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SWITCH Gear.Club Unlimited
 
 
Gear.Club Unlimited - SWITCH
Matthias Engert (31.12.2017)

SYSTEM: SWITCH-PAL
ENTWICKLER: Eden Games/Microids
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 45MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-8
MP-MODI: Onlineliga, Split
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
5.1/DD/HD: Ja/Nein/1080p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Ja(Liga)
RETAIL / E-SHOP: Ja/Ja

   
Einleitung....

Wer auf den Nintendo Systemen zuhause ist, muss bei einem Genre eigentlich seit 3 Hardware Generationen auf vieles verzichten - den Rennspielen. Seit N64 und GCN Zeiten staubten die Lenkräder dieser Welt ein. Ich rede hier natürlich nicht von Action Rennspielen oder den Funracern a la Mario Kart. Da konnten wir uns ja noch nie beschweren. Aber alles was mit realen Fahrzeugen, Formel Boliden oder gar simlastigen Inhalten zu tun hatte, ging an den Nintendo Spielern fast gänzlich vorbei. Hier und da gab es mal einen Racer, die aber zumindest alle nicht das Zeug hatten in bleibender Erinnerung in den Köpfen der Spieler zu bleiben. Hier fuhr die Konkurrenz schon immer auf der Überholspur. Wie immer hofft man ja mit jeder neuen Hardware auf Besserung, die aber auch auf der Switch erst einmal nicht in Sicht war. Abgesehen von Shinen's Future Racern herrschte auch hier wieder Ebbe. Aber es tut sich was im Rennspiel Bereich. Wenn auch zart, aber man gibt ja die Hoffnung nicht auf. Denn mit dem hier vorgestellten Gear.Club Unlimited ist zumindest vom Thema her endlich mal wieder ein reinrassiges Rennspiel mit real existierenden Fahrzeugen verfügbar. Mit viel Vorfreude auf den Titel, war ich ungemein gespannt, was uns der Titel so bieten würde. Wir sind komplett durch und wollen euch daher unsere Meinung nicht vorenthalten.

Menus und die Story....

Wie bei vielen Spielen, hat auch dieser Titel eine kleine Vorgeschichte. Denn komplett neu in dem Sinne ist das Ganze nicht, auch wenn der Ursprung rein gar nichts mit den Konsolen zu tun. Gear.Club an sich kommt vom Smartphone und wurde durch die Entwickler Eden Games für die Switch umgesetzt. Auch keine Unbekannten in der Szene, so dass man hier also kein Erstlingswerk vor sich hat. Das merkt man dann auch bei vielen Inhalten. Zunächst wird euch hier ein komplett deutsches Spiel präsentiert, dass aber leider komplett ohne Sprachausgabe auskommt. Hätte hier und da die durchaus etwas trockene Präsentation aufgewertet. Das Spiel nutzt technisch die Möglichkeiten der Switch und bringt euch gewohntes 1080p am TV und 720p für unterwegs. Dazu der übliche Switch 5.1 Sound, der hier vor allem in Sachen Fahrzeuggeräuschen glänzen konnte. Kontakt nach außen gibt es auch, wenngleich man hier ein paar Evolutionsstufen zurückgeht. Neben einem lokalen Mehrspieler gibt es eine spezielle Online Liga, die man besuchen kann. Aber dazu später noch ein paar ausführlichere Worte. Wie immer in einem Rennspiel sollte man in Sachen Story nichts erwarten. Das ist auch hier nicht anders und es geht wie immer einzig darum, euch vom Anfänger zur Legende hochzuarbeiten. Es ist wirklich schon lange her, als man Rennspielen mit aufwendigen Geschichten noch das gewisse Etwas mitgegeben hat. Die Underground Ausgaben der Need for Speed Reihe sind dann doch schon einige Zeit her. ;-)

Der reine Spielstart ist hier äußerst spartanisch gestaltet. Es gibt weder einen einführenden Vorspann, noch irgendeine andere großartige Sequenz zum Start. Schon hier spürt man also die recht trockene Präsentation. Eigentlich schade, ob der folgenden Rennspielaction. Nach passablen Ladezeiten, die man über das gesamte Spiel erleben wird, landet man schlussendlich auf dem Hauptmenü, wenn man das so nennen will. Denn hier habt ihr einzig die Möglichkeit zwischen der großen Kampagne zu wählen, oder den lokalen Mehrspieler aufzusuchen. Die Kampagne ist das Herz des Spiels und für einen Gamer gemacht, der sich fahrerisch seine Sporen verdienen will. Optionen und ähnliches findet man hier noch nicht vor, so dass wir uns also ohne Umwege in die Kampagne stürzen können.

