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NDS Sokoban DS
 
 
Sokoban DS - NDS
Kilian Pfeiffer (19.10.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: RTL Games
GENRE: Puzzle
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 6-10+
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

„RTL" ist groß im Kommen! Vom Fernsehsender als solchem wollen wir zwar nicht sprechen, denn ob die x-te „Bauer sucht Frau"-Verwurstung sowie Oliver Geißen auf allen Programmplätzen wirklich so sehenswert sind, sei mal dahingestellt. Mit dem Label „RTL Playtainment" sind die Kölner aber zumindest in spielerischer Hinsicht auf dem aufsteigenden Ast und haben einige interessante Konzepte in petto, die nach und nach auf dem deutschen Markt erscheinen werden. Persönlich wäre ich ja mal für eine „Alarm für Cobra 11"-Umsetzung für die Wii-Konsole, aber dafür scheint es derzeit leider noch nicht zu reichen… Heute vorstellen wollen wir Euch einen Uraltklassiker, der auf den Namen „Sokoban DS" hört. Ein Titel, der bei Knobelfreunden Kultstatus genießt und bereits in mehrfacher Hinsicht das Licht der Weltöffentlichkeit erblickt hat.

Menus und die Story....

Seinen Ursprung hat Sokoban im fernen Japan, wie auch das eine oder andere zu großem Erfolg erlangte Spielprinzip. Eigentlich logisch, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis das sich über Jahre am Leben gehaltene Gameplay in westliche Gefilde bewegte und dort nun für den DS umgesetzt wurde. Wir haben uns eine Version gesichert und durften während des Testzeitraumes zur Genüge Kistenschieben. Denn genau um jene Tätigkeit dreht sich der gesamte Titel: Kisten um-, ver- und wegschieben, um diese auf die markierten Positionen zu bringen, um den aktuellen Level abzuschließen. Klingt im Grunde höchst simpel, erweist sich aber als Herausforderung der ganz besonderen Art. Mit 250 Missionen wartet die Spielkarte auf. Diese Menge ist beachtlich und nur in wochenlangen Sessions zu bewerkstelligen. Vor allem der Schwierigkeitsgrad dürfte den meisten Nutzern Kopfzerbrechen bereiten. Was hier auf Euch zukommt, wird Euch zum Verzweifeln bringen, mitten in die Ratlosigkeit schlittern lassen und den einen oder anderen Gedanken aufkommen lassen, mit was für einem Titel Ihr hier nur konfrontiert wurdet.

Also gleich zu Beginn: Um in „Sokoban DS" auch auf Dauer seine Freude zu haben, solltet Ihr Nerven wie Drahtseile mitbringen und erfahrene Rätselfreunde sein. Als Einsteiger solcher spielerischer Kost dürfte man es äußerst schwer haben, bei der Stange gehalten zu werden. Der Anspruch, der dem Nutzer abverlangt wird, ist nun mal nicht von schlechten Eltern. Was aber nicht heißen soll, dass die qualitative Komponente des Spieles darunter zu leiden hätte. Im Gegenteil: Als Liebhaber der Herausforderung fühlt man sich wie daheim und erfreut sich ob des motivierenden, anspruchsvollen Gameplays.

Technik und Gameplay....

Die Spielregeln sind schnell erklärt: Mit einem Labyrinth vergleichbar macht sich Euer namenloser Protagonist drauf und dran, alle auf dem Spielfeld platzierten Kisten auf die Zielmarkierungen zu schieben. Auf dem Wörtchen „schieben" liegt die Betonung, denn das Ziehen der Boxen ist nicht erlaubt und genau diese Tatsache macht die Umsetzung so derartig fordernd. Unseres Erachtens gibt es teils nur einen einzigen Lösungsweg, um bestimmte Missionen zu bewältigen. Jeder Zug muss daher korrekt sitzen, alle Schritte zuvor durchdacht sein. Anderen Falles steht Ihr vor einem Problem, das nur durch einen Neustart gelöst werden könnte. Oder eben durch die komfortable, dem Spiel beigelegte Spulfunktion, die es Euch erlaubt, bereits getätigte Verschiebungen wieder rückgängig zu machen.

Obwohl 250 Missionen enthalten sind, ist es nicht erlaubt, querbeet Stages zu spielen. Vielmehr gilt es von Anfang an systematisch sich durch das Dickicht der Rätsel zu knobeln, in der Hoffnung, dass das nächste Areal lösbarer erscheint, als das zuletzt gespielte Umfeld. Überschaubar sind die Missionen zu jederzeit. Der Überblick bleibt somit also gewahrt. Die Entwickler haben die Darstellung soweit auch relativ gut gelöst. Über den Topscreen erkennt Ihr das Geschehen aus einer 3D-Perspektive, wobei der Kamerawinkel jederzeit geändert werden darf, der Touchscreen zeigt Euch eine Vogelperspektivenansicht, die sich am besten eignet. Weil das Köpfchen in vorliegendem Titel ganz besonders in Anspruch genommen wird, entschieden sich die Entwickler dafür, ein minimalistisches Hilfesystem einzubauen: Für jeweils fünf gelöste Rätsel, gibt es einen Gutschein zur Lösung einer weiteren Stage geschenkt. Dass man aber erst einmal fünf Aufgaben knackt, dies stellt die eigentliche Problematik des Spieles dar. Wollt Ihr „Sokoban DS" komplett beenden, wärt Ihr zum einen nicht nur ein absoluter Vollchecker auf dem Gebiet der kopflastigen Ertüchtigungen, sondern zudem im Besitz von fünf goldenen Medaillen, die das Spiel bei gewissen Erfolgen vergibt. Erst im Besitz von allen Fünfen habt Ihr besagten Platz eingenommen und könnt Euch im Kreise der Familie feiern lassen. Ob es dazu aber jemals kommen wird ;-) ?

