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SWITCH Lego City Undercover
 
 
Lego City Undercover - SWITCH
Matthias Engert (15.06.2017)

SYSTEM: SWITCH-PAL
ENTWICKLER: Travellers Tales
GENRE: Adventure
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 480 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
MP-MODI: Split, Coop
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK6
5.1/DD/HD: Ja/Nein/1080p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
RETAIL / E-SHOP: Ja/Ja

   
Einleitung....

Vor fast genau 4 Jahren sorgte auf der Wii U ein Titel für Aufsehen, den man vom Thema her bis dahin immer in eine Schublade gesteckt hat. Die Rede ist von Lego City Undercover, der das Thema Lego Spiele-Umsetzungen auf ein neues Level hob. Unterhaltsam waren die Lego Spiele bis dato schon immer. Anfangs belächelt, wuchs die Fangemeinde stetig an. Das besondere bis heute ist die Machart von Undercover, mit seiner Open World Charakteristik, sehr gelungenen Spielbarkeit und teils herrlichem Humor. Auf der Switch erleben wir nun eine Auferstehung des Titels. Klar hätte sich jeder Fan eher einen waschechten Nachfolger gewünscht, dennoch ist der Titel auch 2017 noch einen intensiven Blick wert. Auch wenn es im Vergleich zum Original nur eine markante Neuerung gibt, sollten Neulinge mit dem Thema oder dem Spiel durchaus weiterlesen. Denn ob die Spielbarkeit und der Unterhaltungswert des Spiels auch 2017 noch genauso ist wie auf der Wii U, wollen wir uns noch einmal etwas genauer anschauen.

Menus und die Story....

Auch auf der Switch ist der Titel natürlich unter dem Dach von Warner Bros. erschienen. Logisch das sich auch der Entwickler mit der bekannten Schmiede Travellers Tales nicht geändert hat. Auf einen Punkt reduziert ist es natürlich nur eine Portierung eines Wii U Spiels auf die Switch. Einhergehend damit haben sich die Rahmenbedingungen, bis auf einen Punkt nicht geändert. Ihr bekommt ein komplett deutsches Spiel, das einmal mehr mit komplett Vertonten und herrlichem Humor ausgestatteten Sequenzen daherkommt. Grafik und Sound sind mittlerweile der typische Switch Standard und bieten euch neben der 1080er Auflösung, den bekannten 5.1 Sound der Switch. Markante Neuerung ist der nun endlich enthaltene Mehrspieler für 2 Lego Fans, die nun endlich zu zweit auf Pirsch gehen können. War ja der große Kritikpunkt im Original auf der Wii U und lässt nun den Team Gedanken neu aufleben. Allerdings nur lokal, so dass sich 2 Spieler immer physisch treffen müssen, um Lego City unsicher zu machen. Geblieben ist natürlich die Hintergrundgeschichte, die sich ja wie der Rest des Spiels nicht verändert hat. Hauptfigur ist natürlich wieder Chase McCain. Dabei begann die Ur-Geschichte seinerzeit auf dem 3DS. Dort noch als Frischling von der Polizeiakademie tätig, war seine Aufgabe unter anderem den Schurken Rex Fury dingfest zu machen. Gesagt getan, und Lego City schien sicher zu sein. Chase verschwand anschließend aus der Stadt und alles schien seinen gerechten Weg zu gehen. Dann legt man die Switch Cartridge ein und erlebt den Ausbruch von Rex Fury mit, der von nun an wieder Böses im Schilde führt.

