversen Nintendo-Konsolen schön nachvollziehen lässt. Egal ob Wii, DS oder DSi, jede Konsole hat ihre eigenen Gitter-Spiele. Nachdem Hudson mit der Sudoku!-Reihe mutig den ersten Schritt in Richtung DSiWare gemacht hat, zieht nun Electronic Arts mit "Sudoku" nach und bietet den Sudokubegeisterten neue Nahrung für ihren Denksporthunger.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es tatsächlich noch jemanden geben sollte, der nicht schon mit den Regeln des Sudoku vertraut ist, hier noch mal kurz die wichtigsten Grundregeln für die wahrscheinlich momentan beliebteste Rätselei der Welt: In einem Spielfeld, das 3x3 3x3-Kästchen misst, müssen in jedes dieser Kästchen jeweils die Zahlen 1-9 eingefügt werden, wobei sie in jeder Spalte und Zeile nur ein Mal vorkommen dürfen.

Bei den insgesamt etwa 6,7 Trilliarden (eine Zehn mit 20 Nullen - für alle, die es ganz genau wissen wollen: 6.709.037.520.210.729.369.60) möglichen Lösungen wird schnell klar, dass man hier enormes, fast unerschöpfliches Potential hat, Rätselableger auf den Markt zu werfen. Daher verwundert es nicht, dass man hier nur durch gute Verarbeitung, Präsentation oder andere Besonderheiten aus der Masse heraussticht. "Sudoku" schafft dies durch eine sehr ansprechende optische Aufmachung und durch die eine oder andere Finesse, die das Rätseln angenehmer macht: Beim ersten Start des Spiels wird man gebeten einen Spielstand anzulegen, auf dem man seine Fortschritte festhalten und überwachen kann. Hier werden auch grundlegende Einstellungen wie die Schreibhand festgelegt. Wählt man im folgenden Hauptmenü den Punkt "neues Spiel", so gelangt man zur Schwierigkeitsauswahl. Anfangs stehen lediglich die Grade "leicht", "normal" und "schwer" zur Auswahl. Erst nachdem man eine gewisse Anzahl an "Reisepunkten" in diesen erreicht, werden die beiden letzten Stufen "sehr schwer" und "Shogun" freigeschaltet und die "Sudokureise" kann dort fortgesetzt werden. Die höchstmögliche Punktzahl eines Gitters erreicht man durch fehlerfreies Lösen, wobei man dabei keinerlei Hilfestellung in Anspruch nehmen darf. Die benötigte Zeit spielt hier keine Rolle. Natürlich gibt es aber für schwerere Rätsel eine höhere Belohnung, wodurch Profis schon bald zu den "echten" Kopfnüssen vorstoßen dürfen. Als kleinen Bonus hat man eine sehr genaue Statistik spendiert, in der neben den gelösten Sudokus auch die Spielzeit, eine Aufschlüsselung nach Schwierigkeitsgraden und die jeweilige Durchschnittszeit aufgezeigt werden. Ein weiters Goodie stellt der Zeitungsmodus beziehungsweise der Sudokumat dar, in dem man ein eigenes Gitter eingeben darf und dieses wahlweise selbst spielen, oder vom Computer auflösen lassen kann.

Neben dem Freispielfeature hat man speziell während des Spiels auf besondere Bedienbarkeit Wert gelegt und einige angenehme Sudoku-Standards übernommen: Neben dem fast schon obligatorischen "Bleistift-Modus", mit dem man alle möglichen Zahlen als kleine Platzhalter in ein Feld eintragen kann, hat man auch die Möglichkeit per "Doppelklick" auf eine vorhandene Zahl all ihre gleichwertigen Geschwister zu markieren, was eine besser Übersicht verschafft. Leider hat man es versäumt, eine Markierung der bereits vollständig ausgefüllten Zahlen vorzunehmen, was durchaus ein ähnlich praktisches Feature wäre. Dafür kann man sich zweierlei Arten von Hilfestellungen geben lassen: Entweder man lässt alle möglichen Zahlen eintragen oder man darf sich eine Zahl geben lassen.

