konsolenkost.de

 
NDS Sim City DS
 
 
Sim City DS - NDS
Matthias Engert (27.08.2007)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: EA/Maxis
GENRE: WiSim
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Ja
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Das Thema Simulation in Sachen Wirtschaft fällt in unserem Land seit jeher auf äußerst fruchtbaren Boden. Egal auf welcher Plattform. Diese Spiele sind hierzulande einfach sehr beliebt. Schön zu sehen das dabei die Entwickler immer mehr den Nintendo DS als Plattform entdecken. Technisch zwar nicht mit einem PC oder eine TV Konsole zu vergleichen, ist dennoch einiges möglich. Im guten wie im schlechten wie jüngst Anno 1701 und Die Siedler gezeigt haben. Zu diesen sehr bekannten Titeln stößt nun ein weiteres Schwergewicht der Szene, das wohl jeder Gamer kennen dürfte - Sim City. Schon seit den Urtagen tummelt sich die Maxis Simulation auf den verschiedenen Plattformen. Für uns Nintendo Spieler sicherlich einer der Klassiker seinerzeit auf dem SNES und eines meiner persönlichen VC Spiele. Mittlerweile hat das Spiel eine kleine Generalüberholung hinter sich und startet auf dem Nintendo DS durch. Wollen schauen ob das Game auf 2 Screens einen guten Eindruck machen kann.

Menus und die Story....

Gerade mit dem Hintergrund der beiden großen Konkurrenten Anno und den Siedlern, schaut man auch hier fast schon auf jedes kleine Feature um die Titel vergleichen zu können. Punkten kann die DS Version zunächst bei den Punkten Sprache und den Inhalten. Komplett deutsch wird euch das Spiel dabei präsentiert. Kleiner Wermutstropfen, den man mit der Zeit immer deutlicher spürt ist die Tatsache, das wie bei den Siedlern auch nur 1 Speicherplatz zur Verfügung steht. In Sachen Mehrspieler Action gibt es weniger einen direkten Modus dafür, sondern eine interessante Tauschmöglichkeit für 2 Sim City Besitzer. Eine Story sucht man hier wenn man so will eigentlich vergebens. Wenn man so will startet Ihr eure Karriere als Bürgermeister entweder bei Null und dürft die Geschicke einer Stadt von Anfang bis Ende leiten, oder aber Ihr nutzt den entsprechenden Modus und widmet euch Problemstädten, bei denen man euch diverse Situationen vorgibt. Nach dem einfachen und schmucklosen Start erwartet euch das Hauptmenu, das mehrere Punkte anbietet.

Auf einem Übersichtsscreen könnt Ihr dabei verschiedene Punkte anklicken und starten. 2 davon dienen dem reinen Gameplay. Zum einen könnt Ihr eine komplett neue Stadt beginnen und das ganze bei Null beginnen. Oder aber Ihr steht auf Krisenmanagement und wählt den Modus Stadt retten. Hier warten wie schon erwähnt Städte mit diversen Probleme auf euch, die Ihr nun schnellstens lösen solltet. Dazu kommen die Optionen, das sogenannte Postamt und das Tutorial. Die Optionen bieten euch die Möglichkeit den Sound anzupassen, den enthaltenen Speicherplatz zu löschen oder im Spiel enthaltene Gameplay Elemente zu deaktivieren. Der Punkt Postamt dient der angesprochenen Verbindung zu einem zweiten DS samt Sim City. Allerdings muß man für die Nutzung ein bestimmtes Gebäude freischalten, was aber im Modus Neue Stadt relativ fix geht. Das Tutorial ist sehr gut geeignet um vor allem die Menuführung und Bedienung des Spiels zu erlernen. 15 verschiedene Rubriken mit reichlich Texten und Beispielen warten auf euch. Wer mit dem Thema garnicht vertraut ist sollte es ruhig nutzen. Für erfahrene Sim City Veteranen reichen die Abschnitte Menuführung und Bauelemente um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen.

