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NDS So Blonde - Zurück auf die Insel
 
 
So Blonde - Zurück auf die Insel - NDS
Kilian Pfeiffer (25.04.2010)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp Entertainment
GENRE: Adventure
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-4
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 12+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Ja, es gibt sie noch, die klassischen Point’n Click-Adventures. Jene im Stile eines „Monkey Island". Die Wii – aber auch der Nintendo DS – eignen sich hierfür bekanntermaßen hervorragend, sind doch Wii-Remote und der Touchpen grundsätzlich gut geeignet für rätsellastige Unternehmungen und ausgiebige Gespräche, die individuell gestaltbar sind. Im Jahr 2008 kam „So Blonde" für die Gemeinde der PC-Besitzer in die Regale dieser Welt, zwei Jahre später sollen auch Wii- und Nintendo DS-Besitzer einen runderneuerten Ableger erhalten.

Menus und die Story....

Sunny Blonde ist 17 Jahre alt und ihres Zeichens Hauptdarstellerin in „So Blonde - Zurück auf die Insel". Eigentlich war das junge Mädchen nur auf einer stinknormalen Kreuzfahrt mit ihren Eltern unterwegs, als sie urplötzlich über Bord ging und auf einer Insel strandete. Auf einer, die sich alles andere als gewöhnlich zeigt. Nicht nur die Vorgänge, die sich dort ereignen, sind fragwürdig, auch die Personen, die Euch begegnen, entspringen nicht gerade jenem 08/15-Muster, das man sich von einem solchen Titel erwarten würde. Die „Vergessene Insel" beherbergt komische Typen, liebenswerte aber eben auch „echte" Piraten. Sich hier zu Recht zu finden und wieder ins traute Heimatland zu kommen, ist eine Aufgabe, die Euch die nächsten Stunden beschäftigen dürfte.

Technik und Gameplay....

Drei Spielstände stehen zur Auswahl, sowohl auf dem Nintendo DS, als auch auf der Wii. Gespeichert werden darf zu jedem Zeitpunkt. Was uns beim von dtp entertainment auf den Markt gebrachten Titel gut gefällt, ist die Tatsache, dass das Spiel komplett in deutscher Sprache gehalten wurde. Alle Textzeilen sind also in Deutsch abgefasst, die Wii-Fassung bietet darüber hinaus auch noch eine komplett deutsche, professionelle Sprachausgabe, die sich sehen lassen kann.

Auf der Insel angekommen, gilt es, sich einen Überblick zu verschaffen. In typischer Point’n Click-Manier untersucht Ihr also die Umgebung mit Hilfe der Wii-Remote, sucht nach Objekten, auf die Ihr ein Auge werfen könnt, aber eben auch auf solche, die in irgend einer Weise verwendbar scheinen. Etwa für das eigene Inventar, das unerschöpflichen Raum bietet und als nützliche „Objektkiste" angesehen werden darf, wenn es mal scheinbar wieder nicht weitergeht. Sofern Ihr die Areale geschickt abgrast, sollten Euch keine relevanten Gegenstände durch die Lappen gehen. Schön, dass Euch der Titel mit einer integrierten Hilfsfunktion all jene Objekte durch ein Blinken darstellt, die in irgend einer Weise betrachtet beziehungsweise verwendet werden dürfen. Trotz der relativ langen Laufwege haben sich die Entwickler Gedanken gemacht und eine Funktion in das Spiel integriert, die Euch in Windeseile von A nach B kommen lässt. Über die Inselkarte habt Ihr jederzeit die Möglichkeit, Euch zu „teleportieren".

