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SWITCH One Piece Unlimited Red: Deluxe E.
 
 
One Piece Unlimited Red: Deluxe E. - SWITCH
Matthias Engert (16.10.2017)

SYSTEM: SWITCH-PAL
ENTWICKLER: Ganbarion
GENRE: Action-RPG
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 0,5 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-8
MP-MODI: Split-Screen
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK12
5.1/DD/HD: Ja/Nein/1080p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
RETAIL / E-SHOP: Ja/Ja

   
Einleitung....

Mehr als ein halbes Jahr ist die Nintendo Switch nun auf dem Markt. Es gab Überraschungen, es gab Enttäuschungen und durchaus noch reichlich Ansatz zu Verbesserungen. Wie immer natürlich im Software-Bereich. Zwar füllt sich jetzt endlich die Angebotsfülle, was aber durchaus auch damit erklärbar ist, dass viele Firmen ältere Titel noch einmal für die Switch auflegen. Lobenswert, wenn es Titel sind, die auf der Wii U kaum Beachtung fanden. Kritikwürdig, wenn man dabei aber kaum Änderungen vorgenommen hat. Warum soll ich für einen Titel noch einmal bezahlen, den ich vor Jahren schon einmal gespielt habe? Wir können da leicht reden, kennen wir ja viele der Originale. Spieler die seinerzeit keinen Kontakt hatten, kommen nun eventuell in den Genuss, einen gelungenen Titel spielen zu können. Das ist also wie immer ein schmaler Grat, den wir als Redakteure da auch erleben. Genau dieses Thema trifft auf den aktuellen Titel aus dem Hause BandaiNamco zu. Ohne dem Test vorzugreifen, wer das Original von der Wii U her kennt, muss hier nicht unbedingt weiterlesen. Spieler die auf der Switch das Thema One Piece endlich mal erleben wollen, dürfen durchaus weiterlesen.

Menus und die Story....

Auch auf der Switch hat sich nichts in Sachen Publisher und Entwickler geändert. Fungiert BandaiNamco als Publisher, war auch hier die Firma Ganbarion für die Entwicklung verantwortlich. Nicht der erste Titel, den sie für die Nintendo Plattformen machen, muss man sich um die Rahmenbedingungen wenig Sorgen machen. In Sachen Texten bekommt ihr ein komplett deutsches Spiel. Das hier die Untertitel ständig eingeblendet werden, liegt an der Sprachausgabe, die es nur in Japanisch gibt. Wer also wissen will, die die Mitglieder der Strohhutbande im Original klingen, bekommt hier die Gelegenheit dazu, Und zu erzählen haben sie mehr als genug. Präsentiert wird das Spiel in 1080p und kommt grafisch wie technisch auf der Switch sehr gelungen daher. Soundtechnisch bietet man euch den gewohnten 5.1 Sound der Switch Konsole. Bei der Speichernutzung benötigt man gerade mal 0,5MB, um Platz für die Savegames zu haben. Auch auf der Switch gibt es einen Mehrspieler für Offline Abenteuer unter euch, dem wir uns unten noch etwas intensiver widmen. Geblieben ist natürlich auch die Geschichte des Spiels. Dass es sich bei der Strohhutbande um reine Action dreht, ist dabei nicht weiter überraschend. Aber man verpackt das Ganze neben der Story vor allem spielerisch sehr gut. Dabei ist die Geschichte extra für das Spiel erdacht worden und bringt euch neben den spielbaren Helden der Strohhutbande, reichlich bekannte Bosse vor die Fäuste. Dazu gesellen sich 2 komplett neue Charaktere, ohne dass man sich auch nur ansatzweise vom Manga Vorbild entfernt. Von daher ist allein die Geschichte für Fans der Serie ein gelungener Punkt im Spiel.

