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NDS Sim City Creator
 
 
Sim City Creator - NDS
Jens Morgenschweiss (20.07.2009)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Electronic Arts
GENRE: Aufbausimulation
SPIELER: 1(2) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Eigentlich ist es bei uns unüblich, dass zwei Leute den gleichen Spieltyp inklusive Fortsetzung testen. Doch auf Grund bekannter Problematiken, weichen wir von den Vorsätzen einmal ab, was mich nicht gerade unglücklich macht. Sim City ist die Art Spiel, die einen viel Zeit kosten kann. Nicht nur, weil es vom Umfang her recht reichhaltig ist, sondern hauptsächlich, weil man es nicht mehr aus der Hand legen will. Gleiches Phänomen lässt sich ja auch bei den Siedlern oder ANNO (Plattformübergreifend) feststellen. In dieser Beziehung ist dieses Genre sehr Testerunfreundlich. ;-)

Menus und die Story....

Eins vorneweg, das Spiel wird euch komplett in Deutsch präsentiert. Gerade weil man sich viel durch Statistiken hangeln muss, finde ich diesen Aspekt erwähnenswert. In Sachen Mehrspieler Action gibt es weniger einen direkten Modus dafür, sondern eine interessante Tauschmöglichkeit für 2 Sim City Besitzer. Eine Story sucht man hier, wenn man so will eigentlich vergebens. Wenn man so will startet Ihr eure Karriere als Bürgermeister entweder bei Null und dürft die Geschicke einer Stadt von Anfang bis Ende leiten, oder aber Ihr nutzt den entsprechenden Modus und gestaltet euch eine Big City im freien Spiel. Nach dem einfachen und schmucklosen Start erwartet euch das Hauptmenu, das mehrere Punkte anbietet. Die oben erwähnten Spielmodi mit der Herausforderung und dem freien Spiel. Zudem haben wir noch die Galerie, worin wir uns die verdienten Gebäude noch einmal mit allen Details ansehen können. Auch sämtliche getauschten Gebäude kann man sich hier in aller Ruhe betrachten. Die Optionen lassen lediglich Zugriff auf die Lautstärke und das einblenden von Tipps zu. Zwar kann man hier sein Spiel per Passwort schützen, aber wer will das schon.

Das freie Spiel bringt uns den Vorteil, dass wir alle verfügbaren Gebäude und Ressourcen schon besitzen und damit arbeiten können. Wie schon erwähnt, kann man eine Menge Zeit verdödeln. Doch das Hauptaugenmerk ist natürlich das Herausforderungsspiel. Hier beginnt man praktisch beim Urschleim. Gerade hat man den aufrechten Gang gelernt und wurde vom Baum geschüttelt, das schreit alles nach Wohnraum und Futter. Hier kommen wir nun als „Bürgermeister" zur Geltung und befriedigen die Bedürfnisse unserer Bewohner. Storytechnisch ist damit alles gesagt. ;-)

Technik und Gameplay....

Nachdem wir uns für die Herausforderung entschieden haben, müssen wir uns und unserer Stadt einen Namen geben. Ferner verlangt man von uns die Angabe einer Eigenheit, die wir besitzen. Tja, bei verfügbaren 6 Buchstaben, begrenzt es die Möglichkeiten. Nun finden wir uns auf eine leere Karte wieder, auf der wir unsere City errichten sollen. Die Planungen sollten von Beginn an sorgfältig verlaufen, da sich unsere Stadt zwar weiterentwickelt, aber nicht verändert. Wir nehmen also das gesamte Stadtbild mit in die nächste Epoche. Wer sich jetzt verwundert fragt, welche nächste Epoche ...! Nachdem wir eine bestimmte Vorgabe erreicht haben, hält man uns für fähig, die nächste Stufe zu bewältigen. So arbeiten wir uns von der Steinzeit über das Mittelalter, die Moderne, die Gegenwart bis in die Zukunft. Das die Antike dabei die anspruchsloseste Epoche ist und als Art Tutorial dient, macht es für Neueinsteiger recht einfach. Man muss nur dafür Sorge tragen, dass unsere Leute Wohnraum haben und unfallfrei zu den Jagdgebieten im Wald kommen. Damit wir auch verstehen, was wir wo und warum machen sollen, hat man uns einen kleinen Berater zur Seite gestellt. Er versorgt und mit allerlei nützlichen Tipps und Hinweisen, wie wir unsere Bürger glücklicher machen können und was sie brauchen für ihr Seelenheil. Ob nun einen Tempel zum Beten oder eine Kathedrale. Die Wahrzeichen steigen synchron zum Zeitalter.