Für wen und was will ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. ;-) Just zum gleichen Moment zieht es auch Chase als Zivilist wieder zurück nach Lego City. Dabei begegnet er seiner alten Flamme Natalia, der Bürgermeisterin und dem Chief der örtlichen Polizei. Als er erfährt, dass Rex Fury wieder ausgebrochen ist, zieht er einmal mehr die Uniform an und macht sich erneut daran den Schurken dingfest zu machen. Der Einstieg in das Spiel ist auch auf der Switch sehr spartanisch und das eigentliche Hauptmenu wartet eigentlich nur mit der Sprachwahl auf euch, der Auswahl ein Neues Spiel zu starten, oder sein gespeichertes fortzusetzen. Wie immer gibt euch der Spielstand eine Prozentzahl wieder, die aber Lego-typisch keineswegs den Fortschritt definiert. Durchspielen ist hier also mal wieder das eine, 100% zu erreichen etwas ganz anderes. ;-) Die Optionen sind ebenfalls relativ simpel aufgebaut und bieten nur Standards wie Soundeinstellungen, die Credits und die Möglichkeit das Steuerungs-Setup zu begutachten. Ändern kann man am Layout nichts. Wer will kann zu guter Letzt Untertitel aktivieren, was man aber ob der deutschen Sprachausgabe nicht braucht. Mehr ist es dann auch nicht und wir können uns dem eigentlichen Abenteuer widmen.

Das Gameplay....

Positiv dass man dem Spieler 4 separat nutzbare Spielstände an die Hand gibt, so dass auch Familienintern mehrere Sprösslinge ihr eigenes Spiel anlegen können. Gleich zu Beginn muss ich eine kleine Überraschung in negativer Hinsicht anmerken. Auf der Wii U glänzte der Titel seinerzeit mit durchaus heftigen Ladezeiten. Von daher war meine Vorfreude groß, genau dieses Thema ad acta legen zu können. Leider weit gefehlt! Speziell vor den eigentlichen Inhalten und später den enthaltenen Kapiteln darf man doch mehr oder weniger lange Ladezeiten über sich ergehen lassen. Hier habe ich mir speziell von der Cartridge Thematik wesentlich mehr versprochen. Später innerhalb eines Kapitels oder gar dem freien Erkunden von Lego City erlebt man diese zwar nicht ganz so oft. Dennoch muss es erwähnt werden. Wer sich unsere Videos dazu anschaut, wird das nur bedingt bemerken. Denn in den meisten Videos habe ich die Ladezeiten komplett rausgeschnitten oder stark gekürzt. ;-) So startet die Geschichte hier mit dem Ausbruch von Rex Fury und der Ankunft von Chase McCain in seiner Heimat Lego City. Am Hafen angekommen, ist es zunächst die simple Aufgabe, dass ihr Chase McCain in die örtliche Polizeizentrale bringt. Der geniale Aha-Effekt wie im Original stellt sich auf der Switch schnell ein. Logisch vor allem bei Spielern, die das Original nicht kennen. Denn auch hier bietet man euch mit Lego City ein Open World Szenario vom feinsten, dass auch in seinen Ausmaßen ungemein stimmig daher kommt. Die insgesamt 20 Bezirke der Stadt sind alle miteinander verbunden und vor allem ohne Barrieren komplett nutzbar. Man fühlt sich auch hier sofort an Spiele wie GTA oder Watch Dogs erinnert. Dazu kommen Inseln und eine Schluss-Location, die es in sich haben sollte und über die ich natürlich nichts verraten werde. Nur so viel, sie liegt nicht in Lego City. ;-)