Ein kleines Rätsel vom Anfang des Spieles gefällig? Sunny fehlt ein Spiegel, allerdings geht sie nur dann auf Inselerkundung, wenn sie hübsch geschminkt ist. Was also tun? Ganz einfach! Zwei Kokosnussschalen sammelt Ihr ein, füllt diese mit Wasser, das aus einem Rinnsal nach unten tropft, und bildet eine kleine Pfütze innerhalb einer Mulde. Fertig ist der „natürliche" Spiegel, in dem sich Sunny ohne Einschränken hübsch machen darf. Derartige einfache Rätsel begegnen Euch zuhauf. Häufig sind es Bring- und Holdienste, die die blonde Hauptdarstellerin zu verrichten hat, nur selten stehen komplexe Rätseleien auf dem Spielprogramm. Allerdings ist jene besagte anspruchsvolle Kost auch gar nicht notwendig – „So Blonde – Zurück auf die Insel" macht auch trotz der – oder vielleicht gerade deswegen – eingängigen Aufgabenstellungen großen Spaß. Dank eines „Leitfadens" in Form eines Notizbuches wisst Ihr als Spieler ständig, welche Ziele Ihr verfolgen müsst. So richtig im Dunklen sitzen werdet Ihr nicht. Dennoch: Überseht Ihr etwa einen wichtigen Gesprächspartner, den Ihr nicht bis ins letzte Detail ausquetscht oder überseht einen Gegenstand der notwendig ist, kann es schon sein, dass Ihr eine Zeit lang auf der Stelle treten werdet. Aber was soll‘s: Die Unterhaltungen in „So Blonde – Zurück auf die Insel" bringen Abwechslung pur, der Wortwitz ist größtenteils in Ordnung – richtige Brüller gibt es zwar kaum, dafür bietet der Titel ansatzweise Blondinen-Witzchen, die Sunny aber nicht verstehen will/kann. Naja, sie kann ja nichts dafür… Mit 17 Jahren ist man halt noch relativ jung und unerfahren. Was uns ganz gut gefällt – vielleicht auch deshalb, weil es abseits der Norm ist -, sind die vielen Minispiel-Einlagen, bei welchen Ihr zwar schummeln könnt. Ihr dürft auch fair bleiben und – wie es sich für einen Herzblut-Zocker üblich ist – einfach drauf los zocken. Hier ein wenig Dart, dort die Kreation einer wertvollen Halskette, da ein kleines Labyrinth-Spielchen, bei welchem Ihr die korrekten Schlüssel finden müsst. 16 Minispiele an der Zahl können sich sehen lassen. Wie wir alle wissen, basiert ein Großteil der Minispiel-Sammlungen auf einer solchen Zahl – drum herum bieten jene Titel dann meist aber nichts weiter.

Grafik & Sound....

Grafisch – und spielerisch – unterscheiden sich die DS- und die Wii-Version kaum voneinander. Logisch, dass die Optik auf dem Fernseher besser zur Geltung kommt, auch wirken die Schauplätze samt Charaktere farbenfroher, detaillierter und einfach schöner anzuschauen. Überhaupt hat man bei der Gestaltung der Landschaften viel Wert auf Details gelegt und schöne Orte gezeichnet, die sich sehen lassen können. Die einzelnen Charaktere haben zwar nicht jene Präsenz, die man aus anderen Spielen kennt, dennoch unterhalten sie und schaffen eine – wenn auch recht oberflächliche – Charakterstudie.

In Sachen Sound ist die karibisch wirkende, atmosphärisch hochwertige Untermalung nicht zu beanstanden. Allerdings fehlt uns bei der DS-Version die deutsche Sprachausgabe, die wir bei der Wii-Variante haben. Damit geht in jedem Fall ein großer Teil der Atmosphäre flöten. Ob man nun selbst mitlesen muss oder einer hervorragenden deutschen Sprachausgabe lauschen darf, macht in der Tat einen wesentlichen Unterschied aus. Dafür erwarten Besitzer der Wii-Umsetzung Ladezeiten, die man in dieser Form vom DS her nicht kennt.

Fazit....

„So Blonde – Zurück auf die Insel" macht vieles richtig – obwohl es bei weitem nicht so in die Tiefe vordringt, wie es etwa ein „Monkey Island" tut. Dies liegt an den Dialogen, die die Oberfläche meist nicht verlassen, an den sehr einfachen Rätseln – am Setting allgemein. Das Spiel entwickelt sich nach und nach zu einer schönen, abgerundeten Geschichte, die keine besonderen Höhen zulässt – Tiefpunkte aber ebenso wenig. Wer auf der Suche nach einem aktuellen Point’n Click-Adventure ist, wird bei vorliegendem Titel fündig. Enttäuscht werdet Ihr mit Sicherheit nicht werden. Habt Ihr die Auswahl, greift zur Wii-Version!

 

+ klassisches Point’n Click
+ hübsche Schauplätze
+ 16 Minispiele inklusive
+ nette Story
- eher oberflächl. Adventure
- keine Kopfnuss-Rätsel
- fehlende Sprachausgabe

GRAFIK: 79%

SOUND/EFFEKTE: 78%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 79%

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