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NDS Power Quiz - Allgemeinbildung
 
 
Power Quiz - Allgemeinbildung - NDS
Kilian Pfeiffer (08.11.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: HMH
GENRE: Denkspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Macht Wissen sexy? Sind Menschen, die auf jede Frage eine Antwort wissen, die besseren Menschen? Sicher nicht! Aber dass eine gewisse Allgemeinbildung ansprechend wirkt, ist unbestritten. Nicht umsonst versucht sich halb Deutschland von Woche zu Woche bei Herrn Jauch oder Herrn Pilawa vor dem heimischen Fernseher. Und selbstverständlich erwischt man sich immer wieder dabei, bei einer richtigen Antwort zustimmend auf die Schulter zu klopfen. Von „HMH Interactive" kommt nun in Zusammenarbeit mit dem „Duden" eine digitale Sammlung von über 2.000 Fragen. Der Hersteller bewirbt dies mit folgendem Satz: „Die 2.000 wichtigsten Fragen, auf die jeder eine Antwort haben sollte!" Na wenn das so ist, dann lassen wir uns gerne belehren.

Menus und die Story....

Zunächst wollen wir die dem Titel beiliegende Anleitung herauspicken und einen Blick in diese hineinwerfen. In der Tat haben sich die Gestalter redlich Mühe gegeben, ein farbenfrohes, mit zahlreichen Screenshots versehenes Heftchen umzusetzen, 44 Seiten dick, jede Einzelheit im Spiel besprechend. „Power Quiz – Allgemeinbildung" ist - wie bereits erwähnt – ein Sammelsurium einer Vielzahl von Fragen aus unterschiedlichen Wissensbereichen. Ob dies nun Geschichte, Religion & Politik betrifft, Geografie & Wirtschaft, Pflanzen, Tiere & Menschen, Kunst, Kultur & Musik, Sport & Unterhaltung, Wissenschaft & Technik, Sprache, Sprichwörter & Redewendungen oder Wissenswertes & Kurioses – in jedem Bereich trefft Ihr auf Altbekanntes, aber auch auf noch niemals Gehörtes. Ob das nun Unwissenheit ist oder einfach Fragen, die etwa doch nicht zur Allgemeinbildung zählen? Oder muss man wirklich wissen, wie der Weihnachtsmann in x-beliebigen Ländern genannt wird?

Der größte Teil des aufkommenden Fragenkatalogs ist aber definitiv wissenswert. Zur Auswahl stehen im Hauptmenü fünf Optionen, die vom „Aufwärmen", dem „Power Quiz" über den „Freistil" bis hin zu den „Optionen" und den „Mitwirkenden" reichen. Ersterer Menüpunkt stellt ein verkapptes Tutorial dar, in dem alle Möglichkeiten aufgeführt werden, Fragen im Spiel zu beantworten. In der Tat: Es warten verschiedenste Lösungsweisen darauf erkundet zu werden – wenngleich das Resultat immer das gleiche bleibt. Frage – Antwort, Frage – Antwort, Frage – Antwort… Wer auf so etwas keine Lust hat, ist bei „Power Quiz – Allgemeinbildung" fehl am Platz.

Technik und Gameplay....

Das „Power Quiz" stellt die Schaltzentrale zwischen Spiel und einfacher Frage-/Antwortmöglichkeit dar. Hier erwartet Euch ein Profil, das Ihr mit Eurem Namen füllt und könnt dann drei unterschiedliche Medaillenstufen absolvieren („Level Bronze", „Level Silber", „Level Gold"). Wie es für einen Titel dieser Art üblich ist, verkörpern jeweilige Stufen den Schwierigkeitsgrad (Anzahl der richtig zu beantwortenden Fragen eines Abschnitts), wobei zunächst nur der Bronzeabschnitt zugänglich ist. Ähnlich einer Tabelle (acht Themengebiete, jeweils vier Abschnitte) erkennt Ihr diverse Kugeln unterschiedlicher Farbgebung, die aus oben genannten Bereichen stammen. So wisst Ihr bereits zu Beginn, auf welches Themengebiet Ihr Euch einlassen werdet. Lediglich die weißen Kugeln sind zur Beantwortung frei gegeben. In jedem Abschnitt folgen zwölf Fragen, wobei mindestens 80 % korrekt beantwortet werden müssen, um ein weiteres Aufgabenfeld eines Themengebietes zugänglich zu machen. Zusätzlich erhaltet Ihr vier Punkte gutgeschrieben. Gelingt es Euch gar alle zwölf Fragen korrekt mit einer Antwort zu versehen, winkt die volle Punktzahl von acht Zählern, des Weiteren wird die Kugel komplett in der Farbe des Themengebietes gefüllt, um darzulegen, dass Ihr einen perfekten Run hattet. Bei mehr als 80 % richtigen Antworten, wird die Kugel nur zur Hälfte gefüllt, um zu signalisieren, dass hier noch mehr drin ist und ein weiterer Besuch lohnt.