So kann man sich in den ersten Minuten vom Eindruck der Umgebung eigentlich kaum trennen und untersucht alles was machbar ist. Ihr steuert den Helden in der typischen Third Person Sichtweise und nutzt dazu nur das die Joycons oder wie so oft auf der Switch den Pro Controller. Bewegt man Chase mit dem linken Stick, übernimmt der rechte die Kameraoption. Mittels B-Taste bekommt man die Sprungfunktion, während A, X und Y später für die Attacken bei Gegnerkontakten sorgen, oder man so mit der Umgebung interagieren kann. Und dafür gibt es reichliche Gelegenheiten. Soweit zumindest die Grundfunktionen der Steuerung. Da man euch im Spiel noch weit mehr Möglichkeiten an die Hand geben wird, komme ich aber später auf die Steuerung noch einmal zurück. Unabhängig von der Möglichkeit frei in Lego City herumzustreifen, umfasst das Spiel in Sachen Story 15 Kapitel, die aber ebenfalls fließend ineinander übergehen. Aber selbst hier wird man kaum in seiner Freiheit beschnitten. Entweder man geht die Story Aufgaben an, oder versucht in Lego City andere Dinge zu vollenden. Und davon sollte es im Spiel mehr als genug geben. Die Polizeizentrale ist zwar ein markanter Punkt und öfters Anlauf für Missionen, zwingend muss man diesen Ort nicht besuchen. Wofür er auf jeden Fall dient, ist die Organisation der Sammelinhalte wie Klamotten, Charaktere oder Fahrzeuge, die man hier in speziellen Shops kaufen kann. Einmal gekauft, kann man sie im Spiel an dafür vorgesehen Orten aktivieren und nutzen. Aber auch hier gilt, man muss es nicht. Allein das Thema Fahrzeuge kann man da schnell beleuchten. Wie in einem GTA kann man auch hier jederzeit im Spiel einen Wagen anhalten und übernehmen. Und Fahrzeuge sind im Spiel beileibe nicht die einzigen Fortbewegungsmittel. Auch die Switch Version bietet unter anderem ein komplettes Zug- und Bahnhofssystem, das man nutzen kann, um schnell die Bezirke zu wechseln. Oder aber ihr nutzt Boote und könnt gegen Ende auch einen Helikopter nutzen. Nicht nur hier wird man als Spieler immer wieder überrascht, was einem das Spiel noch so alles anbietet.

Will man sich zunächst der Story widmen, so haben die Entwickler auch diese wunderbar aufgebaut. Größter Pluspunkt im Spielfortschritt sind dabei die möglichen Verkleidungen und Fähigkeiten, die im Verlauf erst alle Secrets möglich machen und ohne die auch die Story nicht lösbar ist. Dafür stehen euch hier 8 verschiedene Verkleidungen zur Verfügung, die man nach und nach freischaltet. Und nur mit diesen Verkleidungen kann Chase alle Aufgaben lösen. Das hat schon was und kommt vor allem der Abwechslung zugute. So kann sich Chase neben seiner Polizeiuniform als Kosmonaut, Bau- und Bergarbeiter, Farmer, oder sogar als Dieb verkleiden. Alle Verkleidungen erlauben es euch dann in dieser Verkleidung eine bestimmte Fähigkeit zu nutzen. Gutes Beispiel ist der Dieb, der als einziger Tresore knacken, oder versperrte Türen öffnen kann. Als Polizist ist es euch möglich unsichtbare Spuren zu lesen und entfernte Objekte via Enterhaken zu erreichen. Der Bergarbeiter kann als einziger mit Dynamit umgehen und der Farmer z.B. Pflanzen wachsen lassen, um damit eventuell unerreichbare Ebenen zu erreichen. Später kann man als Feuerwehrmann Brände löschen, oder als Bauarbeiter per Presslufthammer Löcher in den Boden hämmern. Zusätzlich zu den Verkleidungen an sich kann man diese auch noch upgraden und erhält Bonusfähigkeiten dazu. So bekommt der Kosmonaut z.B. ein Jetpack auf den Rücken geschnallt und kann so weiter nach oben oder zur Seite fliegen. Das ist schon alles sehr durchdacht und genial gemacht. Kommt zum einen der Spielspaßkurve zugute und spielt seinen ganzen Reiz sogar erst am Ende des Spiels aus. Denn sofort nach Beginn des Spiels entdeckt man zig Orte in Lego City, für die man über ein Symbol am Boden oder Objekten zur Nutzung einer Verkleidung aufgefordert wird. Hat man die nicht, lässt man diesen Ort erst einmal links liegen. Am Ende des Spiels beginnt man in diesen Bereich eigentlich nochmal von vorn, weil man weiß alle Secrets sind nun erreichbar und sämtliche Orte irgendwie zu nutzen. Eingebettet ist dabei der gesamte Spielverlauf in viele gut gemachte Sequenzen, die euch Orte vorstellen und natürlich die Geschichte samt der Beteiligten erzählen.