Die Strohhut-Piraten treffen auf einen fröhlichen, aber mysteriösen Waschbären namens Pato, der die Macht besitzt, Gegenstände die er auf ein Blatt zeichnet, real werden zu lassen. Um ihrem neuen Freund zu helfen, begleiten die Strohhut-Piraten Pato auf eine nicht näher beschriebene Mission. Pato führt die Bande zu der verlorenen Insel, wo alle Strohhut-Piraten außer Ruffy von dem bösartigen Piraten "Der rote Graf" entführt werden, der aus dem Impel Down Gefängnis vor zwei Jahren entflohen ist. Mit Patos Hilfe macht sich Ruffy auf, seine Crew aus den Fängen der Feinde zu befreien und herauszufinden, was hinter den Plänen des roten Grafs steckt… Ausgehend von einer zentralen gelegenen Stadt namens Transtown, dürft ihr euch in verschiedenen Episoden dieser Aufgabe im Spiel stellen. Nach dem Einschalten landet man relativ schnell auf dem Hauptmenü des Spiels. Anders als auf der Wii U gibt man euch hier aber zunächst keine Möglichkeit, diverse Downloads oder Quests herunterzuladen. So gibt es einzig die Möglichkeit ein neues Spiel zu beginnen, fortzusetzen, oder in den Optionen nach dem Rechten zu sehen. Allerdings beschränkt auf die Sprache der Texte, so dass man hier sehr schnell fertig ist. Also nicht lange gefackelt und wir schwingen uns nun auf der Switch in die bekannte Welt von Unlimited Red: Deluxe Edition.

Das Gameplay....

Interessant ist auch auf der Switch der reine Spielstart. Denn ein neues Spiel, erlaubt euch hier zu Beginn und im späteren Verlauf noch mehrere Auswahlmöglichkeiten. Zunächst kommt jetzt eine Abfrage, welchen der beiden Spielstände ihr nutzen wollt. Positiv das es derer 2 gibt, da man nach dem Durchspielen einen versteckten Modus bekommt, den man so nutzen kann, ohne sein erstes Hauptspiel gleich zu überschreiben. Auch wenn man praktisch alles übernimmt, neue schwere Inhalte bekommt und nur die Kapitel neu freischalten muss. Des Weiteren kann man wählen, ob man die Story spielen will, oder das Kampfkolosseum angehen möchte. Ein zweiter kompletter und eigenständiger Modus, auf den ich später noch einmal eingehen werde. Wir wollen uns hier erst einmal der Story widmen und starten den entsprechenden Modus. Jetzt beginnt eine von vielen sehr schön gemachten Sequenzen, die wie schon erwähnt komplett mit Untertiteln und japanischer Sprachausgabe daherkommen. Hier erlebt ihr nun den Beginn, die Flucht des Roten Grafen, die Begegnung mit Pato und schlussendlich das Erreichen von Transtown, in der ihr zunächst mit Ruffy allein agiert. Denn wie sich schnell herausstellt, sind alle anderen Mitglieder der Bande entführt worden und ihr als Spieler müsst nun zunächst allein ein paar Fragen beantworten und die ersten spielerischen Gehversuche hinter euch bringen. Neben dem großen Ziel das Geheimnis um den Roten Grafen zu lüften, muss er auch seine 8 weiteren Bandenmitglieder befreien. Schließlich ist auch dieser One Piece Titel ein Teamspiel, in dem man später nur selten mal allein unterwegs ist. Dabei ist das Spiel so angelegt, das Transtown immer den Ausgangspunkt im Spiel darstellt und ihr hierher ständig zurückkehrt. Das hat viele Gründe. Zum einen dient die Stadt zum Erholen, zum Speichern, um die reichlichen Shops freizuschalten und zu nutzen und natürlich um das Rollenspiel- und Material Feature exzessiv auszuleben. Neben der Herstellung und ständigen Verbesserung von Gegenständen, wollen vor allem die Team Mitglieder verbessert werden. Genug zu tun und um sich stundenlang die Zeit vertreiben zu können. Als wenn das noch nicht genug der Vorfreude wäre, kann man als Spieler Transtown als Stadt entwickeln und einen neuen kompletten Stadtteil erschaffen.

