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NDS Zoo Hospital
 
 
Zoo Hospital DS - NDS
Kilian Pfeiffer (17.09.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Eidos
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die Welle an Ärzte-Software ist noch lange nicht abgeflaut, da taucht erneut ein Vertreter auf dem Handheld-Markt auf, von welchem wir bislang nichts zu Gesicht bekommen hatten. „Zoo Hospital" ist dessen Name und erneut beschäftigt sich das Gameplay mit der Pflege teils exotischer Vertreter aus dem Tierreich, 40 Stück an der Zahl. Hört sich vielversprechend an, jedoch ist es der Abwechslungsreichtum, der dem Titel einen Strich durch die Rechnung macht. Nachdem Ihr eine Stunde im virtuellen Park unterwegs wart, habt Ihr alles gesehen und gemacht – Neuheiten bedauerlicherweise Fehlanzeige!

Menus und die Story....

„Zoo Hospital" wurde von „Majesco Entertainment" entwickelt und ist im Endeffekt nichts anderes als eine reine Sammlung kleinerer Minispielen, die ohne viel Einarbeitungszeit beendet werden können. Ein wirkliches Spielziel gibt es nicht, allerdings ist Euer Alter Ego eine Praktikantin, die ihrer Tante, die als Tierärztin in einem angesehenen Zoo arbeitet, helfend zur Hand geht. Während des Sommers sollt Ihr nun also vorbeischauen, Eurer Tante über die Schulter blicken und bei einer Vielzahl von Behandlungen tatkräftig eingreifen. Nachdem die Bewohnerschaft des Zoos im Laufe der Zeit über kräftig „anwächst", werdet Ihr zunächst eine Menge Gelegenheit haben, zu handeln, wenngleich sich die Betätigungsfelder immer wieder wiederholen. Und genau das ist die Krux, da man als Spieler auch auf lange Sicht hin motiviert werden will, was dem Spiel aber leider nicht oft gelingt – zu wenig Inhalt zeichnet dafür verantwortlich!

Des Weiteren wird der Handlungsfaden nicht erzählt, vielmehr läuft das Geschehen wie auf einer vorgefertigten Bahn – ein Patient „jagt" den nächsten, mitten zu Euch in den Behandlungsraum, wo Ihr dessen Infoblatt einsehen könnt und Eure Tante Hinweise darauf gibt, was dem tierischen Besucher eigentlich fehlt.

Technik und Gameplay....

Neben dem eigentlichen Spielinhalt wartet der Titel nicht einmal mit einem Bonus-Menü auf – somit wird der Eindruck erweckt, man habe es hier mit einer äußerst lieblos umgesetzten Software zu tun, was aber beispielsweise in grafischer Hinsicht wiederum nicht zuspricht. Aus der Vogelperspektive bekommt Ihr einen Überblick über den Zoo, erkennt die Konterfeis der einzelnen Tierarten, vom Schabrackentapir über den Afrikanischen Elefanten, ein Löwenjunges, bis hin zum australischen Koala. Sobald ein Tier einer Behandlung bedarf, blinkt dessen Symbol und Eure nächste Aufgabe ist es, den angeschlagenen Patienten in das Wartezimmer zu bitten. Auf jeden Fall von Interesse dürften die allgemeinen Informationen über das jeweilige Tier sein, zum einen, um das eigene Wissen zu erweitern, zum anderen, um Informationen über die Körpertemperatur, die Atmung, das entsprechende Gewicht sowie den Puls einzuholen. Jene Dinge müssen bei der Behandlung abgeglichen werden, denn sollten sich hier nur minimalste Unterschiede ergeben, gilt es, Maßnahmen zu ergreifen, beispielsweise wenn eine Wunde genäht werden muss. Zunächst sollten unter Einsatz des Touchpens etwaige Verunreinigungen entfernt, dann die Wunde zugenäht und letztlich noch mit einer Desinfektion gesäubert werden. Ist das Auge des Patienten angegriffen, agiert Ihr mithilfe einer Salbe, die Ihr per Wattestäbchen auftragt und dadurch die bakteriellen Angreifer beseitigt.

