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SWITCH Xenoblade Chronicles 2
 
 
Xenoblade Chronicles 2 - SWITCH
Matthias Engert (17.09.2018)

SYSTEM: SWITCH-PAL
ENTWICKLER: Monolithsoft
GENRE: Action RPG
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 65MB
DOWNLOADS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10+++
MP-MODI: Keiner
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK12
5.1/DD/HD: Ja/Nein/1080p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
RETAIL / E-SHOP: Ja/Ja

   
Einleitung....

7 Jahre ist es jetzt her, dass sich für Rollenspiel-Liebhaber auf den Nintendo Systemen grundlegend etwas änderte und die Messlatte in diesem Genre auf eine neue Ebene gehoben wurde. Was episch und martialisch klingt, würde ich auch heute noch, ohne mit der Wimper zu zucken unterschreiben. Xenoblade Chronicles erblickte seinerzeit auf der Wii das Licht der Welt und gehört bis heute zu meinen persönlichen Top 5 aller jemals gespielten Games. Ein Spiel das seinerzeit so viel anders machte und den Spieler derart in seinen Bann ziehen konnte. Alles was spielerisch ähnlich danach kam, musste sich mit diesem Meilenstein messen lassen. Es sollte auch etwas mehr als 4 Jahre dauern, bis das Schwergewicht einen würdigen Herausforderer bekam. Welche Überraschung, es handelte sich dabei um den zweiten Titel der Serie mit Xenoblade Chronicles X auf der Wii U. Auch hier war die Meinung nicht groß anders und man konnte sich eigentlich wieder auf Wochen in seiner Zockerhöhle einschließen und der realen Welt ade sagen. ;-) Es gab dennoch hier und da kleinere Kritikpunkte und zunächst hoffte die RPG-Welt auf ein Update, der unter anderem das leidige Lv60 Problem behoben sollte, das die X-Version bot. Es kam nicht und es wurde der Ausblick auf den numerisch "richtigen" Teil 2 gegeben, der nun erst auf der Switch das Licht der Welt erblicken sollte. Reden wir mal nicht über die Messlatte, sondern eher über die Diskussionen, die aufkamen ob des neuen Gameplays und veränderten Optik, das im Vorfeld gezeigt wurde. Seit mittlerweile einigen Monaten auf den Markt, will ich euch auch gerne meinen Eindruck zum aktuellen Xenoblade Chronicles 2 schildern.

Menus und die Story....

In Sachen Verantwortlichkeit muss hier niemand Sorge tragen, dass Nintendo da etwas geändert hatte. Auch der numerisch dritte Teil kommt wieder von den Mannen um Monolithsoft, deren Arbeiten man nach den ersten beiden Titel ja blind kaufen kann. Da wird auch dieser Test nichts dran ändern. Von daher waren bei gewissen Dingen keine Experimente zu erwarten. Grafisch kommt das Spiel zwar in einem anderen Stil daher, technisch bleibt man natürlich beim 1080p Format und der gewohnten 5.1 Switch Sound Ausgabe. Speichertechnisch eine Wohltat für die Switch werden euch gerade mal 5 MB abgezogen. Wermutstropfen, dass es wieder nur 1 Spielstand gibt, über den alles läuft. Wie schon bei X-Version also ein heiliges Gut, dass erst mit der Cloud zumindest mal etwas entschärft wird. Großer Kritikpunkt am 2er ist nun das völlige Fehlen eines Mehrspielers. Waren zwar auch in den Vorgängern die Online und Mehrspieler Inhalte alles andere als überzeugend, so hatte doch die Fangemeinde hier auf einen richtigen MP gehofft. So bleibt der 2er also wie ein Skyrim ein reines Solospiel. Noch so eine Sache ist in meinen Augen der Erweiterungspass für das Spiel. Er bietet zwar sehr viele gelungene Dinge und entschärft mittlerweile auch ein paar andere Kritikpunkte. Aber mit 30 Euro auch nicht billig. Auf der anderen Seite kommt am 21.09. das große Torna Addon, das im Erweiterungspass enthalten ist. Controller-technisch setzt natürlich auch der 2er auf den Pro Controller. Gibt ja nicht umsonst einen speziellen Controller für das Spiel, der mittlerweile auch nicht mehr hergestellt wird. Wieder was für die Sammlerfreunde unter uns. ;-) Die Geschichte des Spiels knüpft zwar nach dem Wii-Teil an, hat aber mit Shulk & Co eigentlich wenig gemein. Wie schon bei der X-Version haben sich die Entwickler in einer neuen Geschichte ausgetobt, die nur noch entfernt an das Monado oder den Mech des "sprachlosen" Helden aus der X-Version erinnert.