Angelegt ist das Spiel zunächst wie ein kleines Tutorial und ihr als Spieler bekommt über einen längeren Zeitraum immer wieder neue Features vorgestellt und wie ihr was zu machen habt. Sei es was die Steuerung betrifft, oder auch die spielerischen Möglichkeiten. Gesteuert werden kann das Spiel dabei wahlweise mit den Joy-Cons, oder halt dem Pro Controller. Auch wenn ich mich wiederhole, der Pro Controller macht auch hier den besseren Eindruck. Dabei wird das Spiel in einer gut gemachten Third Person Sichtweise gespielt. Die herrlich groß proportionierten und detailreichen Charaktere unterstützen dabei das erlebbare Adventure Feeling sehr gut. Gespielt wird allgemein im Spiel in kompletten 3D-Arealen, in denen man sich frei innerhalb der jeweiligen Grenzen bewegen kann. Ihr könnt dabei diverse Läden besuchen, mit allerlei NPC's reden und viele kleine Nebenaufgaben angehen. Sei es angeln, das beschaffen diverser Materialien und selbst Minispiele bietet Transtown. Herzstück sind aber die Herberge, die Läden und der Zugang zu den umliegenden Gebieten rund um die Stadt, die dann später auch die reine Action abdecken. Innerhalb von Transtown habt ihr als Spieler eure Ruhe und könnt euch eben ganz der Organisation und vielen Nebenaufgaben widmen. Um sich jetzt allen Aufgaben stellen zu können gilt es neben der Entwicklung der Charaktere, diese ja erst einmal zu finden. Dafür gilt es nun die bekannte One Piece Action hinter sich zu bringen. Am Ausgang von Transtown findet man dazu die Möglichkeit. Von dort aus gelangt man zu den im Spiel enthaltenen 9 Kapiteln, mit ebenso vielen Gebieten rund um die Stadt, die in Sachen Gestaltung nicht extremer hätten werden können. In sich abgeschlossen ist es also keine komplette Zentralwelt. Diese Gebiete spielen sich vom Grundgameplay her immer gleich.

Ihr als Spieler startet in ein Kapitel, durchquert die Gebiete, kämpft ohne Ende und befreit zum einen anfangs alle eure Mitstreiter und kümmert euch in jedem Kapitel um diverse Boss Gegner aus dem One Piece Universum. Dabei seid ihr nur zu Beginn allein mit Ruffy unterwegs. Den Rest des Spiels geht es immer zu dritt auf Pirsch. Vor jedem Kapitel kann man als Spieler dann wählen, welche 3 der insgesamt 9 Story Helden man mitnehmen möchte. Innerhalb eines Kapitels laufen und agieren die beiden nicht gesteuerten Charaktere immer mit euch durch die Gegend, während ihr einen der 3 aktiv steuert. Dabei seid ihr nicht auf einen festgelegt, sondern könnt jeden der 3 Racker steuern. Schafft man ein Kapitel, gibt es reichlich Belohnungen in Form von Geld, Materialien und natürlich dem freischalten eines neuen Gebietes. Wer nun denkt das wäre alles und würde mit der Zeit in ein simples Tasten Hämmern ausarten, der sieht sich schnell getäuscht und erlebt die eine oder andere sehr positive spielerische Überraschung. Zum einen beginnt schnell das RPG-Feature den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Alle Charaktere haben zu Beginn Level 1 und damit feste Werte in verschiedenen Status Eigenschaften, die in jedem Rollenspiel eine wichtige Rolle spielen. Diese gilt es zu entwickeln, wie auch die speziellen Fähigkeiten aller Helden und die Möglichkeiten Attacken und Statuswerte durch Materialien zu verbessern. Mit der Zeit ein sehr komplexes System. Aber kümmern wir uns zunächst mal um die Grundlagen und das spielerische Grundgerüst. Kaum in einem neuen Gebiet angekommen, warten erneut Sequenzen und Gespräche, die euch auf die kommende Mission einstimmen. Könnt ihr euch frei bewegen greift die Steuerung dem Spieler unter die Arme. Hier geht man den konventionellen Weg. Gelaufen wird über den linken Stick, während der rechte die Kamera übernimmt.

