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NDS Schach DS
 
 
Schach DS - NDS
Kilian Pfeiffer (05.04.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp ye
GENRE: Simulation
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-10+
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

"Schach", das Spiel der Könige. Acht mal acht Felder, abwechselnd weiß und schwarz. Eigentlich nicht viel Spielpotenzial, könnte man meinen. Wer "Schach" allerdings kennt, weiß Bescheid: Das Spiel ist zwar relativ einfach zu verstehen, jedoch kaum zu meistern. Unzählbare Spielmöglichkeiten, taktische Vielfalt, ein Spiel für lange Abende. Unter dem Label von "dtp young entertainment" kommen nun auch Nintendo DS-Spieler voll auf ihre "Schach"-Kosten. Ähnlich eines Schachcomputers agieren die insgesamt 15 Schwierigkeitsgrade wie ein hochkomplex denkender Schachweltmeister. Meist reichen im höchsten Härtegrad ein paar Züge zum "Schachmatt" aus. Dennoch sind auch Einsteiger bei "Schach" herzlich willkommen!

Menus und die Story....

"Classics to go", so heißt es auf der Spielverpackung offenkundig. Ein Klassiker ist Schach schon lange, berühmte Partien von Schachcomputern gegen Weltmeister wie Garry Kasparov hoch dotierte Ereignisse, die reges Medieninteresse mit sich bringen. Daher werdet Ihr im Hauptmenü auch einen Blick auf "Historische Partien" werfen können. 99 Partien seit 1851 dürft Ihr hier Zug um Zug bewundern und für Euer persönliches Spiel analysieren. Genaue Informationen über die Spielteilnehmer und die gespielten Farben findet Ihr hier ebenso wie den Austragungsort samt Spieljahr. Des Weiteren stellt Euch die Software vor insgesamt 70 "Schachrätsel", die von Euch Aufgaben wie "Matt in 3, Weiß am Zug" fordern. Auf die Regeln gehen wir im Folgenden etwas näher ein. Selbstverständlich erwartet Schachduellanten ein Mehrspieler-Modus ("Drahtloses Spiel"), in welchem Ihr entweder an einem Nintendo DS gegeneinander antretet oder aber über eine drahtlose Verbindung. Die Menüpunkte "Neues Spiel" sowie "Spiel laden" führen Euch in individuell von Euch zusammengestellte Partien in diversen Schwierigkeitsgraden. Für Vielfalt ist also gesorgt, Schachfreunde werden voll auf ihre Kosten kommen.

Technik und Gameplay....

Die Darstellung des Spielfeldes findet auf dem Touchscreen des Nintendo DS statt, der Topscreen beinhaltet das Spielbrett in einer 3D-Darstellung. Mit der "L"- sowie der "R"-Taste kann das Brett stufenlos 360° um die eigene Achse gedreht werden, der Überblick der Figuranordnungen ist somit gegeben, die nächsten Züge können klarer geplant werden. Leider ist die Darstellung alles andere als zeitgemäß, aber dazu später mehr.

Um Spielfiguren auf dem Schachbrett zu bewegen, dürft Ihr Euch zum einen mit der üblichen Tastensteuerung begnügen, zum anderen die einsteigerfreundliche Touchpen-Möglichkeit heranziehen. Beide funktionieren ohne technische Schwierigkeiten, jedoch gibt es ein Spiel-Feature, welches während des Testzeitraums negativ auffiel: Die Steuerung per Spracherkennung. Da jedes Spielfeld eine Bezeichnung (von A1-A8,…,H1-H8) hat, werden internationale Sprachbefehle dazu verwendet, die jeweiligen Figuren zu versetzen. Der Anleitung nach sollte es ausreichen beispielsweise den internationalen Befehl für A ("Anna") auszusprechen, dann die zugehörige Zahl. Leider erkennt das Programm derartige Kommandos nur bedingt, selbst eine Frauenstimme konnte hierbei keine besseren Ergebnisse erzielen. Problematisch ist es unter anderem bei der Zahl "2", welche die Software stur immer als "3" erkannte. Weil man nicht auf die Spracherkennungssoftware angewiesen ist, kann man diese auch jederzeit deaktivieren und manuell die Züge gestalten.

