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NDS World Snooker Championchip 2007/08
 
 
World Snooker Championchip 2007/08 - NDS
Kilian Pfeiffer (13.05.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Koch Media
GENRE: Sport
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 5-10+
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Gering
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Als Ideenschmiede, besser als Umsetzungsort dieser, eignet sich der Nintendo DS bekanntlich hervorragend. Allein wegen der neuen Eingabemöglichkeit in Form des Touchscreens tun sich spielerische Räume auf, die für nicht denkbar gehalten wurden. Dass nun auch Felder bedient werden, die gewöhnlich als Nischen-Software betrachtet werden, ergibt sich aus der Sache heraus. „World Snooker Championship Season 2007-08" ist solch ein Produkt – gepublished von „Deep Silver" erscheint der von den „Blade Interactive Studios" entwickelte Titel auf dem deutschen Markt.

Menus und die Story....

Gesnookert wurde auf dem Nintendo DS bislang eher selten – wie gesagt, die Hardware eignet sich dafür aber in ganz besonderer Weise. Dass Nintendo auch seine Heimkonsole, die Wii, für außergewöhnliche Ideen nutzt, ist daran abzulesen, dass vorliegender Titel demnächst auch auf dem weißen Erfolgskasten veröffentlicht wird. Heute widmen wir uns allerdings der Handheld-Version, die in bislang technisch ausgereiftester Weise daherkommt und diesen Vorteil zu nutzen weiß. Bedingt durch den in deutschen Gefilden eher stiefmütterlich behandelten „Randsport" ist die Zielgruppe des Titels klar vordefiniert. Große Massen dafür zu mobilisieren, demnächst zu snookern, ist unwahrscheinlich. Dafür bedarf es dann doch eines größeren Bekanntheitsgrades als bislang.

Software-Titeln wird oftmals vorgeworfen, sie seien nicht realistisch und würden daher den Großteil des Charmes verlieren. Auf „World Snooker Championship Season 2007-08" trifft dies nicht zu! Denn der Anspruch wirklichkeitsgetreu rüber zu kommen, besitzt der Titel allemal. Nicht nur die verwendete Physikengine bei der Bewegung und gegenseitigen Beeinflussung der Spielkugeln kann überzeugen, auch das an die Wirklichkeit angelehnte Setting entspricht dem, was man von einem Snooker erwartet. Spielerisch konsumiert wird vordergründig das „Championship", eine Snooker-Weltmeisterschaft, deren Runden sich aus je drei Matches und je einer Herausforderung zusammensetzen. „Friendly" erlaubt Euch ein Freundschaftsspiel gegen die CPU, das „Quick Match" wirft Euch ohne Umschweife in ein Duell gegen einen zufällig gewürfelten Gegner. Wesentlich für das Verständnis der Spielregeln dürfte jedoch das „Tutorial" sein, das Euch neun speziell ausgesuchte Situationen am Spieltisch vorsetzt, die Euch wiederum mithilfe eines Moderators nähergebracht werden. Hier ist dann auch der Knackpunkt des Spieles zu finden, der vor allem Einsteiger abschrecken dürfte: Das gesamte Spiel bietet lediglich englische Texte, selbst der Sprecher hat wohl in seinem Leben noch nie ein deutsches Wort vernommen. Dieser Malus ist für Neueinsteiger unverzeihlich – insbesondere wegen der Tatsache, dass der DS als Plattform für eine Heerschar junger Spieler dient. Und da hätte man sich wenigstens eine Übersetzung der sowieso schon spärlichen Texte gewünscht. Um den Titel aber wieder ins rechte Licht zu rücken, sei gesagt, dass die Anleitung in die deutsche Sprache übersetzt wurde.

Technik und Gameplay....

Zwar sind die Spielregeln des Snookers durchaus mit vielen Raffinessen gespickt, dennoch wollen wir versuchen, Euch diese zu verdeutlichen: Neben dem weißen Spielball werden beim Snooker 21 Objektbälle auf dem Tisch platziert. Darunter befinden sich 15 rote Bälle sowie sechs farbige (in aufsteigender, nach Punkten (2-7) angeordneter Weise: gelb, grün, braun, blau, rosa, schwarz). In abwechselnder Folge gilt es nun, den Tisch leer zu räumen. Weil ein Match aus einer im Vorfeld festgelegten Frame-Anzahl (vom ersten Stoß bis zur Beendigung des letzten Stoßes) besteht, sollte es Euer Anliegen sein, innerhalb dieser Frames möglichst lange Breaks zu erzielen. Ein Break setzt sich aus aufeinander folgenden Stößen zusammen, innerhalb derer alle Spielbälle versenkt werden – kein leichtes Unterfangen!