Das Gameplay....

Sobald man die Kampagne startet, gibt es einen Hauch von Geschichte. Zumindest wird man von einem persönlichen Begleiter begrüßt, der euch von nun an auf eurer Reise durch die verschiedenen Events begleitet. Er gibt euch hier und da ein paar Hinweise, aber vor allem stetig kleine Nebenaufgaben, die man während der Kampagne "nebenbei" mit lösen kann. Dafür wird man entlohnt, was zeigt das Geld in diesem Spiel eine sehr große Rolle spielen wird. Zusätzlich zeigt er euch zu Beginn ein paar begleitende Features speziell zum Schwierigkeitsgrad. Im Spiel gibt es wenn man so will 3 davon, die man hier aber über die Fahrhilfen regelt. Einfache Beispiele sind das ABS oder auch eine sichtbare grüne Ideallinie auf dem leichten Grad. Selbst auf Mittel bremst der Wagen hier und da noch mit und Stabisysteme unterstützen euch. Wirklich sinnvoll habe ich während der Fahraction aber dennoch den dritten Grad empfunden. Kommt eigentlich ohne jegliche Fahrhilfen aus und gibt euch damit die volle Kontrolle über euer Fahrzeug. Oder eben nicht, wenn ihr das Wägelchen nicht im Griff habt. ;-)) Das Zentrum des Spiels ist nun kein Menü oder ähnliches, sondern eine riesige Karte, auf die man per Draufsicht schaut. Auf dieser Karte sind die im Spiel verfügbaren Rennen und Events als Symbole abgebildet. Zu Beginn des Spiels stehen euch davon logischerweise nur sehr wenige zur Verfügung. Das stellt auch einen großen Pluspunkt dar und fördert vor allem die Motivation des Spielers.

Denn an Inhalten die man freischalten kann, findet man im Spiel mehr als reichlich, was auch Gear.Club Unlimited einen der umfangreichsten Racer auf einem Nintendo System macht. Nur um das Kapitel schon einmal anzureißen. Neben neuen Gebieten auf der Karte schaltet man neue Fahrzeuge frei, stetig Updates für die eigene Werkstatt und überhaupt erst die verschiedenen Klassen der enthaltenen Meisterschaften. Auch das empfinde ich als große Stärke des Spiels und fördert vor allem die Abwechslung. So warten im Verlauf des gesamten Spiels satte 430 Rennen auf euch, die sich auf 200 Strecken verteilen, auch wenn diese Anzahl durch Reverse Modi und das immer wieder aneinanderreihen bekannten Streckenabschnitte erreicht wird. Dagegen ist die aktuelle Anzahl an Fahrzeuge mit 32 fast schon etwas stiefmütterlich. Aber laut den Entwicklern soll es in Zukunft diverse DLCs geben, die unter anderem auch diesen Part erweitern. Um nun im Spiel zu beginnen, muss man sich ein weiteres wichtiges Feature vor Augen halten. Alle Inhalte im Spiel sind wenn man so will in 4 unterschiedliche Fahrzeugklassen eingeteilt. Man findet A, B, C und D, über die natürlich die Klasse und Stärke der Fahrzeuge eingeteilt ist. Klar dass man in Klasse A eher beherrschbare Fahrzeuge vorfindet, während sich im Bereich der Klasse D Boliden vom Typ McLaren, Bugatti oder Pagani tummeln. Im Spiel beginnt ihr als Spieler mit der Klasse A, von denen verschiedene Events verfügbar sind. Ihr erreicht dort diverse Erfolge, verdient Geld und schaltet über ein Sterne-System neue Gebiete auf der Karte frei. Einhergehend damit bekommt man immer neue Fahrzeughändler zur Verfügung gestellt und kommt so eben an die immer höherwertigeren Fahrzeuge. Auch hier greift ein sehr logisches System.