In Xenoblade Chronicles 2 dreht sich alles um den jungen Helden Rex. Dieser lebt in einer ungewöhnlichen Welt namens Alrest. Anders als beide Vorgänger, bietet der 2er keine komplette Open World mehr, sondern die Spielwelt verteilt sich über teilweise riesige Inseln im Wolkenmeer. Diese Welten und damit Landmassen befinden sich auf dem Rücken sogenannter Titanen, die mehr oder weniger unbehelligt durch das Wolkenmeer schweben und die Bewohner auf ihnen ihrem Tagwerk nachgehen. Ein eher kleinerer Titan beherbergt unseren jungen Helden Rex, der mit ihm durch die Gegend schwebt. Mit ihm und seinem Tagwerk beginnt auch die Geschichte des Spiels. Denn Rex ist zunächst mal kein besonderer Held, sondern verdient sich als sogenannter Bergungstaucher seinen Lebensunterhalt. Sprich er taucht im Wolkenmeer nach Schätzen, die er später verkaufen kann. Relativ schnell bekommt der Spieler eines der Hauptziele im Spiel dargelegt. Das sagenhafte Reich Elysium auf dem im Wolkenmeer befindlichen Weltenbaum. Einst der Ort an dem der Schöpfer alles Leben hervorbrachte. Doch es gab irgendwann ein Problem und der Schöpfer verbannte die Menschheit aus Elysium. Gleichzeitig schickte er die Titanen in das Wolkenmeer und die Menschheit lebt fortan auf diesen Geschöpfen. Mal groß genug um einen Menschen samt Haus und Hof zu beherbergen, mal groß genug um einen Kontinent mit riesiger Landmasse zu beherbergen. Seitdem ist viel Zeit vergangen und so langsam beginnen die Titanen zu sterben und damit alles was auf ihnen lebt. Selbst Rex eigener Titan, den er liebevoll Opa nennt, ist alles andere als ein junger Racker.

Rex Bestimmung zeigt sich erst nach der Ankunft in der Argentum AG, einem großen Handelsplatz für Güter und Waren aller Art, wo auch Rex seine gefundenen Schätze versilbert. Just nach einer weiteren erfolgreichen Fahrt, wird Rex unverhofft ein spezieller Bergungsauftrag angeboten. Er willigt ein, ohne zu wissen, dass jetzt die Geschichte so richtig Fahrt aufnimmt. Denn mit ihm an Bord eines fremden Titanen sind mehrere hundert Jahre alte Bösewichter, die es auf die legendäre Waffe Aegis abgesehen haben. Eine Klinge in Menschengestalt, deren Macht über allem thront. Als Rex bemerkt auf was er sich hier eingelassen hat, ist er schon mitten drin. Rex wird getötet und man hinterlässt zunächst mal einen verwirrten Spieler. ;-) Just um dann mitzuerleben, wie Rex scheinbar auf Elysium aufwacht und die mächtige Aegis kennenlernt. In Menschenform heißt sie Pyra und kommt als gut proportionierte rothaarige Grazie daher. Ja die Japaner stehen auf sowas. ;-) Pyra sieht in Rex den Helden den sie braucht und schenkt ihm das Leben mit der Bedingung, sie nach Elysium zu führen. Ab jetzt nimmt das ganze Spiel Fahrt auf und Rex & Pyra machen sich gemeinsam auf den Weg nach Elysium. Von jetzt an nimmt euch das Spiel wieder mit auf eine Reise durch weit mehr als 100 Stunden Spielzeit in Alrest, mit reichlich Action, Überraschungen und einer recht emotionalen Story. Sie kommt zwar in meinen Augen nicht ganz an den ersten Teil auf der Wii heran, schlägt aber die X-Version um Längen und sollte mehr als genug Momente für Gänsehaut bieten. Vor allem auch weil Rex, wie seinerzeit Shulk eine Stimme hat. ;-) Aber bevor wir das große Ganze begutachten, steigen wir erst einmal normal in das Spiel ein. Der Spielstart an sich ist relativ simpel. Die anfänglich mageren Optionen werden nur begleitet vom Spielstart und der späteren Laden Option. Erst mit dem Erweiterungspass ändert sich einiges. Aber dazu im Gameplay Teil etwas mehr, dem wir und jetzt etwas genauer widmen wollen.

