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NDS Wendy: Ferien auf Rosenborg
 
 
Wendy: Ferien auf Rosenborg - NDS
Kilian Pfeiffer (03.02.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Astragon
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Zugängliche Kinderspiele wünschen sich Erziehungsberechtigte für ihre Kleinen vornehmlich. Zum einen will man die Schützlinge nicht überfordern, zum anderen mit kindgerechter Software belohnen, die auch über längere Zeit hinweg Spaß macht und die eine oder andere geruhsame Minute verspricht. Mit "Wendy - Ferien auf Rosenborg" kommt wohl der bis dato am einfachsten gestrickte Pferdetitel auf den Markt, der ganz ohne großes Brimborium auf dem Boden der Tatsachen aufschlägt und nichts weiter unternimmt, als dem Spieler 20 eingängige Minispielchen zu präsentieren. Das war es dann auch schon - eine richtige Story fehlt ebenso wie ein Mehrspieler-Modus. Dennoch sollte man hinsichtlich der kleinen Nintendo DS-Besitzer aufhorchen, denn eine Sache ist gewiss: die Pferdethematik wird hier auf unterschiedlichste Weise besprochen und in einfachen Spieleinlagen vom Spieler abverlangt. Tiefgründig ist das ganze zwar nicht, auch der Umfang ist mit rund 90 Minuten überschaubar, dennoch für die kleinen Pferdenärrinnen vielleicht genau das richtige.

Menus und die Story....

"Wendy - Ferien auf Rosenborg" ist vom Grundkonzept anders als seine unzähligen Mitbewerber in dem vom weiblichen Geschlecht dominierten Genre. Zugänglichkeit ist hier das Maß aller Dinge, auf überflüssige Texterklärungen und sinnloses Rumgelaufe stößt man hier zu keinem Zeitpunkt. Lediglich die Anleitungen zu den 20 enthaltenen Minispielen beanspruchen Eure Lesekenntnisse, wobei auch hier auf das pure Spielgefühl vertraut werden darf. Denn jede Einlage ist selbst ohne Vorkenntnisse ohne weiteres meisterbar und schnell zu erlernen. Habt Ihr Euch zu Beginn für eines von vier Pferdeantlitzen entschieden und Eurem tierischen Alter Ego einen Namen verpasst, findet Ihr Euch direkt auf Rosenborg wieder - ein überschaubarer Reiterhof, den Ihr aus der Vogelperspektive auf dem Topscreen betrachtet.

Auch wenn eine waschechte Story fehlt, vermittelt der Titel das allumfassende Gefühl auf dem Hof gebraucht zu werden und den Umgang mit Pferden nach und nach zu erlernen. An vielen Stellen des Reiterhofes wird Eure Hilfe verlangt, die wiederum in kleinen Spielchen das Können des Spielers herausfordert. Eine Aufgabe, die im Grunde immer gelingt und so oft als möglich wiederholt werden darf. Ob Ihr nun die Pferde des Hofes putzt, sie füttert oder über reißende Bäche auf Floßen begleitet. Jedes Minispiel könnt Ihr nach persönlichem Ermessen und beliebig oft aufnehmen, sei es nur um den von Euch aufgestellten Highscore zu verbessern. Ihr seht, dass ein einfach strukturiertes Spiel durchaus eine Daseinsberechtigung hat, insbesondere für die jüngere Klientel, denn ältere Semester dürften sich heillos unterfordert fühlen und nach kurzer Spielzeit die Software aus dem Handheld nehmen. Ganz klar: die Software ist für die Kleinen entwickelt worden, nicht umsonst kommt im Titel der Name "Wendy" vor - bekannt aus jedem gut sortierten Zeitschriftenregal.

Technik und Gameplay....