Das Spiel ist so angelegt, das ihr wirklich zu jeder Klasse auch ein entsprechendes Fahrzeug besitzen müsst. Ihr könnt also nicht mit dem ersten Klasse A Fahrzeug das gesamte Spiel bestreiten, selbst wenn ihr den Boliden bis zum Umfallen tunen solltet. Das System geht dann sogar so weit, dass innerhalb der Klassen nochmals unterteilt wird in A, A1, A2 und A3 usw. Kann man nun als Beispiel in A und A1 den gleichen Boliden benutzen, benötigt man selbst für A2 und A3 jeweils einen neuen Boliden. Sprich Geld verdienen ist hier höchste Bürgerpflicht. ;-) Und da haben wir ja noch nicht einmal die Tür zum riesigen Tuning und Werkstatt Feature aufgemacht. Aber alles zu seiner Zeit. Das Sternesystem ist ebenfalls sehr interessant und erinnert entfernt an diverse Jumper, wo sich neue Welten nur mit einer bestimmten Sterne Anzahl öffnen ließen. Das ist hier ähnlich gemacht. Hier kann man auch das gute Eventsystem kurz erklären. Jede kleinere Meisterschaft besteht aus mindestens 4 Rennen. Pro Rennen kann man 3 Sterne verdienen, wenn man gewinnt und neue Rekorde aufstellt. Bei 4 Rennen pro Event sind das also im Idealfall 12 Sterne. Später mit 5 Rennen pro Event eben auch gerne 15. All diese Sterne wandern auf ein Konto, dass euch auf dem großen Kartenbildschirm angezeigt. Um nun neue Gebiete freizuschalten, müssen immer Sternegrenzen erspielt werden. Das letzte Gebiet schaltet man hier nur frei, wenn man 529 Sterne erspielt hat. Dauert also schon eine ganze Weile. ;-) Zu Beginn gibt man euch nur wenige Events der Klasse A an die Hand, etwas Geld und den Fahrzeughändler für Fahrzeuge der Klassen A und A1. Der Ablauf ist zunächst immer gleich. Ihr besucht den Händler, habt die Auswahl aus mehreren Fahrzeugen und solltet dabei immer eine Probefahrt machen, ohne dass man die Fahrzeuge gleich kaufen muss. Macht Sinn wie ich oft selber entdecken durfte.

Jedes Fahrzeug hat zunächst einige Grundeigenschaften wie Speed, Bremsweg, Beschleunigung und ganz wichtig, ob er eher Über- oder Untersteuert. Wie sich zeigen sollte, sind viele der stark übersteuernden Fahrzeuge äußerst knifflig in der Fahrzeugbeherrschung. Aber das ist eine ganz persönliche Anmerkung. Man kauft den Wagen und hat ihn nun in seinem Fuhrpark. Jeder Wagen hat zudem noch ein spezielles Rating. Dieses Rating kann man später durch die immense Werkstatt extrem verbessern, was sich auch signifikant auswirkt. Was brauchen wir wieder, natürlich Geld. ;-) Also wollen wir erst einmal welches verdienen und gehen mal in den praktischen Teil über. Auch das ist ja an sich immer gleich. Ihr wählt einen möglichen Event an und bekommt eine kleine Vorabinfo über den Schwierigkeitsgrad, die Anzahl der Rennen und welche Rennen euch erwarten. Gibt im Spiel 3 grobe Einteilungen. Zum einen Asphalt und damit reinrassige Straßenrennen, Zeitfahren gegen sichtbare, aber transparente Gegner und die Rally Strecken. Man startet das erste Rennen, die wie immer nacheinander gefahren werden müssen. Nach einem Kameraflug um das eigene Fahrzeug herum, landet man mit der Kamera sehr nah hinter dem eigenen Fahrzeug und ich komme gleich zum vielleicht größten Kritikpunkt des Spiels. Oder sagen wir besser Ärgernis und in meinen Augen etwas wo man viele Punkte verschenkt hat. Neben der Motorhauben Perspektive gibt es in Sachen Sicht von Hinten nur einen Viewpoint, der in meinen Augen einfach zu nah am Fahrzeug ist. Natürlich gewöhnt man sich dran und hat seinen Spaß mit dem Spiel. Aber zurückblickend hätte ich mir unbedingt einen zweiten Viewpoint hinter dem Fahrzeug gewünscht, der etwas weiter weg platziert wäre.

