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NDS The Woodleys - Summer Sports
 
 
The Woodleys - Summer Sports - NDS
Kilian Pfeiffer (08.08.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp
GENRE: Sport
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die „Olympischen Spiele 2008" stehen nicht nur in der Realität kurz vor ihrer Eröffnung, auch auf Handhelds darf von nun an kräftig gesportelt werden. Neben „Konami", die einen heißen Nippon-inspirierten Anwärter auf die Sportkrone in petto haben, wartet „dtp young entertainment" mit „The Woodleys – Summer Sports" eher für die Kleineren auf eine sportliche Herausforderung. Dass sich vorliegender Titel seine Daseinsberechtigung verdient hat, wird spätestens beim Spielen klar – liebevoll umgesetzt und grafisch ansprechend. Was erneut für Kopfschmerzen sorgt und uns zum Grübeln brachte, ist die Tatsache, dass der Titel schneller fertig gespielt wurde, als es gedauert hat, das zugehörige Review zu erstellen.

Menus und die Story....

Die Woodleys sind schon ein witziges Volk: Hölzerne Wesen, die glücklich in den Wäldern leben. Jeder kann mit jedem und der allgemeine Tenor ist, dass friedvolles Miteinander zu einem besseren Leben führt. Dementsprechend gibt es bei den Woodleys keine Konkurrenz – auch bei sportlichen Herausforderungen nicht. Es ist Sommer und demgemäß liegt es an den Laubwoodleys, das alljährliche Turnier zu veranstalten, bei welchem Freunde und Nachbarn versammelt sind, um tolle Leistungen zu zeigen. Jedoch nicht, um zu zeigen wer der Beste ist. Als Spieler erkennt man bereits jetzt den kindlichen Anspruch des Titels, der auf Fairness abzielt und den Gemeinschaftsaspekt zu stärken versucht. Und passt man als Leser ein bisschen auf, wird schnell klar, dass man beim Entwickler bereits heute an einen möglichen Nachfolger denkt: „Im Winter werden die Nadelwoodleys zu ihrem Turnier einladen." Da sind wir ja mal gespannt!

Wie zuvor bereits erwähnt, ist der Umfang die große Krux an der Software-Geschichte: Acht sportliche Minispiele setzen sich zum spielerischen Inhalt des Abenteuers zusammen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. So kommt es, dass nach rund 30 Minuten der Zauber verflogen ist und nur noch drei Turniere anstehen, die ebenso schnell beendet werden. An einen Multiplayer-Modus hat man indes gar nicht erst gedacht.

Technik und Gameplay....

Dem von „Independents Arts Software" stammenden Titel merkt man das Herzblut an, das in ihn investiert wurde, was sich zunächst in der grafischen Präsentation zeigt. Denn diese entspricht im Vergleich mit anderen Handheld-Titeln des Hauses einer höherwertigen Qualität. Wie es sich für ein sportliches Highlight gehört, steht zunächst die Erstellung des eigenen Charakters an – ein Woodley kann männlich oder weiblich sein, will beim Namen genannt werden und schicke Kleidung tragen. Eine passende Frisur schmückt sein Haupt, eine Holzfarbe gibt ihm den entsprechenden Teint, das Gewand vollendet das Äußere und macht Euch bereit für das anstehende Turnier. Was recht witzig ist, aber im Spiel selbst kaum offensichtlich wird, ist die Beschriftung des Oberteils, die Ihr per Stylus vornehmen dürft. Oder aber Ihr wählt einen Stempel, der das gewünschte Motiv darstellen soll.

Gleich zu Beginn stehen alle acht Disziplinen zur Verfügung, es gibt bedauerlicherweise keine Inhalte, die Ihr erst nach und nach freispielen könntet. Den Entwicklern sei an dieser Stelle gesagt, dass in Zukunft in dieser Hinsicht definitiv etwas geschehen sollte, da vor allem durch Extras und Bonus-Goodies die Langzeitmotivation gewahrt bleibt. Und denken wir zurück, glänzten „Independent Arts Software"-Titel noch nie mit einer überschwänglichen Bonus-Sektion.

Nun steht also das „Training" an, das man sich aber insofern sparen kann, da auch während eines Turniers die Regeln erklärt werden und die Latte des Anspruchs sowieso nicht sonderlich hoch gelegt wurde, so dass man selbst als Anfänger keinerlei Probleme bei der Meisterung der Disziplinen haben sollte. Drei Mehrkämpfe stehen zur Auswahl, die aus jeweils drei Sportarten bestehen – im Endeffekt gilt es, diese einmal zu bestehen, um einen Lorbeerkranz abzusahnen, der dann die Sammlung erhaltener Preise ergänzt. Zwar könnt Ihr in den Einzelwettbewerben Bronze-, Silber- und Goldmedaillen gewinnen, allerdings geht das goldene Edelmetall bereits nach wenigen Versuchen in Euren Besitz über. Die Langzeitmotivation bleibt also auch hinsichtlich dieses Aspekts nicht sonderlich lange auf hohem Niveau.

