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NDS The World Ends With You
 
 
The World Ends With You - NDS
Matthias Engert (01.05.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: SquareEnix/Jupiter
GENRE: Rollenspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Gering
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 12+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Spricht man von der Software Schmiede SquareEnix fällt wohl den meisten Spielern sofort das Thema Final Fantasy ein. Sorgt doch Publisher Koch Media nun schon seit Monaten für ein Highlight nach dem anderen auf dem deutschen Markt. Gerade Nintendo Spieler dürfen aus einer großen Anzahl wirklicher Top Titel wählen. Aber SquareEnix ist mehr als nur Final Fantasy. Nehmen wir die Kingdom Hearts Reihe, die ebenfalls den Weg in viele Spielerherzen gefunden hat. Genau die Macher hinter dieser Reihe sind auch für das neueste RPG auf dem Nintendo DS verantwortlich - The World Ends With You. Ein Titel der in vielerlei Hinsicht mit Gewohnheiten bricht und dem RPG Genre einen sehr innovativen Touch verleiht. Auf jeden Fall ein Titel, der auch auf längere Sicht überrascht und neben einer hohen Spielzeit auch mit interessantem Gameplay punktet. Ob der Titel überzeugen kann und wo er sich neben seinen Genre Konkurrenten einordnet, soll euch der folgende Test veranschaulichen.

Menus und die Story....

Das sich wohl selbst die Verantwortlichen nicht sicher waren, ob der Titel mit seinem ungewöhnlichen RPG Gameplay auch hier ankommt, könnte man anhand der Sprache deuten. Zumindest ist es doch eher ungewöhnlich das ein SquareEnix Game für den DS nicht lokalisiert wurde. Einer der wirklich wenigen Kritikpunkte ist die Präsentation in Englisch. Da im Spiel mehr als genug Text und Storygedöns vorkommt, schließt man so jüngere Spieler ohne Englischkenntnisse aus. Auch wenn viele Inhalte ohne Sprachkenntnisse natürlich lösbar und spielbar sind. Schon etwas schade wie ich finde. Ansonsten bietet der Titel gewohnte und bekannte Dinge. Die interne Batterie sorgt für das Speichern des Spielstandes und auch ein Multiplayer für bis zu 4 Spieler ist enthalten. Auch wenn der Fokus ganz klar auf dem Einzelspieler liegt. Der ungewöhnliche Inhalt beginnt eigentlich schon mit der Story, die eine Mischung aus realen Locations und dem Thema Parallelwelten bietet und irgendwie entfernt in Sachen Gameplay an Filme wie Running Man erinnert. Das Spiel selber ist ein neues, in vielerlei Hinsicht revolutionäres Abenteuer für den Nintendo DS! Die Geschichte nimmt ihren Anfang, als der Held des Spiels Neku Sakuraba inmitten des Gewusels von Tokios Shibuya-Bezirk aufwacht. Vollkommen verwirrt erhält der Junge auf seinem Handy eine Warnung: Wenn er es nicht schafft, eine bestimmte Mission zu erfüllen, wird sein Dasein ausgelöscht. Nur wenn er sich auf neue Freundschaften einlässt, hat der geborene Einzelgänger eine Chance, sich gegen die überall auftauchenden Feinde in immer chaotischeren Schlachten zu behaupten.

Hier sollte also Teamplay eine mehr als wichtige Rolle spielen. Der Gegenspieler wenn man es so nennen will ist die mysteriöse Shinigami Corporation. Über sie läuft in Tokio ein Spiel um Leben und Tod, bei dem mehrere Charaktere unabhängig voneinander an einem Spiel teilnehmen. 7 Tage lang gilt es in diesem Spiel vielerlei Aufgaben in einem bestimmten Zeitfenster zu lösen. Schafft man dies nicht wird das Leben des Spielers ausgelöscht. Neben dem realen Tokio findet sich der Spieler dabei vor allem beim Thema RPG Kampfaction in Parallelwelten wieder. Wie gesagt sehr ungewöhnlich gemacht, schauen wir uns das ganze nun etwas genauer an. Der Start in das Spiel selber ist relativ unspektakulär, wobei das nun nicht untypisch für SquareEnix RPG‘s ist. Beim ersten Start des Spiels gibt man euch einzig den Spielstart zur Auswahl. Weder Optionen noch sonstige Dinge hat man hier zur Auswahl. Erst im Spiel kann man spielerische Änderungen vornehmen, wobei man auch vieles erst Freispielen muss. Erst wenn man einmal gespeichert hat, kommt hier zumindest die Laden Option dazu. Also nicht lange gefackelt und ab geht’s in die Tiefen des Gameplays von The World Ends With You.