Was dabei nicht fehlen darf ist der Humor. Etwas das schon immer in den Lego Spielen vorhanden war, hier aber durchaus einen Höhepunkt findet. Alles und jeder wird irgendwie mal auf die Schippe genommen und viele reale Filme sind auch im Spiel mehr oder weniger versteckt anzutreffen. Man merkt dass in das Spiel viel Liebe zum Detail investiert wurde. Das betrifft sowohl den spielerischen Teil, aber eben auch die Geschichte und beteiligten Personen. Auch wenn man sich frei bewegen kann, die Story deswegen nun nicht zu beachten, wäre natürlich ein großer Fehler. Denn immerhin kommt man nur durch die Kapitel an alle Verkleidungen und damit Secrets im Spiel. Hier sind die Aufgabenstellungen höchst unterschiedlich. Mal gilt es Objekte zu finden, Dinge zu zerstören, Schurken dingfest zu machen, oder einfach nur um als Dieb in die Geschichte von Lego City einzugehen. Denn um seinem großen Ziel Rex Fury näher zu kommen, muss Chase mit der Zeit in die Unterwelt eintauchen und sich diversen Banden und Ganoven anschließen. Dabei wird er dennoch von seinem Assistenten und weiteren Personen unterstützt. Via Tastenfunktion habt ihr so unter anderem die Karte von Lego City, bekommt immer wieder Videoanrufe, oder dürft Bonusfähigkeiten des Pads nutzen. Das hat man natürlich auf der Switch etwas anders lösen müssen, da ja das Gamepad der Wii U seinerzeit viele dieser Aufgaben übernommen hat. Aber wirklich schlimm oder umständlich ist das aber nicht. Dazu kommt natürlich das Aufgabensystem, bei dem man euch aber hier und da schon unter die Arme greift. Wirklich schwer sind die Aufgaben dann aber nicht, sondern hier auf Umfang und Unterhaltung ausgelegt. Auch ist das Thema Geschicklichkeit viel intensiver, ohne aber zu überfordern oder gar unfair zu werden. Auch ist die Rätseleinbindung durchaus unterhaltsam und man bietet dem Spieler reichlich Gelegenheit die Story zu verlassen und Just for Fun die Stadt zu erkunden.

Wobei aber auch hier keine extremen Kopfnüsse auf euch warten. Bei mir waren es am Ende wieder knapp 20 Stunden Spielzeit, um die Geschichte einmal zu beenden. Positiv und auch nicht anders zu erwarten, darf man aber nach dem Abspann weiter in Lego City agieren. Da man hier ohne Story Druck agieren kann, fast noch entspannter zu spielen und nicht umsonst ist Lego City Undercover für jede Altersgruppe geeignet. Auch weil das Spiel den Gamer immer wieder überrascht, was noch so alles im Spiel schlummert. Versteckte Orte an denen man eigentlich kein Spielziel vermutet und eben doch mal wieder etwas sammeln oder finden kann. Dazu eben die mit knapp über 100, hohe Anzahl an Fahrzeugmodellen, bis hin zu den knapp 300 Charakteren die man finden kann. Alles nichts was man nun machen muss. Man will es mit der Zeit. ;-) Man gießt irgendwo als Gärtner ein paar simple Blumen und bekommt plötzlich angezeigt das irgendwo noch knapp 20 weitere auf euch warten. Man fängt plötzlich als Polizist ein Alien und sieht das viele weitere zu finden sind. Das gleiche gibt es für die Superbauten, die man mit 65 an der Zahl auch erst einmal finden und vor allem bauen muss. Dafür braucht man wiederum die Supersteine, die mal mehr oder weniger schwer versteckt sind. Alles Dinge die hier ineinandergreifen und den Spielspaß ausmachen. Kurz vor dem Ende bekommt man dann auch die Gelegenheit per Helikopter durch Lego City zu düsen, was wieder neuer Möglichkeiten mit sich bringt. Immer wenn man denkt, man hat alles gesehen, überrascht einen das Spiel immer wieder aufs Neue. Sicher eines der größten Komplimente das man einem Spiel machen kann. Und bei einem Spiel wie Lego City Undercover erwartet man das erst einmal gar nicht. Das sich alles sehr flüssig und unterhaltsam spielt, liegt auch einmal mehr am nicht vorhandenen Leben Prinzip und der Tatsache mit den 4 Herzen als Energieleiste, dennoch ohne Probleme durch das Spiel zu gelangen.

