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SWITCH 1-2-Switch
 
 
1-2-Switch - SWITCH
Matthias Engert (02.04.2017)

SYSTEM: SWITCH-PAL
ENTWICKLER: Nintendo
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1-2(20) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 0 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
MP-MODI: Lokal, Single Joycon
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK6
5.1/DD/HD: Ja/Nein/720
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
RETAIL / E-SHOP: Ja/Ja

   
Einleitung....

Der Switch Launch war in vielerlei Hinsicht anders, als wir das bei den Vorgänger Konsolen aus dem Hause Nintendo gewohnt waren. Ein Punkt dabei, war das Fehlen eines Starttitels, der mit der Switch als Bundle ausgeliefert wurde. Man war also gezwungen auf jeden Fall einen Titel dazukaufen zu müssen. Auf der Wii und Wii U gab es mit Wii Sports und Nintendoland zumindest noch kostenlose Beigaben. Jeweils keine Monstertitel in Sachen Umfang, aber dafür sehr gut, um die neue Hardware ausprobieren zu können. Unerreicht ist für mich da immer noch Wii Sports als eine solche kostenlose Beigabe, der mit seinen einfachen Spielen einfach jede Menge Unterhaltung bot. Auf der Switch ist das nun anders. Dabei gibt es diesen einfachen Starttitel auf dem Papier, der sich eigentlich als kostenlose Beigabe anbietet - 1-2-Switch, der schon auf den ersten Blick als simple Minispielsammlung ideal dafür scheint. Nun doch als Vollpreistitel erschienen, muss er sich also allen Kriterien stellen, die einen Retail-Titel ausmachen müssen. Keine gute Entscheidung wie sich zeigen sollte...

Menus und die Story....

Der Nintendo Inhouse Titel wurde im Vorfeld durchaus häufig promoted, so dass man schon eine gewisse Erwartungshaltung hatte und Vergleiche mit einem Wii Sports oder der Wario Minispielumsetzung nicht ganz abwegig schienen. Den Titel gibt es dabei sowohl als Retail, aber auch als Download im eShop. Umgesetzt als ganz klarer Mehrspielertitel, soll er vor allem das Konzept der Switch unterstreichen. Passend auch zur angepeilten breiten Zielgruppe, bekommt der Spieler ein komplett deutsches Spiel an die Hand, das sowohl entsprechende Texte und Sprachausgabe bietet. Vor allem später in den Tutorials durchaus eine positive Geschichte in diesem Spiel. Technisch muss man hier wenig erzählen und zeigt auch hier schon schnell, wohin der Weg gehen wird. Soundtechnisch die einfache Switch Ausgabe, wird auch die grafische Seite mit einfacher 720p Auflösung abgedeckt. Wer sich die Retail-Version besorgen will, muss sich über Speicherplatz keinerlei Gedanken machen. Ihr braucht schlichtweg keinen, sprich es wird weder ein Profil, noch ein Savegame angelegt. Zwar fast nur als Mehrspieler konzipiert, dürfen gleichzeitig dennoch nur 2 Spieler agieren. Über Team-Play in einem speziellen Modus können zumindest 20 Spieler abwechselnd teilnehmen. Eine Story sollte man hier nicht erwarten. Die gibt es natürlich nicht. Denn 1-2-Switch ist eine simple Minispielsammlung, ohne einen Story-technischen Hintergrund. Auch sonst gibt es in Sachen Menüs eigentlich nichts vorzustellen. Nach einem durchaus langen und gut gemachten Vorspann, in dem euch das Prinzip in Echtzeitvideos dargestellt wird, geht es auch ohne großartige Menüs oder Einstellungen sofort zur Sache. Erst später kommt ein Hauch von Hauptmenü zur Geltung, bei dem man von links nach rechts durch die Spiele und Modi schalten kann. Mehr ist es nicht und wir schauen uns den Inhalt mal genauer an.

Das Gameplay....