Mittels Schultertasten kann man die Kamera jederzeit zentrieren, hat mit der B-Taste ein Sprungfeature und mittels A die Möglichkeit zu interagieren. Sei es mit Charakteren, oder an Kisten und Umgebungsobjekten. Schade finde ich, dass man auch auf der Switch die Karte der Umgebung immer händisch aufrufen müsst. Zumindest Ausschnittsweise hätte man das ruhig einbauen können. Das Salz in der Suppe sind die anderen Action Tasten, mit denen die Kampfaction abgedeckt wird. Trefft ihr auf Gegner, die mal allein oder in der Meute auf euch warten, kann man einfache Schlag- und Trittvarianten ausführen, bekommt aber auch reichlich Combo-Attacken an die Hand, die mit der Zeit eben auch zahlreicher werden. Dazu unterstützt euch das Steuerkreuz, mit dem ihr durch euer Inventar schalten könnt und das wie in einem Monster Hunter funktioniert. Links und rechts wird durchgescrollt und per Kreuz oben aktiviert man das gewünschte Objekt, oder die darauf abgelegte Fähigkeit. Denn unter anderem könnt ihr hier alles Mögliche an Insekten und Tieren fangen, oder mittels Angel auch fischen. Dazu werden euch am unteren linken Rand wichtige Anzeigen dargestellt. Neben der reinen Lebensleiste, gibt es hier die Specialleisten, die man für entsprechende Angriffe nutzen kann. Im späteren Verlauf gibt es diese für den gesteuerten Charakter, oder aber auch Gruppenangriffe, die grafisch speziell umgesetzt sind und auch eine entsprechende Wirkung auf die Gegner haben. Im Falle der reichlichen Boss Gegner, sieht man dann auch deren Lebensleiste. Hätte man aber ruhig auch bei den Allerweltsgegnern machen können. Auch die Wirkung der Aktionen in Form von Zahlenwerten wäre nicht das schlechteste gewesen. Aber na gut, man kann halt nicht alles haben. Denn machen all diese Aktionen genug Spaß, um kurzweilige Prügeleinlagen zu erleben. Denn das ist wie schon erwähnt nicht alles innerhalb der Kapitel. Der zweite große Bestandteil des Gameplays ist das Materialfeature, das später auch in Transtown elementar wichtig werden wird. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, was man an Materialien in den Gebieten findet. Egal ob ihr Gegner umlegt. Bäume oder Büsche zerstört und alles Mögliche, was nicht Niet- und Nagelfest ist.

Unter fast allem findet man kleine Säckchen, die irgendetwas beinhalten. Hier findet man schon extreme Parallelen zu einem Monster Hunter, was dann auch in der Verarbeitung so bleiben wird. Denn wie schon erwähnt sammelt ihr ohne Ende diese Materialien, die ihr nach dem Beenden eines Kapitels aus eurem Rucksack in euer Lager in Transtown transfriert und für allerlei Dinge nutzen können. Zentrum in Transtown ist die Herberge, in die ihr immer zuerst zurückkehrt. Dort könnt ihr Speichern und euer Lager organisieren. Allerdings nimmt euch das Spiel hier viel Arbeit ab. Wichtiger Punkt ist hier aber z.B. das "Erweitern". Damit kann man Transtown um neue Läden bereichern und den angesprochenen Stadtteil erschaffen. So läuft man durch die Stadt, trifft ganz speziell gekennzeichnete Charaktere, die einen speziellen Laden eröffnen wollen. Danach geht man zur Herberge zurück und kann diesen Laden theoretisch erschaffen. Allerdings werden dafür bestimmte Materialien in einer bestimmten Anzahl gebraucht. So bekommt man schnell unter anderem den Quest Schalter oder die Apotheke. Im Quest Schalter kann man ständig neue Quests annehmen und sofort spielen, die euch in eines der freigespielten Areale schicken und meist um die 40 Minuten maximal dauern können. Ziel ist es in dieser Zeit mal eine Anzahl an Gegnern zu eliminieren, bestimmte Materialien zu erspielen oder einfach nur das Ende zu erreichen. Im Falle der Apotheke wird das Materialfeature dann noch deutlicher. Denn dort kann man z.B. Heiltränke kaufen, aber eben auch selber herstellen. Das gleiche gilt z.B. für die Fabrik in mehreren Stufen. Hier könnte man unter anderem die Hilfsmittel wie die Angel oder das Insektennetz in vielen Stufen entwickeln. Was braucht man dabei für alles im Spiel? Genau - Materialien. Und davon nicht zu wenig, so dass man im Spiel nichts umsonst sammelt. Dabei ist es egal ob das am Anfang des Spiels der Fall ist, oder am Ende. Denn die knapp 10 Läden im Spiel wollen fast immer mit Materialien bedacht werden.

