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NDS Tierliebe groß geschrieben - Haustierarzt
 
 
Tierliebe groß geschrieben - Haustierarzt - NDS
Kilian Pfeiffer (07.05.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Mindscape
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die nächste Herausforderung steht auf dem reichlich gefüllten Nintendo DS-Plan – zwar keine nagelneue, dafür in abgeänderter Form und durch einige spielerische Änderungen aufgepeppt. Erneut steht der Beruf des Tierarztes auf dem Programm, erneut schlüpft Ihr in die Rolle des allwissenden Kittelträgers, der in behutsamer Weise seine Patienten gesund pflegt und dafür nicht einmal entlohnt wird. Punkte stellen die virtuelle Bezahlung dar, die den persönlichen Erfolg und das Ansehen in der tierliebhabenden Bevölkerung bestimmen. Der von „Mindscape" entwickelte Titel hebt sich wohltuend von bereits auf dem Markt erhältlichen Vertretern ab und überzeugt nicht wegen des Inhalts, sondern vor allem wegen der unzähligen Einsatzmöglichkeiten medizinischen Geräts. Auch, wenn die minispielähnlichen Unterhaltungssequenzen nicht immer die innovativsten darstellen.

Menus und die Story....

Die Patientenriege in „Tierliebe groß geschrieben – Haustierarzt" ist gewaltig, von Fischen über Frösche, von Meerschweinchen über Hunde ist so ziemlich alles Lebendige vertreten, was in der Bevölkerung einen tierischen Rang und Namen hat. Hinzu kommt, dass der Titel den Spieler vor drei Schwierigkeitsstufen setzt und somit auch im späteren Spielverlauf für ansprechende Behandlung sorgen dürfte. Tierliebhaber kommen also auf ihre Kosten und werden die Umsetzung nicht mehr so schnell aus den Händen legen.

Zunächst gilt es sich jedoch in der neuen Arbeitsstelle vorzustellen. Immerhin seid Ihr Tierarzt, der eine Anstellung in einer renommierten Tierklinik erhält und dort von allen Seiten mit Argusaugen inspiziert wird. Nicht im negativen Sinne, sondern vielmehr unterstützen Euch die Mitarbeiter dort wo sie können, helfen mit Ratschlägen und Tipps zum – hoffentlich – glücklichen Verlauf des tierischen Abenteuers. Vom Hauptmenü aus bleibt Euch nur der direkte Start mitten in das Tierklinikleben, andere Möglichkeiten bietet Euch das Programm nicht. Von der Rezeption aus habt Ihr Überblick über den gesamten Raum, erkennt die Besitzer samt Patienten im Wartebereich, habt den Erholungsbereich im Blickwinkel, ebenso den PC, der jedoch nur aus Spaßeszwecken existent scheint.

Technik und Gameplay....

Bevor wir uns an die medizinischen Wagnisse herantrauen, sei gesagt, dass „Mindscape" auch für die bloßen Freunde der Tierpflege ein Plätzchen im Erholungsraum geschaffen hat. Patienten, wie etwa Hunde, finden dort eine Unterkunft, speziell in dem Fall, wenn sie unter Beobachtung stehen und noch nicht fit genug erscheinen, um wieder nach Hause zu können. Eine angemessene Pflege bedeutet uneingeschränkte Hingabe: Das Bandagieren gehört im Erholungsbereich zu den Hauptaufgaben. Dies geschieht durch das Nachzeichnen abgegrenzter Gebiete, die repräsentativ für das zu bandagierende Körperteil stehen. Mit dem Touchpen schüttet Ihr energiespendendes Futter in den Napf, wohingegen der Käfig ab und zu von Schmutz und Ausscheidungen befreit werden will. Auch die Körperhygiene steht auf dem Programm, wurde aber ziemlich minimalistisch umgesetzt und anhand weniger farbiger Pixel wird gezeigt, welche Körpergegenden einer Wäsche bedürfen, beziehungsweise abgetrocknet oder eingeseift gehören. Auch das Spielen gehört zum obligatorischen Umgang mit dem Schützling. Leisten für die jeweiligen Tätigkeiten symbolisieren den Istzustand des Patienten – allerdings solltet Ihr darauf achten, dass diese niemals in Richtung Nullpunkt schwinden.

Abwechslung zur Tierpflege findet sich im rezeptionseigenen Computer, der zwar größtenteils fachfremde Inhalte liefert, dafür aber die tierische Komponente nicht ganz außer Acht lässt. Beim Gedächtnisspiel geht es – vergleichbar mit einem „Memory"-Spiel – um zwölf Kartenpaare mit Tiermotiven, die aufgedeckt werden wollen. Das Quadraträtsel ist ein allseits bekanntes und bereits häufig verwurstetes Spielprinzip, bei welchem ebenso Motive zusammengesetzt werden müssen. Drei Schwierigkeitsgrade stehen zur Auswahl, bei letzterem wird das Quadrateverschieben bereits ziemlich diffizil, denn fünf mal vier Bausteine sind eine anständige Zahl, die nicht ohne weiteres gelöst werden kann. Abgerundet wird die Unterhaltungsweise durch ein Tierquiz, bei dem eine stattliche Menge an spezifischen Fragen auf Euch einprasseln und im „Wer wird Millionär"-Stil beantwortet werden sollen.