Für ein Novum sorgt der Titel aber auch gleich einmal. Denn wir legen hier den Gameplay und Mehrspieler Abschnitt einfach mal zusammen. Auch wenn es durchaus Inhalte gibt, die man allein spielen könnte. Aber der Anteil ist so verschwindend gering, dass wir uns gleich mit einem zweiten Spieler in die Action wagen und so die Inhalte auch vorstellen wollen. Wie schon erwähnt zeigt euch der gut gemachte Vorspann schnell, worum es in diesem Spiel gehen soll. Nämlich Spielvergnügen, bei dem die Konsole an sich nur nebenbei eine Rolle spielen soll. Das eigentliche Prinzip soll in 1-2-Switch der Umstand sein, seinen Gegenspieler fast immer anzuschauen und gegen ihn zu agieren. Die Switch selber dient hier oft nur noch als Ergebnisausgabe und natürlich dem Start des jeweiligen Spiels. Dabei ist das Ganze so angelegt, dass ihr zu Beginn eine kleine Auswahl an Minispielen angehen müsst, ehe das Spiel euch Zugriff auf alle Minispiele und Modi gibt. Neben der Anwahl jedes einzelnen Minispiels dürft ihr den erwähnten Team-Modus angehen, oder per Zufallsprinzip die Inhalte nutzen. Insgesamt stehen euch 28 Minispiele zur Verfügung. Klingt von der Anzahl her zunächst vollkommen in Ordnung, entpuppt sich aber schnell als Mogelpackung mit begrenztem Spaßfaktor. Das hat viele Gründe, die ich euch hier näherbringen will.

Gesteuert wird der Titel mit den Joycons im Single Modus, mit denen vor allem die Bewegungssteuerung eine große Rolle spielt, so dass viele Parallelen zu altem Remote Gameplay aufkommen. Bedeutet auch dass ihr den Titel vor allem im Tisch-Modus und damit auch unterwegs spielen könnt. Soweit die an sich noch unterhaltsame Theorie. Im Verlauf der Spiele zeigt 1-2-Switch leider ein sehr ernüchterndes Bild. Ich will euch mal ein paar Beispiele bringen, die euch meine Sichtweise etwas darlegen sollen. Wie schon erwähnt sind die Minigames meist so angelegt, dass man seinen Gegenspieler immer im Blick haben soll. Sprich es passiert in Sachen Gameplay kaum etwas auf dem Bildschirm. Egal ob ihr nun im Tisch-Modus agiert, oder daheim am großen TV-Bildschirm. Die 28 Minigames teilen sich grob in Reaktions-, Bewegungs- und akustische Spiele auf, bei denen es natürlich darum geht, besser zu sein als der Mitspieler. Leider gibt es, bedingt durch das fehlende Profil, keinerlei Rankings oder ähnliches, das den Wettbewerbsgedanken auf längere Sicht fördert. Von Online-Gameplay reden wir gleich mal gar nicht. Weiterer Umstand bei so gut wie allen Minispielen, dass sie äußerst kurz und simpel gehalten sind. So definiert sich auch der Schwierigkeitsgrad nicht allzu hoch in 1-2-Switch.

Man wählt also ein Minispiel an und bekommt zunächst ein recht langes Tutorial in Echtzeit zu sehen, die teilweise um Welten länger sind, als das Spiel danach. ;-) Dennoch finde ich sie gut gemacht und zeigt vor allem den kleinen Gamern wie gespielt wird. Wie sich zeigen sollte die einzige Zielgruppe, denen man das Spiel noch ans Herz legen kann. Erstes Beispiel sind die Revolverhelden. In diesem Spiel gehe es darum den Gegner per Pistole in einem Duell eher zu erwischen, als er euch. Dazu hält jeder Spieler seinen Joycon nach unten geneigt in der Hand. Über die Switch ertönt nun ein Sprecher mit dem Countdown, an dessen Ende die Spieler die Joycons nach vorne bewegen und per Schultertaste feuern. Auf dem Bildschirm wird kurz auf Spannung gemacht und einzig ein Bild mit Gewinner und Verlierer eingeblendet. Das wars auch schon. Weiteres Beispiel ist das Melken, bei dem beide Spieler durch Auf- und Ab-Bewegungen der Joycons mehr Milch erspielen sollen als der Gegner. Auch hier bekommt man visuell wenig mit auf dem Bildschirm und agiert viel nach Gefühl. Oder wie wäre das Gorilla Spiel, bei dem man einfache Trommelbewegungen mittels Joycon auf seiner Brust machen muss. Das Ganze im Takt einer mitlaufenden Musik, was dennoch irgendwie unfreiwillig sehr dünn rüberkommt.

