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NDS Tabaluga: Grünland in Gefahr
 
 
Tabaluga: Grünland in Gefahr - NDS
Kilian Pfeiffer (13.08.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Atari
GENRE: Jump'n Run
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Einst war es Peter Maffay, der Tabaluga auf die Bühne brachte und mit jener Inszenierung eine der erfolgreichsten deutschen Aufführungen überhaupt zum Leben erweckte. Das ist zwar nun schon einige Jahre her, hat aber dennoch seine Spuren hinterlassen. Denn der kleine grüne Drache ist noch immer ein beliebtes Maskottchen und hat in Kinderkreisen Kultstatus erreicht. Vor allem deshalb, weil überall dort, wo Tabaluga drin ist, Kinderfreundlichkeit garantiert wird. Demnach vertrauen Eltern auf jene Produkte, das Kalkül, dass gar ein pädagogischer Effekt dabei folgen könnte, ist existent, aber nur schwerlich in die Realität umzusetzen.

Menus und die Story....

„Tabaluga – Grünland in Gefahr", das von „rocketscience games" entwickelt wurde, ist ein speziell auf Kinder ausgerichteter Titel, dessen Anspruch es ist, diese zu unterhalten und auf gewaltlose Art zu faszinieren. Dass das Vorhaben ziemlich einwandfrei funktioniert, ist nicht zuletzt dem simplen Gameplay zu verdanken, sondern vor allem der liebreizenden technischen Umsetzung, die eher an einen aus deutscher Feder stammenden Zeichentrickstreifen erinnert. Ebenso existiert nur ein einziger Schwierigkeitsgrad, so dass selbst Einsteiger ohne Sorge die Software in ihren Nintendo DS-Schacht schieben dürfen. Zu keinem Zeitpunkt wird man sich als Spieler überfordert fühlen, dank freischaltbarer Fertigkeiten wird gar der Wiederspielwert aktiviert – erst nach und nach lassen sich alle Objekte innerhalb der Levels sammeln.

Arktos, seines Zeichens Herrscher der Eiswelt, will Grünland in ein weißes, eisig-kaltes „Tiefkühlfach" verwandeln. Überall dort, wo einst Blumen blühten, Bäume ihre Äste im Wind wippten, soll Schnee und Eis herrschen, die gute Laune von anno dazumal in eine fröstelnde, missmutige Grundstimmung verwandelt werden. Arktos ist drauf und dran, seinen Plan in die Tat umzusetzen, bis ein kleiner widerstrebender Baum einen Schatz von unvorstellbarem Wert preisgibt: Ein Ei, in dem Tabaluga steckt, das einzige in der Lage befindliche Wesen, das Arktos noch abhalten kann. Und so macht Ihr Euch auf einen beschwerlichen Weg, um den Herrscher der Eiswelt samt seiner Schergen von der widerlichen Tat abzuhalten.

Technik und Gameplay....

Zum 25-jährigen Tabaluga-Jubiläum hat sich der kleine Drache ein DS-Abenteuer redlich verdient – umso erfreulicher, dass das Grundkonzept des Kinderfreundes beibehalten wurde und erneut besonderer Wert auf die Zugänglichkeit und Einsteigerfreundlichkeit für die Kleinen gelegt wurde. Als 2D-Jump’n Run umgesetzt, geht es in platten Welten in Richtung Levelausgang. Allerdings warten unzählige Herausforderungen darauf, aus dem Weg geräumt zu werden. Positiv, dass es bei „Tabaluga – Grünland in Gefahr" keinen Lebenszähler gibt, lediglich stellen drei Herzen den derzeitigen Fortschritt dar, der bei Berührung aufgebraucht wird. Sind alle Herzsymbole verschwunden, gilt dies als Verlust eines Lebens, jedoch dachte man bei „rocketscience games" an die junge Klientel und spendierte dem Abenteuer unzählige Checkpoints, an welchen man das Spiel wiederaufnehmen darf.

Dass die Verwendung des berührungssensitiven Touchscreens kaum Verwendung fand, ist nicht zuletzt auf das Jump’n Run-Genre zurückzuführen. Um es den Spielern einfacher zu machen, beschränkte man sich darauf, innerhalb der – wenigen – Minispiele vom Stylus Gebrauch zu machen, ebenso kommt das Mikrofon lediglich beim Speien des Feuers zu tragen. Ansonsten verlasst Ihr Euch auf die altbekannte Knöpfchen-Steuerung, springt mit dem „B"-Button" über die plattformgespickten Ebenen, duckt Euch unter engen Vorsprüngen hindurch oder hangelt mithilfe des Steuerkreuzes an Lianen entlang. Tabaluga ist für sein Alter gar nicht mal so unbeweglich, wie man es zu Beginn vielleicht annehmen dürfte. Denn nach und nach erläutern Euch Schriftrollen neue Bewegungsmöglichkeiten, Spielcharaktere lehren unumgängliche Moves, ohne die es an gewissen Stellen nicht mehr weiter ginge, Ihr Euch also dann in einer Sackgasse befändet.