Technik und Gameplay....

Also lassen wir das Tutorial mal außen vor und ich zeige euch anhand des Hauptmodus "Neue Stadt bauen", was das Spiel zu bieten hat und vor allem wie es sich spielt. Wählt Ihr also diesen Punkt an werdet Ihr zunächst mit einer Abfrage konfrontiert. Oder besser gesagt dann wenn Ihr einen Spielstand angelegt habt. Aufgrund des leider nur einmal vorhandenen Speicherplatzes werdet Ihr so immer wieder gefragt ob Ihr Neu starten wollt, oder eben das gespeicherte Savegame laden wollt. Eines kann man hier schon vorweg nehmen. Das Feeling andauernd neu zu starten, weil man es immer wieder besser machen will und ja auch mit jeder Spielstunde lernt, bietet Sim City DS zuhauf. Als erstes gebt Ihr sowohl euch, als auch der geplanten Stadt einen Namen. Danach erscheint das Locationmenu für die neue Stadt. Sehr positiv stehen euch hier 20 verschiedene Karten zur Verfügung. Allen Karten gemein sind unterschiedliche Land und Wassermengen. Zusätzlich sind diese eingeteilt in 3 Schwierigkeitsgrade. Hintergrund ist hier die verfügbare Geldmenge, die euch zur Verfügung steht. Ebenso warten je höher der Grad ist, mehr Katastrophen und sonstige eher Nachteilige Momente auf euch. Mit der Variante Mittel und einem Startkapital von 20.000 seid Ihr aber ideal ausgestattet. Sobald diese Einstellungen getroffen sind wird die Karte geladen und das Abenteuer Stadt Simulation beginnt. Ab jetzt steht euch eine Beraterin zur Seite, die man mit dem Helfer in Anno vergleichen kann zur Verfügung. Später könnt Ihr diese auch feuern und eine neue Einstellen, oder sie gar durch Aliens ersetzen. Auf jeden Fall meldet sie sich von nun an bei wichtigen Ereignissen und dem jährlichen Finanzcheck bei euch. Vor euch liegen nun eine komplett leere Karte, 100 Jahre Spielzeit und das Ziel die Stadt auch bis zu diesem Termin zu halten. Schwer genug, da Sim City das Geldsystem sehr intensiv nutzt und das Thema laufende Kosten sehr wichtig ist. Man ist hier schnell der Meinung das Geld reicht locker und man erreicht die 100 Jahre ohne Probleme. Naja nicht ganz......, dafür sorgt das Gameplay schon. ;-)

