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NDS Sophies Freunde: Babysitting
 
 
Sophies Freunde: Babysitting - NDS
Kilian Pfeiffer (20.02.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Ubisoft
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

In Sachen Genre-Abdeckung ist der Nintendo DS samt Software bestens bedient und überrascht mit allerlei skurrilen, teils gar aberwitzigen Ideen, die man sich auf dem Game Boy Advance zu seiner Zeit nicht in den kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Insbesondere die "Baby"-Thematik wird in den kommenden Monaten regelrecht aufblühen. Kein Wunder, sind Pferdesimulationen ja bereits zu Genüge abgehandelt worden. Und weil das weibliche Geschlecht sich nicht nur an tierischen Zeitgenossen erfreut, sondern seinen Gefallen auch an menschlichen Spielkollegen findet, sind Kleinkinder genau das Richtige, um versoftet zu werden. Mit "Sophies Freunde - Babysitting" aus der "Spiele für mich"-Reihe setzt "Ubisoft" die geeignete Wegmarkierung und ebnet den nachfolgenden Software-Titeln den Pfad hin zum vollwertigen "Baby"-Genre.

Menus und die Story....

Vier Titel der "Sophies Freunde"-Reihe sind bislang für Nintendo DS erschienen, wir haben uns jedem einzelnen von ihnen hinlänglich gewidmet und Stärken, aber auch Schwächen, herausgearbeitet. Auch wenn die drei bereits getesteten Handheld-Games für die Zielgruppe ein gelungenes Produkt darstellten, kann man Unterschiede hinsichtlich des Spielspaßes und der Langzeitmotivation festmachen. Daher ist der vorliegende Titel was Tiefgang und Faszination ausmacht, der bislang schwächste der vier Teile. Was aber nicht heißen soll, dass die Kleinkind-Thematik für die anvisierte Zielgruppe nicht geeignet erscheint. Jedoch sind die hier verarbeiteten Minispiele recht oberflächlich in ihrer Konzeption - auch der Umfang des Titels hätte ein wenig mehr Zuwendung benötigt.

Oma ist im Urlaub und obwohl das nicht schon schlimm genug wäre - immerhin ist finanzielle Unterstützung für diesen Zeitraum Fehlanzeige - erwartet Euch ein Auftrag, bei welchem Ihr Euch die Haare vom Kopf ärgern könnt. Denn Oma ist nicht nur eine begnadete Köchin und verwöhnt ihre Nichte in jeglicher Hinsicht, sondern als Gutmensch auch für alle anderen immer und überall zur Stelle. Beinahe die gesamte Nachbarschaft greift auf Omas Hilfsdienste zurück, scheut sich nicht, ihr kleinere Aufgaben aufzubrummen und freut sich jederzeit, wenn sie auf die kleinen Schreihälse aufpasst. Solange Oma zu Hause ist, mag das ja alles schön und gut sein - da Oma aber auf Reisen ist, wurde diese Aufgabe auf ihre Nichte übertragen, was wiederum heißt, dass das Babysitting nun in Euren Aufgabenbereich fällt. Und nicht nur das: das gesamte Haus muss auf Vordermann gebracht werden, gleichzeitig steht Euch Storky, ein hilfsbereiter Storch, zur Seite, um auf die baldige Babysitting-Abschlussprüfung hinzuarbeiten.

Technik und Gameplay....

Im Haus der Oma angekommen, wisst Ihr zunächst nicht so recht, was es zu machen gilt. Zwar besteht die "Gefahr", dass jederzeit die Nachbarn ihre Schreihälse bei Euch abgeben, dennoch solltet Ihr aber wenigstens einen groben Überblick des großmütterlichen "Anwesens" im Kopf haben. Weil das Haus lediglich aus zwei Etagen besteht, ist das Zurechtkommen keine sonderlich komplexe Angelegenheit. Gemütliches Wohnzimmer, gut ausgestattetes, kinderfreundliches Schlafgemach, blitzblankes Badezimmer sowie eine Küche, in der scheinbar jedes nur erdenkliche Gericht möglich wird. Babys haben oft Hunger, daher werdet Ihr des Öfteren in Kochmanier den Löffel am Herd schwingen. Doch zunächst solltet Ihr auf Eure erste Kundschaft warten, die bereits nach kürzester Zeit wie wild an der Haustür klopft. Der Stress kann also losgehen! Dass Ihr für Eure Mühe entlohnt werdet, dürfte eine Selbstverständlichkeit darstellen. Selbst beinahe noch ein Kind, kann man für seine aufopferungsvollen Taten schließlich ein wenig Gegenleistung erwarten ;-) .

Auch wenn der Titel recht flott von der Hand geht und sehr simpel erscheint, sind es gerade die eingängigen Minispiele, die in der Gesamtschau einfach zu wenig bieten. Beispiel "Fütterung" (später ist es gar möglich eigenes Gemüse anzubauen, das wiederum zu gesundem Babybrei verarbeitet wird): Babynahrung reicht Ihr vornehmlich mit dem Löffel zum Mund des Quenglers. Allerdings solltet Ihr zuvor kräftig in das Mikrofon pusten, so dass sich die Hitze aus dem essbaren Gut so schnell als möglich verdünnisiert. Eine Zufriedenheitsskala des jeweiligen Kleinkinds stellt dar, wie erfolgreich Eure Aktion ausfällt und ob die Zufriedenheit im grünen Bereich ist oder der nächste Tränenschauer kurz bevor steht. Selbstverständlich soll die Ordnung der großmütterlichen Küche gewahrt bleiben und daher das Geschirr ab und zu auch gespült werden. Mit dem Stylus schrubbt Ihr angeklebte Speisereste von den Tellern und hofft, innerhalb des Zeitlimits für ein gutes Ergebnis zu sorgen.

