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NDS Speed Racer - The Videogame
 
 
Speed Racer - The Videogame - NDS
Kilian Pfeiffer (14.06.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Warner Interactive
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-6 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Nein

   
Einleitung....

Geschwindigkeit ist ein Faktor, der Männerherzen höher schlagen lässt. Je schneller die Maschine flitzt, je temporeicher das Fahrzeug um die Kurven brettert, desto besser. Die vernünftige Einsicht, dass es auch langsamer ginge, hilft da nicht mehr viel. All das, was der Wagen hergibt, will man ausgereizt wissen, den Temporausch in den eigenen Gliedern spüren. Genau so dürfte es dem Speed Racer auch ergehen – der große Unterschied ist nur, dass er noch ziemlich jung ist. Was soll’s: Wenn es später doch sowieso nur auf die Geschwindigkeit ankommt, warum nicht auch schon in jungen Jahren? Dass Schnelligkeit ein faszinierender Faktor ist, ist unbestritten, nur wenn die Kontrolle über das Gefährt versagt, ist Hoffen und Bangen angesagt...

Menus und die Story....

Eine einleitende Grafiksequenz des Titels bürgt gleich zu Beginn für das, was Euch im Folgenden noch erwarten soll. Als Lenker eines zukunftsweisenden Gefährts seid Ihr auf jeder Fahrbahn Grund für eine Straßensperre: Mit über 600 km/h über die Piste zu heizen, ist in der Tat eine gefährliche Angelegenheit, wenn man jedoch der „Speed Racer" ist und das Vermächtnis seines Bruders bewahren soll, schaut die Sache schon wieder ganz anders aus. Vor allem, wenn man entdeckt, dass Siegabsprachen in vielen Fällen zum Erfolg führen. Industrielle nutzen dieses unfaire Mittel dazu, bereits im Vorhinein die Plätze unter sich aufzuteilen. Da kommt es gerade gelegen, dass „Racer X" um die Ecke schlittert. Vielleicht ließe sich ja mit ihm ein Bündnis eingehen, um die sportliche Fairness zurück auf die Piste zu holen.

Unspektakulär aufgezogen ist das Hauptmenü von „Speed Racer – The Videogame". Positiv, dass ein „Tutorial" mit dabei ist, welches allerdings keine Praxis vermittelt, sondern nur in skizzenähnlicher Form einzelne Situationen, die auf den futuristischen Straßen der Zukunftsmetropolen möglich sind, darstellt. Ein wenig Text dazu und fertig sind die Entwürfe samt jeweiliger Tastaturbelegung. Der „Arcade"-Modus dürfte einen äußerst interessanten Bereich des Spieles darstellen, da hier einige Modi auf Euch warten, die zu Beginn des Spieles noch nicht zugänglich sind. Fleißige Raser werden aber zügig an ein „Schnelles Rennen", „Schnelle Stunts", „Schneller Kampf" sowie den „Zeitangriff" kommen. Allerdings müsst Ihr dazu in der „WRL", der „World Racing League" gute Leistungen zeigen, um Bonusinhalte freizuspielen. Ausgestattet mit dem „T-180", dem Standard-Rennwagen der „WRL", geht es auf die Piste, die schon einigen Teilnehmern das Fürchten gelehrt hat.

Technik und Gameplay....