Das Gameplay....

Fast schon überraschend, dass Xenoblade Chronicles 2 keinen amiibo Support bietet. Hier müsst ihr also mal keine Figuren aus den Packungen fetzen. ;-) Dafür gibt es mal wieder eine lohnenswerte Limited Edition, die wieder in großer Verpackung reichlich Platz weg nimmt, dafür aber einige exklusive Inhalte bietet. In meinen Augen immer lohnenswert. Wie schon erwähnt, erweitert man schon in Sachen Optionen das Spiel über den Erweiterungspass. Einfach gesagt bietet man euch erst damit wechselbare Schwierigkeitsgrade und Optionspunkte, die auch in das Gameplay eingreifen. Vor allem reagierten die Entwickler auf Kritik aus der Spielergemeinde auf den doch recht hoch angesiedelten Schwierigkeitsgrad. Ohne E-Pass waren sehr viele unfaire Stellen im Spiel vorhanden. Zumindest einen Großteil davon hat man damit entschärft, ohne das Problem vollends zu negieren. Wie alle Xeno Spiele fängt auch der 2er sehr seicht an und bietet vor allem in den ersten Stunden viele Tutorials unter Wettkampfbedingungen. Ebenso unterhalten euch reichlich Sequenzen, so dass man recht gut in das Spiel eintaucht. Sobald das Spiel an sich beginnt, seid ihr zunächst noch ganz allein unterwegs und dürft die ersten Gehversuche mit der Steuerung und dem Gameplay Umsetzung unternehmen. So viel hat sich auf den ersten Blick gar nicht geändert. Ihr seht den Helden aus der Third Person Perspektive, könnt die Kamera frei um ihn herum drehen und es gibt wieder den typischen Zustand Laufen, oder eben Kämpfen. Alles nicht Neues im Xeno Universum. Mal abgesehen davon, dass er ruhig einen Tick schneller laufen könnte, werdet ihr begleitet von einfachen Einblendungen. Das beginnt im normalen Adventure Modus, bei dem ihr einfach nur wieder herumlauft, mit der aktuellen Location und der Uhrzeit. Auch hier gibt es also wieder ein sehr gut funktionierendes Tag/Nacht System.

Wieder mit den üblichen Auswirkungen auf die Umgebung und speziell die Gegner, die es des Nachts etwas intensiver auf euch abgesehen haben. ;-) Wie immer ist das Spiel in die beiden groben Bereiche eingeteilt. Das stetige Umherlaufen im Adventure Modus, um die Gegend zu erkunden und die unzähligen Kämpfe die euch erwarten. Dabei bietet das Spiel den üblichen roten Faden innerhalb der Story, aber auch wieder Unmengen an Nebenmissionen, ohne die kein Xenoblade Spiel auskommt. Wäre ja noch schöner. Oberhalb im Screen habt ihr eine Balkenanzeige, die euch über Symbole den Weg zur aktuellen Aufgabe anzeigt. Dabei wird unterschieden zwischen Haupt- und Nebenmissionen. Ihr könnt auch im Pausenmenü jederzeit eine Nebenmission als Hauptaufgabe markieren und umgekehrt. Ihr seid auch hier relativ frei in euren Entscheidungen. Diese Ziele kann man ebenfalls per Tastenkombination aufrufen. Nicht so gefallen hat mir die neue Kartenfunktion, die man jetzt via Druck auf den Stick aufruft. Sie wird dann nicht als Anzeige dargestellt, sondern transparent in das Bild gelegt, was in meinen Augen in Sachen Übersicht eher negativ ist. Man nutzt sie wesentlich seltener als in den früheren Teilen. War zumindest meine Erfahrung. Außer einem kleinen Eröffnungskampf, spielt das Thema Kampf lange Zeit keine Rolle. Erst einmal nimmt man euch wieder ein bisschen mit auf die Entdeckungsreise und wie das System des Charakters so aufgebaut ist.