Die Größe aller Karten ist im Gesamtumfang gleich und vollkommen ausreichend um Jahrzehnte damit zu tun zu haben. Zusätzlich könnt Ihr die gesamte Karte auch beeinflussen und z.b. Wasserbereiche erweitern, oder sogar gänzlich ohne Wasser auskommen. Die 100 Jahre vergehen dabei natürlich in einem Zeitraffer. Gespielt werden kann das gesamte Game in 2 Speed Einstellungen, ähnlich dem Siedler Prinzip. Dabei würde ein Jahr an sich in der schnellen Variante vielleicht nur 10-15 Minuten dauern. Wohlgemerkt aber nur würde. Denn z.b. wenn Ihr Hand anlegt und Baumaßnahmen einleitet, egal welcher Art, geht das Game in den Pausenmodus. Finde ich sehr gut und man hat ewig Zeit für geplante Aktionen. Man steht so nie unter Zeitdruck, oder wird gar von Ereignissen überrannt. So spielt sich das Game also überraschend flüssig ohne Hektisch zu sein, was für eine Aufbausimulation nicht das schlechteste ist. Nehme ich meine Hauptspiel mal zum Vergleich, die zig Neustarts mal nicht mitgezählt ;-), so erreicht Ihr ungefähr die 50 Jahre bei 10 Stunden Spielzeit und habt gerade mal die Hälfte hinter euch. Also über ein zu kurzes Spiel müßt Ihr euch keinerlei Sorgen machen. Das Ziel ist es nun beim Bau der Stadt Geld zu verdienen. Dinge die Ihr baut kosten Geld. Einmalig und eben auch als laufende Posten. Im Gegenzug müßt Ihr natürlich dafür Sorgen das Menschen in die Stadt ziehen und Ihr durch Steuereinnahmen am Jahresende möglichst einen Gewinn erwirtschaft habt. Ansonsten spielt Ihr nicht lange. Auch hier geht das Spiel einen idealen Weg wie ich finde und läßt euch die ersten 30 Jahre relativ easy handwerken. Erreicht Ihr aber bestimmte Einwohnerzahlen nehmen die Probleme zu und das Krisenmanagement kommt immer mehr zum Tragen. Der Schwierigkeitsgrad ist also eine in meinen Augen sehr gelungene Sache. Wie schon erwähnt ist zu Beginn die komplette Karte leer. Bevor man mit dem Bauen ansich loslegt schauen wir auf die Screenaufteilung, die zu Beginn etwas ungewohnt erscheint. In der Grundvariante dient der Touch Screen wie ein Karten und Infoscreen mit allen möglichen Darstellungen. Ihr habt hier zunächst eure Beraterin immer im Bild und verschiedene Hauptanzeigen.

Die wichtigsten betreffen dabei das Datum, den Namen der Stadt sowie die Einwohnerzahl und euer verfügbares Geld. Dazu kommt unten links eine Balkenanzeige. Dreigeteilt in ebenso viele Farben ist es das Ziel alle 3 Farbbalken möglichst ausgewogen zu halten. Ein Balken steht dabei für das Thema Wohnungen aller Arten, reicht über das Thema Geschäfte bis hin zu den Industriebereichen. Auch später beim Bauen sind diese Dinge immer wieder in diese speziellen Farben getaucht, so das man sich hier nie vertun kann. Egal was Ihr auf der Karte tätigt schlagen diese Werte nun aus. Entweder Ihr baut von irgendwas zuviel oder zu wenig. All diese Entwicklungen könnt Ihr anhand dieser Balkenanzeige einsehen. Dazu seht Ihr nun eure Stadt in einer groben Draufsicht und seht ebenfalls anhand der Farbgestaltungen was wo auf der Karte gebaut wurde. Weitere Anzeigen betreffen das Speichern, das Mail System, sofern nutzbar und eine Lupe samt Speed Regler. Hier könnt Ihr die Geschwindigkeit der Simulation anpassen oder die Stadt in Realsicht in 2 Zoomstufen spielen. Hier nehmen sich alle DS Titel dieser Art nichts. Der Top Screen wiederum zeigt euch in der typischen Iso Sicht nun immer das reale Aussehen der Stadt. Die verschiedenen Anzeigen im Touch Screen sind nun zum einen alle anklickbar und öffnen jeweils die verschiedenen Menus. Darum kümmern wir uns später. Zunächst wollen wir etwas bauen. Genau hier kommt nun das Gameplay zutage das anfangs etwas gewöhnungsbedürftig erscheint. Um in das Baumenu zu gelangen gibt es nun 2 Möglichkeiten. Die einfache Variante ist die Starttaste. Besser, weil auch an jeder beliebigen Stelle möglich ist das ganze über den Touch Screen. Denn über der Draufsicht exisitiert ein Rechteck, das Ihr antippen und verschieben könnt. Zum einen scrollt Ihr so über die gesamte Karte und könnt sofort an der gerade gezeigten Stelle das ganze nochmals antippen und landet im Baumenu. Ab jetzt geht das Spiel in den Pausenmodus und die wichtigsten Anzeige aus dem Touch Screen rutschen nach oben in den Top Screen. Der Touch Screen wiederum bietet euch nun alles was Ihr braucht.