Der spannendste Teil des Spieles dürfte sich im eigentlichen Story-Bereich, der „WRL" zutragen, denn nur hier zieht Ihr die Fans auf Eure Seite, beeindruckt sie mit hochexplosiven Stunts, vollführt Sprünge über ungeahnte Distanzen und rast mit einem Affenzahn gen Ziellinie. Je mehr Fans Ihr bei Euren Einlagen überzeugen könnt, desto mehr Fahrer schaltet Ihr frei, aber auch Fahrzeug-Chassis werden im Laufe der Zeit zugänglich gemacht. Drei Rennklassen warten anfangs auf deren erfolgreiche Eroberung: Eine „Amateur-Klasse" für die Anfänger unter Euch, später dann die „Halbprofi-Klasse", um zu guter Letzt in der „Profi-Klasse" für Wirbel zu sorgen. Auch hier gilt: Zunächst ist nicht jeder Cup, geschweige denn jede Klasse, zugänglich. Nur durch mühsames Punktesammeln und durch das Einheimsen von Fansympathien rückt Ihr auf der Erfolgsskala voran. Insgesamt warten 16 Fahrer darauf, mit Euch um die Wette zu flitzen. Jeder der Charaktere weist einen individuellen Fahrstil auf, so ist Speed Racer ein guter Allrounder, wohingegen Prince Kabala eine äußerst überzeugende Kontrolle über sein Fahrzeug ausübt. Jedem Fahrer liegt ein eigenes Fahrzeug zugrunde, das sich dann abermals innerhalb der fünf Fahreigenschaften unterscheidet. Der eine Rennwagen ist schneller als ein anderer, dafür ist das Handling des zweiten besser. Wiederum könnte aber das Drift-Verhalten über Sieg und Niederlage entscheiden. Auch nicht zu vernachlässigen: Beschleunigungswerte und das jeweilige Charisma des Fahrers.

Je nach Klasse müsst Ihr diverse Pokalmeisterschaften absolvieren. Jeder Pokal besteht aus drei Rennen, die auf den unterschiedlichsten in der Zukunft verorteten Strecken angelegt sind. Es geht an lavaspeienden Vulkanen vorbei, durch architektonisch beeindruckende Zukunftsmetropolen und – so weit es eben geht – naturbelassene Landschaften. Riesenhafte Loopings, weit gezogene Kurven, abrupte Richtungswechsel auf der Strecke – all das wird Euch im Laufe der Zeit begegnen. Auffallend sind die recht langen Cups. Es kann also durchaus sein, dass Ihr sechs Minuten benötigt, um die obligatorischen drei Runden zu absolvieren. Manchmal ist das unserer Auffassung nach etwas zu lang, da bei „Speed Racer – The Videogame" bei weitem nicht so viel rasante Action angesagt ist, wie beispielsweise bei der „Mario Kart"-Serie. Hier geht es vor allem um den Geschwindigkeitsrausch, die Gegner lassen sich aber dennoch dank kleinerer Tastatur-Scharmützel in ihre Einzelteile zerlegen.

Durch Stunts lassen sich zum einen Fans gewinnen, zum anderen füllt Ihr damit Eure Boost-Anzeige. Auf den Strecken selbst dürft Ihr jederzeit „Jump Jacks" vollführen, kleinere Einlagen, die mit Hilfe des Steuerkreuzes initiiert werden und einige Fans begeistern. Vorwärtssalto, Rückwärtsdrehung und Überschlag sind zwar nicht spektakulär, dafür jederzeit durchführbar. Beeindruckend wird’s dann während der phänomenalen Weitensprünge – dort ist dann im Idealfall mal schnell eine 1080°-Drehung drin, vielleicht noch bereichert durch einen Überschlag um die eigene Achse. Die Möglichkeiten sind immens, die Zuschauer werden es Euch mit Sicherheit danken. Die Boost-Anzeige gibt Aufschluss darüber, wann Ihr in der Lage seid, richtig Gas zu geben. Ist diese gefüllt, könnt Ihr auf die Tube drücken und dem Gefährt das letzte Quäntchen Power herausquetschen. Dank der zahllosen Sprungmöglichkeiten in Form von Schanzen wirbelt Ihr durch die Luft und versucht, möglichst perfekt zu landen. Ansonsten steht Ihr in der Schuld Eurer Fans, da Ihr nicht anständig gefahren seid… Allerdings sind die Stunteinlagen bei weitem nicht so motivierend, wie beispielsweise das Item-Abfeuern bei „Mario Kart Wii". Im Grunde genommen beides Spielinhalte, auf welchen das grundlegende Gameplay aufbaut. Auch wenn Ihr respektable Drehungen in der Luft aufs Parkett legt, macht es doch mehr Spaß, die Gegner von der Piste zu holen. Dies gelingt, wenn in unmittelbarer Nähe ein Widersacher auftaucht und Ihr rechtzeitig den „X"-Knopf für ein Schleuder-Manöver betätigt. Ein Treffer und die Bahn ist wieder frei! Cooler ist es hingegen, wenn Ihr per Sprungangriff attackiert und in einem minispielinspirierten Duell rechtzeitig eine Taste des DS zu drücken habt. Sollte der Gegner, welcher ebenfalls an der Reihe ist, drücken, misslingt der Angriff. Übrigens wird dieselbe Sequenz auch dann eingeläutet, wenn Ihr Ausweichen müsst und selbst Opfer eines hinterhältigen Sprungangriffs werdet. Was Ihr immer beachten müsst, sind die Abgrenzungen der kurven- und loopingreichen Strecken. Eine Mauerberührung kostet in der Regel wertvolle Zeit und muss daher tunlichst vermieden werden. Neben den gewöhnlichen Rennen warten weiterhin noch Challenges, die hinsichtlich Eurer fahrerischen Fähigkeiten deutlich zu fordern wissen.