Die erste große Location ist daher ein großer Marktplatz und eine der vielen Insellocations im Spiel, das in mehrere Kapitel eingeteilt ist. Wie gesagt schade das man dieses Mal keine komplette Open World hat wie früher, sondern hier eben über die Inseln agiert, die wie schon erwähnt komplett verschieden sind in Sachen Größe. 10 plus Bonus erwarten euch, die manchmal in sich geteilt sind, manchmal aber eben ein komplettes Gebiet bieten, das von den Ausmaßen her in etwa einem der 5 Gebiete im eigenen Vorgänger entsprechen. Stundenlanges Reisen geht also schon. ;-) Sehr gelungen ist dabei das Reisesystem, dass man mit der Zeit echt zu schätzen weiß. Dazu gibt es wieder die sogenannten Reisepunkte, die hier aber keine direkten EP bringen, dafür aber als Schnellreisepunkte dienen. Von überall kann man sich so dorthin bringen lassen, was ab gut 30 Stunden Spielzeit immer wichtiger wird. Bevor man aber nun aus mehreren Gebieten innerhalb der Spielwelt wählen kann, vergeht allerdings einiges an Zeit. Denn zunächst lernt ihr die Grundlagen kennen, dazu natürlich euren Helden und dessen Fähigkeiten. Wirklich beginnen tut das Spiel mit dem ominösen Auftrag, an dessen Ende Rex zunächst stirbt, um dann von Pyra wiederbelebt zu werden. Ab jetzt zeigt sich vor allem das Kampfsystem in seinem kompletten Ausmaß. Denn anders als früher ist der Held nicht mehr allein mit seiner Waffe unterwegs. Um es einfach auszudrücken ist Pyra seine Waffe, die zum einen hinter ihm hermarschiert und zum anderen Rex eine Klinge an die Hand gibt. Dieses Klingen Feature ist das wirklich neue am Spiel und in meinen Augen Fluch und Segen zugleich. Im späteren Verlauf gesellen sich an Rex Seite weitere Charaktere, die jeweils auch immer eigene Klingen besitzen. Maximal im 3er Team agiert man aber live im Spiel. Da die Klingen als sichtbare Personen hinter ihren "Meistern" zu sehen sind, wuseln also maximal 6 Charaktere durch die Gegend.

Diese Klingen geben Rex und seinen Mitstreitern nun die Möglichkeit zu kämpfen. Im Verlauf des Spiels findet und bekommt man eine ganze Reihe verschiedener Klingen, von denen jeder Charakter 3 gleichzeitig mit sich führen kann. Live im Kampf kann man zwischen ihnen wechseln und erhält dadurch immer neue Kampfmöglichkeiten und vor allem Techniken. Etwas auf das der 2er sehr extrem setzt. In meinen Augen fast schon zu viel des Guten. Einhergehend damit entwickelt sich natürlich auch unser Held mit. Sprich er hat auch hier wieder ein eigenes Level, das vergleichbar mit den Vorgängern über EP-Leisten immer wieder ein Level-Up bedeuten. Lv60 Grenzen gibt es hier keine. Darum muss man sich hier keine Sorgen machen. ;-) Allerdings gibt es Unterschiede zu früher. Bedingt durch das neue Klingen Feature gibt es kein Rüsten mehr des aktuellen Helden, was Ausrüstungen oder Waffen an sich angeht. All dies wird über die Klingen abgedeckt, welche die Helden mit sich führen. Von daher bietet das Pausenmenü völlig neue Punkte, an die man sich als Xeno-Veteran erstmal gewöhnen muss. Denn die meisten Aktionen, um neue Techniken, Kampfaktionen und ähnliches anzupassen, werden bei den Klingen getätigt und nicht beim Helden selber. Er kann schon mit der Zeit mit diversen Kleinigkeiten ausgerüstet werden. Aber die haben bei weitem nicht die Wirkung, wie in den Vorgängern. Der Tiefgang bei den Klingen selber setzt hier schon bei einem intensiven Klassen-System an. Denn wie die Gegner im Spiel ist die Grundlage für erfolgreiches Agieren die richtige Mischung der Klinge(n), um im Kampf bestehen zu können. Grund genug Mal in das Kämpfen an sich hier zu schauen.