Der eigentliche Hauptgrund, weswegen wir uns mit vorliegendem Titel beschäftigen, ist und bleibt aber die Tierbehandlung an und für sich. Zu Beginn werdet Ihr in einem Übungsfall auf alle wesentlichen Inhalte eingestimmt, später im Spiel hilft Euch ein Hinweis-Button bei der Fortführung der jeweiligen Behandlung. Dieser leitet Euch durch den gesamten Titel hindurch und erinnert Euch jederzeit daran, was als nächstes auf dem Programmplan steht. Einleitende Worte seitens des Tierhalters beschreiben Euch das Grundproblem, als Tierarzt stellt Ihr anfangs Fragen hinsichtlich der Erkrankung – im Endeffekt macht Ihr Euch ein erstes Bild des Patienten. Für jede korrekt durchgeführte Tätigkeit erhaltet Ihr Levelpunkte, die Euch wiederum zu Trophäen und Auszeichnungen verhelfen können. Voraussetzung dafür ist eine bestimmte Punktzahl, die jedoch nur erreicht werden kann, wenn Eure Diagnose am Ende der Behandlung zutreffend ausfällt. Zuvor wartet aber noch der Einsatz unzähliger medizinischer Instrumente auf deren Einsatz, 44 an der Zahl. Bedauerlicherweise ist die Umsetzung der meisten Instrumente ähnlich ausgefallen: So tastet Ihr den Körper des Patienten ab indem Ihr mit dem Touchpen sich verkleinernde Kreise berührt, ebenso misst Ihr auf gleiche Art und Weise mit dem Blutdruckmessgerät selbigen abhorchen. Mit dem Vergrößerungsglas betrachtet Ihr auffällige Körperstellen, indem Ihr Verbindungspunkte nachfahrt. Andererseits verabreicht Ihr aufbauende Präparate, nehmt auf ähnliche Weise ebenfalls Blutproben ab. Selbst Operationen stehen auf dem Tagesprogramm, wobei die „Trauma Center"-Reihe von Nintendo immer noch eine Schippe mehr Realismus auf dem Karren hat. Wunden verschließt Ihr mit Nadel und Faden, eine Bandage ist oftmals die notwendige Folge. Impfstoffe immunisieren den Patienten vor gefährlichen Folgekrankheiten. Gut umgesetzt ist der Ablauf allemal, denn bei falscher Behandlung werden Euch ohne Umschweife Punkte vom Konto abgezogen, die nur durch die korrekte Behandlung wieder aufgefrischt werden können. So ist es beispielsweise nicht ratsam das Thermometer in das Maul des Meerschweinchens zu schieben, wenn die Assistentin den Hinterleib empfiehlt. Viel falsch könnt Ihr dennoch nicht machen, da Euch das interne Hilfesystem genauestens vorgibt, was zu tun ist. Was uns etwas enttäuscht, ist die lieblose Minispiel-Umsetzung, da man zumeist nicht mehr machen muss, als Punkte nachzuzeichnen, innerhalb eines sich bewegenden Kreises zu bleiben, beziehungsweise im richtigen Moment die Temperatur des Körpers abzufragen.

Grafik & Sound....

Sofern man schon „TIERLIEBE" groß schreibt, sollte auch die grafische Pracht nicht zu kurz kommen, was sie während des Gameplays auch nicht tut. Zwar wirken die Hintergründe immer recht statisch und wenig lebhaft, dafür gefallen zumindest die Tierdarstellungen bei den Behandlungen. Sehr real kommen Hund, Frosch und Fisch daher, auch wenn sie nur in wenigen Zügen echte Regungen zeigen. Mal ein Augenaufschlag – das war es dann aber schon wieder. Optisch ist die Umsetzung dennoch keine schlechte, weil der Wert aufs Detail gelegt wurde. Da können die Hintergründe schon einmal statischer Natur entspringen…

Hingegen können wir von der musikalischen Seite nur bedingt Erfolgsmeldungen präsentieren, denn die sich nach wenigen Sekunden immer wieder wiederholende Mucke – man könnte beinahe annehmen, der Plattenspieler sei hängengeblieben – geht auf Dauer auf die Nerven. Welche Gründe gab es bei „Mindscape", dass man lediglich eine einzige Hintergrundmusik zur Verfügung stellte? Diese passt zwar zum Setting, aber immer Nudeln essen, hängt einem irgendwann auch mal zum Hals raus...

Fazit....

Mindscape" betritt in Sachen Tierarzt-Software auf dem Nintendo DS Neuland, macht aber ganz gute erste Schritte im Vergleich mit der angestammten Konkurrenz. Allein der Tatsache wegen, dass jeder Patient eine kleine Hintergrundgeschichte mit sich bringt. 44 medizinische Gerätschaften sorgen für eine immense Anzahl an Untersuchungsmöglichkeiten, auch wenn die zugehörigen Minispiele größtenteils ähnlich ausfallen. Das Pflege-Feature bringt zusätzlichen Pepp in die Sache, allerdings wurde es etwas stiefmütterlich behandelt und erreicht den derzeitigen Status der Konkurrenzsoftware noch nicht. Dennoch ist das Gesamtprodukt nicht schlecht und für werdende Jung-Tierärzte ein netter Zeitvertreib, sei es der stetige Kampf um Levelpunkte aber auch die hübsche optische Umsetzung des Ganzen. Viele Patienten und diverse Krankheitsbilder bieten Stoff für einige vergnügliche Stunden vor den DS-Bildschirmen.

 

+ Anzahl medizinischen Geräts
+ (aufgesetzter) Pflege-Bereich
+ drei weitere Unterhaltungsspiele
+ einsteigerfreundlich
+ statische, wenngleich hübsche Tierdarstellungen
- wenige simple Minispiele
- auf Dauer nervende Musik
- kein Mehrspieler-Modus

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 53%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 67%

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