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SWITCH 2 Star Wars Outlaws
 
 
Star Wars Outlaws - SWITCH 2
Philipp Kornagel (01.02.2026)

SYSTEM: SWITCH 2-PAL
ENTWICKLER: Massive Ent.
GENRE: Action Adventure
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 25GB
DOWNLOADS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-8
MP-MODI: Keine
Maus-Modus: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK16
AMIIBO: Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
RETAIL / E-SHOP: Ja/Ja

   
Einleitung....

Star Wars Outlaws präsentiert sich etwas unkonventionell gegenüber seinen Vorgängern, dennoch mit dem bekannten Krieg der Sterne Setting aber neuen Inhalten und frischen Geschichten lädt dieser Titel zu ganz neuen Abenteuern ein. Es entführt die Spieler in die angespannte Welt zwischen Episode V (Das Imperium schlägt zurück) und Episode VI (Die Rückkehr der Jedi-Ritter), in eine Zeit, die von Instabilität und Unsicherheit getrieben ist. Doch anstatt Heldenhafte Jedi oder Sith Lords zu steuern, springt man in die Rolle von Kay Vess - einer charismatischen, aber mittellosen Outlaw, die sich mit ihrem kleinen, aber sehr cleveren Begleiter Nix aus den Elendsvierteln des Casino Planeten Canto Bight in die große düstere Welt der galaktischen Unterwelt wagt. Der Fokus auf das Leben außerhalb der klassischen Heldenreise ist dabei eine willkommene Abwechslung für die Marke und eröffnet ganz neue erzählerische und atmosphärische Möglichkeiten.

Schon die ersten Minuten vermitteln dem Spieler, dass das Leben hier kein glamouröses Abenteuer ist, sondern ein ständiges Ringen um Selbstbestimmung und Überleben. Die Protagonistin wächst fernab aller bürgerlichen Sicherheiten auf und lebt mit einfachen Mitteln auf einem kleinen Dachboden in einer Bar. Gleich zu anfang erleben wir wie Kay durch einen missglückten Raubüberfall unmittelbar ins Fadenkreuz eines gefürchteten Verbrechersyndikats gelangt. Diesen Auftrag nahm sie eigentlich an, um endlich aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen und einen Neuanfang zu wagen, aber genau das soll Konsequenzen mit sich ziehen.

Was SW Outlaws jedoch besonders interessant macht, ist die schöne Open World und die unglaublich lebhafte Atmosphäre in z.B. dicht besiedelten Gebieten. Schauplätze wie Kijimi, Tatooine, Akiva oder Canto Bight stecken voller kleiner Geschichten, Nebenhandlungen und Geheimnisse, die nur darauf warten, vom Spieler entdeckt zu werden. Massive Entertainment und Ubisoft erschaffen hier ein Star Wars, das ganz ohne Lichtschwerter oder überzeichnete Helden auskommt und sich stattdessen darauf konzentriert, mit glaubwürdigen Figuren, schwierigen Entscheidungen und handfesten Konsequenzen zu begeistern und ganz ehrlich. Es ist ziemlich erfrischend und schön zu sehen, was alles aus dem SW Universum rausgeholt werden kann.

Gameplay ....

Das Gameplay von Star Wars Outlaws ist nicht allzu komplex, aber dennoch sehr detailliert, sodass ihr nicht immer dieselbe Herangehensweise wählen müsst, sondern relativ flexibel seid . Der Titel bietet 21 Hauptquests sowie zahlreiche optionale Questreihen, etwa auf Kijimi, Tatooine oder Akiva, die sich nahezu beliebig abschließen lassen und auf unterschiedliche Narrative und Spielerfahrungen hinauslaufen. Besonders bemerkenswert ist die Möglichkeit, diesen Hauptpfad nach eigenem Ermessen zu verlassen, um sich den zahllosen Nebenmissionen, Sammelobjekten und versteckten Aktivitäten zu widmen.

Die offen gestalteten Welten sind voll von abwechslungsreichen Erkundungsaufgaben: Neben klassischen Sammelgegenständen wie ISB-Reports, Nix's Schätzen oder Jets Journals erwarten den Spieler auch anderen Loot wie Übertragungen, Holodramas und Shift Token, die man für diverse dinge zum Aufrüsten nutzen oder einfach verkaufen kann. Jeder Planet verfügt über individuelle Besonderheiten, einzigartige Nebenquests und ein gut spürbares Eigenleben: Gesprächsfetzen in Bars oder auf Märkten können etwa den Startpunkt für lohnende Nebenaufgaben, Sportwettenbetrug oder schlicht neue Einblicke in die Lebensrealität der Bewohner darstellen.

