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NDS Puzzle Quest: Challenge of the Warlords
 
 
Puzzle Quest: Challenge of the Warlords - NDS
Kilian Pfeiffer (30.03.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Koch Media
GENRE: Puzzle RPG
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Nein

   
Einleitung....

"D3Publisher" - ein Name, den man sich langsam aber sicher merken sollte. Seit Anbeginn der Nintendo DS-Ära mischt der aus Cambridge stammende Hersteller kräftig im Genre-Wirrwarr mit und sorgt das eine oder andere Mal für offene Münder: Wer bislang noch nichts von "Puzzle Quest - Challenge oft he Warlords" gehört hat, soll nun aufhorchen, denn die Mischung aus genialer Puzzle-Umsetzung und Rollenspiel bringt eines der innovativsten Gameplays der letzten Monate zu Tage. Die Konkurrenz kann sich also warm anziehen! Nicht nur die regelrechte Symbiose zwischen RPG und Puzzle-Action passen wunderbar ins Bild, sondern auch der schier unglaubliche Umfang des Handheld-Abenteuers weiß zu überzeugen. Was genau die Erfolgsrezepte des klassisch-traditionellen, dennoch aber erfrischend anderen Genre-Mischmaschs sind, erfahrt Ihr wie immer bei uns im Mag'64.

Menus und die Story....

Das mittelalterliche Setting, das Euch nach dem Einschalten des DS erwartet, lässt vermuten, dass das, was Euch noch bevorsteht, zu einer Zeit angesiedelt ist, in der mächtige Hexen neben tumben Kobolden existieren, Riesenspinnen die Wälder durchstreifen und Armeen der Untoten durch das triste Land ziehen. Etheria ist in Gefahr, denn eine scheinbar übermächtige Armee verbreitet Schrecken und Leid - insbesondere die hilflosen Bürger leiden darunter. So nimmt die klassische Gut/Böse-Story mit noch gewöhnlicherer "Ich-weiß-was-zu-tun-ist"-Struktur ihren Lauf. Die gesamte Aufmachung des Titels erinnert an gute alte "Das Schwarze Auge"-Zeiten, ein Pen-and-Paper-Rollenspiel, das vor vielen Jahren für PC's entwickelt wurde und demnächst erneut einen Auftritt feiern kann. Vor allem die Hintergrundgeschichte sowie die auftretenden Charaktere sind äußerst ähnlich, nicht zuletzt wegen der Wahl des eigenen Porträts sowie der Charakterklasse. Als Druide dürft Ihr losziehen, ebenso als Ritter, Hexenmeister und Krieger, wobei jeder der Gesellen eigene Attribute sein eigen nennt - ein Kämpfer beherrscht den Umgang mit der Waffe nun einmal besser, als das Sprechen mächtiger Zauber. Wegen der Aufstiegsmöglichkeiten beim Erreichen neuer Levels lassen sich Unterschiede zum eigenen Nachteil jedoch etwas korrigieren.

Neben dem riesigen "Einzelspieler"-Modus wartet nicht nur ein Mehrspieler-Bereich auf die Erkundung, sondern ebenfalls ein "Lernprogramm", in welchem jegliche Raffinessen zur Sprache kommen - auch wenn die einzelnen Texte durch viele grammatikalische Fehler auffallen. Nomen werden das eine oder andere Mal klein geschrieben, Verben hingegen groß. Schade, dass man bei einem ansonsten sehr gelungenen Produkt auf solche Kleinigkeiten in der Qualitätsprüfung kein Auge geworfen hat.

Technik und Gameplay....

Weil wir als alte Rollenspiel-Liebhaber sowieso von diesem Genre leicht zu begeistern sind, waren wir direkt überrascht, dass das althergebrachte Auflevel-Prinzip selbst in einem Puzzle-Spiel zum Tragen kommt, denn machen wir uns nichts vor: "Puzzle Quest - Challenge oft he Warlords" ist und bleibt ein astreiner und waschechter Puzzle-Titel, der vom Rollenspiel-Einschlag profitieren kann. Was er nicht zuletzt auch tut. Allein schon wegen der traditionellen Story, die Euch als Nachkomme eines edlen Ritters in ein fantastisches Reich voller fabelhafter Wesen verschlägt. Über eine Weltkarte erhaltet Ihr Eure Missionen, wobei es Hauptaufgaben gibt, die zum Voranbringen der Story notwendig sind, sowie Zusatzquests, die in gewisser Hinsicht "lediglich" zum Aufleveln des eigenen Charakters dienen - was zu späterer Zeit aber kaum mehr umgangen werden kann. Denn der Schwierigkeitsgrad zieht in der Tat kräftig an, Eure Gegner lernen den Umgang mit der Puzzelei in vorbildlicher Hinsicht. Anhand roter Ausrufezeichen erkennt Ihr, wohin Ihr auf der Weltkarte eilen müsst, um im Story-Verlauf weiter voran zu kommen. Grüne Symbole gelten als optionale Aufgabenstellungen.

