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GCN Flutsch und Weg
 
 
Flutsch und Weg - GCN
Kilian Pfeiffer (03.07.2007)

SYSTEM: GCN-PAL
PUBLISHER: D3P
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
MEMCARD: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-4
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII: Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: 25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
HIGHSCORES: Nein
LESERTESTS: Nein

   
Einleitung....

Das Gamecube-Zeitalter ist seitens Nintendo offiziell beendet worden, Spiele sind auf den Veröffentlichungslisten nicht mehr zu finden. Dennoch befand sich ein Titel bei uns im Testlabor, der dank des Kinofilms nun zu seinen Ehren kommt - "Flutsch und weg", das gleichnamige Abenteuer, welches auch im Kino bei Freunden animierter Streifen für Verzückung sorgte. Der Gamecube-Teil schlägt storytechnisch in die gleiche Kerbe wie seine Nintendo DS- und Game Boy Advance-Pendants, jedoch ist der Spielspaß - gemessen an Umfang und Abwechslung - auf dem Würfel deutlicher. Dank einer angemessen großen Spielwelt und trotz linear aufgebauter Welten, überzeugt die Software. Was Euch erwartet, lest Ihr im Folgenden.

Menus und die Story....

"Flutsch und weg", passender könnte der Name des Kinostreifens nicht gewählt sein: Als eines Tages die Kanalratte Sid bei Roddy St. James zu Hause aufkreuzt, beginnt die verhängnisvolle Reise durch das Kanalsystem, unterhalb seines Lebensraums als Luxus-Maus. Immerhin lebt es sich soweit gut - sein gewähltes Heim gehört reichen Leuten ohne Geldsorgen, warum sollte Roddy also etwas an seinem Leben ändern wollen? Sid hingegen kommt von ganz unten, würde also liebend gerne das ausufernde High-Society-Leben am eigenen Leibe spüren, allerdings muss er hierzu Roddy aus der Wohnung vertreiben. Wie, wenn nicht durch die Toilettenspülung, die Roddy anfangs noch als überdimensionale Badewanne anpreist? Dass Sid nicht doof ist, hat der hochnäsige Mäuserich wohl glatt außer Acht gelassen, denn letztendlich ist es Roddy höchstpersönlich, der sich den Abfluss von innen ansehen darf und in ein weitläufiges Kanalisationsnetz voller wilder Aufgaben gespült wird. Hier beginnt Euer Abenteuer, fernab der gemütlichen Heimat…

Doch bevor es an die spielerischen Inhalte geht, werfen wir zunächst noch einen Blick auf die technischen Voraussetzungen. Um Euren Fortschritt speichern zu können, bedarf es einer Seite auf der Memory Card, einen 60-Hertz-Modus gibt es hingegen nicht. Das Hauptmenü umfasst sieben Menüpunkte ("Spiel starten", "Profile", "Auftrag auswählen", "Minispiele", Optionen, "Freizuschaltende Objekte", "Mitwirkende"), wobei eines der zwei enthaltenen Minispiele gleichzeitig den relativ beschränkten Mehrspieler-Part symbolisiert. Jeder bereits bestandene Level lässt sich vom Hauptmenü aus manuell anwählen, mit erspieltem virtuellem Geld sind nette Dreingaben, wie Artworks und dergleichen, frei zu schalten. Der Titel selbst ist als klassisches Action-Adventure anzusehen, wobei man auf Rätselelemente relativ selten trifft und auf den Action-Part wesentlich mehr Wert gelegt wurde.

Das Gameplay....