Die Navigation durch die weitläufige Welt erfolgt dabei entweder zu Fuß oder per Speeder, mit dem Kay nicht nur rasch zwischen einzelnen Quests, sondern auch auf der Flucht vor dem Imperium Geschwindigkeit aufnehmen kann. Ein kleines, aber wichtiges Feature: Der eigene Speeder lässt sich, etwa bei Selo Rovak, vielseitig anpassen, sodass neue Funktionen wie das Hervorheben von Kisten aktiviert werden können. Die Fahrphysik, soweit ich das als Erdenmensch in 2025 beurteilen kann, fühlt diese sich sehr angenehm an. Als vergleich hierfür nehme ich das Fahrverhalten aus den letzten Battlefront Titeln, wo er sich meiner Meinung nach etwas träge verhalten hat.

Ein weiteres Highlight für mich als GTA Enthusiast ist das äußerst Wanted-System, das an Vorbilder wie Mafia II oder eben Grand Theft Auto erinnert: Wer auffällt, riskiert es, von Imperialen Truppen, die hier als Polizei agieren, auf Speedern oder zu Fuß verfolgt und an teilweise auch an Straßensperren aufgehalten zu werden. Die Reduzierung des Fahndungslevels erfolgt entweder durch das Löschen eigener Daten an vorgesehenen Terminals in imperialen Außenposten oder Basen oder durch das Bestechen korrupter Offiziere.

Steigt der Fahndungsstatus auf das Maximum, beginnt eine gnadenlose "Manhunt": Jetzt schickt das Imperium Death Trooper los und glaubt mir, diese Atzen haben es in sich. Erst das Besiegen dieser Elite-Einheiten und das Löschen der eigenen Daten an deren speziellen Terminals ermöglicht es sich von der Aktuellen Fahndung zu befreien. Dieses Versteckspiel mit schwerwiegenden Konsequenzen fügt sich organisch in die Gesamtmechanik ein und trägt maßgeblich zur angepeilten Outlaw Atmosphäre und zur Identifikation mit Kays Rolle in der Welt bei.

Gameplay - Kampfsystem und Stealth....

Das Kampfsystem setzt auf eine Mischung aus direkter Action und cleverer Stealth Mechanik. Unser treuer Begleiter Nix nimmt in nahezu allen Fällen eine vielfältige Rolle ein, indem er auf Knopfdruck zur Ablenkung, zum Auslösen von Mechanismen und sogar zum Stehlen bei Gegnern eingesetzt werden kann. Spielerisch zeigt sich das ganze durch das halten des Befehls-Buttons für Nix, sodass ihr sehen könnt, welchen Weg er für die jeweilige Aktion wählt. Sobald ihr euer Ziel festgelegt hat, kann Nix leute beklauen, ablenken oder gar in die Luft sprengen. Zudem kann er durch kleine Öffnungen und Schächte krabbeln, um so an versteckte Schalter oder Steuerpulte zu gelangen.

Stealth bietet verschiedene Möglichkeiten, sich ungesehen zu bewegen z.b Büsche bieten Deckung, leise Ausschaltmanöver indem man sich von hinten anschleicht und das Ausschalten von Alarmen sind essentiell, um Aufmerksamkeit zu vermeiden. Habt ihr allerdings einfach bock Gegner gnadenlos über den Haufen zu Ballern, nehmt euren Blaster oder klaut einfach gegnerische Blastergewehre und genießt das Rampenlicht, denn die Gegner werden nicht zögern, euch ebenso skrupellos auszuschalten. Natürlich dürfen die Weltraumschlachten nicht fehlen. Meiner Meinung nach sind diese leider etwas untergegangen, aber wir spielen ja auch keinen Piloten oder Crewmitglied eines Zerstörers. Dennoch machen sie trotz der etwas trägen Steuerung enorm Spaß und vielleicht nimmt sich der Entwickler in Zukunft da eher ein Beispiel an Star Wars Squadrons, wo ich die Mechanik und das Ambiente sehr gut fand.

Entscheidungen und Fraktionssystem....

Ein zentraler Baustein des Gameplays und der Story ist das Fraktionssystem und die Vielzahl an folgenschweren Entscheidungen. Im Laufe der Handlung interagiert Kay mit vier Syndikaten wie dem Pyke Syndikat, Crimson Dawn, dem Hutt Cartel und dem später hinzukommenden Ashiga Clan. Die Reputation bei diesen Fraktionen bestimmt nicht nur, welche Aufträge und Belohnungen zugänglich sind, sondern es wirkt sich auch auf das Verhalten der jeweiligen Organisationen gegenüber der Protagonistin aus.