Ihr bekommt zunächst 1:1 die Sichtweise der realen Stadt im Top Screen auch im Touch Screen abgebildet. Nur mit dem Unterschied das alles nun dort als einfach farbige Bereiche dargestellt ist. Nur Gebäude mit Funktionen werden mittels eines Symbols dargestellt und die drei Hauptteile Wohnung, Geschäfte und Industrie in den angesprochenen Farbtönen. Auch hier könnt z.b. Zoomen. Leider fehlt eine Drehfunktion im Spiel, einer der kleinen Kritikpunkte. Mittels Pen könnt Ihr nun wie mit einer Maus agieren. Ein Menu mit 8 Abschnitten steht euch ab jetzt zur Verfügung. Diese reichen von Parks, die Wohn, Geschäfts oder Industriebauten über die Behörden wie z.b. Schulen, Feuerwehr oder Polizei bis hin zu, Wasser oder Müllmanagement, der kompletten Rubrik Strom und endet bei den Bonusfeldern und dem AbrissModus. Für die Motivation mehr als zuträglich sind alle Rubriken zu Beginn kaum gefüllt. So stehen euch z.b. beim Thema Strom 2 von 8 Kraftwerkstypen zur Verfügung und die Rubrik Bonusfelder ist komplett leer. Hier greift einmal das Jahr bei neuen Inhalten oder vor allem die Einwohnerzahlen, sobald Ihr bestimmte Grenzen erreicht. Im Gegensatz zu alten Sim City Spiele ist einiges anders und wie ich finde positiv. Um zu starten braucht Ihr zunächst ein Kraftwerk. Einmal gebaut müssen jetzt nicht zwingend Stromleitungen gelegt werden. 4 Felder überspringt der Strom wenn man so will die Gegend, um angrenzende Gebiete zu versorgen. Beim Thema Wasser gibt es nun die neuen Pumpstationen und Wassertürme, die für eine Versorgung sorgen. Das gleiche Prinzip wie z.b. bei einer Polizeistation, die einen bestimmten Radius abdeckt. Im gesamten stehen euch, sofern einmal freigeschaltet, 60 verschiedene Aktionen über das Baumenu zur Verfügung. Nach dem Kraftwerk baut man vielleicht eine Straße und daran ein paar Wohnhäuser, Geschäfte und Industriegebäude. Ab jetzt greifen die üblichen Regularien. Alles was Dreck macht sollte nicht in der Nähe von Wohngebäuden stehen oder Geschäfte sollten nur soviel gebaut werden wie auch Menschen darin arbeiten und einkaufen können.

