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NDS Wer wird Millionär
 
 
Wer wird Millionär - NDS
Kilian Pfeiffer (11.08.2010)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Ubisoft
GENRE: Wissenspiel
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: k.A.
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK 0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Auf der Wii haben wir Euch besagten spielerischen Ableger bereits vorgestellt, allerdings damals kein Muster des gleichnamigen DS-Pendants erhalten. Dennoch wollen wir Euch den Titel nicht vorenthalten und präsentieren ihn Euch nun in einem Nachtest: „Wer wird Millionär – 1. Edition" für den Handheld zeigt sich als Eins-zu-eins-Umsetzung.

Menus und die Story....

Wer regelmäßig bei „RTL" einschaltet und „Wer wird Millionär" seit der Sommerpause 2007 mitverfolgt hat, wird feststellen, dass die Sendung um einige Regeländerungen erweitert wurde. So dürfen die Kandidaten nun nicht nur das bereits bekannte, klassische Spielprinzip mit drei zur Verfügung stehenden Jokern verfolgen, sondern sind ebenso in der Lage sich an einer erweiterten Version zu versuchen, die einen vierten Joker, eine Person aus dem Publikum, einschließt. Klingt ziemlich interessant, ist es im Prinzip auch. Jedoch ist und bleibt die Hilfe aus dem Publikum den Fernsehzuschauern vorbehalten, denn leider haben die neuen Regeln nicht den Einzug in vorliegende DS-Version gefunden. Bedauerlich, wie wir finden und alles andere als zeitgemäß. Von einem offiziellen Lizenzprodukt könnte man das aktuellste Regelwerk eigentlich schon erwarten, dürfte man meinen. Pustekuchen!

Ansonsten gestaltet sich das bekannte Spielprinzip spiegelbildgleich zur TV-Variante, nur in Nuancen kam es zu Abweichungen. Insbesondere die Hilfe der CPU-Joker lässt leider in jeder Hinsicht zu wünschen übrig: sinnfreie, oftmals vage Antworten seitens der Helfer sind keine besonders große Unterstützung. Auch der Publikumsjoker entscheidet eher nach Beliebigkeit, als nach ausgeklügelter künstlicher Intelligenz.

Technik und Gameplay....

„Wer wird Millionär" ist ein Unterhaltungsspiel, peilt erneut vor allem die Gruppe der Gelegenheitsspieler an und kann auf dem DS im Idealfall in wenigen Minuten zu Ende gebracht werden. Wie es in der Anleitung bereits so schön niedergeschrieben ist, trifft dieser Satz den Nagel auf den Kopf: „Fragen sind nur dann einfach, wenn man die Antworten auf sie weiß." Ob Ihr die Antworten allerdings beantworten könnt und wie weit Ihr im Spiel voranschreitet, hängt von Eurem Allgemeinwissen ab. Immerhin gilt es 15 Fragen korrekt zu lösen, im äußersten Notfall unter Inanspruchnahme von maximal drei Jokern.

Der erste mögliche Gewinnbetrag liegt bei 50 Euro, derjenige, der die letzte Frage knackt, darf sich über eine Million Euro freuen. Dazwischen liegen in aufsteigender Reihenfolge folgende Beträge: 100, 200, 300, 500, 1.000, 2.000, 4.000, 8.000, 16.000, 32.000, 64.000, 250.000 und 500.000 Euro. Merkwürdig ist folgendes „Schauspiel": der Moderator der DS-Version spricht bei 250.000 von den eigentlichen 125.000 Euro, allerdings gibt es diese Stufe im Spiel gar nicht. Nicht weiter schlimm, aber auffallend. Die ersten fünf Fragen, die bis zur festgesetzten Gewinnstufe von 500 Euro reicht, sind in der Regel relativ leicht zu beantworten, da meist einfachste, logische Antworten entweder mit Wortspielereien oder gar Neologismen (Wortneuschöpfungen) widergegeben werden. Somit fällt es leicht, die richtige Antwort herauszupicken.

Indes fiel uns während des Testzeitraums auf, dass der Anspruch der Fragen oftmals nicht zur Gewinnsumme passt, oder anders ausgedrückt: ins Detail gehende Wissensfragen sind teilweise an vorderster Fragenfront platziert, was bedeutet, dass die Joker gleich zu Beginn flöten gehen. Aus den vier Antwortmöglichkeiten muss eine ausgewählt werden, der Moderator kommentiert Eure Wahl mit teils annehmbaren, sich aber zu schnell wiederholenden Äußerungen. Ein deutlicher Kritikpunkt ist die Tatsache, dass die deutsche Sprachausgabe die Aufgabenstellung zu keiner Zeit vorliest, was viel von der Atmosphäre des Titels nimmt und den Spieler allein auf weiter Flur stehen lässt. Um bis zur Million zu kommen, ist es ratsam, die Joker erst zu einem möglichst späten Zeitpunkt einzusetzen, denn bei den letzten Fragen vor der Million wird man diese definitiv brauchen. Insbesondere Fragen zum Sachgebiet „Literatur" oder aus der „Tierwelt" stellen immer wieder Hindernisse dar, die bereits viele Kandidaten das spielerische Leben gekostet haben. Dem Hersteller nach stehen 2.000 Fragen zur Verfügung, die sich auf alle Gewinnsummen verteilen. Beim Testen ereignete es sich, dass wir einer Frage ein zweites Mal begegneten. Seht Ihr im Laufe der Spielzeit keinen Ausweg und wollt einen Eurer Joker zur Anwendung bringen, stellt dies kein Problem dar: das Publikum stimmt per Knopfdruck ab, wobei es Eure Aufgabe bleibt, sich für ein Ergebnis (oftmals das mit dem größten Prozentwert!) zu entscheiden.

