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NDS Wappy Dog
 
 
Wappy Dog - NDS
Matthias Engert (04.11.2012)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Mto
GENRE: Tiersimulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-4
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Irgendwann im Leben macht wohl jeder Gamer mal so seine Erfahrungen mit virtuellen Haustieren. Vielleicht nicht immer direkt, aber jeder weiß eigentlich bei dem Begriff sofort was gemeint ist. Kein Wunder also, dass die Hersteller immer erfindungsreicher werden, um in diesem Markt gut auszusehen. Den Durchbruch schafft das Thema mit dem Tamagotchi und endet in meinen Augen aktuell mit dem Wappy Dog. Ein Produkt das dabei auch noch die Mischung aus einem eigentlichen Spiel und einem realen Spielzeug hinbekommt. Denn neben dem Spiel an sich, das auf den ersten Blick nichts anderes ist als ein Nintendogs Klon, kommt ein realer kleiner Hund mit über die Ladentheke. Mal wieder eine überdimensionale Verkaufsverpackung, aus der man nun den kleinen Plaste Racker auf den heimischen Tisch stellen kann, über das Spiel und damit seinen DS steuert und mit ihm auf verschiedene Weise interagiert. Neugier geweckt?? Dann geht's euch wie mir, der für diese Art Unterhaltung ja auch mit 41 ein Faible hat. Was nun den Tiefgang angeht und für wen sich der kleine Wappy Dog anbietet, das erfahrt ihr im Test zum Spiel.

Menus und die Story....

Dabei sind an diesem Titel einige Schwergewichte der Szene beteiligt. Weltweit erschien der Titel über Activision, die ja mittlerweile mit den Skylanders ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Zusatzfiguren machen. Bei der Software zeichnen sich die Mannen der Firma Mto verantwortlich, die uns ja nun schon seit GBA Zeiten mit ordentlichen bis guten Handheld Spielen versorgen. Für den wichtigen Hardwarezusatz in Form des Hundes hat Sega eine eigene Abteilung namens Sega Toys. Schaut man sich dort mal so die Historie an, so findet man schon einige Produkte in dieser Richtung, die aber selten den Weg aus Japan finden. Und auch Wappy Dog selber ist in unseren Breiten ein Spätstarter. Denn schon Ende 2011 gab es den Titel samt Hund auf dem japanischen und amerikanischen Markt. Was auch den aktuellen Preis z.B. in den USA mit 16 Dollar erklärt. "Kleiner" Unterschied zum deutschen Markt. Das man nun Ende 2012 im Schatten des 3DS, der kommenden Wii U Hardware und dem Thema Skylanders Giants diesen Titel noch bringt, erscheint da etwas unglücklich. Öffnet man die Verkaufsverpackung, so findet man neben dem Spiel und dem Hund kleine Zusätze wie Aufkleber, um dem Hund eine persönliche Note zu geben. Die nötigen 3 R6 Batterien für den Betrieb des Hundes sucht man allerdings vergebens. Sind diese dann eingebaut, schaltet man den Burschen über einen Schalter unterhalb des Kopfes ein und wartet auf die Dinge, die man über den DS ausführt.

Hier ist der Start erst einmal nichts Ungewöhnliches. Gemacht für einen Spieler, ist der Titel natürlich für die Zielgruppe komplett lokalisiert. Dementsprechend bietet der Titel auch nur einen Speicherplatz. Nach dem Einschalten wählt man hier ein Neues Spiel und startet seine erste Kommunikation mit dem kleinen Wappy Dog. Dabei wird man hier bei jedem Start mit einer sehr wichtigen Abfrage begrüßt. Ihr als Spieler habt in diesem Titel die Möglichkeit entweder im sogenannten "Zuhause-Modus" zu spielen, oder aber im Gegenstück mit dem "Reise-Modus". Je nachdem was ihr hier wählt, wird der Hund logischerweise aktiv mit einbezogen, oder aber ist unterwegs immer an eurer virtuellen Seite. Großartige Optionen oder ähnliches gibt es hier nicht. Genauso wenig wie eine eigene Hintergrundgeschichte, so dass wir uns also gleich den spielerischen Möglichkeiten und Aktivitäten des Hundes widmen können.

Technik und Gameplay....