Erstmal diese paar Dinge platzieren und man verläßt das Baumenu. Erst jetzt verläßt das Spiel ja auch wieder den Pausenmodus und auf dem Top Screen kann man nun die Entwicklung verfolgen. Auf den noch farblich unterlegten Abschnitten entstehen plötzlich die ersten Siedlungen und die ersten Leute ziehen in die Stadt. Von nun an baut sich das Spiel wunderbar auf. Ihr müßt auf erste Ausschläge der Balkenanzeige reagieren und erweitert nach und nach das erste bebaute Gebiet. Zu beginn mit vielleicht gestarteten 20.000 Dollar reicht das Geld noch dicke. Verdienen tut man am Anfang noch wenig. Wenn überhaupt ein paar Hunderter pro Monat. Der Tiefgang startet, sobald sich das erste Gebiet entwickelt. Ihr braucht eine Mülldeponie, müßt Schulen und sonstige Behörden bauen und das Straßensystem erweitern. Mit der Zeit bekommt Ihr nun die angesprochenen freischaltbaren Bonusobjekte. Das beginnt bei normalen Dingen wie der Eisenbahn, neuen Behörden oder Kraftwerken und endet in den zahlreichen Bonusbauten, die teilweise nichts kosten, aber nur einmal verfügbar sind. Wie eben z.b. das Postamt das euch den Mailservice öffnet. Problem ist das ständige reagieren. Ich meine habt Ihr eure Stadt teilweise gut angelegt und plötzlich erscheint die Meldung "die Eisenbahn ist verfügbar" und Ihr habt ein Problem. Einbinden in das bebaute Gebiet ist schwer, ohne vorhandenes abzureißen. Also baut man sie erstmal drumherum, muß aber nun wieder alles neue anpassen. Plötzlich beginnen auch noch die Menschen Forderungen zu stellen. Ein System das man zwar abstellen kann, aber in meinen Augen trotz manchmal nerviger Häufigkeit sehr sinnvoll sein kann. Denn sie sagen euch was in der Stadt fehlt. Denn Veränderungen und das Eingehen auf diese Wünsche wirkt sich aus. Denn habt Ihr einmal lange genug gespielt gibt es reichlich Möglichkeiten das ganze zu pushen. Bestes Beispiel sind Wohnhäuser. 3 verschiedene Stufen kann man selber bauen. Von einfachen Hütten über richtige Blocks. Allerdings entwickeln sich diese vielleicht nicht. Also baut man drumherum z.b. ein Stadion oder einen Park. Siehe da das berühmte A-Train Prinzip greift und der Grundstückswert steigt. Ist das der Fall könnt Ihr verfolgen wie z.b. aus 4 aneinanderliegenden Reihenhäusern plötzlich ein Wolkenkratzer entsteht. Vorteil ist das Ihr mehr Menschen darin wohnen lassen könnt, ohne neues Gebiet dafür zu nutzen. Spätestens wenn eure Karte komplett zugebaut ist beginnt Ihr mit solchen Sachen.

Es gibt aber auch das Gegenteil. Verursachen zu nah gebaute Industriegebiete zuviel Dreck, oder eure Kraftwerke reichen plötzlich nicht mehr aus, kann man auch zuschauen wie diese Wolkenkratzer z.b. auch zurückgebaut werden, bis hin zum kompletten Abriß eines Hauses, ohne das Ihr dies tätigt. Die dynamische Entwicklung ist sehr gelungen. Die Einwohner wollen bestimmte Gebäude immer mehr und Ihr müßt so mit der Zeit immer flüssig sein um reagieren zu können. Aber auch hier habt Ihr noch Möglichkeiten. Wie schon erwähnt sind sie Anzeigen im Touch Screen anklickbar. So gelangt man z.b. zu den Steuerbildschirmen. Entwickeln sich z.b. die Geschäftshäuser nicht, sprich es wollen einfach keine Wolkenkratzer entstehen, kann man per Schieberegler die Steuern senken. Kurz darauf kommt in Meldungen der Hinweis das neue Geschäftsleute in die Stadt kommen, weil der Steuersatz so niedrig ist. Das gleiche könnt Ihr für alle anderen Aspekte einstellen und später sogar die Forschung mit immer mehr Geld untertützen um z.b. neue und noch nicht freigeschaltete Gebäudetypen eher zu erhalten. Nachteil das bei herabgesetzten Steuern damit auch eure Einnahmen sinken. Dazu kommen mit der Zeit Gebäude die immens teuer sind. Das Katastropheninstitut kostet 75.000 Dollar und will mehrmals gebaut werden, je größer die Stadt wird. Haben sollte man dieses Gebäude aber zwingend. Denn ein Erdbeben kann eure gesamte Stadt zerstören oder zumindest große Teile zu weißen Flecken machen. So reicht es das z.b. ein Gebäude verschwindet das zwischen Kraftwerk und Wohnanlange stand und plötzlich blinkt die halbe Stadt, weil kein Strom da ist. Schnelles reagieren ist hier Trumpf. Auch ein Punkt warum ich den Pausenmodus beim Bauen sehr begrüße. Immer wieder erscheinen Meldungen was schief läuft oder was besonders gut funktioniert. Dazu kommen Überraschungen mit Nachbarstädten. Baut man z.b. eine Straße an den Kartenrand und zahlt noch etwas drauf, hat man Kontakt zu imaginären Nachbarstädten. Diese bieten euch nun verschiedenste Dinge an. Mal zahlen sie euch Geld, wenn Ihr überschüssigen Strom an sie liefert, oder aber Ihr könnt euren gesamten Müll für eine monatliche Gebühr an die Nachbarstadt überführen. Finde ich gut. Kleinere Überraschungen haben dann eher schon Minispiel Charakter. So könnt Ihr bei guter Arbeit am Jahresende ein Feuerwerk genießen, bei dem Ihr per Touch Screen Raketen unaufhörlich antippen könnt. Je mehr umso höher belohnen euch die Einwohner.