Als Roddy und Rita, seiner späteren Begleiterin im Spiel, macht Ihr Euch auf, "von Kröte" das Handwerk zu legen, einer widerlichen, äußerst unliebsamen Kröte, die ein ganzes Heer an fiesen Schergen um sich schart. Umso besser, dass Roddy und Rita in jeglicher Hinsicht Fähigkeiten mit sich bringen, die in allen nur erdenklichen Situationen für ausreichend Zündstoff sorgen. Der Hauptpart des Titels liegt im Bestehen von relativ geradlinigen Spielabschnitten, in welchen Ihr aus der Third-Person-Perspektive - entweder mit weiblichem oder aber männlichem Part - die abwechslungsreichen Levels erkundet und vornehmlich in einfache Kämpfe verwickelt werdet. Diese lassen sich durch simples Knöpfchenbetätigen bestreiten, wobei Roddy mit seinem Fecht-Zahnstocher an's Werk geht, Rita hingegen mit einem Bungee-Seil ihre Widersacher - schleimige Schnecken, widerliche Achtbeiner, sowie schlagfertige Mäuse aller Art - beharkt. Neben gewöhnlichen Angriffsschlägen existieren ebenso spezielle, durchschlagende Spezialbewegungen, die im Spiel jedoch keine Pflicht darstellen, mit der "Y"-Taste aber ausgeführt werden können. Freilich überzeugen unsere Protagonisten auch in anderen Bereichen: Kletternd ein Netz emporzusteigen dürfte relativ unspektakulär sein, das Schwingen an einem Bungee-Seil hingegen weniger. Rita kann mit dieser Spezialfähigkeit weit entfernte Ebenen erreichen und sich Sam Fisher-like abseilen. An vielen Stellen im Spiel werdet Ihr mit dieser Möglichkeit konfrontiert werden, der Einsatzort ist aber zu jeder Zeit offensichtlich, da durch Knopfdruck die nächste relevante Halterung für das Seil eingeblendet wird.

Witzig sind unterschiedlich farbige Symbole, die oberhalb des Bodens scheinbar schweben, jedoch als Fortbewegungsmarkierungen "missbraucht" werden dürfen. Abhängig vom dargestellten Symbol segelt Ihr im Propellerflug in die Höhe oder werdet meterweit in waagrechter Linie nach vorne beschleunigt. Ziel ist es, alle Symbole im Flug zu treffen, anderen Falles geht es in Sekundenschnelle in's sichere "Game over". Nur zu gut, dass die Rücksetzpunkte optimal gewählt wurden - beinahe jeder neu betretene Raum fungiert als solcher, selbst für Einsteiger ist der Titel daher relevant. Meistens geht es jedoch über allerlei Plattformen durch die sehr mannigfaltigen Umgebungen. So findet das Tutorial im Wohnbereich einer äußerst wohlhabenden Familie statt. Überdimensionale Inneneinrichtung will hier erkundet werden, die Küche, Regale und der Tisch fungieren als eindrucksvolle Spielumgebungen. Auch später im Spiel wird Abwechslung groß geschrieben.

Die "Jammy Dodger", Ritas Kahn, steht Euch im Laufe der Spielzeit als einsatzfähiges Wassergefährt zur Seite, mit welchem einige der Aufträge bestritten werden wollen. Apropos "Aufträge": Die Welt innerhalb der Kanalisation ist groß, ziemlich groß. Neben dem Hafen erwartet Euch Little Soho, sowie Chinatown, drei Viertel, die viel zu entdecken bergen. Bei Socketset und Charlie Wu erhaltet Ihr Eure Aufträge, die wiederum notwendig sind, um Roddy in sein altes Leben als Edelmaus zurückzuführen. Auch Schiffsaufgaben gehören zum Kanalisationsalltag. So steuert Ihr die "Jammy Dodger" in eleganter Art und Weise durch die enge Kanalisation, diverse Bordbewaffnung sorgt für Kurzweil. Euch attackierende Wasserbewohner dürfen mit Luftkanone, Katapult und Armbrust versenkt werden, die Munition hierfür ist einen ganz besonderen Lacher wert. So schleudert Ihr hart gekochte Eier auf die Gegnerschaft, mit der Armbrust sind Buntstifte und Feuerwerkskörper an der Tagesordnung. Die Munition kauft Ihr beim Händler, wobei das dafür benötigte Geld durch das Erledigen der Aufträge fließt. Immer wieder findet Ihr Beute, die verramscht werden darf und für klingende Kasse sorgt. Ebenfalls erwerbt Ihr hier dauerhafte Gesundheitserweiterungen für die zwei Spielhelden, rote Juwelen regenerieren verbrauchte Energie im Nu.

