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NDS Totally Spies 3: Secret Agents
 
 
Totally Spies 3: Secret Agents - NDS
Matthias Engert (16.12.2007)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Magic Pockets
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 5-10++
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Der Bereich der Helden Spiele ist eigentlich fast komplett in männlicher Hand. Nur selten das weibliche Charaktere in diese Phalanx einbrechen können, sieht man mal von diversen Marvel Amazonen ab. Will man in diesem Bereich Frauenpower pur bekommen, so muß man in Sachen Zielgruppe schon ein wenig in den jüngeren Bereich schauen. Hier findet man sie zuhauf, die Bratz, Powerpuff Girls & Co. Eine weitere Gruppe in dieser Zielgruppe sind die Totally Spies. 3 weibliche Supergirls, die auch als TV Vorbild regelmäßig die Schurken zur Strecke bringen. Im Falle der Spies hat Ubisoft nun mittlerweile einige Titel auf die Spielerinnen losgelassen. Aktuell starten die Mädels im dritten Teil der Reihe - Secret Agents. Was spielerisch diesmal drinsteckt soll euch der folgende Test zeigen.

Menus und die Story....

War bisher Mistic Software für die Spies Spiele verantwortlich, entschloß man sich beim Publisher Ubisoft den 3er einer anderen Entwicklerfirma anzuvertrauen - Magic Pockets. Keine Unbekannten auf den Nintendo Handhelden, aber immer mit einer gewissen Gefahr behaftet eine Serie mehreren Software Schmieden zu übergeben. Passend und ohne Kritik sind zunächst die simplen Rahmenbedingungen. Neben einem komplett deutschen Spiel sorgt der Batteriespeicher via Autosave für bequemes Sichern der Spielstände. Einen Multiplayer findet man im Gegensatz zum Vorgänger hier aber nicht mehr vor. Auch Heldinnen sind manchmal einsam und dürfen hier ohne ihre Freundin Hand anlegen. Die Story ist sehr typisch für die Serie und bietet wie immer eine Mischung aus Girlie Problemen und dem typischen Gut gegen Böse Spielchen. Alles beginnt zunächst eigentlich damit, das sich unsere Mädels auf den Abschlußball vorberreiten und alle auf ein und denselben Kerl stehen. Jede überlegt sich was sie anzieht und ob sie wohl in der Gunst des Jungen ganz vorne liegt. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ist eine neue Bedrohung sowohl privat als auch beruflich. Mandy die den bezeichnenden Spitznamen "Das Verderben" trägt, mischt sich nicht nur in das Rennen um den Jungen ein, sondern sorgt auch dafür das unsere 3 Mädels nach kurzer Zeit von Jerry gerufen werden, mal wieder eine internationale Krise zu stoppen. Von nun an gilt es privat wie beruflich die Fronten zu klären.

Wie man es eigentlich nicht anders gewohnt ist, präsentiert sich auch der Dreier in der Spies Serie kunterbunt was Grafik und Menus angeht. Viel Pink, Lila und Rosa sorgen schnell für den Bezug zur angepeilten Zielgruppe. Je nach eingestellter Sprache eures DS gelangt Ihr so schnell zum Hauptmenu des Spiels. Hier könnt Ihr nun wahlweise ein Spiel starten, ein gespeichertes Fortsetzen und in den Optionen nach dem rechten sehen. Diese bieten aber neben den Credits einzig die Sprachwahl zum erneuten anwählen. Ansonsten muß man sich hier nicht lange aufhalten und Ihr könnt ein neues WHOOP (World Organisation of Human Protection) Abenteuer beginnen.

Technik und Gameplay....

Sobald Ihr ein neues Spiel begonnen habt, wird euch die Hintergrund Geschichte in Form diverser Sequenzen noch einmal näher gebracht. Immer in der gleichen Machart laufen in diversen Standbildern samt Texten die Geschichten vor euch ab. Im typischen Comic Stil gehalten ziehen sich so ein roter Faden durch das Spiel und erzählen so die Geschichte des Spiels recht gut. Nach dem abrupten Ende der Abschlußball Vorberreitungen, werden unsere 3 Heldinnen von Jerry instruiert und starten in das neue Abenteuer. Vor dem Spieler oder der Spielerin liegen von nun an 5 Missionen, die in sich verschiedene Actionlevel bieten. Gespielt werden diese schön nacheinander, ohne später die Gelegenheit zu besitzen erneut gespielt zu werden. Totally Spies 3 ist als eines der Games das man durchspielt und halt fertig ist. Sobald das erste Level beginnt, zeigt sich als erstes die Screenaufteilung, die sich im gesamten Spiel auch nicht ändert. Während der Top Screen für die Darstellung der eigentlichen Action dient, deckt der Touch Screen DS like die Gadgets und Aktionsmöglichkeiten der Heldinnen ab. Im Gegensatz zu früheren Titeln der Spies Serie ist das ganze hier fast ausschließlich auf einen 2D Action Jumper zusammengestutzt worden. Wie sich zeigen sollte nicht unbedingt zum Vorteil der Serie. Auch wenn die Grafik hier und da einen gewissen Tiefeneffekt suggeriert, geht es läuferisch und in Sachen Action einfach nur von links nach rechts. Was z.b. auch das Steuerfeature des Laufens erklärt. Wahlweise könnt Ihr per Kreuz links und rechts die Heldin bewegen, oder das ganze per Y und X Taste tätigen. Dazu kommt die X-Taste die man eher untypisch für diese Spiele für den Sprung reserviert hat. Ebenfalls mit dem Steuerkreuz Gegenstück wird die Funktion der B-Taste ausgelöst. Damit könnt Ihr in die Hocke gehen und plus Laufrichtung auch Kriechen oder auf allen Vieren voran kommen. Zu guter letzt können auch die L und R Taste für den Sprung selber genutzt zu werden.

