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NDS THINK Logik Trainer: Think Again
 
 
THINK Logik Trainer: Think Again - NDS
Kilian Pfeiffer (10.01.2009)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp young
GENRE: Denkspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: K.A.
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Der Erfolg gibt „dtp young entertainment" und „Ravensburger" recht. Mit THINK – Training für den Kopf – Logik Trainer – Think again" bringt der Hamburger Spielepublisher den zweiten Teil auf den Markt. Viel verändert hat sich nicht, lediglich neue Aufgaben bereichern das vergnügliche Unterfangen. „Mentaltraining" nennt man das, was „THINK – Training für den Kopf – Logik Trainer – Think again" mit dem Geiste des Spielers anstellt. Von „dtp young entertainment" kommt der nächste Gehirntrainer auf den Markt, der die Lizenz des bekannten deutschen Brettspiel-Herstellers „Ravensburger" mit sich bringt und damit selbstverständlich bereits optisch den Stempel „empfehlenswert" aufgedrückt bekommt. „Ravensburger" steht im kollektiven Gedankengut für „unbedenkliche Kost", meist kinderfreundlich umgesetzt und jederzeit zum Weiterempfehlen geeignet. Ob der Titel auch dem bislang auf dem Thron verweilenden Nintendo-Trainer das Wasser reichen kann, sei an heutigem Tage und genau dieser Stelle geklärt. Soviel vorneweg: „THINK – Training für den Kopf – Logik Trainer – Think again" macht einige Dinge äußerst gut, teils auch besser, als Nintendos millionenfach verkauftes Vorzeigespiel!

Menus und die Story....

Dass die Hersteller so fleißig für Nintendos Handheld entwickeln, ist kein Zufall. Zu viele positive Erfahrungen wurden mit ihm bislang gemacht, speziell in monetärer Hinsicht. Ganz klar, dass eine Schar von Entwicklern hier rege an neuer Software arbeitet. Im Auftrag für „dtp young entertainment" waren das die deutschen Entwickler von „Independent Arts Software", die bereits für eine kaum mehr zu überschauende Tier-Simulationsanzahl verantwortlich zeichnen. Nun eben auch für ein behutsam das Gehirn optimierendes Software-Produkt, sogar schon in zweiter Ausführung.

Gleich zu Beginn fällt eine Sache auf: bei vorliegendem Mentaltraining habt Ihr bereits zu Beginn Zugang zu allen Spielmodi und Modulen, die kognitiven Fähigkeiten dürfen also sogleich unter Vollbelastung werkeln. Ob diese Tatsache positiv oder negativ zu werten ist, muss vom Spieler jeweils individuell getroffen werden. Vorteil bei den Nintendo-Varianten war, dass die Langzeitmotivation durch das tagtägliche Freischalten bestimmter Übungen auf hohem Niveau geblieben ist, andererseits konnte man an dem lediglich tröpfelnden Nachschub schnell den Gefallen verlieren, sofern die Ungeduld des Spielers überhand nahm. Bei heutigem Titel darf man gleich zu Beginn auf alle Übungen zugreifen, wobei sich eventuell der Effekt einstellen könnte, dass es nichts neues mehr zu erspielen gibt und darunter die Motivation zu leiden hat. Beide Fälle sind nicht zu pauschalisieren – als Entwickler hat man sich nun einmal für eine Variante zu entscheiden, beziehungsweise eine Vermengung zu wagen. Schlecht sind unseres Erachtens beide nicht, aber wie gesagt, unterschiedlich zu bewerten.

Technik und Gameplay....

Den wissenschaftlichen Anspruch, den das aus deutschen Landen stammende Produkt an sich stellt, ist weit geringer, als der beim Nintendo-Konkurrenten, wird aber auch nicht so exzessiv in den Vordergrund gedrängt, wie bei Dr. Kawashimas Übungsmarathon. Dennoch haben wir uns dafür entschlossen, auch hier keine Prozentwertung zu vergeben, da es sich um ein leistungssteigerndes Programm handelt, das den „spielerischen Umhang" abgelegt hat und auf Dauer das Auffassungsvermögen sowie die Reaktionsgeschwindigkeit steigern will. Sozusagen ein Programm mit Nutzen! Dennoch legt man bei „dtp young entertainment" ebenso Wert auf die familiäre Unterhaltung. Mehr dazu im Mehrspieler-Abschnitt weiter unten.