Das System ist zwar so angelegt, das bei Beschleunigung die Kamera automatisch etwas nach hinten geht. Aber allzu viel bringt das nicht. Gefahren wird nun entweder als Zeitfahr-Variante von A nach B, oder eben die reinen Rennen, die ebenfalls von A nach B gehen können, oder bis zu 3 Runden dauern. Insgesamt gehören die Strecken im Spiel eher zum kürzeren in der Racer-Szene. Es gibt Strecken die nicht einmal eine Minute dauern und schaukelt sich auf Varianten hoch, die die zumindest wenige Minuten pro Runde dauern. Ziel muss es sein mindestens Dritter zu werden, um innerhalb eines Events zur nächsten Strecke vorzurücken. Maximal 8 Fahrzeuge nehmen an einem Rennen teil. Nach jedem Rennen gibt es neben dem oder den Sternen auch Geld als Belohnung und vor allem Erfahrungspunkte. Ja auch das gibt es im Spiel. Später schaltet man im Spiel über das eigene Level alle Inhalte der Werkstatt frei. Je nach Wertigkeit der Rennen gibt es mal wenige tausend Dollar pro Rennen und ein paar hundert EXP. Später oder am Ende reden wir hier über 6-stellige Beträge pro Rennen und tausende EXP. Auch das finde ich sehr motivierend gemacht. Dazu kommen dann sogar noch hohe Summen, falls man alle Rennen mit der Höchstwertung abschließt. Aber zurück zum fahrerischen. Die Steuerung an sich ist relativ easy gemacht. Ihr könnt wahlweise per A und B oder den Schultertasten Gas geben und Bremsen und lenkt via Stick oder Steuerkreuz. Dazu kommt eine Handbremse, die später bei den Rally Events zum Einsatz kommt. Mehr braucht es nicht um zu fahren und man erlebt sehr schnell die Ausrichtung des Spiels. Wer hier auf Simulationssteuerung gehofft hat wird nicht fündig. Das habe auch ich schnell gemerkt.

Das Spiel ist schon sehr auf Arcade ausgelegt und bietet nur im Ansatz hier und da etwas Sim-Feeling. Was man natürlich sehr beim Lenken merkt, wobei sich hier die Fahrzeuge sehr unterscheiden. Wie schon angesprochen hauptsächlich in der Ausrichtung ob sie nun Untersteuern oder Übersteuern. Eigentlich bin ich ein großer Freund des Übersteuerns, da man damit das Thema Driften recht gut abdeckt. Das klappt hier nur bedingt, weil die Steuerung oft recht schnell und grob reagiert. Sprich es reicht in Kurven nicht einfach nur den Stick leicht einzudrücken, sondern man ist fast immer mit Tippbewegungen beschäftigt. Je nach Fahrzeug brechen die Fahrzeug mal schnell aus oder schieben einfach über die Vorderachse. Dabei verreißt man den Wagen durchaus schnell. Vor allem bei engen Kurven oder bei hohen Geschwindigkeiten. Ideal sind die Fahrzeuge mit neutraler Ausrichtung. Die hält man ganz gut in der Spur und bekommt auch Drifts hin, die auch etwas bringen. Denn wenn nicht, landet man gerade bei manchen etwas zu eng gestalteten Strecken links oder rechts in der Mauer oder Leitplanke. Ein Schadensmodell gibt es nicht und auch Unfälle kann man nur sehr schwer hinbekommen. Auch das wirkt natürlich nicht sonderlich realistisch, ist aber kein Kritikpunkt. Gegner abdrängen geht schon, aber ausbrechen oder gar Unfälle bekommt man nur selten hin. Meist brechen die Fahrzeuge aus und schlängeln sich wieder in die Spur. Das Spiel mit Gas und Bremse sollte man also schon beherrschen. Speziell mit den C und D-Fahrzeugen, die von Haus aus über 300 fahren. Auch das passt und das Geschwindigkeitsgefühl ist stimmig gemacht.

So schaukelt man sich zunächst von Event zu Event und merkt dann schon, dass die KI der Gegner nicht ganz so schlecht ist wie man sich das wünscht. Je weiter man in einer Klasse voranschreitet, umso schwerer wird es auch jedes Rennen zu gewinnen. Also muss der Wagen besser werden. Das hat man hier über ein geniales Werkstatt-System hinbekommen, das in der Art absoluten Seltenheitswert hat. Grundlage ist das Rating des Fahrzeuges. Ausgestattet mit der Grundausstattung in Sachen Motor, Getriebe, Reifen, Bremsen, Differential, Karosserie und Aerodynamik. Wirklich alles kann man verbessern. Zu Beginn des Spiels gibt man euch einzig die Mechanik-Abteilung in der Level 1 Version an die Hand. Damit kann man einen stärkeren Motor einbauen und den Wagen leicht verbessern. Aber man will natürlich mehr. Insgesamt kann man aber zunächst mal 7 verschiedene Abteilungen freischalten. Diese müssen zunächst mal teuer gekauft werden. Nun kann man ebenfalls für teures Geld diese Abteilungen bis zu 7x aufleveln. Muss man auch machen, um später selbst die Klasse D Fahrzeuge tunen zu können. All dies schaltet man erst über das eigene Level frei, muss es kaufen , um dann innerhalb einer Abteilung jeden Wagen stetig tunen zu können. Wer hier denkt er hat mit ein paar Millionen auf dem Konto viel Geld, der wird sich umschauen. Man kann später allein den Motor jedes Wagens in 7 Stufen ausbauen. Und klar dass dies nicht billiger wird. ;-) Ihr seht also schon, gerade in Sachen Inhalt und Möglichkeiten dem eigenen Erfolg ein bisschen unter die Arme zu greifen, hat man eine große Bedeutung zugestanden. Finde ich Klasse, weil es sich vor allem aus auswirkt und nicht nur kosmetischen Sinn hat. Wer dann später die Online Liga oft besucht, ist über jedes Tuningteil dankbar und selbst die ersten Fahrzeuge im Spiel, werden auf einmal wieder wichtig.

