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NDS Sophies Freunde: Einmal Lehrer sein
 
 
Sophies Freunde: Einmal Lehrer sein - NDS
Kilian Pfeiffer (29.09.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Ubisoft
GENRE: Lernspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Als Schüler kann man seine Lehrer größtenteils nicht leiden, würde am liebsten die gesamte Zeit über dem Unterricht fern bleiben und mit Freunden abhängen. All jene Dinge tun, die einfach nichts mit Lernen zu tun haben. Pauker haben bei Schülern kaum eine Chance, speziell im jungen Alter nicht. Aber wie wir unsere Sophie kennen, hat sie das passende Mittel parat und bereits die Lösung in der Aktentasche dabei, die den Lehrerberuf bei dessen Schülern in der Gunst steigen lassen könnte. Was uns zusätzlich freut: Der Ausrutscher „Sophies Freunde – Girls Band" bleibt wohl ein solcher und wiederholt sich kein zweites Mal...

Menus und die Story....

Als neue Lehrerin in einer Schule aufzukreuzen, ist im ersten Moment sicher nicht die angenehmste Sache. Schüler „beschnuppern" die Lehrkraft auf’s Genaueste, mustern deren Verhalten, spähen nach eventuellen Schwachstellen und sind voll der Freude, eine „Verbündete" gefunden zu haben, die kurz vor dem Wochenende – wenigstens das eine oder andere Mal – ein wenig früher Schluss macht. Mal sehen wie sich Sophie verhalten wird, denn immerhin wird sie auf kurz oder lang neue Schulleiterin sein, den alten Direktor ablösen. Eigene Stundenpläne entwerfen, mit den Schülern üben und darauf achten, dass das Schulhaus in Ordnung gehalten wird.

Vergleichbar mit einem gewöhnlichen Stundenplan baut sich auch „Sophies Freunde – Einmal Lehrer sein" für den Nintendo DS auf. Jeder Tag wird zum Lernen und Üben genutzt, ab und an stehen praktische Ausflüge wie Kinobesuche an, gewöhnlich wird aber der alltägliche Stundenplan abgehakt, den Ihr übrigens selbstständig zusammenstellen dürft – vormittags sowie nachmittags. Vier Spielstände stehen von vorneherein zur Verfügung. Also auf geht’s in den Unterricht!

Technik und Gameplay....

Eine Schule ist vor allen Dingen zum Lernen da, von Woche zu Woche nehmt Ihr neue Schüler auf, die sich von nun am Unterricht beteiligen, fleißig ihre Hausaufgaben erledigen und regelmäßig die Schule besuchen. Bedauerlicherweise verstehen sich nicht immer alle gleichermaßen gut, daher gilt es zu Beginn eines Tages die Sitzordnung festzulegen und Zankbolde auseinander zu setzen. In der Realität hat man als zu Unterrichtender zwar seinen angestammten Sitzplatz, in der virtuellen Schule herrscht hier allerdings Uneinigkeit ob der Platzvergabe. Jeder Tag wird nach Sophies Gutdünken gestaltet, je zwei Fächer finden ihren Platz. Jedes Fach ist wie ein Minispiel aufgebaut und steigert sich von Woche zu Woche im Schwierigkeitsgrad. Was bedeutet, dass der Anspruch nach und nach zulegt und für die größtenteils weibliche Zielgruppe ein auf lange Sicht hinaus motivierendes Spielprinzip vorliegt – der Umfang kann sich für ein Casual Game sehen lassen!

Eine tolle Story hat das Spiel zwar nicht vorzuweisen, jedoch immer wieder eingestreute Sequenzen, die Sophies Arbeitswelt beschreiben, Unterredungen mit dem Kollegium zeigen oder das Gespräch mit den Eltern einzelner Schüler. Logisch, dass ab und zu auch Ungereimtheiten hinsichtlich der jungen Schulbesucher auftauchen. Was uns äußerst gut gefällt, ist die Tatsache, dass Ihr einzelne Schüler wie in einem Rollenspiel aufwerten könnt. Dies geschieht durch gute Ergebnisse innerhalb der Fächer – die erlangte Punktzahl wird auf den Score des jeweiligen Faches aufaddiert und somit der Level eines Schülers gesteigert. Dadurch erzielen diese bessere Ergebnisse, ihr Potenzial kann sich dadurch entfalten und der Unterricht bei Sophie macht ihnen gleich doppelt so viel Spaß!