Denn verliert man doch mal alle Herzen, geht es sofort Live im Spiel weiter und man bekommt dafür einfach nur ein paar der normalen Lego Steine abgezogen. Diese sind hier übrigens im Millionenbereich zu finden, was ebenfalls etwas über den Umfang des Spiels aussagt. Am meisten hat mir aber dennoch die spielerische Freiheit gefallen. Egal ob man nun ein Kapitel innerhalb der Story spielt, oder einfach nur ohne Ziel herumfährt oder fliegt. Die Freiheit immer überall hinzukommen und Sachen auszuprobieren, ist auch auf der Switch ein Killer Feature des Spiels. Und selbst die Aufgaben in den Kapiteln kann man immer wieder angehen. Je mehr Verkleidungen man hat, umso größer auch die Wahrscheinlichkeit, selbst in diesen Aufgaben alle Secrets zu holen. Dazu kommen zahlreiche kleine Events wie Fahrzeugrennen, oder Geschicklichkeitseinlagen. Abwechslung ist das Schlagwort, das diesen Titel immer noch sehr auszeichnet.

Grafik & Sound....

Beim Thema Grafik wollen uns die Entwickler zwar eine Verbesserung unterjubeln, so richtig sichtbar ist diese aber in meinen Augen nicht. Mag viel subjektiver Eindruck sein, aber einen Quantensprung sollte man hier natürlich nicht erwarten. Warum auch, denn ich meine das ja nicht mal negativ. Die grafische Gestaltung ist für ein Lego Spiel auch auf der Switch sehr gelungen. Was man hier aus dem Lego Thema herausgeholt hat und wie man die Klötzchengrafik aussehen lassen kann, ist durchaus beeindruckend. Besonders im Gedächtnis sind mir dabei viele Bodentexturen geblieben, aber vor allem was Umgebungen wie Wald oder auch die Stadtbackgrounds angeht. Da man hier auch verschiedene Tageszeiten erlebt, taucht man diese Bereiche auch in teils sehr gelungene Lichtverhältnisse. Vom eher kühlen Morgen und ebensolchen Farben, bis hin zu weichen Farbabstufungen in der Nachmittagssonne. Das gilt selbst für die Fahrzeugmodelle und die Charaktere, denen man damit auch ein ganz anderes Flair mitgibt und sich somit positiv auf die gesamte Atmosphäre im Spiel auswirkt. Natürlich gibt es auch kahle Stellen und die Häusertexturen in großer Höhe sind schon recht simpel gehalten. Aber da man dort nicht so oft hinkommt, ist das eh egal. Ebenso ist die Lebendigkeit in Lego City ein klarer Pluspunkt. Überall laufen Passanten herum, Autos fahren herum und viele kleine animierte Dinge, die man so nicht unbedingt erwartet. Allerdings ist nicht alles wirklich überzeugend. Bot schon die Wii U Version seinerzeit einige Ruckler hier und da, hat sich das auf der Switch sogar noch verschlimmert. Man erlebt kurze Ruckler im Spiel relativ oft, was Schade ist und von keiner ganz sauberen Portierung zeugt. Hier wäre wohl noch etwas Feintuning nötig gewesen.

Frei von Kritik ist auch auf der Switch der Sound. Besonders angetan hat es mir ja die 70er Jahre Krimimusik, die das Spiel immer wieder bietet. Die passen hier wie die Faust aufs Auge. Aber auch sonst wechseln sich die Stücke wunderbar ab. Agiert man in der Stadt oder auf dem Lande, jedes Mal passt auch die Hintergrundmusik. Effekte gibt es genug, die man fast schon als normal ansehen kann. Die Fahrzeuge klingen zwar oft sehr gleich, ist aber hier kein Kriterium wie z.B. in einem reinrassigen Racer. Das passt schon und fügt sich sehr gut in das Gesamtbild ein. Auch die Sprachausgabe ist gelungen und neben dem Humor der Beteiligten passt auch die Betonung.