Letztendlich entscheidet beim Snooker die Punktezahl der Duellanten, freilich existieren dafür diverse Strategien, die es zu befolgen gilt. Durch Blockade relevanter Bälle (ball on) durch andere Bälle wird gesnookert, somit kommt es nicht nur auf den eigentlichen Stoß (investierte Kraft, Richtung, Treffpunkt der Kugel, etc.) an, sondern insbesondere auch auf die Position des Spielballs, in welcher er nach dem Stoß liegenbleiben wird. Hieraus ergeben sich ungemein spannende Situationen, die man vor allem erst dann begreift, wenn man sich in der Materie vertieft hat und die Regeln des Präzisionssports verstanden sind. Gut, dass die Anleitung über die wesentlichsten Dinge informiert – allein die Bedingungen eines Foul-Spiels sind vielfältig und im Grunde erst durch den praktischen Umgang mit den Kugeln zu begreifen.

Spielentscheidend und von absoluter Relevanz dürfte angesichts des verwendeten Touchscreens aber die Steuerungsmechanik sein. Mit dem Stylus bewegt Ihr den Queue, sozusagen der Stock, der Euch als Anstoßgeber des Spielballs dient, innerhalb des 3D-Raumes, hebt und senkt die Kamera nach Belieben. Somit habt Ihr zu jeder Zeit einen perfekten Überblick über den Tisch und somit über das Geschehen. Auf Knopfdruck positioniert sich die Kamera in der Vogelperspektive und betrachtet den Ablauf nun von oben herab. Des Weiteren dürft Ihr entscheiden, wo der Spielball vom Queue genau getroffen werden soll. Dadurch verleiht Ihr Eurem Schlag Drall, spielt den entscheidenden Winkel oder versenkt in direkter Linie das farbige, gegenüber liegende Rund in der Tasche. Selbst die Schlagstärke beeinflusst Ihr je nach individuell bestimmtem Stoß.

Grafik & Sound....

Wenig spektakulär ist die grafische Darstellung des Geschehens. Klar, die Darbietung offenbart sich in 3D-Optik. Aber mehr als ein grüner Tisch samt 21 farbigen Kugeln benötigt man zum Snookern nun mal nicht. Den optimalsten Überblick hat man übrigens aus dem Blickwinkel eines Vogels – von oben. Ziemlich hässlich ist das Geschehen abseits des Spieltisches: Peinliche Texturen, die tapetenähnlich eine Zuschauermenge darstellen sollen, verführen eher zum Weinkrampf auf Seiten des Spielers. Überzeugend ist hingegen die – unserer Ansicht nach – gelungene Physikengine der Bälle. Realistisch prallen diese voneinander ab und vermitteln somit ein wirklichkeitstreues Bild der Situation.

Musikunterstützung erwartet uns – wenn überhaupt – nur im Hauptmenü. An einen Wilden Western angelehnt, ertönt ein sich ständig wiederholender Song aus den Ausgängen des Nintendo DS. Während des Spielens warten hingegen nur einzelne Sounds auf die Ohren der Snooker-Teilnehmer. Im Grunde ist das auch gut so, denn Konzentration ist eine wesentliche Tugend, die man als Präzisionssportler beachten sollte. Ganz gut gefiel uns die englische Sprachausgabe, wobei wir uns selbstverständlich eine deutsche Vertonung gewünscht hätten.

Multiplayer....

Auch wenn der Packungsrücken des Spieles vermittelt, es gebe keinen Mehrspieler-Modus, findet man diesen innerhalb des Titels. Zwar lässt sich dieser nur auf einem Nintendo DS bestreiten – aber immerhin. In abwechselnder Weise treten zwei Spieler gegeneinander an. Die Spieleinstellungen dürft Ihr im Vorfeld bestimmen. Nervig ist zwar die Tatsache, dass Ihr den Handheld regelmäßig weiterreichen müsst, jedoch macht ein Duell bei zwei erfahrenen Spielern äußerst viel Spaß. Mehr noch als der Singleplayer-Modus!

Fazit....

„World Snooker Championship Season 2007-08" bietet für Fans des Sportes so ziemlich alles, was das Herz begehrt: 96 originale Spieler, neun offizielle Sponsorenturniere („The Masters", „World Snooker Championship", etc.), 24 hammerharte Herausforderungen. Garniert wird das Ganze mit einer ausgeklügelten Physik und einer feinfühligen Steuerung, die allerdings nie perfekt beherrscht werden kann, da die Umsetzung in derartig genauer Weise auf einem Handheld einfach nicht machbar ist. Was bleibt, ist das bislang gelungenste Snooker-Spiel für Nintendos Handheld-Generation – inklusive verstecktem Mehrspieler-Modus, der auf der Packung nicht angezeigt wird.

 

+ gelungene Physik
+ Stylus-Steuerung
+ 96 Profispieler
+ 9 reale Sponsorenturniere
+ 24 Herausforderungen
+ Tutorial-Situationen
- Spiel komplett in Englisch
- Steuerung nicht 100% präzise
- klare Zielgruppendefinierung
- relativ anspruchsvoll

GRAFIK: 59%

SOUND/EFFEKTE: 50%

MULTIPLAYER/: 74%

GESAMTWERTUNG: 71%

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