Technik und Gameplay....

Beginnt Ihr eine neues Spiel, werdet Ihr mit einem äußerst langen Storyvorspann erfreut, der 2 Dinge schnell deutlich machen sollte. Zum einen kommt das Game in diesen Sequenzen ohne großartige Szenen Vielfalt daher und die Textfülle im gesamten Spiel über erschlägt einen mit der Zeit fast. Die Sequenzen und Storyschnipsel sind so gestaltet, das Ihr wie in einem Comic die Helden samt Sprechblasen mit hier und da animierten Bewegungen zu sehen bekommt. Jede Sprechblase muss dabei einzeln durchgeklickt werden und können nicht angebrochen oder gar übersprungen werden. In der ersten Stunde Spielzeit kommt man auf gut 30 Minuten nur Gespräche und Erzählungen. Für mich über die gesamten Spielzeit gesehen durchaus ein Kritikpunkt, weil es manchmal einfach zuviel ist und man oftmals unruhig wird und eigentlich weiter spielen will. Auch ärgerlich aus einem anderen Grund. Das Spiel benutzt ein „Hartes Game Over". Verlieren die Charaktere ihre Energie, startet Ihr sofort auf dem Hauptmenu, sprich vom letzten Speicherpunkt. Wer hier nicht regelmäßig speichert, darf die Sequenzen dann noch mal erleben. Aber wir denken einfach mal positiv und wollen natürlich vieles im Spiel erleben, nur nicht draufgehen. ;-) Wie schon erwähnt findet Ihr euch zu Beginn mit dem Helden Neku inmitten Tokios auf einer belebten Kreuzung wieder. Hier startet das Spiel mit der angesprochenen Sequenz und ersten Meldung auf seinem Handy, das er von nun für die erste Aufgabe nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung hat. Von einem Rollenspiel, geschweige denn spielerischen Inhalten ist man noch ein Stück entfernt.

Erst nach reichlich Sequenzen lernt Neku seine Partnerin Shiki kennen, ohne die man das Spiel nicht angehen kann. Denn Teamplay spielt hier die Hauptrolle im spielerischen Inhalt. Schauen wir uns mal das Grundgameplay ein wenig genauer an. Einfach gesagt spielt sich das ganze in 2 großen Bereichen ab. Einmal einem Art Adventure Gameplay, bei dem Ihr via Third Person Sicht die beiden per Kreuz durch die Straßen Tokios bewegt. Ebenfalls im Comicähnlichen Stil gehalten könnt ihr euch in begrenzten Umgebungen frei bewegen, mit Leuten sprechen und z.b. in das Innere bestimmter Gebäude gelangen. Stichwort Shops ist dabei auch wieder nur ein Teil der Geschichte. Eingeteilt ist die Location in knapp 20 Stadtteile, die Ihr so nach und nach durchquert. Klingt viel ist aber durch die begrenzt nutzbaren Wege überschaubar. Latscherei ist eben auch nicht das wichtigste in diesem Spiel. Die Aufgaben die Ihr nun immer wieder lösen müsst, sind in sogenannte Chapter eingeteilt, die sich über 7 Tage ziehen. Einfaches Beispiel ist der Start von einer belebten Kreuzung und das finden eines bestimmten Charakters 2 Stadtteile weiter. Also muss man die Stadtteilgrenzen überqueren, welche sich dann immer in neuen Bildschirmwechseln zeigen. Problem an diesem Teil ist oftmals das die Wege erstmal verschlossen sind und imaginäre Mauern den Zugang zu einem Stadtteil verhindern. Hier trifft man dann auf die immer wieder zu sehenden Spielbeobachter, welche euch darlegen was zu tun ist um diese Barrieren zu überwinden. Und natürlich kommen hier die Kämpfe zu ihrem Recht, bei denen man in eine Art Parallelwelt gebeamt wird. Gegner werden hier Noise genannt und warten in sehr vielschichtigen Formen auf euch. Aber ehe wir uns damit befassen gilt es weitere Feature vorzustellen.