Nächster Titel als Beispiel ist der Fahnenspurt, bei dem es einzig darum geht, wer mittels Laufbewegung schneller zu einer Fahne rennen kann. Auch hier sieht man auf dem Bildschirm keinerlei Action, sondern der Klang unterstützt euch, während ihr einmal mehr den Gegner anschaut. Ich weiß nicht, das wirkt irgendwie unfreiwillig komisch, ohne das hier aber ein Wettbewerbsgedanke entsteht. Allein das ist kein Vergleich zu einem Rhythmusspiel wie Just Dance, für das man im Vergleich mal eine Lanze brechen muss. Es gibt durchaus Ausnahmen vom reinen Prinzip und der Idee her, verpufft aber selbst dort schnell in Langeweile. Stichwort Wettessen, wo die Infrarot Bewegungskamera genutzt wird und durchaus zeigt was theoretisch machbar ist. Auch eines der Spiele, das man allein angehen könnte. Hierzu hält man den Joycon mit der Kameraseite auf seinen Mund gerichtet und muss durch schnelle Kaubewegungen versuchen, so viele Sandwiches wie möglich innerhalb der Zeitvorgabe zu schaffen. Macht man einmal, lacht kurz und geht zum nächsten Spiel über, ohne dass man es erneut versuchen will. Auch die Schatzsuche ist an sich keine schlechte Idee. Hier spielt auch direkt mal der Bildschirm eine aktive Rolle. Denn dort sieht man 2 Schatztruhen, die eingewickelt sind in Ketten. Diese müsst ihr als Spieler durch drehen und neigen der Joycons wieder aufdröseln, so dass am Ende die Kiste frei ist und geöffnet werden kann. Für ein späteres Mario Party sieht man schon viele Möglichkeiten. Hier in 1-2-Switch empfinde ich den Wiederspielwert als sehr gering und den Tiefgang und Spielspaß für ältere Gamer sehr sehr überschaubar.

Grafik & Sound....

Grafisch ist alles im Spiel eigentlich nur Mittel zum Zweck, so dass man eigentlich sogar von einer Wertung absehen könnte. Das meiste decken die Echtzeit Tutorials ab und wechseln sich hier und da ab mit einfachen Grafikanimationen. Alles recht bunt, aber ohne großartige Effekte oder ähnliches. Das gleiche gilt für den Sound, der rein zweckmäßig gehalten ist. Für die Spiele ist er jeweils passend umgesetzt, kommt aber über eine einfache Machart nicht hinaus. Gut finde ich die deutsche Sprachausgabe, die durchgehend und häufig, vor allem der ganz jungen Zielgruppe gefallen wird.

Fazit....

Gemessen an der Erwartungshaltung ist 1-2-Switch eine große Enttäuschung. Das man grafisch an einen solchen Titel keine Ansprüche stellen sollte, ist vollkommen in Ordnung. Aber nach einem Wii Sports, dass spielerisch seinerzeit eine völlig neue Spielergemeinde an die Wii holte, kommt einem 1-2-Switch wie eine viel zu einfache Minispielsammlung vor. Zwar suggerieren einem 28 Spiele jede Menge Inhalt, nur dauern die meisten nur ein paar Sekunden lang. Dazu fehlt ein gewisser Tiefgang, ein motivierender Wettbewerbsgedanke und schlichtweg Spielspaß, der auf Dauer unterhält. Hier liegen selbst Welten zwischen einem 1-2-Switch und den Wario Minigames. Mit Wii Bowling als Vergleich kann man heute noch Kumpels um sich scharen und Spaß haben. 1-2-Switch probiert man einmal aus und legt den Titel dann schnell wieder beiseite. Was mich dabei am meisten stört ist der Preis. Als Vollpreistitel fällt der Titel für mich leider komplett durch. Als kostenlose Beigabe hätte man über viele Dinge hinwegsehen können. Für 40-50 Euro kann man einen solchen Titel nicht auf den Markt bringen. Die einzigen, die man damit eine Weile unterhalten kann, sind in der Tat die jüngsten Gamer unter uns. Aber selbst für die kann man mit dem finanziellen Einsatz bessere Alternativen finden.

 

+ Schneller Einstieg
+ Für kleine Kids geeignet
+ Gute Tutorials
+ Komplett Deutsch
- Bietet leider kein Flair
- Weit weg von Wii Sports Kaliber
- Augen Prinzip punktet nicht
- Zu kurz, zu simpel
- Kein Vollpreis-Spiel

GRAFIK: 45%

SOUND/EFFEKTE: 55%

MULTIPLAYER: 40%

GESAMTWERTUNG: 30%

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