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NDS Teenage Mutant Ninja Turtles
 
 
Teenage Mutant Ninja Turtles - NDS
Kilian Pfeiffer (10.04.2007)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Ubisoft
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Es ist Zeit für Pizza und Videospiele! Die Turtles sind zurück und bahnen sich ihren Weg in das Gedächtnis der Fans auf ganz neue Art und Weise! Neben dem aktuellen Kinostreifen, der demnächst an den Start geht, spendiert Ubisoft (früher lag die Turtles-Lizenz bei Konami) den gespannten Fans eine wahre Videospiel-Lawine, die auf unsere Konsolen Einzug hält. Egal ob Sony, Microsoft oder Nintendo: Besitzer beinahe aller Konsolen werden bedient und erfreuen sich an dem neuen, erwachsener wirkenden Konzept der mutierten Kröten. Zum Start des Kinofilms haben wir uns daher bereits in den Schildkröten-Panzer geworfen und einen ersten Ausflug auf den Nintendo DS unternommen. Nach drei Konami-Versoftungen für Game Boy Advance, wollen wir mal sehen, was Ubisoft aus der potenten Lizenz gemacht hat.

Menus und die Story....

Verregnet beginnt der Ausflug auf dem DS. Eine für die Turtles typische Stadtkulisse repräsentiert den eigentlichen Lebensbereich der Actionhelden. Jedoch hat sich seit den letzten Abenteuern so einiges getan. Die Familienbande wurde zerrüttet, die Wege der vier Brüder trennten sich im Großstadtdickicht. Jeder hatte sein eigenes Leben zu bestreiten und kam eigenen, individuellen Vorstellungen nach, die im Laufe der Jahre vernachlässigt worden waren. Raphael erobert nun als Nightwatcher das Nachtleben der Großstadt und nimmt Ziel auf seine Feinde. Natürlich ist man bei der Polizei bereits auf ihn aufmerksam geworden und hat sich an seine Fersen gehängt. Leonardo befindet sich zeitgleich in Südamerika auf einem Abenteuertrip, auf der Suche nach einem bedeutenden Medaillon, Donatello hat den Blick auf das Finanzielle lieben gelernt und ist damit beschäftigt seinen Kontostand in der Waage zu halten. Schlussendlich wartet noch Michelangelo auf seine Berufung: Als Kinderunterhalter versüßt er hyperaktiven Kleinkindern deren Nachmittage, indem er - als Schildkröte verkleidet - sich vor ihnen zum Clown macht. Zwar ist die Story rund um die vier grünen Comicfiguren alles andere als berauschend, einen Aufhänger für eine erneute Zusammenkunft musste es aber nun mal geben.

Haupttummelstätte dürfte während Eures Ausflugs die "Geschichte" von "TMNT - Teenage Mutant Ninja Turtles" sein. Innerhalb von 15 aufeinander folgenden Episoden säubert Ihr die Straßen der Stadt und geht einer üblen Machenschaft an die Wurzeln, die mit aller Kraft das Böse - inklusive des bekannten Foot-Clans - ein weiteres Mal zu etablieren versucht. Neben dem Einzelspieler-Modus erwartet Euch ein "Mehrspieler", sowie die "Optionen", in welchen Ihr unter anderem die Sprache der Untertitel einstellen dürft (Deutsch, Italienisch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Spanisch,).

Technik und Gameplay....

Das Abenteuer der wieder vereinten Turtles startet auf einer Übersichtskarte, die Euch durch farbige Markierungen anzeigt, wo Eure nächsten Haltestationen sein werden. Nach erfolgreichem Beenden einer Episode wird die künftige Stage frei geschaltet und gewährt somit Zutritt zu weiteren actionreichen Stunteinlagen. Denn anders als bei vergangenen Game Boy Advance-Umsetzungen spielt sich die Geschichte nicht in plattem 2D als Prügelspiel ab, sondern vereint punktgenaue Hüpfaction mit regelmäßig wiederkehrenden Hau-drauf-Manövern gegen den Foot-Clan und andere fiese Konsorten.