Zu Beginn setzt Euch die Software vor die Auswahl der gewünschten Schreibhand und lässt Euch ein Profil samt Namen anlegen. Und dass auch hier ein tollpatschig wirkender, weißhaariger Professor – allerdings namenlos – verweilt, ist nur eine Randbemerkung unsererseits. Die Ähnlichkeiten zur Nintendo-Umsetzung sind hier teils deutlich, aber das ist auch gut so, denn innerhalb der Übungen findet man einige Neuerungen, die man im Software-Bereich in dieser Form noch nicht gesehen hat. Das Spielprinzip ist äußerst simpel strukturiert: entweder Ihr trainiert Euren „THINK"-Quotienten, sozusagen die Erfolgsbewertung im Spiel, und schraubt ihn bestenfalls bis 180 Punkte empor. Wie das allerdings gehen soll, ist fraglich, denn selbst zügige Übungsabschlüsse lassen das Ergebnis grundsätzlich bei knapp unter 120 Punkten verharren. Das „Training" ist in sieben Oberbereiche aufgeteilt (Sprache, Gedächtnis, Mathematik, Räumliches Denken, Auffassung, Logik und Audiovisuell), ein Oberbereich mehr, als noch beim direkten Vorgängertitel. Jeweils drei diesbezügliche Trainingseinheiten warten innerhalb der Bereiche auf ihre Absolvierung. Summa summarum macht das 21 Übungen, die nach Lust und Laune gewählt werden dürfen, jede erfolgreiche Übung legt das Ergebnis in Form eines Diagramms dar. Somit lassen sich auch Langzeitergebnisse innerhalb einer Verlaufskurve aufführen – Ups und Downs in grafischer Hinsicht eben!

Richtig spannend wird es allerdings erst dann, wenn Ihr im Hauptmenü auf „THINK"-Quotientenpunkte-Jagd geht. Leider hat sich nichts im Vergleich mit dem ersten Teil getan. Irgendwie gehört das bei von „Independents Arts" entwickelten Spielen zum guten Ton: Nachfolger sind in der Regel uninspirierte Kopien des ersten Teils, bei denen man immer davon ausgehen kann, dass man sich – aufgrund des Erfolgs – auf seinen Lorbeeren ausgeruht haben könnte. So empfinden wir die Sache. Auch wenn das Ergebnis kein schlechtes ist, wünscht man sich als Spieler Fortschritte hinsichtlich des Gameplays. Da reicht es einfach nicht aus, einen einzigen weiteren Übungsbereich (Audiovisuell) im Programm zu integrieren. „Sprint", „Marathon" und „ Olympiade" stehen im „THINK-Quotient"-Menü zur Auswahl, wobei ersteres einen zufällig gewählten Bereich abdeckt und Ihr die zugehörigen Übungen absolvieren müsst. Im „Marathon" habt Ihr bereits mit drei zusätzlichen Einheiten zu „kämpfen", die letztendlich alle sechs Oberbereiche abdecken. Am meisten Abwechslung und Spaß bereitet allerdings die „Olympiade", da Ihr hier alle zur Verfügung stehenden Module ausführt. Demnach wäre es interessant, einen näheren Blick auf den eigentlichen Spielinhalt zu werfen, immerhin ist dieser sehr abwechslungsreich gestaltet. Betrachten wir den Bereich der „Sprache", stellen wir fest, dass wir hier nicht nur Begrifflichkeiten korrekt zusammensetzen müssen, sondern auch Hörverstehensübungen bewerkstelligen sollen: So gilt es, die in deutscher Sprachausgabe vorgesprochenen Wörter korrekt – Buchstabe für Buchstabe – wiederzugeben. Rotierende Buchstabenscheiben, die in senkrechter Weise angeordnet sind, rotiert Ihr so lange, bis sich zwei parallel nebeneinander stehende Wörter ergeben.