Schauen wir uns im Adventure Teil zunächst die Bildschirmanzeigen genauer an, welche ebenfalls eine sehr große Rolle spielen. Beide Screens werden dabei mit einbezogen, wobei die reine Steuerung der Charaktere auf dem Touch Screen umgesetzt ist. Links oben findet man hier immer ein kleines Mailsymbol, unter dem man sich jederzeit das aktuelle Hauptziel ins Gedächtnis rufen kann. Oben rechts sind nun Handytypische Symbole abgebildet. Unter anderem auch das Thema Zeit, die hier in Echtzeit abläuft und die reale Uhrzeit als Grundlage nimmt. Dazu kommen nun Infosymbole für Ereignisse und Gegner, sowie eine Akku Anzeige. Die Balken darin definieren z.b. Fluchtmöglichkeiten. Ist euch ein Kampf zu schwer, kann man Fliehen, verliert aber einen Balken, der durch einen danach gewonnen Kampf wieder aufgefüllt werden kann. Wichtigstes Symbol oben rechts ist allerdings das Handy selber, das euch wenn man so will in das Pausen, Organisations und Inventory Menu bringt. Wie vieles im Spiel dauert es aber eine gewisse Zeit, ehe man dies nutzen kann und somit frei gespielt hat. Anfangs zeigt man euch vieles in kleinen Tutorial Aufgaben. Unten rechts im Touch Screen findet man nun eine ebenfalls äußerst wichtige Anzeige. Hier findet man ein rundes Symbol mit einem etwas verfremdeten Totenkopf darin. Dieser sogenannte Scan Anstecker definiert einen spielerischen Inhalt, mit dem Ihr im Verlauf viel Bekanntschaft machen werdet, den sogenannten Pins. Im Adventure Modus steht euch nur dieser zur Verfügung. Tippt man darauf nutzt Neku seine Psych Fähigkeiten und kann die gesamte Screen Umgebung scannen. Dabei wird der Bildschirm komplett in Blau dargestellt und Ihr erhaltet z.b. Zugriff auf die Gedanken der umherlaufenden NPC’s und macht die sogenannten Noise Symbole sichtbar. Sprich ihr könnt diese zum Kampf herausfordern. Allein dieses Feature wird später, wie vieles im Spiel, um einiges aufgewertet.

Allein wenn man auf bestimmte Gedanken Sprechblasen diverser NPC’s tippt, erfährt man so Hinweise über alles mögliche im Spiel. Auch viel Rätsel nehmen so ihren Anfang um etwas in Erfahrung zu bringen. Zweiter wichtiger Punkt sind eben die angesprochenen Noise Symbole, die frei umherwuseln und als rote Skins zu sehen sind. Verschiedene Ausführungen zeigen euch dabei ungefähr die Schwere der Gegner an. So werden in den meisten Fällen z.b. die Barrieren geöffnet, wo euch die Spielbeobachter anzeigen wie viele Noise Symbole von einer bestimmten Sorte besiegt werden müssen um weiter zu kommen. Tippt man nun auf eines dieser Noise Symbole, wartet der zweite große Gameplay Teil auf euch und wir nähern uns wieder dem reinen Rollenspiel und der Kampfaction. Das Ungewöhnliche dabei wird ebenfalls sehr schnell sichtbar. Startet ein Kampf müsst Ihr nun die Geschicke beider Charaktere gleichzeitig lenken. Während Neku auf dem Touch Screen zur Sache geht, steuert Ihr Shiki auf dem Top Screen. Das klingt nicht nur hektisch, ist auch spielerisch so. ;-) In Sachen Kampfaction kann man das ganze ebenfalls grundlegend abtrennen. Während Ihr Shiki auf dem Top Screen über Steuerkreuz Action loslegen lasst, wird auf dem Touch Screen via Zeichenbewegungen und Pen Action agiert. Dabei kämpfen beide gleichzeitig, so das man eine gute Übersicht haben sollte. Dennoch kann ich allen Skeptikern sagen das zuviel Zweifel an der Spielbarkeit unangebracht sind. Einmal werdet Ihr durch bestimmte Dinge unterstützt und mit der Zeit gewöhnt man sich an das Gameplay. Einzig seine DS Griffhaltung ändert man ab und zu. Ich habe mich selber oft ertappt den DS auf die Knie oder eine gerade Fläche gelegt zu haben, um einfach besser agieren zu können. Dabei ist Shiki noch relativ leicht zu steuern. Bedingt durch das Steuerkreuz reicht es unaufhörlich die Kreuz Seite zu drücken, auf der sich Gegner befinden.