Schreit das Baby in beinahe unausstehlicher Weise, ist es Zeit für ein Nickerchen. Während rhythmischer Wiegenbewegungen fällt der Schützling in tiefen Schlaf, ähnlich funktioniert auch das Schaukeln, allerdings müsst Ihr hier einen Punkt innerhalb eines grünen Markierungsbereichs bewegen und rechtzeitig für einen Richtungswechsel sorgen. Hat Euer Zögling einmal Probleme bei der Verdauung, steht der Wechsel einer Windel an. Auch hier wurde die Angelegenheit in ein Minispiel verpackt, bei welchem Ihr im richtigen Augenblick eine Windel auf einem umherkreisenden Rahmen platzieren sollt. Erst dann sitzt das Höschen korrekt, der/die kleine Mann/Frau ist für die nächsten Stunden bestens versorgt. Ebenso ist es ratsam, von Zeit zu Zeit dem Pflegebaby das volle Programm der Körperhygiene zukommen zu lassen. Ob Bürste, Waschlappen, Schwämmchen oder Quietschentchen - per Touchpen wird der/das Junior/Mädchen von Unreinheiten befreit und erstrahlt letztendlich in für Babys vollkommen untypischer Reinlichkeit. Klar, dass auch das tägliche Spiel mit Rassel und Co. zum guten Umgangston gehört. Im Übrigen dürft Ihr das verdiente Geld im Online-Shop sinnvoll investieren, frische Klamotten für den Kleiderschrank des verwöhnten Quälgeistes erwerben oder das aktuellste Spielzeug (Trommel, Kreisel, Geräuschbox, etc.) kaufen - Euer Schützling wird's Euch danken! Allerdings stehen auch einige Dinge abseits der Kindererziehung auf dem Programm. Unter anderen ist es möglich Omas traditionsreiches Haus neu anzustreichen, selbst topaktuelle Möbel dürft Ihr nach eigenem Gutdünken in die Räumlichkeiten einbringen.

Selbst der Dachboden des überschaubaren Holzhäuschens - oder doch etwa Omas Anwesen ;-) - birgt einige Geheimnisse, die Euch arbeitstechnisch ziemlich auf Trab halten werden: mit dem Staubsauger befreit Ihr den Boden von unzähligen Staubflocken oder mäht im eigenen Garten den kräftig gewachsenen Rasen. Auch wenn der Titel einige Dinge bereithält, die es zu erledigen gilt, ist der Rahmen doch sehr überschaubar. Störend wirkt sich insbesondere die Tatsache der zu einfachen Minispiele aus. Innovationen vermisst man so gut wie immer, auch wenn Touchscreen und Mikrofon zum Einsatz kommen.

Grafik & Sound....

Einen sehr speziellen Stil hatte die "Sophies Freunde"-Reihe ja schon immer, auch bei "Sophies Freunde - Babysitting" macht man keine Ausnahme, sondern beschränkt sich auf ein Häuschen, das über einen Bildschirm eingesehen werden kann. Betritt man ein Zimmer, wechselt die Perspektive in eine verzerrt wirkende, scrollbare Ansicht. Die 3D-Babys sind noch das höchste der "optischen" Gefühle.

Erneut ist der Sound ein Fall für eine Generalüberholung. Von einem wirklichen Soundtrack zu sprechen, wäre ein Tiefschlag all jenen Grafikern gegenüber, die im Software-Bereich bereits gute Ergebnisse abgegeben haben. Piepstöne, wenig gelungene Effekte und fehlende Sprachausgabe sorgen für ein etwas enttäuschendes Gefühl beim spielenden Kunden. Neben der uninspirierten Musik überzeugen - wenn überhaupt - die weinerlichen Laute quengelnder Babys.

Fazit....

"Sophies Freunde - Babysitting" krankt - ähnlich einer typischen Kinderkrankheit - an letztendlich vermeidbarer Ursache. Eine Impfung hätte beim menschlichen Wesen helfen können, bei der Software wäre es der Blick auf Altbewährtes gewesen, der für die Vermeidung von oberflächlichen Programmierweisen gesorgt hätte. So wäre es durchaus machbar gewesen, die Minispiele fordernder zu gestalten und mehr Inhalte in den Titel zu integrieren. Nach nicht allzu langer Spielzeit hat man alles gesehen, da motivieren selbst die zahlreichen Bonus-Gegenstände nicht. Dennoch wird sich - vornehmlich das weibliche Geschlecht - dem Babyhüten zuwenden und ein wenig Spaß am Schaukeln, Wiegen, Füttern und Waschen haben.

 

+ (zu) einfache Minispiele
+ leichte Zugänglichkeit zum Spiel
- mäßiger Umfang
- keine Schwierigkeitsgrade
- optisch altbacken
- nervige Sounduntermalung

GRAFIK: 59%

SOUND/EFFEKTE: 56%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 58%

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