Mit der Zeit geht das Spiel dann soweit, dass die Special Attacken aller Teammitglieder nur mit Materialien entwickelt werden können. Das nimmt dann auch kein Ende. Ein spezielles Cafe in der Stadt stellt Gerichte her, die spezielle Eigenschaften wie die HP-Leiste oder Angriffswerte dauerhaft verbessern. Und und und… Es gibt davon ausreichend viele, um das Spiel locker mehrmals durchspielen zu können, ohne dass man genug Materialien hat, um alles sofort freizuschalten. Eine langwierige und dennoch motivierende Geschichte. Vor allem weil es auch nicht zu künstlich eingebaut wurde. Man muss das nicht machen, merkt aber mit der Zeit, dass man sich natürlich vieles etwas leichter machen kann und speziell die Boss Gegner und manche Quests dadurch erst lösbar macht. Dazu kommt im Spiel der ständige Überraschungseffekt. Immer wieder bekommt man etwas Neues, es gibt neue Produkte und Attacken. Und alles will immer wieder über die Materialien entwickelt und verbessert werden. Viel zu tun hat man auch mit den Charakteren. Denn wirklich leveln tun nur die aktiven Helden. Nimmt man also über das Spiel gesehen immer nur die gleichen 3 Helden mit, bleiben alle anderen auf Level 1 stehen. Will man später alle Quests lösen, braucht man aber alle Charaktere, da manche Quests einen oder mehrere bestimmte Charaktere erfordern. Alles so Kleinigkeiten, die zu gefallen wissen und die Motivation beim Spieler bis zum Ende auf einem hohen Niveau halten. Konsequent, mit viel Tiefgang gesegnet, wird man als Spieler sehr gut unterhalten und man spricht eben durch die verschiedenen spielerischen Einflüsse eben auch weit mehr Spielertypen an, als nur den geneigten Schlagfreudigen One Piece Fan. ;-) Wer die reine Action erleben will und den Adventure Part nicht braucht, hat mit dem Kampfkolosseum einen entsprechenden Inhalt im Spiel zur Verfügung.

Beim Spielstart anwählbar, kann man in diesem Modus eine kleine Karriere starten. Hier geht es darum sich als Spieler durch ein schier endloses Turnier zu kämpfen. Dabei ist dieser Modus so angelegt, dass man hier in der sogenannten C-Liga startet und Kämpfe mit unterschiedlichen Voraussetzungen hinter sich bringen muss, um in der Rangliste langsam nach oben zu kommen. Das dauert schon eine ganze Weile und bringt euch auch viel mehr Charaktere zum Agieren als in der Story. Großer Nachteil für mich ist die Tatsache, aber nicht die selber entwickelten Story Dödel nutzen zu können. Hier kämpft man immer mit vorgegebenen Helden, die sich aber dennoch an den Fortschritt anpassen. Dennoch wäre der Bezug zu den Charakteren um einiges höher gewesen. Wen das nicht stört, bekommt hier einen nicht minder umfangreichen, wenn auch auf Kämpfe hintereinander weg reduzierten Modus. Beide Modi zusammen ergeben aber dennoch eine sehr positive Mischung, die vor allem in Sachen Abwechslung, Möglichkeiten und dem Umfang zu überzeugen weiß. Wirkliche spielerische Neuerungen im Vergleich zur Wii U sind mir hier aber nicht aufgefallen.

Grafik & Sound....

In Sachen Spielgrafik kann auch die Switch Version punkten, was hier vor allem am doch relativ unverbrauchten Grafikstil liegt und natürlich durch die Auflösung. FHD und 60fps stellen dabei das Fakten Highlight dar. Gefühlt kommt dadurch die Farbpower und manche Details noch etwas besser rüber, auch wenn das ein sehr subjektiver Eindruck ist. Der Grafikstil bietet eine Mischung aus gezeichneten Backgrounds, vielen Comic Einflüssen und einem Hauch von Cel-Shading Effekten. Eingebettet in sehr viele gelungene und vor allem thematisch verschiedene Umgebungen, punktet dabei die Farbpower des grafischen Teils. Gerade die extremen Landschaften wie Wüste, Wiesen, Eis oder auch Feuer und Lava Backgrounds erzeugen dadurch ihren Reiz. Es sind gar nicht mal so viele animierte Dinge zu sehen, trotzdem gibt man dem gesamten Spiel dadurch eine gewisse Lebendigkeit. Weiter geht's mit den sehr guten Charaktergestaltungen, die wiederum detailliert und auch von den Proportionen her zu gefallen wissen. Vor allem die eigenen Racker und die Boss Gegner muss man hier nennen. Abgerundet wird dieser Teil durch die große Effektfülle bei der Haudrauf-Action an sich und dem recht hohen Gamespeed, der dann auch den technischen Teil mit abdeckt. Speziell hier gibt es nichts zu meckern, auch wenn es wie immer in solchen Spielen hier und da mal zu kleineren Kamera Problemen kommt. Aber insgesamt ein grafisch und technisch sehr gelungenes Game auf der Switch.