Diverse Einblendungen in Form von Pfeil und Treffersymbolen zeigen euch dabei durchaus die Dynamik des ganzen. Interessanter ist es bei Neku auf dem Touch Screen. Bei ihm wird die Action rein über die Pins, sprich die Anstecker definiert. Auch hier ein kleines Beispiel wie das ganze ineinander greift. Wie in anderen RPG Spielen auch gibt es hier die sogenannten Klassenattacken wie z.b. Feuer, Blitz oder Eisangriffe. So gibt es z.b. anfangs einen Blitz Anstecker. Hat man diesen im Kampf zur Verfügung, wird er oben links im Touch Screen angezeigt. Die Nutzung dieser Pins ist zum einen im Kampf begrenzt und wird immer durch Pen Action umgesetzt. Der Blitzangriff wird z.b. via schneller Tipp Bewegungen auf den Gegner im Touch Screen angewendet. Der Blitz trifft voll animiert den Gegner und eine Statusleiste unter dem Blitzpin leert sich zum Teil. Ist diese Leiste ganz leer muss man erst wieder eine bestimmte Zeit lang warten, ehe man den Pin wieder nutzen kann. Aber wie gesagt ist damit das ganze System eigentlich nur angerissen. Denn sobald man ein paar Kämpfe gewinnt, zeigt sich so langsam der ganze Tiefgang im Spiel und vor allem wie viele Dinge hier eigentlich ineinander greifen. Allein die Tatsache das es von diesen "Kampf Pins" viele Hundert Varianten gibt zeigt das schnell. Sobald man Zugriff auf das Handy hat, darf man sich in den einzelnen Menus austoben. Gutes Beispiel sind die Pins. In dafür vorgesehenen Menu sieht man z.b. das man im Gesamten 4 Decks anlegen kann. Jedes Deck kann bis zu 6 Pins tragen, wobei Ihr sehr lange gerade mal 3 nutzen könnt und erst nach und nach auf die anderen 3 Pin Plätze zugreifen könnt. Das heißt einfach gesagt das im Kampf selber 3 von vielen möglichen Hundert Pins nutzbar sind. Schaut man sich die Pins genauer an, sieht man auch warum. Nehmen wir einfach mal wieder den Blitz Pin von vorhin. Dieser hat z.b. eine Wertigkeit von Level 1 bis 3. Ausgestattet mit kompletten RPG Stats zeigt dies an das dieser Pin an Erfahrung gewinnen kann. Etwas das in vielen Spielen meist nur den Charakteren vorbehalten ist.

Die Anzeige Level 1-3 zeigt das bei Level 3 Schluss ist. In den Kämpfen verdient man neben Erfahrungspunkten für die Charakter selber auch solche für die eingesetzten Pins. Ist der EXP Balken voll steigt der Pin z.b. von Level 2 auf 3 und die Attacken werden nun stärker. Aber und das ist eben die Einschränkung wäre hier nun Schluss. Ihr könnt noch soviel EXP erspielen. Ist das maximale Level erreicht wird der Pin nicht besser. Also kann man gut verstehen warum es mehrere Hundert davon gibt. Dabei ist das ganze auch durchaus eine immer wieder neue Herausforderung. Denn wechselt man z.b. einen voll gelevelten Pin mit einem neuen aus, der maximal z.b. Level 7 zulässt, beginnt man dennoch bei diesem Pin mit Level 1 und muss ihn jedes Mal neu entwickeln. Da die Gegner ja nicht leichter werden und man so erstmal wieder etwas schwächere Attacken hat, definiert sich ein Teil des Schwierigkeitsgrades im Spiel auch so. Hat aber was und entwickelt mit der Zeit ein ungeheure Motivation nach der richtigen Pinvielfalt im eigenen Deck. Dieses Thema könnte man bis zur Ekstase weiter treiben. Es gibt Pins für Energie und Zustände, so das die Vielfalt und da Organisations Management des Spielers ungeheuer gefordert wird. Jeder neue Pin wird begutachtet und versucht. Die Pins gibt es übrigens auch in alternativen Varianten. Nach den Kämpfen erhält man z.b. von Gegnern fallen gelassene Pins. Geld Pins sind immens wichtig und sind das einzige Mittel um an Knete zu kommen. Auch hier findet man ein Feature welches das Ineinandergreifen vieler Dinge im Spiel zeigt.