Dass der grüne Drache sogar vergleichbar mit Tarzan an Lianen herumschwingt und Objekte durch Krafteinfluss in ihre Einzelteile zerlegt, ist schon beachtlich, typischer hingegen für ihn ist das Feuerspeien, das durch Pusten in das Mikrofon initiiert wird. Obwohl Tabaluga anfangs nicht des Fliegens mächtig ist, lernt er dies bereits nach kurzer Zeit, denn diverse Plattformen sind ohne den Einsatz der Flügel einfach nicht zu erreichen. Was uns gut gefällt, sind die Levels, die zwar durch Richtungspfeile bestückt wurden, dennoch gibt es genug Freiraum, um geheime Bonus-Gegenstände zu entdecken. Mit ein wenig Geschick und einer detektivischen Spürnase macht Ihr Euch auf die Suche nach gefangen genommenen Grünländern oder sammelt Farbtöpfe, um dem verblassten Regenbogen wieder seine Farbe zurückzugeben. Einige hundert Sterne pro Level sind ebenso für unseren Protagonisten von Bedeutung. Eventuell erwartet Euch bei erfolgreichem Vorgehen ja eine kleine Überraschung? Was uns aber besonders gefällt, auch wenn es spielerisch recht monoton abläuft, ist das Ausschalten von Widersachern. Diese in unterschiedlichen Ausführungen herumlaufenden Bären, schneeballschießenden Pinguine oder flatternden Urzeitvögel werden allesamt durch einen beherzten Hüpfer auf den Kopf ausgeschaltet. Nicht anders ist das Vorgehen bei den seltenen Endbossen. Anderenfalls kann aber gesagt werden, dass nach eurem Leben trachtende Stacheln und herunterfallende Stalagtiten für weitere Gefahren sorgen und nur durch vorausschauendes Agieren umgangen werden können.

Seid Ihr fleißig und schreitet im Abenteuer voran, erwarten Euch gar einige Minispiele, die nicht weiter spektakulär ausfallen, jedoch Gebrauch vom Touchscreen machen. Bei der Schneeballschlacht formt Tabaluga durch Kreisen des Touchpens Schneebälle, um diese aus der Deckung auf das Pinguinheer zu „feuern". Auch dies geschieht durch eine vorwärts gerichtete Linie, mit dem Stylus ausgeführt, auf dem Screen. Auch ein oftmals gesehenes Spielchen der Marke „Wiederhole-die-Folge-der-aufleuchtenden-Farben" ist in das Gameplay integriert worden.

Grafik & Sound....

„Tabaluga – Grünland in Gefahr" ist minimalistisch, was dessen Präsentation angeht – aber dennoch absolut geeignet für die angesprochene Zielgruppe. Die Landschaftsumgebungen sind farbenfroh und mit kleinen Details bereichert. Drollig umherspazierende Feinde werden mit einem Sprung auf den Kopf verabschiedet, selbst das Flattern über Abgründe gelang den Grafikern ansehnlich, wenngleich auch technisch auf keiner konkurrenzfähigen Ebene. Obwohl wir annehmen, dass der Stil ganz bewusst so gewählt wurde – des Öfteren sind pädagogisch-ansprechende Titel dergestalt designt, vor allem dann, wenn sie aus deutschem Hause kommen. Ob das nun Zufall ist, oder repräsentativ, können wir leider nicht sagen.

Eine wunderbare Sound-Untermalung treibt Tabalugas Abenteuer voran und zeigt, dass man abwechslungsreiche Musikkost durchaus auch in einem kinderfreundlichen Jump’n Run verwerten kann. Auch wenn die Effekte eher spärlich gesät wurden und keine Sprachausgabe die wenigen Textzeilen vorträgt, können wir konstatieren, dass der akustische Part überzeugen kann.

Fazit....

Nein, auf einen Multiplayer-Modus müssen Freunde der Gruppenkeilerei dieses Mal verzichten. Alles was wir Euch anbieten können, ist das Einzelspiel, das auch hinsichtlich der Dauer überzeugen kann. Weil Ihr immer wieder in bereits absolvierte Levels zurückkehrt, um noch fehlende Gegenstände zu sammeln, macht das Abenteuer auch auf längere Sicht Spaß. Ebenso wegen relativ weitläufiger Welten, die nicht im üblichen, linearen Gewand daherkommen. So kristallisiert sich mit „Tabaluga – Grünland in Gefahr" erneut ein Titel heraus, der zwar nur für jüngere Spieler interessant sein dürfte, jedoch für jene Zielgruppe definitiv zu empfehlen ist, nicht nur wegen der vollkommen gewaltfreien Spielweise!

 

+ weitläufige Welten
+ kinderfreundlich
+ sammelbare Gegenstände
- sehr zielgruppenspezifisch
- recht einfach zu meistern
- wenig Spezialfertigkeiten

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 71%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 70%

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