Nicht nur das Lösen eines Rätsels steht auf der Prioritätenliste ganz weit oben, sondern vor allen Dingen auch wie viele Schritte Ihr dazu benötigt. Jede der sich oftmals optisch gleichenden, im Grünen angesiedelten Stages unterliegt nämlich einer Level-Bewertung (maximal fünf Sterne). Je weniger Schritte Ihr benötigt, um die letzte Kiste auf ihren Platz zu schieben, desto mehr Sterne kassiert Ihr. Somit werden also fußlahme Protagonisten zuletzt sogar noch belohnt… Für Euch sollte zunächst aber generell der realistisch zu erreichende Erfolg auf der Agenda an erster Stelle stehen. Mit der Bewertung könnt Ihr Euch dann ja bei einem eventuellen zweiten Durchgang auseinandersetzen. Oder Ihr widmet Euch dem „Level Editor", der allerdings nur langweilige Grafiksets im Angebot hat. Bis zu 15 selbst erstellte Rätsel lassen sich auf der Spielkarte abspeichern und selbstverständlich auch mit einem Freund tauschen.

Grafik & Sound....

Die Zweckmäßigkeit hat auch in diesem Spiel die Segel in die Hand genommen und regiert die Präsentation des Klassikers. Euer Männchen steuert Ihr durch die labyrinthartigen, verschachtelten Areale. Diese sind mitunter etwas langweilig gestaltet, oftmals aus ähnlichen Büschen und Mauern bestehend. Grafische Abwechslung erkennen die Entwickler wohl nicht als spaßbringendes Moment – demnach müssen wir nachhelfen und mit Nachdruck darauf pochen, dass das nächste Mal auch dieser Aspekt bedacht werden sollte. Für das Kistenverschieben reicht die Optik aber allemal aus.

Sieben Songs lassen sich aus einer Musikliste auswählen. Ab und an kann deren Machart auch überzeugen, da sie unterstützend das Geschehen bereichert. Eher weniger finden sich Ohrwürmer auf der Spielkarte. Jedoch existieren auch Titel (wie zum Beispiel „Skysurfer"), die man sich hätte sparen können. Was haben nur diese hohen Tonfolgen zu bedeuten? Summa summarum kann sich die Songauswahl aber sehen lassen – auch der Jukebox sei Dank.

Multiplayer....

Zwei Spieler, ein Spiel! Richtig gehört, das drahtlose Einzelkarten-Spiel wird den geneigten Spielern bei „Sokoban DS" also ermöglicht. Und was könnte es besseres geben, als sich gegenseitig zu „bekriegen", indem man einen Level schneller abschließt als sein Gegenüber? Weiterhin lassen sich die eigens kreierten Umgebungen zu seinem Nachbarn übertragen. Was genial gewesen wäre, wäre eine Möglichkeit, seine kreativen Design-Ergüsse auch online stellen zu können, so dass jeder Nutzer in den Genuss jener gekommen wäre. Allerdings fehlt eine Wi-Fi-Unterstützung. Schade drum!

Fazit....

„Sokoban DS" kann sich als sehen lassen, was den Suchtfaktor betrifft. Jedoch muss man sich Kritik gefallen lassen – vor allem dahingehend, als dass man eine optionale Hilfestellung hätte einbauen sollen, die insbesondere Einsteigern die eine oder andere Hürde erspart hätte. Im Grunde genommen sollten dem Genre Fremde, besser nicht zugreifen, da der Schwierigkeitsgrad so hoch angesetzt wurde. 250 Missionen bieten aber allerhand Möglichkeiten, seine Zeit über Wochen in den Titel zu investieren und selbstverständlich auch Spaß zu haben. Nur hätten wir uns das in einem von technischer Seite her etwas besser gestalteten Umfeld gewünscht. Wie dem auch sei: „RTL Playtainment" hat mit „Sokoban DS" ein tolles Stück Software im Programm, das nervenstarken Zockerfreunden gefallen dürfte!

 

+ 250 Missionen
+ knobeln bis zum Umfallen
+ „Level Editor"
+ mehrspielertauglich
- knochenhart zu meistern
- grafisch etwas abwechslungsarm
- zu wenige Lösungshilfen
- keine Wi-Fi-Unterstützung

GRAFIK: 62%

SOUND/EFFEKTE: 69%

MULTIPLAYER: 70%

GESAMTWERTUNG: 72%

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