Multiplayer/Online....

Die einzige wirkliche Neuerung ist der Mehrspieler, mit dem nun endlich 2 Lego Cracks in Undercover loslegen können. Typisch für die Serie ist dabei der Einstieg, der jederzeit getätigt werden kann. Auch wenn man wieder allein spielen will, so geht das mit einem simplen Knopfdruck. Man ist also nicht gezwungen speziell Aufgaben zusammen zu beginnen, oder zu beenden. Gespielt wird dabei immer via Split-Screen, was selbst auf dem kleinen Switch Display relativ übersichtlich ist. Bedingt durch den normalen Gamespeed, kommt hier die Engine auch nicht mehr ins Schwitzen als im Einzelspieler. Wo es dort ruckelt, ruckelts auch hier. ;-) Großer Pluspunkt ist dabei, dass beide Spieler machen können was sie wollen. Sprich jeder kann einen Stadtteil unsicher machen, ohne dass man in der Nähe des anderen sein muss. Auch das z.B. erspielte Lego Steine auf das "gemeinsame Konto" gehen, hat durchaus seinen Sinn und Reiz, da man sich den Superbauten viel schneller widmen kann. Also durchaus sinnvoll, auch wenn natürlich eine "LAN-Option" ebenfalls ihren Reiz gehabt hätte. Wäre zwar die teurere Variante, aber im Vollbild zusammen zu spielen, ist natürlich immer noch etwas intensiver. Aber auch so ist der Mehrspieler durchaus eine gelungene Sache.

Fazit....

Insgesamt lässt sich die Neuauflage klar bewerten. Wer den Titel von der Wii U her nicht kennt und sich für das Lego Thema interessiert, findet nun auch auf der Switch einen sehr umfangreichen und unterhaltsamen Titel. Bedingt durch das Open World Szenario und das umfangreiche Aufgabensystem macht der Titel auch 2017 noch jede Menge Spaß. Was seinerzeit gelungen war, ist es auch jetzt noch. Es sei denn ihr kennt das Wii U Original. Dann sind 50 Euro natürlich zu viel, um ein bekanntes Spiel einfach noch einmal zu erleben. Ausnahme ist der Mehrspieler, der soweit in Ordnung ist und für Spieler mit Vorliebe für diesen Modus durchaus ein Kaufgrund sein kann. Hier muss der interessierte Gamer abwägen, ob es ihm das wert ist. Stundenlang unabhängig durch die Open World zu tingeln hat schon was und leidet trotz Splitscreen nicht an mangelnder Übersicht. Kritik gibt es auf der Switch aber klar für die Ladezeiten. Im Zeitalter der Cartridge auf der Switch war ich überrascht, was an Ladezeiten möglich ist. ;-) Auch die technische Seite ist etwas schlechter als zu Wii U Zeiten. Die oft sichtbaren Ruckler sind hier immer wieder sehr ärgerlich und schmälern den technischen Eindruck doch etwas. Was bleibt ist ein immer noch sehr unterhaltsamer Titel, der aber eine spezielle Zielgruppe anpeilt. Wer das Original als Solo-Spieler erlebt hat und kennt, kann getrost zur Tagesordnung übergehen.

 

+ Neues und altes Lego Gameplay
+ Tolles Open World Szenario
+ Viele Haupt und Nebenmissionen
+ 8 Verwandlungen/Fähigkeiten
+ Grafik des Lego Themas
+ Tolle Musikuntermalung/Sounds
+ Komplette Freiheit beim Spielen
+ Viele spiel. Überraschungen
+ Komplett Deutsch/Coop Modus
- Ladezeiten trotz Cartridges
- Ruckelt sehr gerne mal :-(

GRAFIK: 76%

SOUND/EFFEKTE: 78%

MULTIPLAYER: 74%

GESAMTWERTUNG: 76%

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