Oder aber Ihr werdet vom Monster Gabon heimgesucht. Hier müßt Ihr ein Fadenkreuz benutzen um ihn und seine Lebensleiste oft genug zu erwischen, bevor er euch durch eure Stadt läuft und alles dabei zerstört. Regelrecht harmlos sind da fast schon die Aliens, die ab und zu mal auftauchen und euch meist Einwohner zu Forschungszwecken klauen. Für alle Entwicklungen könnt Ihr euch nun auch Statistiken aufrufen, könnt sehen wo vielleicht die Wasser oder Stromversorgung knapp ist und in welchen Gebieten vielleicht Krankenhäuser, Schulen oder Unis fehlen. Diese vielen Abhängigkeiten machen auch in der DS Version den Suchtfaktor aus. Selbst wenn die Stadt einmal komplett zugebaut ist, sinkt diese nicht. Denn das ultimative Ziel die 1.000.000 Einwohner Marke zu knacken ist ein Ding für sich. Ich habe es gerade mal bis knapp vor die 250.000er Grenze geschafft und danach große Probleme mit dem Strom bekommen. Denn z.b. Kraftwerke haben nur eine bestimmte Lebensdauer und explodieren irgendwann. Machen das viele gleichzeitig und man vergißt das, geht der Rückbau der Stadtteile sehr schnell. Habt Ihr kein Geld diese zu ersetzen oder gar neue Kraftwerke zu bauen könnt Ihr zuschauen wie die Einwohner verschwinden. Und das wieder aufzubauen dauert wieder Zeit. Ab der Hälfte ist das Spiel mehr ein Reagieren als Agieren, ohne das man selbst jetzt alle Baumenu Inhalte freigeschaltet hat. Der Anspruch steigt also mit der Zeit an. Man läßt euch anfangs echt noch in Ruhe. Aber mit der Zeit...... Deswegen lernt man mit jeder Karte was dazu und das typische "jetzt mache ich es aber besser" greift um sich und man fängt einfach nochmal an. Von daher steht Sim City einem Anno in nichts zurück. Einzig die etwas weniger vorhandenen wirtschaftlichen Möglichkeiten und kleinere Dinge im Gameplay lassen Anno unangetastet. Wiegesagt die Karte sollte man vielleicht noch drehen können. Auch ruckelt die Karte bei voller Bebauung und dem Schnellen Gamespeed hier und da mal. Zwar stürzt das Game nicht ab, dennoch ist auch hier Anno technisch eine andere Liga. Hier stellt man einfach den Gamespeed mal auf Normal und alles funktioniert ohne Probleme. Der Spielspaß zieht sich auch hier aus dem ständigen Agieren und Reagieren. Immer wieder die Belohnungen, neue Experimente die man selber angeht und schaut wie sich das ganze auswirkt halten die Motivation sehr hoch. Sim City Fans sollten hier allemal glücklich werden. Dazu gibt man euch genug Eingriffsmöglichkeiten an die Hand.