Doch zunächst wollen wir Euch den eigentlichen Hauptpart des Spieles vorstellen, der süchtig machender nicht hätte sein können: Auf einem Spielfeld mit verschiedenfarbigen Manasteinen (blau, grün, gelb, rot), Totenköpfen, Wildcards und Goldstücken. Ebenso mit dabei sind Sterne zur Erfahrungserweiterung. Abwechselnd seid Ihr und Euer Gegenüber an der Reihe - es gilt mindestens drei gleichfarbige Manasteine miteinander in Verbindung zu bringen (horizontal und vertikal), um diese aufzulösen und den persönlichen Manavorrat jener Farbe zu vergrößern. Bis zu fünf Steine bilden eine Reihe, je mehr, desto fetter ist die jeweilige Ausbeute. Mit dem Mana im Gepäck ist es nun möglich Zaubersprüche und Effekte heraufzubeschwören, die Auswirkungen auf das Spielfeld haben können oder dem Gegner direkt Schaden zufügen. Farbsteine können hierdurch zerstört werden und die daraus resultierenden Punkte werden auf Eurem Konto gutgeschrieben. Ebenso fügt Ihr Widersachern Schadenspunkte zu. Abhängig von der anfangs gewählten Charakterklasse fallen die Zauber klassenspezifisch aus, was bedeutet, dass ein Druide deutlicher seine Heilkräfte zum Einsatz bringt, als beispielsweise ein Krieger, der eher in "Mann-gegen-Mann"-Gefechten direkten Schaden austeilt. Je weiter Ihr im Level aufsteigt, desto mehr ergänzende Sprüche werden verfügbar, wobei immer nur maximal acht davon mit in den Kampf genommen werden dürfen. In Sachen Zauber war das aber noch lange nicht alles, denn die Forschung steht bekanntlich nicht still und solltet Ihr daher erfolgreich in der Stadteroberung sein, eine Gruft und einen Magierturm Euer eigen nennen, dürft Ihr nach neuen Sprüchen suchen - in verschiedenen Anspruchsgraden, versteht sich. Die Möglichkeiten sind vielfältig und kommen in diesem Test nicht im Gesamten zur Ansprache.

Schäden fügt Ihr auf dem Spielbrett durch Schädelkombinationen zu. So könnt Ihr einen Schlachtruf auf diese beschwören, um effektiver loszuschlagen, solltet aber jederzeit darauf achten, dass nicht der Gegner zuerst zum tödlichen Zug kommt. Die taktischen Möglichkeiten sind durch die vielfältigen Wirkungsweisen der Sprüche, aber auch durch die Fähigkeiten der Gegner kaum überschaubar. Denn nicht nur der ungemütliche Nebenbuhler muss um die Ecke gebracht werden, sondern gleichzeitig will noch ein wenig Geld und weitere Erfahrungspunkte verdient werden, die ebenfalls durch die Verbindung der jeweiligen Steine zustande kommen. Bei vier gleichen Symbolen in waagerechter oder vertikaler Folge gibt es zusätzlich einen Extrazug, der Euch oftmals die virtuelle Haut retten kann - auch Wildcards sind zu beachten, denn damit generiert Ihr Euch das noch fehlende Mana, welches beispielsweise für den gerade eben dringend benötigten Zauberspruch notwendig ist. Kaum zu beeinflussen, aber sehr gewinnbringend sind die Kettenreaktionen auf dem Feld, sobald sich diverse Reihen bilden, die in Folge vom Screen gelöscht werden. Genial! Die Manakomponente fordert indes Eure gesamte Konzentration, da die Abwägung von Manafarbe und Zaubersprüchen einen Großteil des taktischen Vorgehens ausmachen.

Häufig ergattert Ihr in Kämpfen wertvolle Ausrüstungsgegenstände mit unterschiedlichsten Auswirkungen: Langbogen, Kettenpanzerrüstung, Kaiserlicher Helm und Spiegelschild sind nur einige der zur Verfügung stehenden Gegenstände. Logisch, dass sich diese auch mit verdienten Goldstücken aneignen lassen. Und wie in einem Rollenspiel üblich, könnt Ihr Eure Ausrüstung jederzeit an Eure Wünsche und die Gegnerschaft anpassen - abhängig davon welches Farbe der Zauberessenz Ihr benötigt, denn schließlich bietet die Ausrüstung in dieser Hinsicht effektive Bonusgelegenheiten.