Neben den Pins entwickeln sich natürlich auch die Charaktere selber. Neben Levelaufstiegen und Stats Verbesserungen steigt z.b. auch die maximale Lebensleiste, die man im Kampf übrigens rechts über beide Screens sieht. Hier gibt es nun z.b. die Möglichkeit im Handymenu das Drop Feature zu beeinflussen. Extra dafür gibt es einen Schiebebalken. Einfach gesagt, je höher die eingestellte HP der Helden, um so weniger Pins lassen Gegner fallen. Dreht man dies etwas zurück und verringert so seine eigene HP, erhöht man die Anzahl an möglicher fallen gelassener Pins. Bei vollem Balken lassen Gegner maximal 1 fallen. Dreht man hier nur um 25% den Balken zurück sind es schon derer maximal möglicher 3. Zwar heißt das nun nicht das die Gegner auch jedes Mal 3 Pins fallen lassen. Aber man schaltet so überhaupt erst die Möglichkeit frei. Dabei gibt es bei der Bewertung und dem Verdienen der EXP auch noch viele Wertigkeiten, die hier in Rängen definiert sind. Trifft man z.b. Gegner sehr oft hart gibt es statt einem E auch maximal einen Stern. Das gleiche für die Schnelligkeit eines Kampfes, was ebenfalls ein Ranking ergibt. Die Mischung aus allen ergibt dann ein Gesamtrating und damit wie viel Erfahrungspunkte Pins und Charaktere erhalten. Schon sehr interessant gemacht. Richtig genial in diesem Zusammenhang ist ein völlig neues Feature, das vielen RPG’s sehr gut zu Gesicht stehen würde. Da hier Datum und Zeit in Echtzeit genutzt werden, sind selbst Spielfreie Zeiten nicht umsonst. Spielt Ihr z.b. Montags bis 18:00 Uhr und schaltet erst am Dienstag den DS wieder ein, erhaltet Ihr für die nicht gespielte Zeit Erfahrungspunkte. Und nicht unbedingt wenig, so das man allein viele Level vor allem für die Pins auf diese Weise erreicht. Das ist extrem motivierend, wenn man den DS einfach wieder einschaltet und einem als Erstes die Meldung über so und so viel Erfahrungspunkte samt Levelaufstiegen entgegenflimmert.

Aber auch das ist noch lange nicht alles. Da haben wir noch gar nicht das Thema Ausrüstung angesprochen. Neben 4 Kleidungsslots spielt auch das Thema Nahrung eine Rolle. Kleidung findet man hier in immer neuen Shops. Dabei greift euch hier eine Entwicklungssystem. Zwar könnte man schon früh im Spiel geldtechnisch gute Ausrüstungen kaufen, anlegen kann man diese aber noch nicht. Denn viele dieser Ausrüstungen von Jacken bis hin zu Schuhen erwarten einen bestimmten Wert in der Charakter Entwicklung. Hat man diesen nicht, kann man die Kleidung nicht anlegen. Ebenfalls richtig gut ist das Nahrungsfeature. Findet man den entsprechenden Laden, kann man beiden Helden bestimmte Speisen verabreichen. Zwar meist nur einmal am Tag (Echtzeit), dafür aber Nahrung die sich lange auf Stats auswirkt. So gibt es z.b. Power Nahrung, die über gut eine Stunde Spielzeit anhält und die Attacken Kraft um einiges erhöht. Und selbst hier wie in allen Shops greift vieles ineinander. Kauft man z.b. von bestimmten Dingen mehrere leveln auch diese! Das ist einfach Irre. Kauft man z.b. eine Nahrungsart welche die Attacken verstärkt, kauft man diese Nahrung ebenfalls zu Beginn als Level 1 Variante. Je mehr man davon kauft um so höher das Level. Zusätzlich schaltet man dadurch neue Nahrungsvarianten frei, die z.b. auch die HP und Kraft erhöht. Ich finde das wirklich richtig genial und bringt gerade mit diesen vielen Kleinigkeiten enorm frischen Wind in das RPG Genre. Es sind gerade die extrem vielen Abhängigkeiten und Einflussmöglichkeiten die man als Spieler bekommt, die das Spiel sehr unverwechselbar machen. Und wie immer könnte man sich über alles noch Seitenlang auslassen. ;-) Wem z.b. das 2 Screen gekämpfe nicht so zusagt kann z.b. Shiki auch zuweisen allein zu Kämpfen. Zwar ist das nicht so effektiv als wenn man selber Hand anlegt, aber ein Lösung für dieses Thema. Aber nicht nur im reinen Kampfpart im Spiel gibt es diese Aufwertungen ohne Ende. Selbst im Adventure Teil sieht man dies zuhauf.