Zumeist wird ein typischer Turtles-Level von einer Unterhaltung zwischen den vier Brüdern sowie ihrem Ziehvater, Meister Splinter, einer weisen, im Kampf erfahrenen Ratte, eingeleitet. Auf dem Topscreen habt Ihr es mit einigen hübschen Standbildern zu tun, der Touchscreen präsentiert Euch das Konterfei der sich im Dialog befindlichen Gesprächspartner. So bleibt Ihr immer im Bilde und erfahrt Wendungen in der sehr linearen, äußerst dünnen Story - als Grundlage für Turtles-Action reicht sie jedoch allemal. Das Spiel hingegen ist äußerst untypisch für die Teenage Mutant Ninja Turtles (ehemals: Hero Turtles!). Aus einer Third-Person-Perspektive steuert Ihr den für das jeweilige Level relevanten Schildkröten-Bruder über die Dächer der Metropole, hangelt Euch an überdimensionalen Brücken entlang, macht den Untergrund der City unsicher und begebt Euch in einem grünbewaldeten Dschungelgebiet auf die Jagd nach den wahren Verbrechern, die für das angekündigte Schlamassel verantwortlich zeichnen. Gesteuert wird dies auf ganz spezielle Weise: Im Gunde genommen dirigiert Ihr einen der vier Turtles in den Bildschirm hinein und sucht nach farbigen Markierungen, die als Absprungpunkt dienen. Mit den "Y"-, "X"- und "A"-Tasten befehligt Ihr nun das weitere Vorankommen. Drückt Ihr beispielsweise den "Y"-Knopf, hüpft oder schwingt sich der Protagonist zu einem weiteren blau markierten Punkt. Abhängig von der Positionierung der Farbtupfer müsst Ihr die Knöpfe des Nintendo DS betätigen. Befindet sich der nächste Punkt rechts versetzt, drückt Ihr die "A"-Taste. Schwingt Ihr Euch aber von einem Dach geradewegs auf das nächste, dient der "X"-Knopf für das nächste Stuntmanöver. Jedoch dürft Ihr Euch selbstverständlich auch frei bewegen, um beispielsweise umherstehende Kisten, Krüge und Fässer zu zerstören. Immerhin findet man dort den einen oder anderen leckeren Snack, der die Lebensenergieleiste (Ninja-Geist-Anzeige) füllt. Logo, dass Pizzen, die generelle Lieblingsspeise der Turtles, hierfür herhalten mussten. Nachdem Ihr für Ordnung im persönlichen Wohlbefinden gesorgt habt, sucht Ihr die nächste farbige Stelle und hopst weiter durch das zumeist düstere Nachtleben der Örtlichkeiten. Blaue Markierungen zeigen Euch gewöhnliche Absprungstellen an, orange allerdings spezielle Punkte, bei welchen Ihr den "B"-Button längere Zeit halten müsst, um ihn blau einzufärben. Schafft Ihr das nicht rechtzeitig, ist ein Absturz gut möglich. Folglich dient dieses Feature als kleiner Reaktionstest für teils weitläufige, die Reaktion fordernde Spurteinlagen. So sind vor allem Seile und Stangen zum Schwingen prädestinierte Punkte innerhalb des kurzen Reaktionstests.

Gelingt es Euch einige Aktionen aneinanderzureihen ohne das Manöver zu unterbrechen, vollführt Ihr so genannte Aktionsketten im Ninja-Style. Fünf Stück davon in Folge und Eure Geschwindigkeit verdoppelt sich für einen kurzen Moment - wobei die Kontrolle über Euch selbst dadurch geringer wird. Ob allerdings diese speziellen Stunts gelingen oder nicht, bleibt für das Vorankommen im Spiel Nebensache. Indes steigert eine erfolgreich ausgeführte Aktionskette aber die "Ninja-Geist-Anzeige", also Eure Lebensenergie. Von Zeit zu Zeit erscheint innerhalb eines Levels einer der Brüder, den es einzuholen gilt. Gelingt dies in vorgegebener Zeit, erhält Euer Turtle ein Familienband mit welchem er wiederum durch einen Tipp auf den Touchscreen einen Spezialangriff der Schildkröten-Geschwister herbeiführen kann. Zeitlimits, um unter anderem Steinkonstruktionen mit Waffen zu zerstören, erzeugen Druck im Spiel. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad des Abenteuers relativ verhalten ausgefallen - infolgedessen sollten selbst Einsteiger gut mit der Mechanik des Spiels zu Recht kommen.