Immer wieder werden von Euch kleine Minispieleinlagen abgefordert. Mit hell blinkenden Stellen, beispielsweise an Kisten, dürft Ihr interagieren, um erhöhte Orte zu erreichen, Tore werden anhand einer Abfolge von Tasten auf dem Gamecube-Controller geöffnet. Ebenso hebt Ihr in gleicher Weise mit der "Jammy Dodger" in den dreckigen Kanälen wertvolle Beute, die sich verhökern lässt. Auch die Kämpfe gegen Bossgegner verlaufen abwechslungsreich und verlangen nach einem bestimmten Vorgehen - wobei das Spiel immer fair bleibt. Kleinere Aufgaben wie das Einsammeln von Gegenständen, um beispielsweise ein Objekt zusammenbauen zu können, sind im Grunde das höchste der Gefühle in Sachen Rätselkost.

Grafik & Sound....

Matschige Texturen gehören leider zum Standardbild bei "Flutsch und weg", eine Sache, mit welcher der Gamecube des Öfteren zu kämpfen hatte. Dennoch sind die sehr abwechslungsreich gestalteten Levels ein eindeutiger Pluspunkt, der honoriert wird. Bei der Gestaltung der Welten hat man sich in der Abteilung "Grafik" große Mühe gegeben, auch wenn das Bild leicht milchig wirkt.

Neben den passenden Klängen, die das Spielgeschehen untermalen, ist es vor allem die gute Sprachausgabe in deutscher Sprache, die überzeugt. An einigen Stellen wirkt die Synchronisation etwas unpassend, störend ist die Tatsache, dass einige Untertitel einfach nicht übersetzt wurden und sekundenlanges Schweigen als störendes Resultat zu vernehmen ist. Die Soundeffekte im Spiel selbst sind hingegen klasse umgesetzt worden.

Multiplayer....

Zwar ist der Mehrspieler-Part sehr dürftig ausgefallen, dennoch haben die Entwickler das Minispiel "Schlossbelagerung" (auch im Singleplayer anwählbar!) in "Flutsch und weg" integriert. Hier gilt es, ähnlich wie auf der "Jammy Dodger", aus der Egoperspektive die Burg Eures Gegenübers anzugreifen. Wem es als Erstem gelingt, das überdimensionale Anwesen in seine Einzelteile zu zerlegen, gewinnt das Duell. Für mehr hat es leider nicht gereicht, die Kurzweile hält sich dadurch sehr in Grenzen.

Fazit....

"Flutsch und weg" ist ein nettes Lizenz-Produkt eines animierten Kinostreifens, dass durch seine einfache Zugänglichkeit, sowie die liebevolle Gestaltung punkten kann. Viele Zwischensequenzen spannen den Plot fort, Abwechslung wird durch Schiffsfahrten auf der "Jammy Dodger" garantiert. Auch wenn der Titel sehr linear gestaltet wurde, dürfen Freunde des Action-Adventure-Genres einen Blick wagen.

 

+ lobenswerter Umfang
+ leichte Zugänglichkeit
+ abwechslungsr. Umgebungen
+ "Jammy Dodger"-Einsätze
+ freischaltbare Boni
+ Vertonung (mit wenigen Mängeln)
- schwammige Texturen
- nicht sehr fordernd
- äußerst geradlinig

GRAFIK: 71%

SOUND/EFFEKTE: 48%

MULTIPLAYER: 40%

GESAMTWERTUNG: 70%

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