Gespielt werden kann das gesamte Game in 2 Geschwindigkeitseinstellungen, ähnlich dem Siedler Prinzip. Dabei würde ein Jahr an sich in der schnellen Variante vielleicht nur 10-15 Minuten dauern. Wohlgemerkt aber nur würde. Denn z.b. wenn Ihr Hand anlegt und Baumaßnahmen einleitet, egal welcher Art, geht das Game in den Pausenmodus. Finde ich sehr gut und man hat ewig Zeit für geplante Aktionen. Man steht so nie unter Zeitdruck, oder wird gar von Ereignissen überrannt. So spielt sich das Game also überraschend flüssig ohne Hektisch zu sein, was für eine Aufbausimulation nicht das schlechteste ist. Das Ziel ist es nun beim Bau der Stadt Geld zu verdienen. Dinge die Ihr baut kosten Geld. Einmalig und eben auch als laufende Posten. Im Gegenzug müsst Ihr natürlich dafür Sorgen das Menschen in die Stadt ziehen und Ihr durch Steuereinnahmen am Jahresende möglichst einen Gewinn erwirtschaft habt. Ansonsten spielt Ihr nicht lange. Erreicht Ihr aber bestimmte Einwohnerzahlen nehmen die Probleme zu und das Krisenmanagement kommt immer mehr zum Tragen. Der Schwierigkeitsgrad ist also eine in meinen Augen sehr gelungene Sache. Wie schon erwähnt ist zu Beginn die komplette Karte leer. Bevor man mit dem Bauen an sich loslegt schauen wir auf die Screenaufteilung, die zu Beginn etwas ungewohnt erscheint. In der Grundvariante dient der Touch Screen wie ein Karten und Infoscreen mit allen möglichen Darstellungen. Die wichtigsten betreffen dabei das Datum, den Namen der Stadt sowie die Einwohnerzahl und euer verfügbares Geld. Dazu kommt unten links eine Balkenanzeige. Dreigeteilt in ebenso viele Farben ist es das Ziel alle 3 Farbbalken möglichst ausgewogen zu halten. Ein Balken steht dabei für das Thema Wohnungen aller Arten, reicht über das Thema Geschäfte bis hin zu den Industriebereichen. Auch später beim Bauen sind diese Dinge immer wieder in diese speziellen Farben getaucht, so dass man sich hier nie vertun kann. Egal was Ihr auf der Karte tätigt, schlagen diese Werte nun aus. Entweder Ihr baut von irgendwas zuviel oder zu wenig. All diese Entwicklungen könnt Ihr anhand dieser Balkenanzeige einsehen. Dazu seht Ihr nun eure Stadt in einer groben Draufsicht und seht ebenfalls anhand der Farbgestaltungen, was wo auf der Karte gebaut wurde. Der Top Screen wiederum zeigt euch in der typischen Iso Sicht nun immer das reale Aussehen der Stadt. Die verschiedenen Anzeigen im Touch Screen sind nun zum einen alle anklickbar und öffnen jeweils die verschiedenen Menus. Denn über der Draufsicht existiert ein Rechteck, das Ihr antippen und verschieben könnt. Zum einen scrollt Ihr so über die gesamte Karte und könnt sofort an der gerade gezeigten Stelle das ganze nochmals antippen und landet im Baumenu. Ab jetzt geht das Spiel in den Pausenmodus und die wichtigsten Anzeigen aus dem Touch Screen rutschen nach oben in den Top Screen. Der Touch Screen wiederum bietet euch nun alles was Ihr braucht.