Egal ob ihre jetzt mit eurer Klinge allein unterwegs seid, oder mit 2 Mitstreitern. Das Kampfsystem unterscheidet sich zunächst nur wenig vom Vorgänger. Man kann Gegner wie immer selber anvisieren, oder wird anvisiert. Was hier übrigens weitaus häufiger passiert. Es sei denn man stellt dies in den neueren Optionen ab. Danach wechselt der Bildschirm in den Kampfmodus und reichliche neue Anzeigen wirken auf den Spieler und dürfen nun beachtet werden. Gegner werden wieder fest arretiert, wobei bei mehreren wieder jederzeit gewechselt werden kann, wer attackiert werden soll. Links im Bild tauchen nun die bekannten Leisten der Charaktere auf, über die man über den Gesundheitszustand, das Level und die benötigten EP bis zum nächsten Stufenaufstieg informiert wird. Links unten findet man die 3er Aufteilung über die aktiv mitgeführten Klingen, zwischen denen man jederzeit durchschalten und wechseln kann. Rechts unten tauchen nun 4 Symbole auf, die der Aktionsleiste der letzten beiden Xeno-Spiele entsprechen. Über diese 4 werden die Aktionen ausgeführt. Besser gesagt die Specials. Denn auch ohne eine dieser Aktion auszuführen, wird hier natürlich gekämpft und Rex als Beispiel schlägt mit seiner Klinge ganz simpel auf den Gegner. Aber und das hat mir halt nicht so gefallen. Im Vergleich durchaus etwas träge gegenüber den Vorgängern. Was vor allem daran liegt, das sie in Bewegung nicht agieren. Läuft man um den Gegner, würde Rex nie zuhauen. Also heißt es Position finden, Schlagen und weiter bewegen.

Durch diese normalen Schläge füllen sich nun die angesprochenen 4 Specialanzeigen der Klingen unten rechts. Sind diese voll, was je nach Special verschieden lang dauert, kann man diesen Special auslösen. Die meisten führt Rex selber aus, während es aber auch genug Aktionen gibt, die Rex mit Pyra, oder einer anderen Klinge ausführt. Diese sind dann meist mächtiger, auch weil sie in Stufen erzeugt werden können. Hier kommen dann auch gerne wieder die Tastenspielchen dazu, die wie auf dem Bildschirm angezeigt, in der richtigen Reihenfolge oder dem richtigen Moment gedrückt werden müssen. Neu und gelungen ist die Teamarbeit mit den anderen beiden Mitstreitern. Je nachdem wie sehr diese ihre Aktionen Timen, kann man deren Specials mit auslösen und hat damit mehr Einfluss als früher. Und trotzdem erlebt man im Spiel unzählige Kämpfe wo man den gleichen Level wie der oder die Gegner hat und trotzdem teilweise ewig an Kämpfen sitzt. Hier kommt das in meinen Augen sehr technische Feature zu tragen, das auch nicht jedermanns Sache ist. Einfach gesagt, passen die Klinge und Klasse des Gegners nicht zueinander, kämpft man teilweise sehr lange an selbst leichten Gegnern. Die Kunst ist es hier über das Klassensystem die Mischung zu finden. Die Fähigkeiten der eigenen Klinge müssen so gestaltet sein, dass sie der Klasse des Gegners überlegen sind. So fehlt mit der Zeit vor allem das einfache Recht des Stärkeren. Das ist teilweise eine Wissenschaft für sich und man muss hier sehr viel Zeit investieren, um die Vor und Nachteile der Klingen gegenüber den zahlreichen Gegnertypen heraus zu finden. Ist so eine Sache. Speziell in diesem Bereich haben mir beide Vorgänger besser gefallen. Dazu kommen halt die kleinen Negativpunkte des Systems, die man hier auch ansprechen kann.

Etwas entschärft sind ja die KI Unterschiede durch das E-Pass Update. Dennoch hat man selten mal schwere Gegner allein. Meist immer im Rudel, oder zumindest so zahlreich, dass man ihnen selbst mit überlegenem Level erst einmal nicht beikommt. Und das man in zu vielen Gebieten viel zu hoch angesetzte Gegner vorfindet. Hier fehlte mir ein wenig die Ausgewogenheit wie in den Vorgängern. Nervig wenn man in einem Gebiet mit Lv30 Gegnern, plötzlich Lv50 Dödel mit auftauchen. Man selber kann sich zwar mit den Lv30 Gegnern messen, weil man selber diese Stärke hat, wird aber immer wieder von zu starken dazukommenden Gegnern erwischt. Viele Spielstunden gingen auch bei mir dafür drauf, Gebiete vom Rücksetzpunkt nochmal zu durchqueren. Teilweise rennt man nur noch zum Zielpunkt durch, nur um diesen Attacken zu entgehen. Sollte ja eigentlich nicht so sein. Keine Sorge, das ist Kritik auf ganz hohem Niveau, aber im Vergleich zu den beiden Vorgängern in meinen Augen schlechter gelöst. Gelungen sind andere Abhängigkeiten. Durch die Kämpfe steigt mit der Zeit auch die Bindung der Charaktere zu den Klingen, was dazu führt, dass spezielle Aktionen möglich sind. Vor allem spezielle Orte werden so erreichbar, Objekte können erst geöffnet werden, oder im Boden befindliche Gegenstände können erst erreicht werden. Das System schaukelt sich schön auf. Auch die Entwicklung der Klingen an sich ist gut gemacht, könnte aber manchmal mehr Wirkung entfalten. Sprich es dauert auch hier etwas länger, ehe Veränderungen an den Klingen auch im Kampf sichtbare Wirkungen zeigen.

