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NDS Elite Forces: Unit 77
 
 
Elite Forces: Unit 77 - NDS
Kilian Pfeiffer (07.03.2009)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Gammick E.
GENRE: Shooter
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 16+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Nein

   
Einleitung....

Echtzeit-Taktik gehört mit zu den anspruchsvollsten Genres überhaupt. Seine Charaktere entsprechend der Situation anzuweisen und im richtigen Moment die korrekte Schlussfolgerung zu ziehen, ist eine Aufgabe, die nicht jedermann gewachsen ist. Gewürzt mit einer fetten Prise Action, kommt ein Gameplay zustande, das sich wirklich sehen lassen kann. Mit einem Elite-Team der Unit 77 macht Ihr Euch auf und erlebt eines der wohl spannendsten Echtzeit-Abenteuer der letzten Zeit. Herausfordernd, dramatisch und einfach nur spielenswert! Lest unseren Test zum Spiel und entscheidet selbst. Das Abenteuer solltet Ihr Euch aber definitiv nicht entgehen lassen.

Menus und die Story....

Die terroristische Bedrohung ist Realität geworden, denn eine ganze Reihe sehr prominenter Persönlichkeiten wurden entführt und befinden sich nun in der Gewalt der Schwerverbrecher. Es scheint so, dies sei nur der Anfang gewesen und die eigentliche Gefahr könnte eine noch viel größere Bedrohung bedeuten. Als Unit 77, einem vierköpfigen, geheimen Militärteam, macht Ihr Euch auf und reist in jene Krisenherde der Welt, die Eure Hilfe benötigen. Denn dass weitere Geiseln den Terroristen zum Opfer fallen, liegt nicht im Interesse der weltweiten Friedensbestrebungen. Die Unit 77 setzt sich aus vier besonders fähigen Personen zusammen, die einzigartige Fähigkeiten auf sich vereinen. Herausragender Mut, technische Versiertheit, ein ausgezeichnetes Verständnis von Waffen – eben genau das, was man für ein Elite-Team benötigt. Und Ihr als Spieler habt die ehrenwerte Aufgabe, dieses durch die von Rauch erfüllten Kriegsschauplätze zu geleiten.

Überrascht waren wir in besonderem Maße, dass uns der spanische Entwickler „Gammick Entertainment" ein solch spannendes Abenteuer abgeliefert hat. Ohne großes Brimborium, ohne effektive Werbekampagnen im Voraus. „Elite Forces – Unit 77" kam wie aus dem Nichts. Hoffentlich geht diese Taktik auf! Denn verdient hätte es der Titel in jedem Fall. Spannung bis zuletzt – der Schwerpunkt liegt auf der Action und der taktischen Kombination der unterschiedlichen Fertigkeiten Eurer Charaktere. Doch eine Sache müssen wir gleich zu Beginn ankreiden: Einen manuell einstellbaren Schwierigkeitsgrad gibt es nicht, alle zwölf Kapitel präsentieren sich als nicht zu verachtende Software-Kost, die im Laufe der Spielzeit ein ziemlich harter Brocken werden kann. Herausfordernd ist der Titel in jedem Falle, nur ob er allerdings auch für jeden Neueinsteiger geeignet scheint – dies ist fraglich.

Technik und Gameplay....

„Mittendrin statt nur dabei!" – dieses Spielgefühl bringt nicht jeder Titel mit sich mit, „Elite Forces – Unit 77" schafft dies aber und zwar in sensationeller Weise. Denn in der Tat fühlt man sich mitten in das Geschehen versetzt, das auf dem Screen des Nintendo DS stattfindet. Um alle zwölf Missionen erfolgreich abzuschließen, werdet Ihr zwischen zehn und 15 Stunden Spielzeit investieren müssen, mehrmalige Wiederholungen wegen Bildschirmtodes inklusive. Denn: Keiner Eurer Protagonisten darf während des Einsatzes den Löffel abgeben, es reicht bereits aus, wenn ein einzelner Charakter seine Lebensleiste einbüßt und in den sauren Apfel beißen muss. Im Einzelnen setzt sich Euer Team im Übrigen aus Kendra Chase, Dag Hammer, T.K. Richter sowie Bill Matic zusammen, drei stahlharte Typen und eine mit Scharfschützengewehr ausgestattete Dame, die kein Erbarmen kennt.

Aus einer Schräg-von-oben-Perspektive dirigiert Ihr Eure Mannen über die Bildschirmkarte. Der Topscreen zeigt Euch eine Minimap-Übersicht, die Feindaufkommen sofort anhand roter Punkte anzeigt. Jeder der besagten Spielcharaktere weist seine eigenen Fähigkeiten auf, so ist Kendra Chase der Profi für das Scharfschützengewehr. Trotz ihrer Weiblichkeit – oder vielleicht gerade deswegen? Dag Hammer hingegen ist der Mann für’s Grobe, der maschinengewehrfeuernde Bazooka-Spezialist, der mir nichts, dir nichts einen Panzer in Schutt und Asche ballert oder einen Transporter mit einem Knopfdruck in die Luft sprengt. T.K. Richter legt seit jeher Sprengstoffe aller Art, sabotiert ohne weiteres Radaranlagen und ist der perfekte Mann für jedes zu lenkende Fahrzeug. Seine Fertigkeiten benötigt Ihr beispielsweise dann, wenn Geiseln aus einem Gefangenenlager abtransportiert werden müssen. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass diesen nichts passieren wird. Der Letzte im Bunde ist Bill Matic, ein aufgestylter Bursche mit Sonnenbrille, der mit einem Sturmgewehr bewaffnet ist, Granaten zu seinen besten Freunden zählt und immer dann auf den Plan gerufen wird, wenn irgendwo elektronische Schalttafeln manipuliert werden sollen oder der Zugang zu geheimen Basen erwünscht ist.