Habt Ihr Euch nach mühevoller Puzzlearbeit nach oben gekämpft und war der Levelanstieg erfolgreich, gilt es Fertigkeitspunkte auf die sieben zur Verfügung stehenden Attribute zu verteilen. Krieger dürfen die Kampfkraft optimieren, dennoch auch den Bereich der Erdmagie stärken, was aber dann mehr Punkte verschlingt. Ihr solltet hier Vorsicht walten lassen, denn die moralische Komponente, die Intelligenz sowie schlussendlich die Luft-, Wasser- und Feuermagie wollen ebenso nicht vernachlässigt werden. Häufig winken nach Kämpfen wertvolle Prämien in Form von Waffen und allgemeiner Ausrüstung. Mit dem verdienten Gold lassen sich im Folgenden eroberte Städte ausbauen und in vielerlei Hinsicht nach Euren Wünschen gestalten: ein weiterer Aspekt, der den spielerischen Tiefgang vorantreibt und den Titel zum absoluten Geheimtipp favorisiert. Je nach momentaner Finanzlage errichtet Ihr beispielsweise eine Gruft, um von nun an Opponenten gefangen nehmen zu können. Des Weiteren lassen sich im Stall Huftiere ausbilden (Auswirkungen auf Werte und Zauber!), eine Schmiede erlaubt es Euch wertvolle Ausrüstung zu kreieren. Je mehr Städte Ihr Euer Eigen nennt, desto mehr Goldmünzen fließen theoretisch auf Eurem Konto ein - Voraussetzung ist eine Schatzkammer. Wohingegen im Tempel gegen Spenden Fertigkeiten positiv beeinflusst werden. Selbst das Erlernen von Zaubern ist möglich, allerdings sollte hierzu die Gruft mit Gefangenen gefüllt sein, denn diese werden dazu verdammt, sie Euch zu lehren. Städtebelagerungen stellen im Übrigen den Höhepunkt eines Lebens als Abenteurer dar.

Grafik & Sound....

Technisch anspruchsvoller ist immer möglich - aber auch atmosphärisch treffender? Wohl kaum, denn "Puzzle Quest - Challenge of the Warlords" ist zwar bieder in der Darstellung der Puzzelei, allerdings ein Vorzeigekandidat, wenn es um eine hervorragende Story-Weiterführung geht. Die klassischen RPG-Standbilder, die große Ähnlichkeiten zu den Charaktergrafiken der "Fire Emblem"-Serie aufweisen, sind bis ins Letzte gelungen, auch wenn ab und an besagte Grammatikfehler die Spielidylle stören. Der Titel wirkt rund, weil Grafik und Story ineinander greifen und das bestmögliche aus der Genre-Verknüpfung herausholen.

Mittelalterlich wirkt der Soundtrack an vielerlei Spielstellen, was aber positiv zu verstehen sein soll. Erneut wird das Setting optimal von der Musik eingefangen und präsentiert. Leider ohne Sprachausgabe, dafür teils packend, ein anderes Mal nachdenklich, gar ein wenig Romantik versprüht die fabelhafte Zusammenstellung der Kompositionen.

Multiplayer....

Auch wenn man gegen einen Freund des Öfteren antreten wird, bleibt der Mehrspieler- hinter dem Einzelspieler-Modus zurück. Dies liegt allein daran, dass die geniale Story des Singleplayers derartig fesselnd wirkt und ein bloßes Duell dagegen nicht triumphieren kann. Zwar lassen sich in taktischer Hinsicht Dinge wie das Handicap manuell regeln und Attributwerte einstellen, auch das reichhaltige Zauberspruchangebot kommt zum Zug. Wie gesagt will man aber den äußerst umfangreichen Solo-Modus erst einmal zu Ende bringen, bevor man auf Kumpel-Jagd geht. Einen Online-Modus gibt es bedauerlicherweise nicht.

Fazit....

Nur schwer gelingt es alle Aspekte von "Puzzle Quest - Challenge of the Warlords" in einem Test unterzubringen - es gibt einfach zu viel des Guten zu vermelden. Dies beginnt bei der geglückten Vereinigung von Puzzle-Spiel und RPG, geht über eine vortreffliche Hintergrundgeschichte und endet bei einer rund 30 bis 40 Stunden andauernden Kampagne. Die Atmosphäre stimmt, da RPG-Elemente behutsam und leicht verständlich in den Titel integriert wurden und das Spielgefühl deutlich aufwerten. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Zaubersprüche, des Stadtausbaus und der süchtig machenden Farbstein-Knobelei - eingebettet in waschechte Auseinandersetzungen samt Lebensenergieverlust. Unzählige Nebenquests bieten Euch weitere Unterhaltung und hieven den Titel ganz weit nach oben in unserer persönlichen Handheld-Hitliste. Motivation pur - und das für mehrere Wochen! Mehr davon!

 

+ riesiger Umfang
+ klassisch-geniales Puzzle-Fieber
+ hervorragende RPG-Einbettung
+ massig Zaubersprüche
+ taktische Komponente
+ unzählige Nebenquests
+ MP-Modus/Stadtausbau
+ manueller Gegnerkampf
+ viele Ausrüstungsgegenstände
- kein Online-Modus
- Grammatikschnitzer

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 84%

MULTIPLAYER: 83%

GESAMTWERTUNG: 87%

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