Grafik & Sound....

Grafisch ist Sim City DS ein würdiger Vertreter dieser Reihe. Durchaus detalliert und mit allerlei verschiedenen Bauten ausgestattet ist auch das Thema Abwechslung sehr gelungen. Was hier und da ein wenig fehlt ist das Thema Animation und damit Lebendigkeit. Hier zeigt Anno allen Konkurrenten klar die Rücklichter. In Sim City sind es nur wenige Dinge die man als animiert bezeichnen darf. Die Eisenbahn ist fahrbar sichtbar, startende Flugzeuge vom Flughafen und vielleicht noch der dezent angedeutete Verkehr auf den Straßen. Der Rest ist dann eher steril gehalten. Dennoch ausreichend für ein Spiel wie dieses. Technisch hat man bis auf die angesprochene Ruckler beim schnellen Speed und voller Karte nichts zu befürchten. Selbst das jederzeit mögliche Speichern dauert nicht so lange wie befürchtet. Abwechslung bekommt man durch die verschiedenen Bauten und Gebäude die enthalten sind und natürlich einfach dadurch wie Ihr eure Stadt anlegt.

Der Sound ist typisch für eine Simultation. Ruhige melodische Klänge, die perfekt zum Genre passen. Ereignisse werden aktustisch auch so umgesetzt. Egal ob nun eure Beraterin für euch einen Gast empfängt und euch dazuruft, oder aber wenn ein Kraftwerk explodiert. Das hört man also auch. ;-) Alle wichtigen Ereignisse sind aktustisch enthalten. Ansonsten ruhige Musik die weder aufdringlich erscheint, noch zu langweilig klingt.

Multiplayer....

Der Multiplayer ist an sich nicht das was man darunter vermuten könnte. Das Spiel bietet zwar die Möglichkeit 2 Spieler zu verbinden, aber nicht um mit oder gegeneinander zu spielen, sondern um Mails auszutauschen. Hintergrund ist der das Ihr bestimmte Wahrzeichen der Erde wie z.b. den Eifelturm nur auf solchem Wege freischalten und damit auch bauen könnt. Ihr könnt eure Mails deshalb mit Inhalten füllen und diese an einen Freund schicken. Bei entsprechender Anzahl schaltet Ihr solche Secrets dann frei.

Fazit....

Mit Sim City wird zunächst das Genre um einen weiteren gelungenen Titel erweitert. Zwar erreicht das Spiel nicht die Klasse eines Anno, das einfach in der Breite mehr bietet, überzeugt aber dennoch durch das typische Sim City Gameplay, das man nun auf dem DS genießen darf. Hervorheben muß man die Spielzeit und die vielen kleinen Abhängigkeiten. Dazu die zahlreichen Einfriffsmöglichkeiten in viele Bereiche des Gameplays. Sehr viele Gebäude und die Tatsache immer wieder aufs neue auf Entwicklungen reagieren zu müssen heben das Spiel nach oben. Die im Test angesprochenen Kritikpunkten sind vernachlässigbar und schmälern den Gesamteindruck kaum. Wer auf das Sim City Gameplay steht und Anno nicht so zugeneigt ist sollte einen Blick riskieren. Ehe man hier alle Karten und Secrets gesehen hat vergehen erneut Wochen oder gar Monate.

 

+ Gelungenes Gameplay
+ Passende Screenaufteilung
+ Viele Aktionsmöglichkeiten
+ Viele Karten/Schwierigkeit
+ Viele Gebäudetypen
+ Speichern jederzeit
+ Überraschungen heben Motivation
+ Komplett Deutsch
- Nur ein Speicherplatz
- Gesamtgrafik etwas steril
- Kleinere Ruckler
bei voller Karte

GRAFIK: 83%

SOUND/EFFEKTE: 80%

MULTIPLAYER: 70%

GESAMTWERTUNG: 84%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de