Doch werfen wir zunächst noch einen Blick auf die eigentlichen Schach-Regeln, die dem Spiel zugrunde liegen. 16 Figuren besitzt jeder Spieler am Anfang einer Partie. Neben den acht Bauern, die in einer Reihe vor den übrigen Figuren verweilen, seid Ihr im Besitz von zwei Türmen, zwei Springern, zwei Läufern, einer Dame, sowie dem spielentscheidenden König, der, wenn er schachmatt gesetzt wird, für das Ende des Spieles verantwortlich gemacht werden kann. Pro Runde darf man als Spieler lediglich mit einer Figur ziehen (außer bei der "Rochade", die Euch erlaubt mit Turm und König innerhalb eines Zuges unter bestimmten Voraussetzungen zu ziehen), wobei jede Schachfigur ihre eigenen Fortbewegungsmuster aufweist. Beginnen wollen wir mit den Bauern, den unspektakulärsten "Gestalten". Mit diesen dürft Ihr Euch nur in eine Richtung - nach vorne - bewegen und zwar jeweils nur ein Feld (außer im ersten Zug: zwei Felder). Gegnerische Figuren schlägt der Bauer mit einem diagonalen Zug. Der Springer hingegen ist wesentlich stärker in seinen Fähigkeiten, da er sich über Figuren sogar hinwegbewegen kann. Als Springer bewegt Ihr Euch entlang einer Linie zwei Felder vorwärts und ein weiteres nach links oder rechts (Ankunftsfeld hat eine andere Farbe als das Ausgangsfeld!). Für taktische Manöver ist der Springer bedeutend, aber bei weitem nicht so stark wie der Läufer, der sich in der Diagonalen bewegt und - solange keine Figur das Vorwärtskommen blockiert - bis an das Ende des Spielbretts ziehen darf. Der König hingegen, den es zu schützen gilt, darf sich pro Runde lediglich um ein Feld fortbewegen, gleichgültig in welche Richtung. Ziel ist es, diesen am Leben zu halten, anderenfalls ist die Partie verloren. Stärkste und zweitstärkste Figuren im Spiel sind Dame und Turm, wobei sich erstere diagonal, waagrecht sowie vertikal bewegen darf und gegnerische Blockierer schlagen kann. Sobald eine Dame aus einer Partie ausscheidet, gelten die Chancen des Gegenspielers als ungemein höher. Der Turm bewegt sich ähnlich wie die Dame, jedoch fällt der diagonale Part weg, dennoch sind seine Züge höchstgefährlich und sollten zu keiner Zeit unterschätzt werden.

Eine Partie endet, nachdem der König schachmatt gesetzt wurde, ebenso kann sie "remis" beendet werde, wenn es durch reguläre Züge nicht mehr möglich wäre, den König matt zu setzen. Die Faszination an "Schach" ist mit Sicherheit die Vielzahl möglicher Züge sowie der kaum in Worte zu fassende Tiefgang, der dem Spielprinzip zu Grunde liegt. Das Schlagen der gegnerischen Figuren bedeutet eine Vergrößerung der eigenen Chancen, dennoch kann das Spiel mit einem einzigen, durchdachten Zug beendet werden. 15 gar hammerharte Spielstufen fordern selbst die größten Profis, dennoch ist es auch Einsteigern möglich in niedrigen Schwierigkeitsgraden zu bestehen. Die Bedenkzeit kann manuell eingestellt, die Schachvariante individuell angepasst werden. So erwartet Euch neben dem gewöhnlichen Schachspiel eine Partie "Blitzschach" (alle Züge des jeweiligen Spielers werden in weniger als 15 Minuten ausgeführt), "Schnellschach" (festgelegte Zeit von 15 bis 60 Minuten), sowie "Schach 960" (alle Figuren, außer Bauern, werden nach Zufall auf dem Brett aufgestellt).

Grafik & Sound....

Zwar gibt es vier Hintergründe für die Partien (Lounge, Salon, Spielzimmer, Ländlich), auch die Spielfiguren erhalten individuelle Formen, dennoch ist das Gezeigte wenig spektakulär. Beim Schach sollte dies aber auch das geringste Problem darstellen. Die 3D-Figuren hätten zwar detaillierter ausfallen können, erfüllen ihren Zweck aber dennoch gut.

Unterhaltsame Musik, die auf den Hintergrund abgestimmt wurde, unterstützt die atmosphärischen Partien. Leider erscheint der Sound teilweise etwas kratzig, der Gesamteindruck geht aber durchaus in Ordnung.

Multiplayer....

Mehrspielerpartien dürfen zum einen auf einem Nintendo DS ausgetragen werden, zum anderen über die drahtlose Verlinkung zweier Handhelds. Leider benötigt Ihr dafür zwei Spielkarten. Sind diese jedoch vorhanden, ist das menschliche Duell aber Ausschlaggeber für rauchende Köpfe und spannende, langwierige "Gefechte".

Fazit....

Das vom deutschen Schachbund empfohlene "Schach" überzeugt in spielerischer Hinsicht enorm. Verantwortlich zeichnet sich dafür vor allem der einstellbare, in 15 Stufen regelbare Schwierigkeitsgrad für alle Klassen. Zwar gibt es kein einführendes Tutorial, wie es bei derartigen Spielen normalerweise die Regel ist, letztendlich klärt die Anleitung über einzelne Züge auf. Jedoch hätte dies etwas präziser ausfallen können. "Historische Partien" zum Begutachten werden insbesondere Schach-Freaks in's Jubeln versetzen, die dargebotene Anzahl von 99 Aufeinandertreffen ist beachtlich und erlaubt viel taktisches Vorgehen in komprimierter Weise. Schach-Spielern legen wir den Titel an's Herz, auch Anfänger mit Faible für interessante Brettspiele müssen beim örtlichen Spielehändler vorbeischauen.

 

+ Tiefgang in Reinkultur
+ Schach bedarf keiner Worte
+ 15 Schwierigkeitsgrade
+ historische Partien
+ günstiger Preis
+ Schachrätsel
- dürftige Spracherkennung
- grafisch verbesserungswürdig
- MP mit zwei Spielkarten

GRAFIK: 63%

SOUND/EFFEKTE: 69%

MULTIPLAYER: 83%

GESAMTWERTUNG: 80%

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