Für Anfänger ist "Sudoku" trotz all der Hilfestellungen allerdings nur bedingt geeignet, da man hier weder ein Tutorial noch etwas Ähnliches vorfindet. In der elektronischen Spielanleitung sind zwar die Grundregeln des Sudoku zu finden, dies kann aber einen Mentor oder ein Training nicht ersetzen. Hier ist man genau wie bei den beiden Sudoku!-Titeln auf sich alleine gestellt, wenn es um das Herausfinden von effektiven Lösungswegen im fortgeschrittenen Bereich geht.

Grafisch hat man sich bei EA wohl darauf geeinigt, dass "Sudoku" ganz im asiatischen Stil erscheinen soll. Daher wird schon der Menübildschirm von einem Zengarten samt Teegeschirr, dazupassender Landschaft und dem Fujiama geziert. Die Schrift erinnert durch ihren angenehmen Schwung an Kalligrafie und die Farbgebung der Menübuttons lässt unwillkürlich den Gedanken an Pergament aufkeimen. Kurzum: Hier hat man kein Klischee ausgelassen. Etwas anders sieht es dann im eigentlichen Spiel aus: Fast der gesamte Touchscreen wird von dem Sudokugitter dominiert. Am rechten Rand des Schirmes findet man die Steuerungskonsole, über die man die Zahlen eingibt, die Hilfestellungen aktiviert, zwischen Zahlen- und Notizmodus wechselt oder ins Menü zurückkehrt. Die Landschaft, die man im Hauptmenü auf dem Topscreen hatte, findet man nun auch wieder dort, diesmal allerdings nur als kleiner Rahmen um die Spielanweisungen und Shortcut-Legende. Hier wird auch die aktuelle Spielzeit angezeigt.
Der Sound ist ganz dem Grafikstil entsprechend sehr asiatisch. Egal ob man sich nun mit dem recht quietschigen Musikstück anfreunden kann oder nicht, auf Dauer ist es ziemlich nervtötend, zumal es noch dazu extrem schlecht geloopt ist, man also sehr deutlich den Übergang zwischen Ende und Anfang heraushört. Selbiges gilt für die Effekte, die bei schnellem Spiel recht nervig werden, da sie zu dominant sind. Ein "Kratzsound" einer Feder oder Ähnlichem wäre vielleicht passender gewesen.
Die Steuerung kann entweder komplett per Touchpen oder als Hybride erfolgen. Je nach persönlichem Geschmack werden also alle Einstellungen per Stift auf den entsprechenden Buttons getätigt oder man nutzt die praktischen Shortcuts. Vor allem letztere ermöglichen ein ungemein flüssiges Spiel und erlauben es dem Spieler, so angenehm wie möglich durch die Rätsel zu gelangen.

Fazit:
"Sudoku" ist eine sehr gute Sammlung von Sudokus in den verschiedensten Schwierigkeitsgraden, die speziell durch ihre gute Verarbeitung sowohl in optischer, als auch spielerischer Hinsicht überzeugt. Das fehlende Tutorial und die drei anspruchsvollen Schwierigkeitsgrade lassen es aber eher zu einem Spiel für Fortgeschrittene und Profis werden. Im Vergleich zu den bisher als DSiWare erhältlichen Sudoku-Spielen befinden wir uns hier aber definitiv im oberen Bereich. (Michi)

Pluspunkte:
+ Angenehme Steuerung
+ Solide Optik
+ "Tausende Rätsel"

Minuspunkte:
- Keine Markierung von vollständigen Zahlen
- Nerviger Sound
- Für Anfänger nur bedingt geeignet

Prädikat:
Einzelspieler: Gut

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 200 Nintendo Punkte

news@mag64.de (02.01.2010)

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