Das Schreiben läuft beispielsweise so ab, als dass Ihr in einem virtuellen Buch erscheinende Symbole kurz antippen müsst, so dass diese verschwinden, größere Objekte rubbelt Ihr dementsprechend lange, bis diese sich in Luft auflösen. Vereinzelt trefft Ihr auf Ruhestörer, die Ihr per Stylus-Berührung beruhigt und sie zum Hinsetzen veranlasst. Auch witzig ist das Wort-Glücksrad, bei welchem Ihr bestimmte Buchstaben eines Wortes wahlweise notieren müsst, um Punkte zu erhalten. Die Buchstabenerkennung funktioniert einwandfrei. Aber nicht nur das Schreiben ist Teil des Schulalltags, sondern auch das Lesen, die Biologie, der Mathe-Unterricht, Erdkunde oder Musik. Wie wär’s beispielsweise, alle Worte einzukreisen, die ein „E" enthalten? Erstklässler kommen hier also voll und ganz auf ihre Kosten, üben ein wenig anspruchslose Kost und erfreuen sich am Abwechslungsreichtum, auch wenn sich von Woche zu Woche die einzelnen Fächer wiederholen. Am Ende einer Unterrichtseinheit wartet die schriftliche Prüfung auf einen Eurer Schüler – derjenige, der sich freiwillig meldet, kommt dran, um das Gelernte, beispielsweise in einer Übereinstimmungstabelle, abzufragen. Als Lehrerin müsst Ihr ein automatisch nach unten scrollendes Blatt Papier so schnell als möglich korrigieren und auf eventuelle Fehler hin überprüfen. Je besser Ihr Eure Schüler schult, desto weniger Fehler werden sie in Zukunft machen. Also gilt es fleißig zu üben, beispielsweise in den Abendstunden, in denen Sophie Privatunterricht geben darf oder das Lehrerdasein als solches in allen seinen Facetten übt.

Weiterhin werden die Abendstunden dazu genutzt das Klassenzimmer blitzeblank zu wischen und verrückte Tische wieder an ihren Platz zu schieben. Auch dies geschieht in Minispielform, auf was sich der Vorgang allerdings auswirkt, wurde uns während des Testzeitraums allerdings nicht so ganz klar. Dafür kommen auch angehende Raumausstatter auf ihre Kosten, denn zuvor erworbene Gegenstände wie zum Beispiel Schränke, Poster oder weitere Dekorationselemente dürfen innerhalb des Zimmers an vorgegebenen Stellen aufgestellt und angebracht werden. Einen wirklichen spielerischen Sinn hat das Dekorationsfeature zwar nicht, wird der weiblichen Zielgruppe aber Unterhaltung bieten, obwohl die Minispiele deutliches Hauptaugenmerk behalten dürften. So müssen in der Biologie Tiere ihren Namen und Länderflaggen den Erdteilen zugeordnet, ebenfalls simple Mathematik-Aufgaben gelöst werden. Ein paar Tonfolgen im Musikunterricht auf einer Art Xylophon gefällig? Kein Problem, aber auch ein wenig Zeichenkunst wird während des Schulunterrichts gefordert. Am Ende einer Woche wartet die übliche Lehrerkonferenz auf Sophie und ihre Kollegen – unter anderen wird hier entschieden, welchem Fach in der nächsten Woche Priorität eingeräumt wird. Wenn die Spielmechanik nicht so ungemein anspruchslos wäre (trotz des gelegentlichen Anspruchsanstiegs!), könnte „Sophies Freunde – Einmal Lehrer sein" noch wesentlich motivierender rüberkommen.

Grafik & Sound....

Optisch schneidet vorliegender Titel wesentlich besser ab, als es noch die Musikband-Variante tat. Nicht zuletzt liegt das am Entwicklungsstudio, aber auch der wesentlich detaillierteren Grafik, seien es die Comic-Effekte aber auch die Schüleranimationen. Bunt ist die Darstellungsweise, diese passt aber perfekt zur Serie, die in nächster Zeit einige weitere Nachfolger erfahren wird und somit in kürzester Zeit zu einem richtigen Schwergewicht im Casual Games-Bereich ausgebaut wurde.

Typische Melodien, die die Atmosphäre einer kunterbunten Schule hervorragend einfangen, sind die Würze im Akustikbereich und nicht ansatzweise so mies wie in „Sophies Freunde – Girls Band". Leider gibt es auch dieses Mal keine Sprachausgabe, Sophie und ihre Kollegen schweigen, obwohl sie sich in Textboxen mit wenig wissenswerter Kost zu unterhalten versuchen.

Multiplayer....

Maximal vier Spieler gehen auf Multiplayer-Hatz, jedoch ist der Anspruch auch in den Gruppenspielen nicht sonderlich hoch, so dass man sich fragen muss, weshalb man sich in der Gruppe in Scharmützel stürzen sollte. Ok, gegeneinander in kleinen Lernspielchen anzutreten, ist ganz witzig, richtige Mehrspieler-Games sind aber etwas anderes.

Fazit....

Zunächst: Wir wollen ausführliche Anleitungen und keine dürftig ausgestatteten Minihandbücher! Für sein Geld will man schließlich einen Gegenwert haben und dieser sollte nicht nur in spielerischer Hinsicht zu finden sein. Das Gameplay lässt sich im Großen und Ganzen nicht kritisieren, wenngleich der Anspruch kaum mehr zu unterbieten ist. Manuell anwählbare Schwierigkeitsgrade sind heutzutage einfach ein Muss und wären auch bei diesem Sophie-Titel wünschenswert gewesen. Dank des anständigen Umfangs – auch wenn sich das Spielgeschehen immer wieder wiederholt – können wir der jungen Zielgruppe vorliegende Software empfehlen. Sofern sie auf Sophie und ihr immer größer werdendes Universum nicht verzichten wollen.

 

+ Unterrichtsminispiele
+ Schüler werden immer besser
+ (sinnfreie) Dekorationen
+ lange Spielzeit
+ hübsche Technik
- geringfügiger Tiefgang
- viel zu einfach
- mittelmäßiger Multiplayer
- inhaltsarm

GRAFIK: 69%

SOUND/EFFEKTE: 65%

MULTIPLAYER: 60%

GESAMTWERTUNG: 61%

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