Beispiel ist wieder das Scannen der Umgebung, wo man mit der Zeit immer mehr sichtbar machen kann. Zudem kann Neku mit den entsprechenden "Updates" Einfluss auf die Gedanken der NPC’s nehmen. Viele Rätsel bekommen so einen gewissen Anspruch. Hat er diese Fähigkeit, könnt Ihr als Spieler Wörter aus diesen Gedanken Filtern und Speichern. 2 Stadtteile weiter findet man einen anderen NPC’s, der an sich vielleicht nichts wichtiges erzählt. Nun kann man mit dieser Fähigkeit das gefilterte und gespeicherte Wort in den Gedankengang des zweiten NPC’s einflechten und plötzlich lässt dieser seinen Gedanken freien Lauf und bringt euch entweder auf die Lösung eines Rätsels oder gibt ein neues Schlagwort preis. Was man anfangs so nicht denkt entwickelt sich hier extrem und die Zeit für die einzelnen Aufgaben wird immer länger. Vor allem nimmt man sich diese allein für die Ausrüstung und Entwicklung. Ebenfalls positiv das man auch Kämpfe ohne Sinn angehen kann, sprich einfach nur für Erfahrungspunkte spielt. Hat man z.b. einen Stadtteil komplett leer gekämpft, kann man diesen verlassen und wieder zurückkehren. Ein Tippen auf das Scan Symbol und die Gegend ist wieder "Noise Verseucht". Auch hier gibt es neben verschieden starken Gegnern an sich Bonus und natürlich auch Boss Kämpfe. Findet man ein grünes Pig Symbol kann man fix mal 5000 Yen verdienen, während selbst bei schweren aber normalen Kämpfen nur maximal 1000 Yen drin sind. Viel Geld und die Shops werden interessanter und und und. So gibt es hier z.b. auch den Mode Gameplay. Schaltet man dieses frei kann man allein durch die Wahl der Kleidung die Stärke der Attacken beeinflussen. Es gibt wirklich so viele Möglichkeiten in diesem Spiel, das ich bestimmt die Hälfte schon wieder vergessen habe. ;-) Von daher ist das Spiel einmalig in seiner Machart. Was mich wie gesagt nervt sind die teilweise sehr langen Sprechblasen Sequenzen. Man will einfach weiter und kämpfen oder Aufgaben lösen, als Minutenlang die Gespräche zu verfolgen. An meiner Wertung ändert das aber nur bedingt etwas. Denn die knapp 15-20 Stunden, die man locker zubringen kann, wenn man alles mal exzessiv auslebt in diesem Spiel, machen viel Spaß und vor allem steigt die Spielspaßkurve stetig an. Immer wieder gibt es neue Dinge mit denen man sich befassen kann. Und da man auch frei nur für EXP spielen kann, kommen auch die reinen Kampfspieler unter euch mit dem hier eingebauten Features in diesem Bereich voll auf ihre Kosten. Und spätestens wenn man nach 2 Tagen Spielpause den DS wieder einschaltet, hat einen das Spiel sofort wieder in seinen Bann gezogen.

Grafik & Sound....