Ihr bekommt zunächst 1:1 die Sichtweise der realen Stadt im Top Screen auch im Touch Screen abgebildet. Nur mit dem Unterschied das alles nun dort als einfach farbige Bereiche dargestellt ist. Nur Gebäude mit Funktionen werden mittels eines Symbols dargestellt und die drei Hauptteile Wohnung, Geschäfte und Industrie in den angesprochenen Farbtönen. Auch hier könnt z.b. Zoomen. Leider fehlt eine Drehfunktion im Spiel, einer der kleinen Kritikpunkte. Mittels Pen könnt Ihr nun wie mit einer Maus agieren. Ein Menu mit 8 Abschnitten steht euch ab jetzt zur Verfügung. Diese reichen von Parks, die Wohn, Geschäfts oder Industriebauten über die Behörden wie z.b. Schulen, Feuerwehr oder Polizei bis hin zu, Wasser oder Müllmanagement, der kompletten Rubrik Strom und endet bei den Bonusfeldern und dem Abrissmodus. Für die Motivation mehr als zuträglich sind alle Rubriken zu Beginn kaum gefüllt. Die Rubrik Bonusfelder ist komplett leer. Hier greift einmal das Jahr bei neuen Inhalten oder vor allem die Einwohnerzahlen, sobald Ihr bestimmte Grenzen erreicht. Nachdem man ein paar Häuser platziert hat kann man das Baumenu verlassen. Erst jetzt verlässt das Spiel ja auch wieder den Pausenmodus und auf dem Top Screen kann man nun die Entwicklung verfolgen. Auf den noch farblich unterlegten Abschnitten entstehen plötzlich die ersten Siedlungen und die ersten Leute ziehen in die Stadt. Von nun an baut sich das Spiel wunderbar auf. Ihr müsst auf erste Ausschläge der Balkenanzeige reagieren und erweitert nach und nach das bebaute Gebiet. Der Tiefgang startet, sobald sich das erste Gebiet entwickelt. Ihr braucht eine Mülldeponie, müsst Schulen und sonstige Behörden bauen und das Straßensystem erweitern. Mit der Zeit bekommt Ihr nun die angesprochenen freischaltbaren Bonusobjekte. Das beginnt bei normalen Dingen wie der Eisenbahn, neuen Behörden oder Kraftwerken und endet in den zahlreichen Bonusbauten, die teilweise nichts kosten, aber nur einmal verfügbar sind. Problem ist das ständige reagieren. Ich meine, habt Ihr eure Stadt teilweise gut angelegt und plötzlich erscheint die Meldung "die Eisenbahn ist verfügbar" und Ihr habt ein Problem. Einbinden in das bebaute Gebiet ist schwer, ohne vorhandenes abzureißen. Also baut man sie erstmal drum herum, muss aber nun wieder alles Neue anpassen.

Plötzlich beginnen auch noch die Menschen Forderungen zu stellen. Denn sie sagen euch was in der Stadt fehlt. Denn Veränderungen und das Eingehen auf diese Wünsche wirken sich aus. Denn habt Ihr einmal lange genug gespielt gibt es reichlich Möglichkeiten das ganze zu pushen. Bestes Beispiel sind Wohnhäuser. Allerdings entwickeln sich diese vielleicht nicht. Also baut man drum herum z.b. ein Stadion oder einen Park. Siehe da, der Grundstückswert steigt. Es gibt aber auch das Gegenteil. Verursachen zu nah gebaute Industriegebiete zuviel Dreck, oder eure Kraftwerke reichen plötzlich nicht mehr aus, kann man auch zuschauen wie die Wolkenkratzer z.b. auch zurückgebaut werden, bis hin zum kompletten Abriss eines Hauses, ohne das Ihr dies tätigt. Die dynamische Entwicklung ist sehr gelungen. Die Einwohner wollen bestimmte Gebäude immer mehr und Ihr müsst finanziell immer flüssig sein um reagieren zu können. Aber auch hier habt Ihr noch Möglichkeiten. Wie schon erwähnt sind sie Anzeigen im Touch Screen anklickbar. So gelangt man z.b. zu den Steuerbildschirmen. Entwickeln sich z.b. die Geschäftshäuser nicht, sprich es wollen einfach keine Wolkenkratzer entstehen, kann man per Schieberegler die Steuern senken. Kurz darauf kommt in Meldungen der Hinweis das neue Geschäftsleute in die Stadt kommen, weil der Steuersatz so niedrig ist. Das gleiche könnt Ihr für alle anderen Aspekte einstellen und später sogar die Forschung mit immer mehr Geld unterstützen um z.b. neue und noch nicht frei geschaltete Gebäudetypen eher zu erhalten. Nachteil dass bei herabgesetzten Steuern damit auch eure Einnahmen sinken. Dazu kommen mit der Zeit Gebäude die immens teuer sind. Trotzdem sollten wir die Ausgaben nicht scheuen. Denn ein Erdbeben kann eure gesamte Stadt zerstören oder zumindest große Teile zu weißen Flecken machen. So reicht es das z.b. ein Gebäude verschwindet, das zwischen Kraftwerk und Wohnanlage stand und plötzlich blinkt die halbe Stadt, weil kein Strom da ist. Schnelles reagieren ist hier Trumpf. Auch ein Punkt warum ich den Pausenmodus beim Bauen sehr begrüße. Für alle Entwicklungen könnt Ihr euch nun auch Statistiken aufrufen, könnt sehen wo vielleicht die Wasser oder Stromversorgung knapp ist und in welchen Gebieten vielleicht Krankenhäuser, Schulen oder Unis fehlen. Diese vielen Abhängigkeiten machen auch in der DS Version den Suchtfaktor aus. Selbst wenn die Stadt einmal komplett zugebaut ist, sinkt diese nicht.