Grafik & Sound....

Endlich mal wieder ein DS-Titel der grafisch absolut überzeugen kann. Zwar nicht unbedingt innerhalb der Spielmenüs, dafür zum einen während der tollen Einführungssequenz, aber ganz besonders während des eigentlichen Spielens. Nicht nur das Gefährt wirkt ungemein realistisch hinsichtlich der Straßenlage und seines Fahrverhaltens. Auch die Randbebauungen rasen in hohem Tempo in wirklichkeitsgetreuer Weise an Euch vorbei. So überkommt Euch ein spektakuläres Gefühl, mitten in einem solchen Rennfahrzeug zu sitzen.

Die musikalische Komponente gefiel uns hingegen weniger, was weniger an der Soundkulisse des Umfelds liegt, sondern an den spacigen, elektrolastigen Beats, die nun mal so gar nicht als Melodieersatz ins Ohr wollen. Anders ausgedrückt fehlt uns einfach eine klangvolle Erfahrung. Wobei man dem Titel den Musikpart aber nicht im Gesamten absprechen sollte.

Multiplayer....

Auch wenn der Mehrspieler-Bereich nicht viel Inhalt bietet, finden wir die Tatsache toll, dass man zu sechst um die Wette heizen darf. Zwar benötigt dazu jeder Teilnehmer eine eigene Spielkarte, das Gefühl gegen menschliche Mitstreiter auf der Piste zu fahren, ist aber ein einzigartiges. Und da es auf der Rennpiste keine Freunde mehr gibt, müssen Eure Sprungattacken schon optimal sitzen, um nicht als Letzter ins Ziel zu kommen.

Fazit....

„Speed Racer – The Videogame" für Nintendo DS ist nicht nur technisch eine Granate, sondern weiß auch spielerisch zu gefallen, wenngleich das ultimative Gefühl, man halte hier einen Top-Hit in Händen, sich nicht einstellen mag. Dazu fallen die Rennen zu ähnlich aus, die Pisten sind des Öfteren einfach zu lang, auch wird es mit der Zeit monoton-langatmig immer auf gleiche Weise seine Widersacher von der Strecke zu räumen. Viele freischaltbare Inhalte und spezielle Challenges bieten sich als dauerhafter Motivationsfaktor an. Was wir aber zu Zeiten des „Mario Kart Wii"-Booms traurig finden, ist der komplett fehlende Wi-Fi-Modus mit weltweiter Rangliste. Das wäre wirklich genial gewesen, hätten sich die Entwickler hierzu durchringen können!

 

+ gute Spielzeit
+ viele freischaltbare Boni
+ guter Schwierigkeitsgrad
+ Zusatz-Challenges
+ MP für bis zu 6 Personen
+ grafisch hervorragend
- wenig Abwechslung
- kein Wi-Fi-Modus (!)
- durchschlagendes Gameplay
Element fehlt

GRAFIK: 81%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: 73%

GESAMTWERTUNG: 70%

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