Gut gefallen hat mir die Abfolge der Locations innerhalb der Geschichte. Diese nimmt einen recht intensiv und manchmal auch überraschend und emotional mit, ohne zu übertreiben. Man versteht viele Zusammenhänge auf logische Weise und muss kein Reisetagebuch führen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Das Hauptziel immer im Blick, bleibt mehr als genug Zeit sich hier mit allem und jedem auseinanderzusetzen. Und auch wenn es hier und da was zum maulen gibt, bieten die Möglichkeiten des Spiels mehr als genug Momente, in denen man die Zeit vergisst. Die 100 Stunden knackt man auch hier locker. Wer dann noch das Klingen System gut nutzt und stetig neue und eben die richtigen in sein Portfolio holt, erlebt auch in den Kämpfen viel Logik. Dennoch in meinen Augen schon recht speziell, das vor allem den Gelegenheitsspielern nicht immer gefallen wird. Ich bin echt gespannt, was das in Kürze erscheinende Addon Torna so bieten wird. Habe zwar kurz überlegt, ob ich warte mit meinem Test, bis dieses Addon erhältlich ist. Aber dann gibt's eben ein Test-Update. In diesem Sinne war das also noch lange nicht das Letzte, das ihr über Xenoblade Chronicles 2 gelesen habt. Bis die Tage. ;-) Ein paar Sachen hebe ich mir dafür also noch auf.

Grafik & Sound....

Grafisch ist Xenoblade Chronicles 2 eine Angelegenheit, an der sich bis heute die Geister scheiden. Der Comic-ähnliche Stil ist nicht jedermanns Sache und auch ich persönlich kann ihm weniger abgewinnen als in den ersten beiden Teilen. In meinen Augen etwas zu kindliche Helden und die aufgrund des Stils reglementierten Gestaltungen vieler Locations. Was man mit dem Stil schon toll hinbekommt sind atmosphärische Farbspiele mit der Tageszeit. Hier haben die Entwickler tolle Sachen hinbekommen. Da dieser wieder fließend abläuft, hüllt man viele Locations in teils sehr atmosphärische Lichtverhältnisse und lassen die Umgebungen auch sehr edel aussehen. Aber bei der Sicht auf Details gibt sie eben nicht so viel her. Hier empfand ich, abgesehen von den Stadtlocations, selbst die X-Version stimmiger. Dazu kommt natürlich das fehlende Open World Szenario, so dass hier nur wirklich ausgewählte Orte in Alrest mit Liebe zum Detail daherkommen. Die Gestaltungen der Charaktere sind so durchaus vergleichbar einfach gehalten, was glücklicherweise kaum für die Gegner gilt, die man gewohnt vielschichtig eingebaut und gestaltet hat. Von alten Bekannten, bis zu gänzlich neuen reicht hier die Auswahl. Dieser rote Faden zieht sich dann auch über die Effekte. Da das Kampfsystem in meinen Augen etwas Träger daherkommt, wirkt die Kampfaction zwar nach wie vor actiongeladen, erreicht aber nicht den Aha-Effekt der Vorgänger beim Einsatz der speziellen Angriffe. Gerade hier mit dem neuen Klingen-Feature hätte ich insgesamt durchaus mehr erwartet. Zwar Kritik auf hohem Niveau, aber zumindest eine grafische Gestaltung in meinen Augen, die nicht jedem durchgängig gefallen wird. Die Atmosphäre und Emotionalität der Story beeinflusst sie aber dagegen nicht. Das haben schon Shulk & Co seinerzeit gezeigt, dass dafür andere Dinge verantwortlich sind. Technisch gibt es einmal mehr nichts zu meckern. Weder einen Absturz, noch sonstige technische Macken habe ich während der Spielzeit erlebt.