Natürlich geht es grundsätzlich um die Pflege des Hundes und das man sich in Nintendogs Manier um den Racker kümmert. Dabei unterscheiden sich die beiden Modus-Varianten schon sehr voneinander. Im sogenannten "Zuhause-Modus" interagiert ihr mit dem Hund, dem ihr natürlich einen Spitznamen geben könnt. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, wie der DS und der Hund selber miteinander kommunizieren. Denn entgegen vieler Annahmen, alles würde über Funk abgedeckt, geht man hier einen komplett anderen Weg. Denn hier geschieht dies über Töne, die entweder aus dem DS ertönen, oder eben der Hund von sich gibt. Beide Seiten empfangen und verarbeiten die Töne und reagieren entsprechend darauf. Nicht umsonst wird man gleich darauf hingewiesen, möglichst den Abstand auf maximal 1m zu begrenzen und die Lautsprecher voll aufzudrehen. Nachts unter der Bettdecke spielen ist so also leise nicht möglich. ;-) Einzig den Abstand kann man schon etwas entfernter probieren, sofern es im Zimmer ruhig ist. Weiterer Punkt der Aufklärung vor einem Kauf verdient, ist die Verarbeitung des Hundes. Wer denkt seinen Sprösslingen etwas zum Knuddeln an die Hand zu geben, der irrt gewaltig. Denn dieser besteht zu 100% aus Plastik, das einzig beim Schwanz und den Ohren mit etwas weicherem Material verarbeitet wurde. Dafür aber von der Verarbeitung her sehr gelungen und kein klappriges Billigprodukt.

Auch hier nicht ohne Hintergrund. Denn der kleine Bursche verfügt über verschiedene kleine Motoren im Inneren, so dass er einige Bewegungen ausführen kann. Angefangen bei beiden Vorderpfoten bis hin zum Kopf. Erzeugt beim Spielen natürlich eine recht lebendige Atmosphäre. Und wie sollte es anders sein, leuchtet der kleine Plaste Racker mit seinen Augen samt den Wangen und gibt auch dadurch einige Emotionen ab. Den typischen Aha-Effekt löst er schon aus, wenn man das erste Mal Befehle über den DS aktiviert. Dazu stehen euch im Zuhause-Modus einige Menus zur Verfügung, mittels derer ihr verschiedene Dinge machen könnt. Man kann einen Rufen-Button nutzen, über den man verschiedene Fragen und Kommandos via Antippen ausführt, oder aber man versucht seinem Hund einige Aktionen zu entlocken. Auch hier reagiert er auf alles, was ihr mit ihm tut. Antwortet er euch mittels Tönen, werden diese vom DS "übersetzt" und ein Druck auf den "Ich bin wieder da" Button wird über die Töne auf dem Display mit einem "Ich freue mich!" beantwortet. Überragt wird aber dennoch alles im Zuhause-Modus von den Bewegungen und Geräuschen des Hundes, wenn er die Vorderbeine langmacht, den Kopf wie wild dreht, oder sich versucht hinzulegen. Funktioniert auch technisch einwandfrei. Allerdings ist der richtige Pflegeteil gar nicht mal im Zuhause-Modus implementiert. Denn außer einem kleinen Minispiel und der Möglichkeit ihm was zu Fressen zu gibt es hier zumindest zu Beginn gar nicht so viel. Wohlgemerkt zu Beginn!

Erst wenn er ein bisschen "entwickelt" ist, bietet auch der Zuhause-Modus mehr Möglichkeiten. Dann füllt sich auch der sogenannte Special-Button, über den man Kommandos bis hin zum Anstimmen von Liedern an den Hund senden kann. Und laut Entwickler soll der Hund dann bis zu 350 verschiedene Reaktionen zeigen können, auch wenn ich hier nicht wirklich mitgezählt habe. Über allem stehen dabei natürlich auch die Laune des Hundes und sein Bezug zu seinem virtuellen Herrchen. Hier setzt nun der "Reise-Modus" an, mit dem das Ganze zum Nintendogs Klon wird. Denn spielerisch erinnern die Möglichkeiten dort sehr an den großen Konkurrenten. Um diesen Modus zu aktivieren gibt es nun die Möglichkeit das virtuelle Herz des Hundes direkt auf den DS und damit in das Spiel zu transferieren. Logisch das dann der Hund selber in einen Standby Modus wechselt und natürlich auf keinerlei Aktionen mehr reagiert. Jetzt wird nur noch auf dem DS gespielt und der kleine Racker erwacht dort komplett zum Leben. Hier werden nun beide Bildschirme für das eigentliche Spiel genutzt. Während im Top Screen wichtige Informationen und Anzeigen dargestellt werden, spielt sich die Action komplett im Touch Screen ab. Logisch, da unter anderem auch hier das Streichel-Feature enthalten ist, das nun mal nur über den Touch Screen funktioniert.

