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NDS Schach & Matt
 
 
Schach & Matt - NDS
Kilian Pfeiffer (01.12.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Tivola
GENRE: Schach
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Ein Schachspiel, nicht nur für Erwachsene, bringt "Tivola" auf den deutschen Markt. Mit "Schach & Matt" will der Publisher im wahrsten Sinne des Wortes "geistreiche" Trainingseinheiten für "Groß und Klein" bieten. Also nicht nur ein reiner Schachcomputer für den Nintendo DS, sondern vielmehr ein eingängiges, behutsames Regelwerk in einem kindgerechten Szenario. Weil dies dem Programm gut gelingt, avanciert der Titel ohne weiteres zur empfehlenswertesten Schachumsetzung für die Kleinen. Erwachsene erlernen zwar schnell das eigentliche Handwerk ebenfalls in anschaulicher Art und Weise, werden sich dann aber wohl etwas unterfordert fühlen.

Menus und die Story....

Dass sich ein Publisher der Belange der Jüngeren in der Art und Weise annimmt, wie es "Tivola" macht, gefällt uns äußerst gut, denn kindgerechte Umsetzungen werden zwar häufig angepeilt, bei weitem aber nicht immer erreicht. Insofern freut es uns umso mehr, dass "Schach & Matt" durch sein gespenstisches Setting - innerhalb einer Burg - zum Spielen einlädt. Auch die Hintergrundgeschichte lehnt sich an die Interessen der jüngeren Spieler an.

Ein erzürnter Piratenkapitän, seines Namens Drago, ist unverhofft bei Giselmund, dem gutmütigen Gespenst und Eurem Schach-Mentor, in seine Burg eingedrungen und hat alle Schachfiguren stibitzt. Dass man so etwas nicht tun sollte, haben wir spätestens in unserer eigenen Kindheit von den Eltern mit auf den Weg bekommen. Leider kommt Ihr nicht ohne weiteres zurück in den Besitz der Figuren, sondern müsst den fiesen Drago erst in mehreren Schachduellen besiegen. Nur doof, dass das Schachspiel bislang noch nicht zu Euren Stärken zählt. Giselmund nimmt sich Eurer an und ist nicht minder unbegabter als ein echter Schachprofi. In vielen kleinen Abschnitten lehrt er Euch das Schachspiel, bringt Euch Grundregeln bei, legt Spielzüge dar und lädt Euch immer wieder auf kleine Quiz-Sessions ein. Alles zum Zwecke der Rückeroberung der abhanden gekommenen Schachfiguren, versteht sich.

Technik und Gameplay....

Was uns bei "Schach & Matt" positiv überraschte ist die komplett auf den Touchscreen verlagerte Steuerung. Der Einsatz der konventionellen Tasten ist somit nicht vonnöten, jeder Spielzug, jede Optionsauswahl wird über den berührungssensitiven Bildschirm abgehandelt. Auch das Schachbrett wird daher über den Touchscreen dargestellt, in der Regel finden sich auf dem Topscreen Informationen zum Spiel und allgemeine Spielerklärungen. Drei Schwierigkeitsgrade stehen zur Verfügung (leicht, mittel, schwer), wobei sich diese auf Übungsrunden gegen Giselmund, sowie auf das Schachduell gegen Drago beziehen. Die gewöhnlichen Trainingseinheiten sind im Grunde mit den Kenntnissen aus den hier erlernten Inhalten durchaus zu meistern.

Grundsätzlich könnte man schon nach kurzer Zeit gegen Drago antreten, - hier sieht man auch, dass der Titel nicht als spezielles Programm für Erwachsene gedacht ist - aber der Kauf des Spieles hätte sich somit nicht ausgezahlt. Umso deutlicher ist zu sagen, dass vornehmlich das jüngere Semester als Zielgruppe angedacht ist, da dieses erst die etappenweise Verbesserung ihrer Grundfertigkeiten und Regelkenntnisse durchlaufen muss. Älteren Spielern sind die Grundkenntnisse einer Schachpartie häufig bereits bekannt. Alle anderen werden nach allen Regeln der Kunst Schritt für Schritt in die Materie eingeführt. In einer detaillierten Darstellung der Burg erkennt Ihr einzelne Räume, in denen interessante Regelwerkserklärungen und Fragen auf Euch warten. Derjenige Raum, der als nächstes besucht werden soll, wird durch ein "!" markiert. Habt Ihr Euch dorthin begeben, stöbert Ihr zunächst mit dem Stylus im Raum umher. Hier lassen sich kleinere Überraschungen entdecken, die zwar nichts mit dem Spiel an sich zu tun haben, für die Zielgruppe aber recht witzig sein dürften. Berührt Ihr beispielsweise den gusseisernen Topf, fängt unterhalb ein Feuer zu lodern an, eine Ritterrüstung hebt durch Berührung ihren Arm nach oben. Wollt Ihr jedoch gleich zu den Erklärungen der einzelnen Schachfiguren, solltet Ihr die jeweilige Spielfigur antippen.