Wie schon bei „Wer wird Millionär" stehen Euch auch hier für gewöhnlich vier Antwortoptionen zur Wahl, von denen entweder eine, manchmal auch alle vier richtig sind. Weil es bekanntlich aber unterschiedliche Fragetypen gibt, wollen wir Euch im Folgenden die weiteren, auf Euch zukommenden Frageweisen vorstellen: Neben dem Standardtypus existiert die Fragestellung mit Ton, also ein Ton, den es zuzuordnen gilt. Oder Ihr sollt anhand einer Reglerfrage einen gewissen Wert mithilfe des Stylus einstellen („Wie viel Prozent vom Mond sehen wir?"). Hin und wieder ist es Eure Aufgabe, Gegenstände zuzuordnen, dann, wenn es beispielsweise heißt, Bauwerke ihrer Herkunft nach auszuwählen. Da fliegt dann mal der Eiffelturm durch das Bild und Ihr tippt diesen an – mit Sicherheit wisst Ihr, dass dieser in Frankreich steht. Ein anderer Fragetypus ist derjenige der Sortierung: Entsprechend der Frage bringt Ihr dann unter anderem Hauptstädte nach ihrer Lage in Reih‘ und Glied, später bedient Ihr auch einen Zeitstrahl, auf einem Wissenszug, der an Euch vorbeirauscht markiert Ihr vermeintlich richtige Antworten, auf einer topografischen Karte sucht und findet Ihr einen Ort („Wo ist XY geboren?") oder fahndet ähnlich des Galgenmännchenspiels nach richtigen Buchstaben innerhalb der Antwort. Manchmal bietet Euch das Programm auch ein Bild als Hilfestellung zur Beantwortung, wobei diese unseres Erachtens dann zu einfach ausfiel.

Was uns persönlich etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass der Anspruch der Fragen häufig sehr krass variiert. Da wird hin und wieder nach Gründungsmitgliedern der Europäischen Zentralbank gefragt, ein anderes Mal reicht es aus, für den „Weihnachtsmann" das „Synonym" des Nikolauses zu finden. Hin und wieder überkommt einen der Gedanke, die Fragen seien wahllos ausgesucht worden, so weit klafft die Lücke des Anspruchs auseinander. Jedenfalls sind belesene Zocker besser dran, als solche, die das Buch scheuen – größtenteils werden definitiv Wissensfragen gestellt, nur selten stadtbekanntes Allerweltswissen abgefragt.

Was uns gefällt, ist der integrierte Hilfsbutton, der zum einen dann unter die Arme greift, wenn man nicht mehr weiter weiß, im Zuge dessen aber auch wissenswerte Zusatzinfos mitliefert. Nachdem alle Kugeln eines Themenbereichs abgearbeitet wurden, warten Themen- sowie Stufentests auf ihre Beantwortung, eine Abfrage thematischer Aufgabenstellungen oder aber aller Fragen verschiedenster Thematiken in einem bunten Potpourri. Das Examen, welches letztendlich für jede Medaille erwartet wird, ist ein aus 16 Fragen bestehender Test, der als Vorlauf für das finale Examen angesehen werden darf: 50 Fragen in Folge, allerdings erst nachdem sich selbst die Goldmedaille in Eurem Besitz befindet. Als kleines Bonusmaterial befindet sich „Bubbles" auf der Spielkarte, weiterhin ein Statistikbereich sowie ein Designkasten, für welchen Ihr mit den erspielten Punkten Hintergründe, Musikstücke und Farbpaletten kauft.

Grafik & Sound....

Texte über Texte, ein bisschen Farbe beigemischt, durch einige wenige, relativ detailarme Bilder „aufgepeppt" und fertig ist das grafische Grundgerüst. Im optischen Bereich staubt der Titel daher kaum einen Preis ab, zielt auf Zweckmäßigkeit ab. Zufriedener wäre man als Spieler aber dennoch, wenn man optische Schmankerl hätte geboten bekommen.

Während der Fragenbeantwortung steht Euch zunächst eine Musik zur Verfügung, weitere Stücke lassen sich gegen verdiente Punkte jederzeit käuflich erwerben, so dass erst mit der Zeit etwas Abwechslung aufkommt. Wie so oft existiert auch bei „Power Quiz – Allgemeinbildung" keine Sprachausgabe, obwohl der Titel dafür prädestiniert wäre.

Fazit....

Freunde der „einfachen" Unterhaltung, die Action verabscheuen und sich gerne mit dem eigenen Hirnstübchen beschäftigen oder einfach nur eine Rundschau des persönlichen Wissens abfragen wollen, sind bei vorliegendem Titel an der richtigen Stelle. Auch wenn wir die Auswahl einiger Fragen als etwas ungelungen bezeichnen würden, kann man sich mit den 2.000 Fragen und deren unterschiedlichen Fragentypen durchaus anfreunden, wenngleich es mit Sicherheit auch günstigere Alternativen als die digitale Form eines Frage-/Antwortspieles gibt. Wegen der diversen Themenbereiche, der verschiedenen Prüfungen und des Contents rundherum dürfen Hobby-Quizshow-Fanatiker aber durchaus einen Blick auf den Titel werfen.

 

+ 2.000 Fragen
+ Schwierigkeitsgrade
+ „Bonus"-Sektion
- unausgegorene Fragenauswahl
- Fragen wiederholen sich
- zu viel Detailwissen
- Raten führt oft zum Erfolg

GRAFIK: 20%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 67%

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