Auf dem Top Screen findet man nun Anzeigen über die erspielten Items, insgesamt 32 an der Zahl, dem Alter des Hundes, dessen Laune und seinem Charakter. Dazu kommt eine Herzanzeige, welche die Freundschaft des Hundes zu euch wiederspiegelt. Klar dass hier zu Beginn keines gefüllt ist. Das geschieht über einen Balken darunter, der wie eine Erfahrungspunkteleiste funktioniert. Alle Aktionen die ihr ausführt oder eben der Hund füllen diese Leiste. Ist sie voll wird ein Herz aufgefüllt und der Hund altert um ein Jahr. Gleichzeitig schaltet man so auch viele Features frei, so dass sich das System recht passend aufschaukelt. Kleinigkeiten zur Gestaltung schaltet man auch ohne komplett gefüllten Balken frei. Unterstützt wird man nun durch ein Menu an der Seite, das euch verschiedene Möglichkeiten an die Hand gibt. Hier könnt ihr dem Hund zu Fressen geben, ihm Spielzeug spendieren, den Raum wechseln oder auch einfach nur Bürsten und sauber machen. Links im Bildschirm findet man ein Pfeifensymbol, über das man die Tricks aufrufen kann. Diese lernt der Hund mit der Zeit von selbst, ohne dass man diese zeigen muss. Ein Grund warum das reine System dennoch um einiges oberflächlicher ist als bei Nintendogs. Auch Gassi Gehen und ähnliches gibt es hier nicht. Genauso das Thema Minispiele, von denen es im Verlauf derer 5 gibt, die man in 3 Schwierigkeitsgraden immer wieder neu um Scores spielen kann. Gilt auch für andere Dinge. Getränke gibt es im Spiel gar keine. Eigentlich müsste der virtuelle Bewohner verdursten. Was es dafür reichlich gibt sind Leckereien als Nahrung.

Wenn man sich in der Realität an die hier mögliche Auswahl hält, würden Hunde nur Süßigkeiten wie Torten bekommen. Solche Sachen übernehmen hier den Hauptanteil. Erst im 6. Jahr und der Küche als Location kommt z.B. mit dem Schweinefleisch mal wieder was "normales". Von daher sollte man weniger erwarten als in den reinrassigen Nintendogs Simulationen. Um den Hund nun zu unterhalten und vor allem die Erfahrungsleiste zu füllen, bedient man sich unter anderem auch des Spielzeugs, das man in verschiedenen Zimmern und dem Garten an den Hund bringt. Kaufen muss man diese Sachen, wie alles im Spiel nicht. Man spielt es frei und hat es dann dauerhaft zur Verfügung. So hat man mit der Zeit Bälle zur Verfügung, kann eine Frisbee Scheibe werfen, oder ein Spielzeug Auto durch die Gegend fahren lassen. Blöd ist nur das einmal pro Aktion ein Stück der Leiste gefüllt wird. Sprich man könnte das Spielzeugauto stundenlang im Kreis um den herumspringenden Hund fahren lassen, ohne dass sich etwas tut. Ihr könnt den Hund Putzen und ihn sauber machen und solltet ihn ansonsten durchaus auch mal lange in Ruhe lassen. Wenn er gestreichelt werden will, kommt er von selber, oder bringt sich wie schon erwähnt selber die Tricks bei. Dazwischen mal ein Minispiel und Füttern. Das ist so die typische Beschäftigung des Hundes und damit des Spielers. Schade dass man auch keinerlei Kontaktmöglichkeiten eingebaut hat. Es gibt immer nur diesen einen Hund. Weder ein Park noch sonst irgendeine Kontaktmöglichkeit nach außen existiert im Spielverlauf.

Lustig und spannend ist dann durchaus der Moment, wenn man den Modus wieder wechselt. Wieder Daheim angekommen schaltet man den Hund wieder ein und kann das Herz des Hundes vom DS wieder auf diesen zurück transferieren, natürlich inklusive seiner Entwicklungen und momentanen Laune des Rackers. Denn dann sieht und hört man auch beim realen Hund auf dem Tisch einige Veränderungen. Zunächst wird die Entwicklung in Sachen Jahren des Hundes, dem freigespielten Fressen und auch dessen Gemütszustände übernommen. Dazu kommen nun plötzlich neue Minispiele, die man nur in diesem Modus spielen kann. Auch hier maximal wieder 5, bei denen ihr nicht nur mit dem Hund, sondern auch gegen ihn spielt. Und alles wird während des Spielens von reichlich Lauten und Bewegungen des Hundes untermalt, während ihr auf dem Touch Screen agiert. Und irgendwann blinken die Lampen an ihm ohne Ende. Sieht schon lustig aus. Highlight ist dann sicherlich das 7.Jahr. Denn dann lernt Wappy auch das Tanzen und das Singen. Während beim Tanzen die Motoren im Inneren reichlich rotieren, stimmt er beim Button Singen immer wieder neue Lieder an. Um die 20 Sekunden dauern die Einlagen, in denen er unter anderem "Morgen kommt der Weihnachtsmann" mit seinen Lauten zum Besten gibt. Schaut euch mal ein paar YouTube Videos zu diesem Racker an. Hat schon was, auch wenn ich dabei bleibe, dass sich hier vor allem die ganz jungen Spieler angesprochen fühlen sollten.