Grafik & Sound....

Rein optisch ist das Spiel völlig ok, auch wenn es kleinere Störfaktoren gibt. So ist der Zoom mit seinen zwei Stufen nicht der Weisheit letzter Schluss. Zum Bauen ist der weite Zoom zu weit entfernt, als das man die kleinen Flächenquadrate noch zielsicher markieren kann. Da kann es schon vorkommen, das man beim Abreißen ein wenig mehr weg haut, als man eigentlich vorhatte. Die zweite Zoomstufe bringt uns so nah an den Ort des Geschehens, das die Übersichtlichkeit völlig flöten geht. Also hier bleibt noch ein wenig Luft nach oben, falls man noch einen dritten Teil ins Auge gefasst hat. Zu Beginn ist das unterscheiden der einzelnen Gebäudetypen noch etwas schwierig, was sich aber im Fortlauf des Spiels gibt.

Musikalisch bietet Sim City Creator die typische Simulationsmusik. Positiv daran ist, es fängt nicht an zu nerven. Gerade bei einem Spiel, welches einen Stunden lang am DS fesselt, wäre das tödlich. Ganz ruhig plätschern die zwei Akkorde das Spiel über so dahin.

Fazit....

Rein vom Spielvergnügen her, bring Sim City Creator all das mit, was man von einer solchen Simulation erwartet. Wenn es einmal läuft, will man es nicht mehr aus der Hand legen und zumindest noch die nächste Epoche erreichen, bevor es Nacht wird. Naja, klappt nicht immer ... ! Inhaltlich kann man nicht meckern, doch ein paar Kleinigkeiten sind dann doch störend aufgefallen. Da wären die oben schon erwähnten Zoomstufen, die völlig daneben gegangen sind. Entweder sind sie zu weit weg oder viel zu nah dran. Die Buttons auf dem Touchscreen sind sehr klein geraten, was ein genaues manövrieren erforderlich macht. Auch hätte ich mir gewünscht, das bei öffentlichen Gebäuden ein „Einzugsgebiet" angezeigt bzw. markiert wird. Kein Mensch zählt die Quadrate ab, die das Gebäude einschließt. Trotzdem kann man nicht leugnen, das das Spiel immer noch eine Faszination ausstrahlt. Sei es nun das erreichen neuer Epochen mit all seinen Errungenschaften und auch die Abhängigkeit einzelner Faktoren.

 

+ viele Gebäudetypen
+ Einfluss der Umweltaspekte
+ Epochen samt Errungenschaften
+ komplett deutsch
+ Langzeitmotivation
- Zoomstufen sehr unglücklich
- speichern dauert extrem lange
- Buttongröße auf dem Touchscreen

GRAFIK: 75%

SOUND/EFFEKTE: 68%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 75%

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