Werfen wir also einen Blick auf die Disziplinen und auf deren Umsetzung, denn ja - dies sollte man den Entwicklern hoch anrechnen -, es wurden die technischen Möglichkeiten des Nintendo DS liebevoll und kindgerecht genutzt. So gilt es beispielsweise beim Lauf, eine Fläche zweier Fußabdrücke abwechselnd so schnell als möglich anzutippen, um den eigenen Woodley in einen Temporausch zu versetzen. Beim Hürdenlauf zeigt sich die Sache schon wieder ganz anders: Da Statuen den Weg versperren, müssen diese entweder umlaufen, unter ihnen hindurchgerutscht oder diese übersprungen werden. All das erfolgt durch den Einsatz des Touchpens, den ihr in drei unterschiedlichen Varianten über den Touchscreen ziehen könnt. Ist Eure nachgezeichnete Figur inkorrekt, kann es durchaus sein, dass Ihr an einem Hindernis hängen bleibt.

Es wird nicht nur über staubige Pisten gehetzt, sondern auch elegant auf dem Panzer einer Schildkröte geturnt – auch hier erfolgt ein Versuch durch das Nachahmen von bestimmten Gesten, die nachzuzeichnen sind. Bei Nichtgelingen droht der Sturz in das kalte Nass. Ein persönlicher Rekord rückt dann in weite Ferne. Selbst als Diskurswerfer tun sich die Woodleys hervor und rotieren – ganz nach Eurem Stylus-Vorbild – im Kreis, bis der Schwung ausreichend groß ist, so dass der Deckel einer Eichel wegkatapultiert werden kann. Aber erst dann, wenn der sich zusammenziehende Kreis im grünen Bereich befindet! Das Turmspringen orientiert sich stark am Schildkrötenturnen wohingegen Bloom Bash eigentlich keine Sportart darstellt, sondern vielmehr eine Kopfdisziplin ist: Die Reihenfolge sich öffnender Blumen ist hier wichtig. Euer Woodley soll sie nachahmen und somit als Sieger vom Platz gehen. Nicht sehr einfallsreich, aber bei der höchsten Stufe recht anspruchsvoll (das ist aber auch das einzige Minispiel, an dem man des Öfteren scheitern wird!). Mithilfe des Einsatzes des Mikrofons gelingt das Weitsegeln an einem Gänseblümchen. Durch Pusten nimmt der Wettbewerbsteilnehmer an Höhe auf, jedoch verliert die Blume pro Luftstoß einige ihrer Blätter, so dass irgendwann der Absturz droht. Anders das Bogenschießen: Zehn Versuche habt Ihr, ehe alle Punkte zusammengerechnet werden. Das Zielen auf die unterschiedlich weit entfernten Gegenstände erfolgt durch Neigung des Bogens, wohingegen die Sehne mithilfe des Touchpens gespannt und somit der Pfeil in Bewegung versetzt wird. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl werdet Ihr aber auch hier Erfolge feiern.

Grafik & Sound....

Äußerst positiv überrascht waren wir von den hervorragenden Rendersequenzen, welche die einzelnen Disziplinen einläuten. Hier gebührt den Graphikern großes Lob, denn auch die Spielgrafik selbst überzeugt durch Farbenreichtum und herzliche Darstellungsqualität. Die Woodleys mit ihren runden Gesichtern sind sympathisch in Szene gesetzt und es dürfte gelingen, dass sich der eine oder andere Spieler mit ihnen identifiziert.

Ein wenig Urwald-Feeling gefällig? „The Woodleys – Summer Sports" erinnert entfernt an Donkey Kong’s Abenteuer. Klänge, die direkt aus dem grünen Dickicht stammen könnten, gefallen und passen perfekt zu der im Wald angesiedelten Hatz nach sportlichen Rekorden. Eine Sprachausgabe lässt die Software aber vermissen.

Fazit....

„Empfohlen von Super RTL"! Auch wir empfehlen vorliegenden Titel, aber machen eine Ausnahme: Älter als zehn Jahre sollte man nicht sein, wenn man das Spiel in die Hand nimmt. Denn unsere Bewertungskriterien richten sich noch immer am Umfang, der Qualität und dem Preisleistungsverhältnis. Der Umfang ist eine Farce, soviel sei gesagt. In 30 Minuten alle Disziplinen gespielt zu haben, rechtfertigt einfach kein Vollpreisspiel. Jedoch stimmt die umsetzungstechnische Qualität, sei es die Grafik oder aber sei es die Verwendung der technischen Gegebenheiten des Nintendo DS. Daher kommt das einsteigerfreundliche Sportereignis auch nur für jüngere Semester in Frage, die sich an den Charakteren erfreuen und an den Woodleys amüsieren können.

 

+ einsteigerfreundlich
+ DS Feature Nutzung
+ technisch überdurchschnittlich
- minimaler Umfang
- keine Dauermotivation
- keine Schwierigkeitsgrade
- Vollpreistitel

GRAFIK: 74%

SOUND/EFFEKTE: 73%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 60%

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