Grafik & Sound....

Grafisch bringt das Spiel seinen Ursprung schon mit, was in dem Falle aber nichts Negatives ist. Erstens fehlen einfach die Vergleichsspiele auf der gleichen Plattform und die Umgebungen wissen in der hier gebotenen Form durchaus zu gefallen. Große Schwäche wie auch bei den rmx Spielen ist die sehr sterile Umgebung. Entschärft durch die eigentliche Action, bei der man wenig Zeit und Muße hat sich in der Gegend umzuschauen. Großes Highlight sind für mich die Fahrzeuge, die sehr real aussehen und auch von den Proportionen her passen. Was man nicht unbedingt von allen Strecken sagen kann, die manchmal nur bedingt zu den äußerst schnellen Boliden passen. Sprich technisch gibt es wenig zu meckern und vor allem das Speedgefühl kommt doch sehr gut rüber. Die Fahrzeuge arbeiten, was ja von der Arcade-Steuerung auch sehr gut unterstützt wird. Habe ich mich schon negativ über den fehlenden dritten Viewpoint, etwas weiter weg geäußert, so würde der schon viele hakelige Momente auf manchen Strecken entschärfen. Aber kommt ja vielleicht noch mit einem der vielen geplanten DLC's. Gefallen haben dagegen, bis auf die etwas diesigen Küstenabschnitte, die reinen Umgebungsthemen und Grafiken. Viele Sonne und damit einhergehend warme Farben hüllen das Spielgeschehen in eine recht atmosphärische Umgebungsgrafik ein. Auch die vielen gut eingebauten Höhenunterschiede haben mir gut gefallen und machen aus vielen Strecken anspruchsvolle und wunderbar fahrbare Abschnitte. Dazu eben mal kargige Landschaften, um dann wieder in Städten zur Sache zu kommen, und ein anderes Mal durch grüne Wiesenlandschaften zu brettern. Dazu mal Asphalt und eben die ordentlichen Rally-Strecken, auch wenn man sich schon fragt, was mache ich mit meinem McLaren im Gelände. ;-) Alles in allem aber optisch ein gelungenes Spiel, das den Bezug zum Racer mit realen Fahrzeugen erhöht. Kleinere Kritikpunkte in Sachen Technik gibt es dann noch für die Kollisionsabfrage. Wirkt hier ab und zu etwas unfertig. Manche Fahrzeuge bleiben bei Leitplankenkontakt förmlich stehen, andere fahren fast im gleichen Tempo weiter.

Ein ganz großes Highlight im Spiel ist der Sound. Damit meine ich nicht die Hintergrundmusiken, die passen und angenehm vor sich hin dudeln. Das ist gewohnte Qualität für ein Rennspiel und fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Ausreißer nach oben sind in meinen Augen die Fahrzeuggeräusche. Ok mir fehlen die realen Vergleiche, wie z.B. ein McLaren P1 in echt so klingt, was man hört gefällt aber. ;-) Kein Wagen klingt wie der andere und man spürt hier schon eine gewisse Liebe zum Detail. Egal ob Motorengeräusche oder auch die markanten Klänge des Getriebes wurden hier sehr schön umgesetzt. Gehört ja auch zu einem Rennspiel und zeigt sich hier von einer sehr gelungenen Sorte.

Multiplayer/Online....