Ausgerüstet mit diesen Grundaktionen dürft Ihr nun die einzelnen Level angehen, die euch mal in die örtlichen Straßen führen, die Hauptzentrale oder auch in das Innere eines Videospiels, das die Kids im Game sonst eigentlich spielen. Das Ziel in jeder Mission ist es einen Endbereich zu finden, der euch zur jeweils nächsten Mission führt. Dazwischen gilt es diverse kleine Aufgaben zu erledigen, die zumeist im Umlegen von Gegnern besteht, das man hier in den Fokus des Gameplays gestellt hat und spielerisch komplett anders umsetzt, als man das gewohnt ist. Klar alle Tasten sind belegt, nur nicht mit Kampfaction die ja auch die Spies Serie nunmal bietet. Also muß dieser Teil anders gelöst sein. Anzeigentechnisch unterstützt euch im Spiel nur eine Lebensleiste im Top Screen, die positiverweise erweiterbar ist und das Spiel über nicht nur die anfangs verfügbaren 3 Herzen bietet. Etwas das auch zwingend sein muß wie der Spielverlauf zeigt. Steht eure Heldin im Top Screen im aktuellen Level, darf man sich dem Touch Screen widmen, der nun wie schon erwähnt Ausrüstungen und diverse Gameplay Facetten abdeckt. Eigentlich positiv umgesetzt ist dabei die Zweiteilung der Outfits. Unsere 3 Amazonen können per Button sowohl in festlicher Kleidung durch die Gegend ziehen, als auch in ihren WHOOP Anzügen, die wie immer besondere Fähigkeiten und Gadgets bereithalten. Je nach Spielsituation muß man zwischen den Outfits umschalten um voran zu kommen. Bestimmte Orte sind zunächst nur mit dem festlichen Outfit zu infiltrieren, während danach der WHOOP Anzug für das Weiterkommen sorgt. Desweiteren könnt Ihr live im Spiel via Charakterköpfen zwischen allen Dreien umschalten. Hintergrund ist hier das jede der 3 Mädels über spezielle Gadgets verfügt. Will man diese benutzen benutzt man den mittleren Button auf dem Touch Screen. So kann Alex z.b. ihre Jet Stiefel für kurze Zeit einsetzen um höhere Gebiete zu erreichen, Clover kleine Rauchbomben werfen, welche euch gefahrlos an Gegnern vorbeikommen läßt, während Sam mit ihrer Scanner Uhr Schalter auch fernbedienen kann.

In den Leveln verteilt sind Speicherpunkte, die in meinen Augen aber zu wenig eingebaut wurden und aus dem Spiel durchaus einen Frustbringer werden lassen kann. Was auch am vielleicht wichtigsten Gameplay Punkt liegt, dem Kämpfen gegen allerlei Schurken. Hier geht Magic Pockets einen ungewöhnlichen und zunächst durchaus innovativen Weg. Sobald eine der Heldinnen auf einen Gegner trifft, wechselt der Touch Screen in einen Körper Bildschirm, sprich der Körper des Gegners wird als Komplettansicht gezeigt. Dazu erscheinen links und rechts die Trefferpunkte beider Kontrahenten. Habt Ihr also 3 Herzen in eurer Leiste, so entsprechen diese eben 3 TP. Das Kampfgameplay ist nun sehr hektisch umgesetzt, funktioniert aber zumindest zu Beginn recht gut. In mehreren Runden werden an bestimmten Körperstellen farbige Zahlen eingeblendet. Diese Zahlen müßt Ihr in der richtigen Reihenfolge antippen um einen Treffer zu generieren. Dabei läuft um jede Zahleneinblendung eine Zeit mit, so das Ihr nicht ewig Zeit habt Treffer anzubringen. Soweit so gut. Mäßig wird das ganze wenn euch am Ende der ersten Mission alle Varianten gezeigt werden. Denn im Spiel gibt es 4 verschiedene Attacken Varianten. Per Antippen der Zahl auf dem Körper wird ein Schlag ausgeführt, was sehr gut funktioniert. Danach folgt der Tritt, bei dem man diesen Zahlenkreis per schräger Wischbewegung in eine Richtung auslöst. Der Stoß ist schon hektischer und wird per sehr schneller Hin und Herbewegung von oben nach unten getätigt. Der ultimative Angriff - der Blitzhieb wird per schneller schräger Wischbewegung hin und her ausgelöst. Solange alles einzeln von euch gefordert wird läßt sich das ganze noch als passend beschreiben. Aber wehe es wird gemischt. Denn jede dieser 4 Varianten ist auch noch in einer anderen Farbe umgesetzt. Vor allem bei späteren Kämpfen muß man also nicht nur schnell erkennen welche Attacke man wann einsetzen muß, sondern diese eben auch genau ausführen und das ganze mit einem minimalen Zeiteinsatz. Und hier muß ich sagen stößt man selbst als erwachsener Game schnell an eine Frustgrenze.