Der „50:50"-Joker löscht gar zwei Antworten dauerhaft vom Bildschirm, wohingegen der Telefonjoker innerhalb von 30 Sekunden die korrekte Antwort geben sollte. Die kurzen Statements zeigen jedoch im seltensten Fall einen wirklichen Nutzen, da sie des Öfteren unschlüssig ausfallen und mit Zweifeln behaftet sind. Mehr gibt es auf „Wer wird Millionär"-Front leider nicht zu vermelden, der Spielumfang ist beinahe schon lächerlich, denn auf Dauer wird man der unausgewogenen Fragenflut eher überdrüssig. Im Übrigen bleibt die Atmosphäre in den tiefsten Niederungen der Gelegenheitsspiele begraben – bereits das Vorlesen der Fragen hätte hier eine bedeutende, positive Auswirkung haben können.

Grafik & Sound....

Erneut ein Titel, der in grafischer Hinsicht ob des immergleichen Hintergrundes und der fehlenden Bewegung auf dem Bildschirm für gelangweiltes Gähnen sorgen dürfte. Nicht einmal beim Gewinn der Hauptsumme erwartet Euch ein Goodie, vielmehr springt der Titel ohne Überleitung in das Hauptmenü zurück. Noch liebloser geht es eigentlich nicht mehr.

In Sachen Sound kann man zum einen die lizenzierte, spannungsfördernde „Wer wird Millionär"-Musikmischung anführen, zum anderen den mit deutscher Sprachausgabe schwafelnden Moderator (auch auf dem DS vertreten!), dessen Hauptkönnen im Herausposaunen von Standardfloskeln liegen dürfte. Bereits nach kurzer Zeit wiederholen sich die teils nervigen, zeitfressenden Kommentare. Deaktivieren lassen sie sich leider nicht.

Multiplayer....

Zwar wurde an einen Mehrspieler-Modus gedacht, allerdings gestaltet sich dieser ähnlich öde, wie der Einzelspieler. Anders als auf der Wii erwartet Euch auf der portablen Nintendo-Konsole lediglich ein Spielmodus. Ihr spielt „Wer wird Millionär" gegeneinander. Nach dem Motto: „Wer weiter kommt, gewinnt!". Alles weitere geht abwechselnd vonstatten und läuft wie im Einzelspieler-Modus ab.

Fazit....

Erneut besinnt man sich darauf, DS und Wii gleichermaßen zu versorgen. Im Nachtest haben wir uns die erste Edition des Dauerbrenners „Wer wird Millionär" zu Gemüte geführt. Trotz der hochrangigen Lizenz, die Potenzial mit sich bringt und eigentlich eine spannende Umsetzung garantieren sollte, gelingt es „Ubisoft" leider nicht, den Titel zu der erwarteten Unterhaltungsgranate zu machen. Erschwerend hinzu kommt, dass beide Versionen identisch sind (bis auf den Multiplayer-Part!). Auch wenn das TV-Format noch nach Jahren millionenfach begeistern kann, klappt dies in der DS-Umsetzung nicht. Nicht nur der Umfang ist in seiner Dürftigkeit kaum mehr zu unterbieten, auch die immergleichen Kommentare beginnen nach kurzer Zeit an den Nerven zu zehren. Des Weiteren hat man es nicht für notwendig empfunden einen „Vorleser" zu engagieren, der das Flair des Originals auf den Bildschirm gezaubert hätte. Günther Jauch wäre hier wohl die beste Besetzung gewesen. Was bleibt, ist eine kurzfristig nette Umsetzung, die nur im kollektiven Gruppenraten motiviert. Alleine fühlt man sich relativ schnell äußerst einsam.

 

+ „Wer wird Millionär"-Lizenz
+ 2.000 neue Fragen
- wiederholende Moderatorensätze
- kein „Vorlesen" der Fragen
- Detailschnitzer
- fehlende Regelerweiterung
- dürftiger Mehrspieler

GRAFIK: 20%

SOUND/EFFEKTE: 45%

MULTIPLAYER/: 32%

GESAMTWERTUNG: 39%

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