"Wendy - Ferien auf Rosenborg" bringt nicht nur eine zugkräftige Lizenz mit sich, sondern auch besagte 20 Spiele für zwischendurch. Über die Reiterhof-Karte bewegt Ihr Euer Ross mit dem Steuerkreuz und navigiert es zu kleinen, ersichtlichen Markierungen, die wiederum ein Minispiel symbolisieren. Habt Ihr eines erfolgreich hinter Euch gebracht, wird dies durch eine kleine, rote Fahne versinnbildlicht, was bedeuten soll, dass an dieser Stelle - wenn überhaupt - nur noch Highscore-Arbeit zu leisten ist. Einmal in Gang gebracht, ist Euer Pferd kaum mehr aufzuhalten, per Knopfdruck nehmt Ihr an einem der Spieleinlagen teil. Ausdrücklich sei gesagt, dass der Einsatz des Stylus nicht krampfhaft in die Software implementiert wurde, sondern nur dort Verwendung zeigt, wo es auch sinnvoll erscheint. So könnt Ihr Euer Pferd entweder per Steuerkreuz lenken oder ebenfalls mit dem Touchpen auf dem berührungssensitiven Bildschirm führen.

Jedem Minigame wurde eine Anleitung spendiert, die Euch in wenigen Sätzen die Bedienung erklärt und zeigt, was es zu tun gilt. Jedes Minispiel beschränkt sich auf wenige Tasteneingaben, sei es der "A"-Knopf zum Frisbee fangen oder das rechte Steuerkreuz zum Galoppieren des Gauls. Solltet Ihr tolle Punkterekorde für Euch verbuchen und somit Erfolge im Spiel feiern können, offenbart Euch die Software einige sinnlos erscheinende Pferderegisterkarten mit wenigen, recht dürftigen Informationen. Hier hätte man sich durchaus mehr einfallen lassen und vielleicht noch das eine oder andere zusätzliche Minispiel aufnehmen können. Als Bonussektion wirkt das Ganze etwas unausgereift und wenig motivationsfördernd. Da es im Weiteren keine spielerischen Inhalte gibt, die Euer Interesse auf sich ziehen würden, wenden wir uns im Folgenden den 20 Minispielen zu, die sich mit den verschiedensten Pferdeaktivitäten beschäftigen: so dürft Ihr nicht nur Kunststückchen üben, sondern ebenso geheime Leckerlis aus ihren Verstecken befreien. Witzig ist das Pferde-Frisbee, bei welchem Ihr Euren Vierbeiner gehörig auf Trab bringt, um dann im richtigen Moment die Plastikscheibe aus der Luft zu fangen. In einem anderen Minispiel überquert Ihr mit dem Touchpen Bodenhindernisse, kassiert somit Punkte, greift am Ende des Parcours einen Ball ab und galoppiert erneut zum Anfang des Kurses. Verschiedene Levels garantieren höhere Punkteboni, allerdings warten dann auch mehrere Hindernisse auf Euch. Unabhängig vom Pferdeleben übernehmt Ihr kurzfristig die Steuerung der Hofkatze, die Ihr geschickt über einige schwingende Plattformen steuert und darauf Acht gebt, dass sie nicht abstürzt. Ähnlich eines Puzzles fällt die Karottenernte aus, bei er es gilt, besagtes Obst aus dem Boden zu ernten, wobei der reißende Fluss wesentlich spannender zu bewältigen ist, wenn auch die gewagten Sprünge auf die umher treibenden Holzplanken nicht lange dauern dürften, da die gegenüberliegende Flussseite nicht weit entfernt liegt.