Was uns sehr zusagt, ist der problemlose Wechsel zwischen den einzelnen Spielfiguren. Ob Ihr diese nun in der Gruppe steuern wollt oder sie einzeln durch die Pampa jagt, ist Euch überlassen. Fakt ist, dass Ihr immer den direkten Zugriff auf die derzeit ausgewählte Person habt. Die anderen Kumpane stehen dann entweder in der Gegend herum oder werden von der CPU übernommen. Werdet Ihr dann beispielsweise in ein Feuergefecht verwickelt, feuern auch Eure Gefährten aus allen Rohren, geben Euch Rückendeckung, können aber ebenso im Feuerhagel untergehen. Umso besser, dass Ihr in den realistisch anmutenden Dschungel-, Wüsten- oder Eisgegenden immer wieder auf Kisten trefft, die Medikits oder Munition enthalten. Mit diesen ausgestattet, unterstützt Ihr Eure Freunde, wann immer es möglich ist. Per Knopfdruck auf den jeweiligen Gegenstand wählt Ihr diesen aus, nun noch ein Klick auf den Bildschirm und schwupps fliegt eine Granate gen feindliche Stellung, eine Bazooka bohrt sich durch die Außenhaut eines scheinbar nicht zu überwindenden Panzers oder eine Landmine wird entschärft. Die an Euch gestellten Aufgaben werden bereits im Mission-Briefing erläutert: Oftmals müsst Ihr ein Zielfahrzeug finden, das Ihr dann durch vermintes Gelände an einen Zielort bringt, Ihr befreit Geiseln, schaltet Stellungen aus und erledigt im Hunderterpack schwerbewaffnete Rivalen, die wild feuernd durch die Areale patrouillieren. Hin und wieder übernehmt Ihr auch die Führung eines Fahrzeugs, plättet damit sich nähernde Soldaten, solltet aber Acht geben, dass keine Minen im Boden eingegraben wurden – denn in diesem Fall ist das Fahrzeug Schrott, die Aufgabe dann gescheitert. Gerade weil eine Mission gut und gerne mal eine Stunde dauern kann, ehe man alle Winkel der aktuellen Mission betreten hat, sind Speicherpunkte als rettender Anker eine sinnvolle Einführung im Spiel. Zwar könnt Ihr nicht nach Belieben speichern, aber immerhin findet Ihr Leuchtsymbole, angebracht auf dem Boden, auf welchen Ihr den Fortschritt festhalten dürft.

Grafik & Sound....

Was die Zwischensequenzen anbetrifft, muss man den verwendeten Comic-Look schon mögen. Aber immerhin haben die Mannen von „Gammick Entertainment" an solche gedacht. Viele Spiele lassen Sequenzen ja gerne mal vermissen, obwohl diese in bedeutender Weise zur Atmosphäre eines Titels beitragen würden. Richtig gut gefällt uns hingegen die Spielgrafik: Die kleinen Soldaten-Männchen wirken real, sie bewegen sich in hervorragender Weise und die Umgebung ist an der Wirklichkeit angelehnt. Hübsch wirken Büsche und Sträucher, Bäume und Häuser, die überall zu finden sind. Ebenso die Fahrzeuge im Spiel wissen zu gefallen.

Wie man es sich für einen Titel, der mit einem solchen Hintergrund aufwartet, gehört, ist die musikalische Richtung anstandslos gelungen. Wunderbar, wie der teils düstere Sound durch die Lautsprecher dringt und ein Gefühl verbreitet, das nur schwer in Worte zu fassen ist. Dass man sich in „Elite Forces – Unit 77" auf gefährlicher Mission befindet, wird hier sehr schnell deutlich. Besonders eindringlich ist das Spiel mit Kopfhörern. Leider gibt es keine Sprachausgabe.

Fazit....

Wir können Euch den Titel nur wärmstens ans Herz legen. Schon wieder gelingt es einem Spiel, das kaum jemand kennt, einen Platz unter den Must-Have-Umsetzungen einzunehmen. Technisch klasse, spannend, herausfordernd – summa summarum: ein tolles Spielerlebnis in einem von Terroristen bevölkerten Kriegsschauplatz. Besonders die individuelle Vorgehensweise unter Einsatz der Fertigkeiten Eurer Charaktere sorgt für einen Motivationsschub der ganz besonderen Art. Schade nur, dass die Entwickler keinen Multiplayer-Modus in das Spiel integriert haben.

 

+ 4 Charaktere samt Fähigkeiten
+ Führen von Fahrzeugen
+ spannend bis zuletzt
+ technische Umsetzung
+ real. anmutende Schauplätze
+ Speicherpunkte im Level
+ für Profis perfekt
- keine Schwierigkeitsgrade
- recht viele Schießeinlagen

GRAFIK: 83%

SOUND/EFFEKTE: 81%

MULTIPLAYER/Wi-Fi: --

GESAMTWERTUNG: 84%

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