Ebenfalls gelungen ist der Sound, der gefühlt etwas satter klingt. Gerade was die fröhlichen und dennoch fordernden Musiken angeht, kann auch hier die Abwechslung punkten. Alle Gebiete haben so ihren eigenen Sound, die neben normaler Musik im Hintergrund auch viele Umgebungsgeräusche bieten. Sehr hoch sind die Effektfülle der Action und vor allem der Umfang der Sprachausgabe, Auch wenn man dafür schon ein Faible haben muss. Denn wie schon erwähnt, reden die Beteiligten in den Sequenzen und auch in der Live Action sehr viel. Und bei einer komplett japanischen Vertonung sollte man bei einer Spielzeit von mehr als 15 Stunden dafür schon empfänglich sein. Angenehmer Nebeneffekt, dass so die Kampfaction durch die markanten Stimmen recht gut unterstützt wird.

Multiplayer....

Der reine Mehrspieler ist hier so eine Sache und bekommt nicht nur lobende Worte. Zunächst positiv, dass man in der Story auch zu zweit agieren kann. Allerdings auch nur in den direkten Kapiteln oder den Quests. In Transtown läuft man zunächst immer nur mit Player 1 herum. Erst wenn man ein Kapitel, oder eine Quest startet, kann man den zweiten Spieler aktivieren. Was ich persönlich sehr schade finde, ist der gleiche Punkt wie in anderen Switch Spielen. Denn gezockt wird auch hier in einem Splitscreen Modus, der auch noch recht ungewöhnlich umgesetzt ist. Von daher sollte ein großer Bildschirm auf jeden Fall gegeben sein. Als typischen Mehrspieler-Titel würde ich die Deluxe Version nicht bezeichnen. Dazu sollte heutzutage ein Online Feature oder gar ein Switch Link möglich sein. Hier bleibt es also durchaus beim typischen Einzelspielertitel.

Fazit....

Wie oben schon erwähnt, ist die Einschätzung der Switch Version durchaus tricky. Spieler die das Original kennen, verpassen hier logischerweise nichts. Denn dazu wurde einfach nichts geändert oder signifikant etwas hinzugefügt. Für wen das Spiel allerdings Neuland und Fan der One Piece Thematik ist, bekommt schon einiges geboten. Ein wunderbar flüssig spielbarer Titel, der ein unterhaltsames Action Gameplay bietet und dabei auf ein RPG-Korsett setzt. Das gefällt und bietet auch einen gelungenen Tiefgang. Mit 15 Stunden sicherlich nicht ewig lang, kann man das Spiel danach aber erneut angehen. Technisch sehr gelungen, kann man dem Titel auch optisch und vom Klang her viel abgewinnen. Die gut gemachte Kampfaction mit den vielen Möglichkeiten, in die Fähigkeiten der Charaktere einzugreifen, unterhält den Spieler. Dazu das gelungene Bau- und Erweiterungsfeature, das auch der Action abseits der Story das gewisse Etwas gibt. Als Mehrspieler-Titel würde ich ihn nicht empfehlen. Dazu wird in diesem Bereich zu wenig geboten. Das mag seinerzeit auf der Wii U noch gepasst haben. Auf der Switch muss man schon mehr bieten, als nur reine Splitscreen-Action. Alles in allem ein gelungener Action-RPG Titel für alle Spieler, die das Original nicht kennen.

 

+ Viele Gameplay Facetten
+ Überraschend hoher Tiefgang
+ Gelungenes RPG Prinzip
+ Durchdachte Steuerung
+ Extremes Materialfeature
+ Ständig neue Secrets/Quests
+ Grafisch abwechslungsreich
+ 9 Charaktere entwickelbar
- Mehrspieler fällt doch etwas ab
- Kolosseum nicht mit eig.Charas

GRAFIK: 82%

SOUND/EFFEKTE: 76%

MULTIPLAYER: 62%

GESAMTWERTUNG: 76%

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