Ähnlich des Hürdenüberspringens mit anschließendem Ballaufnehmen gestaltet sich auch der Hindernislauf über Blockaden und lang gestreckte Gräben. Nur wer im richtigen Augenblick den Touchpen schräg über den Bildschirm zieht, erhebt sich in die Lüfte und springt über die Barrieren am Boden. Zur allgemeinen Abwechslung steht auch ein Pferde-Foto-Shooting auf dem Programm, indem Ihr den abgebildeten Vierbeiner erwischen müsst und auf Fotopapier ablichtet. Im Galoppturnier flitzt Ihr hingegen im besten Fall als erster über die Ziellinie, sammelt den durcheinander geratenen Blumenschmuck für das anstehende Sommerfest wieder ein und füttert eine Schar von erhabenen Pferden mit saftigen, tief orangefarbenen Karotten. Über einen Bach zu kommen, ist in der Realität wegen der nur mäßig kräftigen Wassermenge nicht sonderlich anstrengend - allerdings sehen Eure Pferde das anders und Ihr müsst sie dabei unterstützen kurz vor dem Wässerchen den Sprung einzuläuten, anderenfalls wird Euch einer von drei möglichen Versuchen weggestrichen. Ebenso sollt Ihr den Reiterhofpferden bei ihrem Gesang lauschen und Euch die Reihenfolge merken, in der Scheune nach pferderelevanten Utensilien suchen und Gäule auf die Seite befördern, die den Weg versperren, um Wendys Pferd aus der Koppel holen zu können. Puzzlefreunde kommen beim Weggestalten - dies geschieht durch das Drehen einzelner Teile - auf ihre Kosten, des Weiteren meistert Ihr gezielte Leckerli-Würfe in Richtung trabender Rösser, pflegt Eure Mündel im Reinemachen und begebt Euch auf Spurensuche nach einem der ausgebüchsten Schützlinge.

Grafik & Sound....

Auch wenn "Wendy - Ferien auf Rosenborg" grafisch alles andere als ein Überflieger ist, entspricht das Gezeigte dem Anspruch der Zielgruppe. Alle 20 Minispiele sind zweckmäßig in ihrer Gestaltung, überzeugen jedoch nicht durch lebensechte Animationen oder beeindruckende 3D-Effekte. Im Gegenteil: Spiele wie die Spurensuche sind sehr spartanisch in Szene gesetzt, dagegen trumpft das Bachüberspringen schon wesentlich eindrucksvoller auf. Wie gesagt, sind die kurzen Spieleinlagen aber kein Trumpf, den man hier bei seinem Debütwerk abliefert, werden den spielerischen Inhalten aber gerecht.

Der Sound des Spieles wird von ruhigen Klängen begleitet, die eine sehr angenehme Atmosphäre versprühen. In anderen Fällen geht es etwas peppiger zur Sache, beispielsweise beim Frisbee-Wurf. Sprachausgabe gibt es im Übrigen nicht zu vermelden, jedoch ebenso wenig einen Anlass dazu - von einer Story können Pferdenärrinnen nur träumen, die Zusammenstellung der Minispiele ist wahllos und ohne roten Faden miteinander verbunden.

Fazit....

Dass es Pferdespiele wie Sand am Meer gibt, ist hinlänglich bekannt. Jedoch sollte man hier immer wieder differenzieren, denn Pferdetitel ist nicht gleich Pferdetitel. So gibt es die realistischen, jedoch auch "komplexeren" Simulationen wie "Horse Life", zum anderen aber auch Software wie das vorliegende "Wendy - Ferien auf Rosenborg". Ohne spielerische Vorkenntnisse kommt hier wirklich jeder auf seine Kosten, auch wenn die Spielzeit der 20 Minispiele letztendlich stark eingeschränkt ist und nur insofern Wiederspielwert bietet, als dass die Highscores geknackt werden wollen. Als Geschenk für die kleine Schwester ist ein Titel wie "Wendy - Ferien auf Rosenborg" nie verkehrt, allerdings sollte geklärt sein, auf welche spielerischen Aspekte besonderer Wert gelegt wird.

 

+ 20 Minispiele
+ leichte Zugänglichkeit
- insgesamt zu kurze Spielzeit
- fehlende Hintergrundstory
- schwache "Schatzkiste"

GRAFIK: 62%

SOUND/EFFEKTE: 66%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 60%

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