Denn leider werden nicht geschaffte Attacken als eigener Treffer gewertet, was die Sache nicht unbedingt leichter macht. Gehen die Kämpfe so über mehrere Runden und pro Runde schafft man vielleicht nur 3 von 5 Attacken, reicht das nicht und der Gegner kann euch in aller Ruhe angreifen. Es gibt so regelrecht Haßstellen im Spiel, an denen man einfach kaum weiterkommt. Solange man Rauchbobmen hat kein Thema und mancher Rücksetzpunkt danach rettet euch mit dem letzten Herzen. Aber Spielspaß sieht anders aus, was vor allem bei der angepeilten Zielgruppe noch extremer aussehen dürfte. Nichts gegen Reaktions und Touch Screen Spielchen, die immer gerne genommen werden. Aber so umgesetzt wie hier macht das ganze leider keinen Spaß und treibt auch die Spielzeit nur künstlich in die Höhe. Fans der Spies werden hier mit den Vorgängern eindeutig glücklicher.

Grafik & Sound....

Grafisch muß man anmerken das die Screens zur rechten das ganze schlechter aussehen lassen, als es in Wirklichkeit ist. Zumindest was die Farbpower angeht, die im Spiel schon ein wenig besser ist. Geboten wird der Zielgruppe ein passendes, wenn auch teils einfach gehaltenen Ambiente was die Umgebungen angeht. Zwar unterscheiden sich diese schon voneinander, was der Abwechslung entgegen kommt, detaillierte DS Grafiken sehen aber schon anders aus. Dazu tragen auch die immer gleichen und sehr steril wirkenden Animationen bei, die steif und wenig geschmeidig wirken. Technisch zwar ohne Probleme ist auch in Sachen Effekten so gut wie kaum etwas zu sehen. Auch hier beschränkt man sich auf Standardkost der einfachen Sorte. Farbenfroh und damit damit zwar passend für die Zielgruppe, bietet der Rest des Grafikteils keinen Anlaß zu Freudensprüngen.

Etwas besser kommt die Musik an, zumindest wenn man über die Soundkulisse im Hintergrund spricht. Die oft Disco und Technomäßig angehauchten Stücke wissen zu gefallen und passen zum Girl Power Inhalt der Spies Reihe. Effekte sucht man dagegen wie im Grafikbereich auch beim Sound fast vergebens. Wenn dann besinnt man sich auf einfache Standardsounds.

Fazit....

Im Vergleich zu den eigenen Vorgängern ist der Dreier der Spies Reihe ein Rückschritt. Vor allem in Sachen Spielspaß und Gameplay für die angepeilte Zielgruppe. Zwar präsentiert man das Game nach wie vor kunterbunt, versäumt es aber spielerisch positiv zu überzeugen. Vor allem das mit der Zeit fast schon frustrierende Kampfsystem sorgt für deftige Abzüge. Was recht innovativ und spaßig anfängt entwickelt sich mit der Zeit zum Nervenaufreibenden Wettlauf zwischen euren Nerven und dem Spiel. Denn Dank der wenigen Speicher und Rücksetzpunkte sind zig Wiederholungen einer Stelle samt der nicht abschaltbaren Sequenzen mehr ein Willenstest wie lange man durchhält, ohne auszumachen. So macht man auch das wieder recht passende Gadget System zunichte und sorgt für viel nervige Momente beim Spieler. Spies Fans sollten klar zu den Vorgängern greifen, die zumindest für mehr Spaß beim Spieler oder der Spielerin sorgten.

 

+ 3 Charakterinnen
+ Gadget System
+ Erweiterbare Lebensleiste
+ Komplett Deutsch
- Kampfsystem (Frustgefahr)
- Wenige Rücksetzpunkte
- Sterile Umgebungen
- Sequenzen nicht abbrechbar

GRAFIK: 47%

SOUND/EFFEKTE: 67%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 41%

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