Auch bei der Präsentation geht das Spiel neue Wege und bringt gerade das RPG Thema mal in ein anderes Outfit. Stylisch und Modern wären wohl die besten Schlagworte. Dabei hält sich die reine Spielgrafik im Adventure Teil durchaus noch zurück und bietet eher gewohnte Textur Qualität. Leicht pixelige Charaktere und das ständige Gewusel der NPC’s. Ein ganz anderes Bild zeigt sich dann aber in den Kämpfen selber. Hier überwiegen satte Farben und eine Unmenge an detailreichen Attacken. Technisch ohne Probleme geht technisch die Umsetzung gut von der Hand und die grafischen Umsetzungen unterscheiden sich sehr in den einzelnen Klassen Attacken. Auch wenn ich die reine Fülle an den Sequenzen eher etwas negativ empfinde, ist die Machart im Comic Stil schon gelungen. Fans dieses Stils werden hier allemal auf ihre Kosten kommen. Den größten Eindruck in grafischer Hinsicht hinterlassen aber die Kämpfe. Actionreich, ungemein Dynamisch und grafisch Vielschichtig wird der Spieler hier unterhalten. Spielt man z.b. das Fusions Feature frei und erhält die Spiekarten anzeige auf dem Top Screen, kann man durch richtige Interaktion mit beiden Charakteren Bildschirmfüllende Specials ausführen, die ebenfalls grafisch sehr schön in Szene gesetzt hat.

Auch der Sound gehört zum gelungenen Teil des Spiels. Nicht umsonst gibt es zum Spiel eine Soundtrack CD, welche die ebenfalls moderne Musikunterstützung auch für die heimische Anlage anbietet. Dabei überzeugt die Mischung aus Pop, Hip-Hop bis hin zu Electro und Rockstücken. Einzig das man im Adventure Part immer das gleiche Lied hört, stört ein wenig. Erst wenn man hier neue frei spielt, kann man dies auch selbst ändern. Effekte sind ebenfalls reichlich vorhanden und unterstützten das dynamische Kampfgameplay auf eine sehr ansprechende Weise.

Multiplayer....

Der Multiplayer tritt bei dem exzellenten Einzelspieler Modus zunächst fast in den Hintergrund, hat aber bei Freunden mit weitgespielten Inhalten durchaus seinen Sinn. Denn ein Feature ist es z.b. Items wie Pins auch untereinander zu tauschen. Bei der Fülle allein an Pins durchaus ein nicht zu unterschätzendes Thema. Für 2 Spieler Action kann man das Minispiel namens Tin Pin Slammer angehen um sich mittels seiner eigenen Pins mit dem Gegner zu duellieren. Hat man das sogenannte Mingling Menu zur Verfügung kann man wie schon erwähnt auch andere Spieler treffen. Dabei tauscht man sogenannte Freundeskarten und kann z.b. auch in Shops dieser Freunde eintauchen. Mal abgesehen vom Minispiel ist vor allem das Tausch Feature gelungen, auch wenn es in diesem Game kein Killer Feature darstellt.

Fazit....

The World Ends With You ist ein äußerst interessantes und teilweise geniales RPG, das frischen Wind in das Genre bringt. Dabei dauert es anfangs schon eine Weile, ehe man das ganze halbwegs versteht und einem die Inhalte auch zugänglich gemacht werden. Den reinen Umfang und die Vielschichtigkeit der Möglichkeiten sieht man zu Beginn gar nicht und erst im Verlauf der ersten Spielstunden packt einen das Spielfieber. Dann aber richtig und man wird von den Möglichkeiten erstmal erschlagen. Hat man aber das System halbwegs begriffen, liegen vielen Stunden vergnüglichem RPG Spaß vor euch. Sehr hoher Tiefgang, eine dynamisches und fesselndes Kampfsystem und vor allem die Möglichkeiten der Organisation heben das Spiel wie nur wenige aus der Masse heraus. Die stylische Präsentation ist hier und da vielleicht Geschmackssache. Die Kampfaction selber gefällt mit diesem Stil durchgehend. Wer auf Rollenspiele steht sollte hier durchaus einen Blick riskieren. So ungewöhnliches vieles auch umgesetzt ist, so überzeugend ist das Spiel und dessen Inhalt.

 

+ Hohe Spielzeit/Tiefgang
+ Ungewöhnliches Gameplay
+ Sticker Feature
+ Reichlich Secrets
+ Passender Schwierigkeitsgrad
+ Präsentation/Sounds
+ Team Play auf 2 Screens
+ Spielerische Freiheiten
- Komplett Englisch
- Teils zuviel Storytexte

GRAFIK: 84%

SOUND/EFFEKTE: 85%

MULTIPLAYER: 78%

GESAMTWERTUNG: 87%

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