Positiv das der Hund nicht sterben kann oder weglaufen. Da gab es bei anderen Spielen in der Vergangenheit ja die extremsten Dramen in diversen Kinderzimmern. Hier freut man sich wenn er immer da ist und die Entwicklung auch im Zuhause-Modus voranschreitet. Entwickelt man ihn 5 Jahre oder Level unterwegs, schafft man Zuhause die nächsten 2 und darf sich spätestens bei 10 Jahren auf einen voll entwickelten Plaste Racker freuen. ;-) Erwachsene Spieler erleben das in 2 Tagen, die Kids haben länger ihren Spaß an dieser ungewöhnlichen Pet Variante.

Grafik & Sound....

Bei der Spielgrafik sollte man hier nicht zu viel erwarten. Zum einen weil es eben "nur" ein reines DS Spiel ist, das natürlich einfach nicht mehr hergibt. Hat man zudem mal Nintendogs auf dem 3DS gespielt, ist dieser Fakt natürlich noch um einiges höher. Aber selbst die DS Version der Konkurrenz ist grafisch ein anderes Kaliber. Hier hat man sich wirklich nur auf das nötigste beschränkt. Sieht man schon an der reinen Gestaltung und Detailliebe des Hundes, dessen glatte Plastik Optik aus der Realität auch im Spiel so belassen wurde und damit natürlich wenig Detailverliebtheit zeigt. Aber auch für die Umgebungen gilt das, so dass man hier wirklich nur DS Durchschnitt zu sehen bekommt. Technisch passt soweit alles, wobei hier alles andere auch überrascht hätte.

Beim Sound herrschen im Spiel viele Musiken vor, die alle fröhlich angehaucht sind und damit ideal für das Thema. Unterschiedlich je nach Ort wo man sich gerade befindet und vollkommen in Ordnung was die Abwechslung angeht. Effekte und damit bekannte Hundelaute sind relativ wenige enthalten. Viele Zustände des Hundes werden zwar akustisch umgesetzt, sind aber wenn eher realitätsfremd und künstlich verniedlicht. Es ist und bleibt eben doch ein Roboterhund. Auch bei diesem Thema. ;-)

Fazit....

Alles in allem lebt das Ganze schon sehr vom Bundle an sich. Der Hund allein würde nur kurz unterhalten und das Spiel allein im Nintendogs Einerlei untergehen. Zusammen hat das Produkt allemal seine Berechtigung. Aber man sollte hier klar anmerken, dass man die jüngere Zielgruppe allein damit anspricht. Nintendogs Spieler, die durchaus auch ein älteres Semester abdecken, werden hier nur kurz Freude dran haben. Dazu ist nach dem anfänglichen Aha-Effekt schnell die Luft raus. Denn dann ist auch der spielerische Inhalt auf Dauer zu dünn. Junge Pet Liebhaber erfreuen sich dagegen jedes Mal aufs Neue an den Bewegungen und Lauten des Hundes. Sowohl im Reise-Modus, aber besonders wenn er im Zuhause-Modus das neu gelernte zum Besten gibt, dazu die Augen leuchten und sich der Racker reichlich bewegt. Preislich darf sich aber gerne noch etwas tun. Hier empfinde ich das Ganze trotz der recht hochwertigen Verarbeitung des Hundes noch als etwas zu teuer.

 

+ Hund als Hardware punktet
+ Für junge Pet-Liebhaber
+ Modi für Zuhause und Unterwegs
+ Ausreichende Aktionsmöglichk.
+ Komplett Deutsch
- Grafisch etwas schwach
- Nichts für Nintendogs Cracks
- Nur ein Speicherplatz
- Kein Kontakt nach außen

GRAFIK: 60%

SOUND/EFFEKTE: 70%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 73%

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