Je besser Kay bei einer Fraktion dasteht, desto lukrativer werden deren Missionen und Belohnungen, andererseits verschlechtert sich das Verhältnis zu konkurrierenden Syndikaten entsprechend. Darüber hinaus ist der Umgang mit Ressourcen von Bedeutung. Dinge wie Schrott oder wertvolle Objekte können nicht nur verkauft, sondern müssen teils auch für bestimmte Quests zurückgehalten werden.

Progression in der Kampagne ....

Mit einem Spieldurchlauf von rund 30 bis 40 Stunden bietet SW Outlaws viel Spielzeit und wer alles mögliche genauestens erkunden und sammeln möchte, kann locker nochmal 10-20 Stunden drauf packen. Ein New Game+ Modus fehlt zwar, durch die Entscheidungsoptionen und Sammelaufgaben bleibt der Wiederspielwert dennoch hoch. Die Stringenz von Kay's Aufstieg in der Unterwelt und die stetige Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten und Erlebnisse mit verschiedensten gut geschriebenen Persönlichkeiten sorgen für ein anhaltendes Fortschrittserlebnis.

Grafik, Sound & Atmosphäre....

Kaum ein Star Wars Titel der letzten Jahre überzeugt mich so sehr mit seiner lebhaften atmosphärische und den Star Wars typischen Soundtrack wie Outlaws . Die Grafik punktet ganz klar mit liebevoll gestalteten Schauplätzen und Details. Jede Location hat ihren eigenen Charakter, zahlreiche NPCs mit individuellen Animationen und Dialogen, einfach überall gibt es etwas zu entdecken. Outlaws muss sich Grafisch auf gar keinen Fall verstecken, auch wenn hier und da natürlich für den Port auf die Switch 2 abstriche gemacht wurden. Es lässt sich in den meisten Situationen ohne große Ruckler spielen, nur in manchen Schießereien, fängt hier die Switch etwas zu schwitzen an.

Auch das Charakterdesign überzeugt auf ganzer Linie. Kay und Nix sind schön modelliert, Letzterer mit liebevollen Animationen, die seine Rolle als sowohl unschuldiges Haustier als auch raffinierte Unterstützerfigur deutlich machen. Genauso wichtig wie das Visuelle ist die akustische Untermalung. Der Soundtrack setzt auf die typischen, bombastischen Star Wars-Klänge, die orchestralen Höhepunkte und atmosphärisch dichten Ambient-Stücke. Besonders in Actionszenen sorgen die energetischen Themes für einen echten Star Wars flair, in ruhigeren Momenten hingegen für ein Gefühl von Tiefe und Rätselhaftigkeit. Die Geräuschkulisse von den schrillen Alarmen und den Gesprächen im Hintergrund bis zu den detaillierten Sounds der Waffen und Fahrzeuge schafft eine glaubhafte Welt, in der ich mich persönlich etwas öfter als gedacht verloren habe.

Fazit....

Star Wars Outlaws ist für mich ein Blick in die Zukunft, was in mir die Hoffnung auf mehr solcher spannender Geschichten verschiedenster Persönlichkeiten aus dem Star Wars Universum gibt. Mit dem unkonventionellen Schritt, mal eine eher "normale" Person durch eine dennoch actiongeladene Kampagne zu begleiten, eröffnet Massive Entertainment ein neues Spektrum an Möglichkeiten, auf das wir uns freuen können. Die Kombination aus Stealth, dynamischer Action, den Interaktionen mit unserem Kumpel Nix und dem cool gestalteten Fraktionssystem schafft einen stetigen Spannungsbogen, der mich bis zum Ende motiviert hat. Das offene Gameplay und die individuelle Progression, gekoppelt mit Entscheidungen, die Einfluss auf das Geschehen nehmen, sorgen für hohen Wiederspielwert und kontinuierlichen Spielspaß. Besonders gelungen fand ich die Schlossknack-Mechanik und andere Minigames und die mal lustigen, mal ernsteren Interaktionen mit den NPCs. Was mich persönlich etwas enttäuscht hat war leider die fehlende Integration der Switch 2 Exklusiven Maussteuerung, die bisher generell wenig bis kaum in Spielen gefunden hat. Star Wars wäre hier ein wirklich brillanter Vorreiter dafür gewesen. Aber was nicht ist, kann noch werden. ,

 

+ Visuell Schön/Detailliertes Design
+ Tolles und glaubhaftes Storytelling
+ Vielfältige und belebte Open World
+ Flüssiges Gameplay
+ Technisch guter Port
- Keine Maussteuerung
- Kein New Game+ Modus

GRAFIK: 87%

SOUND/EFFEKTE: 85%

ATMOSPHÄRE: 93%

GESAMTWERTUNG: 86%

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