Der Mehrspieler fällt in meinen Augen leider durch und wirkt wie ein Überbleibsel aus einer längst vergessenen Zeit. Denn wirklich gegen andere Spiele fahren geht nur über den lokalen Modus und bleibt auf 4 menschliche Teilnehmer beschränkt. Schade dabei ist, dass es eben keinerlei CPU-Gegner gibt. Maximal 4 Fahrzeuge sind dabei. Fahrt ihr also nur mit einem Freund, dann sind zumindest 2 CPU-Gegner dabei. Da sich das Ganze dann auch nur im Splitscreen fahren lässt, verhindert hier der fehlende dritte Viewpoint, dass wirklicher Fahrspaß aufkommt. Die Nahkamera hinter dem Fahrzeug verschlechtert die Übersicht doch stark. Man kann zwar jede Strecke und alle Fahrzeuge wählen, aber Fahrspaß auf lange Sicht kommt hier nicht auf. Auch hier kann man nur hoffen, dass da mit einem Update vielleicht noch was Neues kommt. Etwas besser sieht es mit der Online-Liga aus. Allerdings kein waschechter Mehrspieler, sondern nur für einen Spieler innerhalb der Kampagne gedacht. Die Idee an sich ist sehr lobenswert. Sehr viele Ligen laden euch hier ein, über stetig neue Events die Rangliste nach oben zu kommen. Hier fahrt ihr dann schon gegen andere Spieler, aber eben nicht live in dem Sinne. Dieses Gefühl wie bei einem Mario Kart bekommt ihr hier eigentlich nicht. Es ist eher für einen Spieler die Motivation täglich reinzuschauen, sich an den verfügbaren Events zu versuchen und zu schauen wo man abschneidet. Dafür gibt es Punkte und man steigt stetig innerhalb der vielen Ligen auf. Nicht mehr und nicht weniger.

Fazit....

Eines kann man nach knapp 30 Stunden mit dem Spiel klar sagen. Er hat keinesfalls enttäuscht, bietet aber noch Luft nach oben. Hier bin ich sehr froh, dass die Entwickler viele DLC's angekündigt haben, die hoffentlich nicht nur im Zuwachs der Fahrzeugflotte liegen werden. Wer einen Simracer erwartet, wird hier klar enttäuscht. Das ist Gear.Club Unlimited keinesfalls. Hier habt ihr einen gelungenen Arcade-Racer mit realen Fahrzeugen, der vor allem mit seinem Umfang glänzt. Die 430 Rennen sind zwar nicht alle von epischem Ausmaß, durch die 4 verschiedenen Klassen von A bis D mit darin nochmals aufgeteilten Ligen, machen aus dem Spiel einen motivierenden Racer für einen Spieler. Das man Inhalte nach und nach freischaltet, das gelungene Level System des Spielers und die exzellente Werkstatt Umsetzung heben den Titel in diesem Bereich aus der Masse heraus. Viele verschiedene Umgebungen, Ausflüge in die Rally-Szene und das motivierende Feature mit dem Geld und den zig Upgrades für jedes Fahrzeug aufs Neue, unterhalten den Spieler ganz klar. Manche hakelige Momente im Spiel hätte man mit einem dritten Viewpoint klar entschärft und die Wertung wäre noch um ein paar Punkte gestiegen. Wirklich schade, dass man nur die Kamera nah hinter dem Fahrzeug in Sachen Third Person eingebaut hat. Alles andere in Sachen Kritik ist eher kleinerer Natur und müssen hier nicht nochmal aufgewärmt werden. Auf der Haben Seite steht über allem ein unterhaltsamer Arcade-Racer mit einem recht umfangreichen Inhalt, für den man eine ganze Weile mit dem Spiel verbringen wird, ohne sich zu langweilen. Ich bin echt gespannt, was uns die Entwickler noch an DLCs spendieren. Vielleicht lesen wir uns dann in einem Test Update ja wieder. ;-)

 

+ Sehr umfangreicher Racer
+ 30 Stunden Spielzeit Kampagne
+ Arcade-lastige Steuerung
+ Gelungene Fahrzeugmodelle
+ Gutes Speedgefühl
+ Exzellentes Werkstatt Feature
+ Motivierend gemacht
+ Gelungene Fahrzeugklänge
+ Viele DLCs in Planung!
- Nur 2 Viewpoints
- Mehrspieler nicht zeitgemäß
- Online nur Liga-Gameplay
- Leider kein Sim-Racer
- Manche Strecken etwas eng

GRAFIK: 79%

SOUND/EFFEKTE: 83%

MULTIPLAYER: 55%

GESAMTWERTUNG: 75%

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