Beim Sound hat man ebenfalls mit den eigenen Vorgaben zu kämpfen. Boten die ersten beiden Teil hier und da echte Ohrwürmer, bringt aber auch XC2 seine wirklich eigenen und wunderbaren Stücke mit. Hier bleibt das gebotene auf dem Niveau der Vorgänger. Es fehlt zwar so der eine markante Sound, dafür fällt hier kein Sound ab oder kommt gar schräg daher. Gerade wieder die Entdeckermusiken, wenn man in einer der größeren Welten unterwegs ist, begleiten den Spieler auf eine wieder ganz besondere Weise. Die Effekte sind ebenfalls vergleichbar mit den Vorgängern und ebenfalls auf einem hohen Niveau. Was hier aber ebenfalls fehlt, sind so die ganz fetten martialischen Effekte wie in der X-Version. Frei von Kritik ist einmal mehr die Sprachausgabe. Allein schon das der Held nach der X-Version wieder reden darf, lässt das Xenoblade Herz höher schlagen. Dazu kommen wieder Unmengen an vertonten Sequenzen, die teilweise sehr emotional gesprochen wurden. Dabei greift man wieder auf englische Sprecher zurück, die viel Energie in die herrlich betonten Dialoge gelegt haben.

Fazit....

Einem AAA Titel wie Xenoblade Chronicles 2 bewertungstechnisch gerecht zu werden, war schwieriger als ich dachte. Gemessen an 90% aller Konkurrenzspiele findet man wenig, dass man wirklich kritisieren könnte. Aber es gibt eben die anderen 10% und dabei unter anderem die beiden Vorgänger, mit dem sich der Titel trotz anderen Plattformen einfach vergleichen lassen muss. Im Vergleich zu den beiden anderen Teilen empfand ich den aktuellen Teil als den schwächsten. Das liegt in meinen Augen an mehreren Dingen. Das Kampfsystem mit den Klingen ist gelungen, neu und durchaus erfrischend, hat aber in meinen Augen über die Spielzeit hinweg zu viel auf die Kampftechnik gesetzt. Manchmal hätte ich mir gewünscht das einfache Recht des Stärkeren hätte mehr Einzug gehalten. Man musste in meinen Augen zu viel und zu oft auf die richtige Mischung der Klingen, der Klassen-Attacken und Abhängigkeiten achten. Das fehlende Rüsten der Helden tat dann so ein wenig sein Übriges. Dadurch fühlten sich selbst vergleichbare früher schnell lösbare Kämpfe teilweise viel länger an. Dazu kommt das Feature mit meist nur noch 3 Helden gleichzeitig und das trotzdem etwas trägere Kampfsystem. Vor allem das in Bewegung keine flüssige Action möglich war. Das geniale Söldnertrupp Feature hätte man viel mehr ausbauen können und auch die Gegner KI hätte ausgewogener sein müssen. Zwar hat man hier das Ganze durch die neuen Optionen über den E-Pass etwas entschärft. So richtig rund ist es aber bis heute nicht geworden. Grafisch bleibe ich dabei, ist der Titel Geschmackssache. Was dem einen Gamer sehr gefällt, nimmt den anderen nicht mit. Das ist eine sehr subjektive Geschichte. Insgesamt erzeugt der Titel eben nicht ganz den Suchteffekt wie die ersten beiden Teile. Dennoch bleibt auch Xenoblade Chronicles 2 ein Top Titel, mit dem jeder Spieler klar unterhalten wird. Aber in meinen Augen eben nicht ganz so intensiv, wie bei den eigenen beiden Vorgängern.

 

+ Wieder sehr hohe Spielzeit
+ Tiefgehende Geschichte
+ Sympathische Helden
+ Unmengen an Items/Materialien
+ Steuerung mit Abstrichen
+ Klingen-Vielfalt sehr hoch
+ Speichern jederzeit
+ Gelungener Erw.Pass
+ Gelungen Synchronisation
- Open World über Inseln
- Kein Rüsten in dem Sinne
- Komplett ohne Mehrspieler
- Teils Unfaire KI
- Wieder nur 1 Spielstand

GRAFIK: 79%

SOUND/EFFEKTE: 84%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 85%

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