Über ein Interface erkennt Ihr Eure Einsatzwerkzeuge, ein Pulsmessgerät, eine Waage, ein Fieberthermometer, ein Atemfrequenzmessgerät, ein Vergrößerungsglas, ein Mikroskop oder ein Röntgengerät. Jedes von diesen könnt Ihr wahlweise zur Verwendung bringen, unter Abgleich der Normwerte, versteht sich, und je nachdem dann zur Behandlung schreiten. Eventuell liegt ein Bruch der Gliedmaßen vor oder es ergeben sich Ungereimtheiten mit dem Blut oder der animalischen Haut. Dann muss zum Werkzeug gegriffen werden und in kleinen Minispiel-Szenarios eingeschritten werden. Allerdings entsprechen diese „Einsätze" eher einer Farce, denn eines motivierenden Inhaltes, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass jede Behandlung gleich abläuft, wobei dann eventuell die Maßnahmen anderer Natur sind. Jede Pflege hat zur Folge, dass Euch Eure Tante eine Bewertung in Form einer Note zuteil werden lässt, die dann dafür verantwortlich ist, ob Ihr gar bestimmte Preise für das eigene Können abstaubt. Habt Ihr beispielsweise ein Säugetier hervorragend zur Genesung geführt, könnt Ihr für Eure Fachkundigkeit, ebenso aber für Eure Kompetenz mit einem Wimpel ausgezeichnet werden. Als Spielziel kann man sich dies vornehmen. Leider wirkt dies nach und nach etwas einschläfernd, weil das Minispiel-Einerlei für Demotivation sorgt und dadurch der Einsatz als Tierarzt schnell gefährdet werden könnte.

Die Problematik ist das immergleiche Vorgehen, denn im Endeffekt haben wir Euch bereits alles Wissenswerte aufgeschrieben, was es zu wissen gilt. Die einzelnen Minispiele sind nur notdürftig in das Gameplay implementiert worden, die Kreativität auf Seiten der Entwickler lässt hierbei zu wünschen übrig, da man altbekannten Umsetzungen, die man bereits in dutzenden anderen Software-Entwicklungen zu Gesicht bekommen hat, begegnet. Der Tiefgang ist also nicht der Rede wert. Alternativ hätten die Entwickler mit Quantität überzeugen müssen, denn auch die Vorgehensweise wiederholt sich nach kürzester Zeit.

Grafik & Sound....

40 Tierarten sind eine ganze Menge – aber dass man einen jeden Vertreter auch derartig hübsch animiert und in das Spiel integriert hat, ist schon eine Bereicherung und sollte honoriert werden. Ein Aye-Aye auf einem Baumstamm sitzend schaut in 3D-Darstellung einfach tausend Mal besser aus, als wäre dieser nur in üblicher 2D-Perspektive sichtbar. Jedes Tier ist wunderhübsch, leider kann da die teils abwechslungsarme Hintergrunddarstellung nicht immer mithalten. Grafisch ist „Zoo Hospital" aber bislang die Referenz innerhalb der DS-Tierarzt-„Simulationen".

Einige wenige Melodien zeigen, dass man sich in Sachen Akustik nicht gerade ein Bein ausgerissen hat. Jedes Tier hat im Gegensatz dazu aber passende Sounds auf Lager, ein unzufriedenes Brummen, ein lautes Piepsen oder einen schmerzvollen Schrei werdet Ihr definitiv im Laufe der Zeit zu Gehör bekommen.

Multiplayer....

Man hat sich bei den Entwicklern für einen Multiplayer entschieden, für zwei Spieler gedacht und letztlich ähnlich umgesetzt wie der Einzelspieler-Modus. Hier werden allerdings die Rollen hin und wieder getauscht, dann agiert der eine Mitspieler als behandelnde Ärztin, während der andere beruhigend das Tier streichelt und sich darum kümmert, dass es dem Patienten den Umständen entsprechend gut geht. Als kleiner Bonus warten zwei exklusive Multiplayer-Tiere auf Euch, die Ihr mitunter sorgsam pflegen werdet.

Fazit....

„Zoo Hospital" hat – wenigstens von technischer Hinsicht her – großes Potenzial, nicht zuletzt wegen der einmaligen Darstellung der tierischen Patienten. Tolle 3D-Animationen vollenden eine gewissermaßen für Tierazt-Titel wegweisende Optik, obwohl die Hintergründe etwas leblos und uninspiriert wirken. Das große Manko des Titels sind hingegen die wenigen Minispiele, die auch noch sehr lieblos umgesetzt wurden und auf Dauer einfach zu wenig Inhaltliches bieten. Das hat uns dann schon etwas enttäuscht. Mehr Input wäre hier definitiv von Vorteil gewesen, weil man für sein hart verdientes Geld schließlich auch anständig belohnt werden und nicht immer dieselbe Kost vorgesetzt bekommen will. Wenn etwas im Spiel motivierend ist, dann vielleicht die Auszeichnungen, die aber sowieso regelmäßig auf Euch einprasseln werden. Zu meistern ist das Spiel schließlich ziemlich einfach!

 

+ 40 Tierarten
+ Auszeichnungen
+ tolle Tieroptik
- zu uninspiriert
- abwechslungsarm
- keine Schwierigkeitsgrade
- schnell alles gesehen

GRAFIK: 75%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER: 50%

GESAMTWERTUNG: 44%

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