Wie oben bereits erwähnt, erwarten Euch das eine oder andere Mal kleinere Prügeleinlagen gegen immergleiche Gegnerhorden. Stupides "B"-Gehämmer sorgt für schnelle K.O.'s auf Seiten der Widersacher, Kombos erzeugen größeren Schaden. Jedoch wurde taktisches Vorgehen außen vor gelassen, alle Gegner agieren ähnlich, die Auseinandersetzungen beschränken sich auf hirnlosen Knopf-Einsatz. Lediglich die einfach zu besiegenden Zwischenbosse verhalten sich etwas individueller. Abgewandelte Standardangriffe, wie der Drehangriff, erzeugen kurzfristig Spaß bei der Sache, dennoch ist die Entscheidung gut, sich auf den Hüpf-Part konzentriert zu haben. Zu oberflächlich fallen die Kampfeinlagen Marke "Schildkröte vs. Foot-Clan" aus. Die Möglichkeit gegnerische Attacken abzuwehren, ist zwar gegeben, jedoch so überflüssig wie ein Kropf!

In den Häuserschluchten sowie auf Schwindel erregenden Seilen warten zahlreiche Goodies in Form von wohlschmeckenden Pizzen oder Bonusleben. Eure Geschwindigkeit könnt Ihr ebenso verbessern, wie dauerhaft die "Ninja-Geist-Anzeige" verlängern. Weiterhin sind in jedem der 15 Levels jeweils vier Buchstaben, "T", "M", "N" und "T" verteilt, die es zu sammeln lohnt.

Grafik & Sound....

Grafisch kommt der Titel recht gut daher, die 3D-Umgebungen sind flüssig animiert und bei weitem nicht so grobschlächtig wie in anderen Spielen. Detaillierte und vor allem abwechslungsreiche Umgebungsgrafiken sorgen für allgemeine Befriedigung, auch die Animationen der Turtles gehen in Ordnung. Allerdings versprühen die grafisch schlichten und immergleichen Gegnermassen den wohl vorhandenen kreativen Mangel seitens der Grafiker.

Beinahe schon zum Heulen ist die Tatsache, dass der kultige, originale Turtles-Sound im Spiel schmerzlich vermisst wird. Lediglich aufgebauschte elektronisch angehauchte Musiken, anderseits auch stimmungsfördernde Untermalungen können gefallen, bieten aber nichts Außergewöhnliches, das erwähnenswert wäre. Allerdings hätte ich mich als alter Turtles-Fan schon über die Originalmusik gefreut!

Multiplayer....

Der Mehrspieler-Modus ist - ähnlich wie im kürzlich getesteten "Disneys Kim Possible - Auf der Jagd nach Gemini" - leider zu einfallslos. Hier spielen maximal zwei Mitspieler drahtlos mit jeweils einer Spielkarte in Zeitduellen gegeneinander. Ziel ist der direkte Vergleich wie lange man benötigt, um an das Ende eines von vier Levels zu gelangen. Fünf eigens dafür kreierte Items (Ninja-Verschwinden, Geist-Schild, Ninja-Trance, Gleißender Blitz, Schwindelanfall) sorgen für Kurzweil. Auf Dauer reicht dies logischerweise nicht aus, um im Duo gegeneinander anzutreten.

Fazit....

Die Turtles sind zurück, aber anders als man sie in Erinnerung hat. Zwar kann der neuartige Hüpf-Marathon durchaus unterhalten, jedoch vermisst man die typischen waffenbetonten, auf Körperkontakt Wert legenden Action-Auseinandersetzungen wie auf dem Super Nintendo Entertainment System (SNES). Obwohl grafisch kaum etwas zum Aussetzen wäre, ist der Titel auf Grund der dürftigen Spielzeit sowie der eingeschränkten Bewegungsfreiheit nicht 100%ig zu empfehlen. Leider ist der Wiederspielwert - bis auf das Einsammeln der Buchstaben - ebenso gering. Dennoch macht das einmalige Durchspielen Spaß und kann für wenige Stunden, bis zum Abspann überzeugen. Wenn auch nicht auf dem gewohnten Niveau. Mal sehen, wie sich hier die Game Boy Advance-Variante im Test schlägt. Diese hält immerhin an den bewährten Wurzeln fest.

 

+ Turtles-Lizenz (They're back!)
+ grafisch gelungene Umsetzung
+ gewagtes Markierungssystem
- kaum Anspruch/Umfang
- flache Prügelaction
- kaum Eingreifmöglichkeiten
- dürftiger Mehrspieler-Modus

GRAFIK: 80%

SOUND/EFFEKTE: 69%

MULTIPLAYER: 68%

GESAMTWERTUNG: 70%

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