Im Bereich „Gedächtnis" müsst Ihr Euch Kartenreihenfolgen merken und diese per Touchscreen wiederholen, Personen, die in ein Treppenhaus ein- und ausgehen, zählen (Dr. Kawashima lässt grüßen!) oder Euch ungleiche Gesichter einprägen und diese – samt Namen – merken. Auch der mathematische Anspruch wird im zweiten Teil des „Ravensburger"-Titels bedient: So addiert Ihr Augenzahlen eines Würfels und subtrahiert dann die Summe der Augen der nicht einzusehenden Würfelseiten, füllt ein Mobile mit Zahlengewichten und löst simple Kopfrechenaufgaben im Nu. Beim räumlichen Denken baut Ihr im Geiste Würfel zusammen, löst schwierige Quader-Puzzles (alle Spiele liegen übrigens in zwei Schwierigkeitsgradausführungen vor) oder erratet, welche Symbole sich auf Würfelunterseiten befinden. Wie gesagt: Eine gute räumliche Vorstellungsgabe trägt wesentlich zum Erfolg bei. Was die „Auffassungsgabe" betrifft, tippt Ihr sechs Bilder in Folge an – nämlich diejenigen, die Ihr in die Bilderreihe einordnen würdet. Im Weiteren verfolgt Ihr eine Zeichenfolge in auf- und absteigender Weise oder tippt auf Ballons aufgedruckte Zahlen so schnell als möglich in einen Taschenrechner. Weiterhin integriert Ihr logisch Zahnräder in ein mechanisches Konstrukt, löst einfache Falschaussagen oder wiegt Fische mithilfe einer Legende korrekt ab. Als letzten Bereich, der auch die einzige Neuerung im Programm darstellt, erwartet Euch eine audiovisuelle Ebene, in der Ihr Tonhöhen nachspielen müsst – was ganz schön anspruchsvoll ist -, Symbolpaare, die mitunter rotieren, finden sowie eine Melodie anhand von Notenblättern wiederholt. Für Abwechslung ist also gesorgt!

Grafik & Sound....

Obwohl wir auf eine Prozentwertung verzichten, wollen wir auf den grafischen Aspekt eingehen. „THINK – Training für den Kopf – Logik Trainer" schlägt hier den millionenfach verkauften Konkurrenten von Nintendo deutlich, wobei das Niveau – im Vergleich mit einem gewöhnlichen Spiel-Titel - freilich äußerst niedrig ist. Da es sich hierbei aber um ein Programm mit Lerneffekt handelt, ist die grafische Komponente eher zweitrangig. Der Kopf des Professors ist aber dennoch ein witziger Blickfang.

Passend zum Spielgeschehen ist die musikalische Untermalung. Leider gibt es nur eine Melodie, was eindeutig zu wenig ist. Dieses Manko haben wir bereits mehrmals bei den Tier-Simulationen angeführt, dennoch ist die Qualität der hier verwendeten Sounds besser – Ihr bekommt weder rauschende Effekte noch undeutliche Musikabfolgen zu hören.

Multiplayer....

Dass bis zu vier Mitspieler auf einem Nintendo DS gegeneinander antreten können, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die Ermittlung des „THINK"-Quotienten bereitet in der Gruppe großen Spaß, insbesondere bei der längerfristigen „Olympiade", die für jeden Spieler 21 Module bereithält. Für Zwischendurch ist diese Art der Unterhaltung also genau das richtige.

Fazit....

Auch „THINK – Training für den Kopf – Logik Trainer – Think again" von „dtp young entertainment" kommt zwar nicht mit der intellektuell-wirkenden Wissenschaftskomponente daher, dem Titel gelingt aber, durch die einfache Zugänglichkeit der durch die Bank spaßigen Aufgaben, Motivation zu verbreiten. Zwar wäre es doch von Vorteil gewesen, die eine oder andere Übung erst im späteren Spielverlauf freischalten zu können, da somit auch auf längere Sicht die Bindung zum Produkt halten würde. Insbesondere im Mehrspieler-Modus, aber auch im „Olympiade"-Einzelspiel tritt jedoch ein ungemein hoher Unterhaltungsfaktor zu Tage, der sich in keiner Hinsicht zu verstecken braucht. Nintendo DS-Besitzer, die gerne ihr Köpfchen anstrengen und heiß darauf sind ihren „THINK"-Quotienten stetig zu verbessern, sollten zugreifen!

 

+ 7 Oberbereiche, 21 Module
+ leichte Zugänglichkeit
+ gelungene MP-Umsetzung
+ technisch durchaus brauchbar
+ gute Schrifterkennung
- Quotienten-Umrechner
- keine freispielbaren Inhalte
- bedingte Langzeitmotivation

GRAFIK: --

SOUND/EFFEKTE: --

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG:
Empfehlenswert

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