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Castlevania III: Dracula' s Curse (Virtual Console | NES)
Schon auf dem NES etablierte sich Castlevania schnell als beliebtes Franchise, so dass nach dem ersten und zweiten Teil auch gleich noch der dritte, mit dem einschüchternden Untertitel "Dracula´s Curse", folgte. Aber hat das Spiel die "3" im Titel wirklich verdient und wurden zuvor kritisierte Steuerungsmängel ausgemerzt?

Am Spielziel hat sich erstmal nicht viel getan. Stürmt hinauf zu Dracula' s Schloss und peitscht den Herr der Vampire ordentlich aus. Doch auf dem Reiseplan entdeckt man schon die erste Neuerung, in Form von Weggabelungen, so dass man sich im Laufe des Spiels an diversen Stellen für eine von zwei Routen entscheiden darf. Zwar weiß man nicht genau was einen wo erwartet, doch zumindest ein gewisser Wiederspielwert ist hier schonmal vorhanden. Außerdem unterscheiden sich die Routen oft im Schwierigkeitsgrad, so dass man als ungeübter Vampirjäger ein Walkthrough zur Hand nehmen kann, um sich jeweils für die einfacheren Wege zu entscheiden, aber dies nur als Tipp.

Beginnt man nun das Abenteuer, nachdem man die Vorgänger bereits gespielt hat , stellt man fest, dass auch hier einiges beim Alten geblieben ist. Ihr könnt laufen, springen und die Peitsche schwingen. Kerzenhalter könnt ihr mit letzterer Aktion von der Wand holen, um hilfreiche Items einzusammeln. Besonders beliebt sind hier die Sekundärwaffen, in Form von Wurfäxten, Dolchen oder einer Stoppuhr, die die Gegner beispielsweise einfriert. Alle anderen Sekundärwaffen, speziell die Wurfäxte und der Bumerang, können bei Bossgegnern überlebenswichtig sein. Daher sollte man immer fleißig alle Herzen innerhalb der Levels einsammeln, die man für den Einsatz der Waffen benötigt. Ein weiteres, wichtiges Power-Up ist das Peitschensymbol, das die Reichweite eurer Standardwaffe erhöht. Zwar ist die "Beine-in-die-Hand-nehm"-Strategie oft hilfreich um gegnerischen Attacken frühzeitig aus dem Weg zu gehen, doch spätestens beim nächsten Bossgegner werdet ihr euch einen Vorrat an Wurfäxten o.ä. wünschen. Das Abtasten der ein oder anderen Wand, mit Hilfe der Peitschenattacken, ist ebenfalls eine sinnvolle Zeitinvestition, um eure Energie mit versteckten Fleischkeulen wieder aufzufüllen. Mit all diesen Items ist eure Ausrüstung nun schonmal gut bestückt.

Doch neben Schwärmen von Fledermäusen, Mumien, brennenden Zombies und fliegenden Monster-Augen, sind die Sprungpassagen ein großer Teil des Spiels. Die Steuerung geht an sich schnell von der Hand und die Sprünge sind gut zu timen, doch bei größerem Gegneraufkommen, muss man extrem aufpassen, dass man nicht während eines Sprunges getroffen wird, da man in dem Fall zurückgestoßen wird und in den nächsten Abgrund stürzt. Sprünge werden zusätzlich durch Instant-Kills erschwert, die ihr beim Kontakt mit Stacheln oder ähnlichen Fallen/Hindernissen in Kauf nehmen müsst. Die hinderliche Steuerung beim Hochsteigen von Treppen ist leider ebenfalls nicht verbessert worden. Zunächst einmal könnt ihr nicht einfach auf eine Treppe draufspringen. In diesem Fall fällt man einfach durch diese hindurch und damit oft auch direkt in einen Abgrund. Stattdessen stellt man sich an den Anfang einer Treppe und drückt das Steuerkreuz nach oben(bzw. nach unten), so dass euer Charakter diese hinaufgeht. Kommt in dem Moment ein Gegner, habt ihr kaum eine Möglichkeit diesem auszuweichen. Präzise Schritte nach oben oder unten sind auf Treppen nicht möglich und auch eure Attacken werden dort verzögert ausgeführt. Glücklicherweise kommen viele Passagen im Spiel komplett ohne Treppen aus, doch warum man bei einer so unglücklichen Steuerung unbedingt einen Turm mit gefühlten 1000 Stufen einprogrammieren muss, bleibt mir an dieser Stelle ein Rätsel. Also falls ihr die Wahl zwischen einem Glockenturm und einem Wald habt…nehmt den Weg durch den Wald ;)

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss, also was macht Castlevania 3 alles richtig? Zum einen bietet das Spiel wieder eine wunderbar atmosphärische Musik, die perfekt zu den düsteren Locations passt. Von penetranten Retro-Pieps-Melodien keine Spur. Auch die Locations fallen stets positiv auf und bieten neben diversen Settings jeweils eine Vielzahl an individuellen Gegner- und Bossvarianten. Eine der wenigen, aber die mit Abstand auffälligste Neuerung, ist, dass ihr im Laufe der ersten Levels einen zweiten Charakter zur Seite bekommt. Je nach Route, die ihr gewählt habt, schließt sich euch ein Bossgegner nach seiner Niederlage an und ab diesem Moment könnt ihr nach Lust und Laune zwischen eurem Hauptcharakter und dem neuen Mitstreiter wechseln. Dieser hat jeweils individuelle Stärken, wie z.B. eine größere Sprungkraft oder eine Distanzwaffe. Da man den neuen Verbündeten nicht bloß für einige Sekunden pro Level aktivieren kann, sondern nach Lust und Laune einsetzen darf, ist dies ein entscheidendes Feature im Spiel und motiviert ungemein, da man nun auch strategisch klug zwischen den beiden Protagonisten wechseln kann und schwierige Passagen besser zu meistern sind. Frustanfälligen Spielern sei außerdem gesagt, dass ihr nach dem Verlust eurer Continues wieder beim zuletzt gespielten Level anfangen dürft. Bei Super Castlevania IV gab es dafür extra ein unkomfortables Passwort-System.

Fazit:
Dass Castlevania auch auf dem NES erstklassiges Action-Gameplay bietet, muss man ja eigentlich schon nicht mehr erwähnen. Etwas schade ist es dann aber schon, dass man dem dritten Teil nicht noch etwas Feinschliff in Sachen Steuerung verpasst hat, denn ansonsten gibt' s am dritten Teil nicht mehr viel zu meckern. Der Sound ist großartig, das Leveldesign bis auf wenige Ausnahmen top und das gesamte Castlevania-Flair ist sowieso wundervoll packend. Wer noch keinen der drei NES Castlevanias gespielt hat, kann ruhig direkt zum dritten Teil greifen und macht damit nichts falsch. (Manni)

Pluspunkte:
+ typische Castlevania-Klänge
+ tolle Atmosphäre und Umgebungen
+ alternative Routen
+ Wechsel zwischen zwei Protagonisten

Minuspunkte:
- hölzerne Steuerung

Wertung:
Einzelspieler: 8,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (31.08.2009)

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