Hier lernt Ihr innerhalb verschiedener Themenbereiche (zum Beispiel: "Ziehen und Schlagen"; "Mattsetzen mit Dame und König"; etc.) alles Wissenswerte. Hinter dem Glühbirnen-Symbol verbergen sich anschauliche Erklärungen zu jeweiliger Figur, die dann auf dem Brett anhand von nachgestellten Spielzügen verdeutlicht werden. In Textform verhelfen Euch Informationskästen zum nötigen Wissen. Wesentlich hilfreicher und gleichsam interessanter sind hingegen die Übungen und Fragen, die Giselmund für Euch parat hat und in korrekter Form erklärt haben will. Bezugnehmend auf das jeweilige Kapitel müsst Ihr den König beispielsweise aus dem Schachmatt ziehen, alle schwarzen "Steine" finden, die von weiß geschlagen werden können, oder einzelne Fragen hinsichtlich einer Linien- oder Diagonalenbildung bejahen oder verneinen. Was Euch in diesem Abschnitt vorgesetzt wird, gefällt uns außerordentlich gut und dürfte für schelle und unkomplizierte Lerneinheiten sorgen, da man hier sein theoretisches Wissen auch in der Praxis anwenden darf.

Das Schachbuch in der Bibliothek ist insofern ein interessantes Objekt, als dass hier wichtige Geheimnisse aus der Welt des brillanten Brettspiels zu finden sind. Wenn Ihr nicht wisst, was eine "italienische Partie" besagt, oder eine "Bauerngabel" ist, solltet Ihr dort nachschlagen. Habt Ihr nach einigen Stündchen ausreichend trainiert, dürft Ihr im so genannten "Endspieltraining" mit einigen wenigen Schachfiguren in einer Probepartie gegen Giselmund antreten oder aber eine ganze Schachpartie ansetzen. Erst dann stehen die Spiele um die gestohlenen Schachfiguren gegen Drago auf dem Programm. Pro gewonnene Partie gibt es eine Schachfigur zurück - zu tun gibt es also genug...

Grafik & Sound....

Auch wenn "Schach" im Spiel thematisiert wird, haben die Entwickler dennoch eine ganze Menge an netten Einfällen in die Burg von Giselmund integriert. Kleinere grafische Effekte, wie eine abgefeuerte Kanone, sind für das Auge eine Bereicherung, spielerisch machen sie jedoch keinen Sinn, erfreuen aber dennoch die Schach lernende Jugend. Auch auf den Spielbrettern selbst sind keine außergewöhnlichen Effekte angedacht worden. Auf dem Brett herrscht ein farbenarmes Geschehen, was für einen derartigen Titel aber gewöhnlich ist.

Ritterliche Musik in mittelalterlichem Gewand klingt aus den Nintendo DS-Lautsprechern während des Spielens. Diese passt zum Szenario, hätte insgesamt aber abwechslungs- und facettenreicher ausfallen dürfen. Gut sind hingegen die kurzen, deutschsprachigen Einwürfe von Giselmund höchstpersönlich, beispielsweise dann, wenn Ihr mit einer Figur falsch zieht oder eine der vielen Übungen vergeigt.

Multiplayer....

Auch an einen Mehrspieler-Modus hat man gedacht, jedoch gibt es lediglich eine einzige Spielmöglichkeit - klassisches Schach eben. Hinzu kommt, dass pro Spieler eine Version von "Schach & Matt" vorausgesetzt wird. Hier wäre bestimmt auch ein Einzelkarten-Spiel möglich gewesen. Dennoch: Schach gegeneinander macht Spaß, keine Frage!

Fazit....

"Schach & Matt" von "Tivola" ist definitiv eine schöne Umsetzung geworden - für das jüngere Geschlecht. Denn die ausführlichen Regelwerkserklärungen nehmen nun mal den größten Raum im Spiel ein, ebenso wie die kindliche Story rund um das Gespenst Giselmund und den Piratenkapitän Drago. Zwar gewinnen die Duelle gegen diesen mit der Zeit an Würze, das Spiel bleibt aber machbar. Sollten die jüngeren Geschwister im Laufe der Zeit ihr Interesse am Brettspiel "Schach" entdecken, ist "Schach & Matt" derzeit eine optimale Lernplattform dafür!

 

+ eingängige Regelerklärungen
+ viele Übungen (Theorie/Praxis)
+ spielerisch umgesetzt
+ kinderfreundlich (Story/Überraschungen)
- grafisch bieder
- für ältere Semester zu wenig Abwechslung

GRAFIK: 51%

SOUND/EFFEKTE: 60%

MULTIPLAYER: 70%

GESAMTWERTUNG: 63%

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