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NDS Pferd & Pony: Mein Pferd
 
 
Pferd & Pony: Mein Pferd - NDS
Kilian Pfeiffer (04.11.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Independent Arts
GENRE: Tiersimulation
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Lange war es ruhig um die "Pferd & Pony"-Reihe, doch nun kündigt sich ein weiterer Teil des erfolgreichen Labels an. Bereits für den Game Boy Advance konnte man "Pferd & Pony - Best Friends - Mein Pferd" spielen, allerdings war dieser Teil eher ein Schuss in den Ofen, als eine spielerische Erfüllung. Zu uninspiriert kam das Hofabenteuer daher, zu einfallslos war die Umsetzung, zu altbacken die technischen Gegebenheiten. Viel hat sich an der Fürsorge zum eigenen Pferd auch auf dem Nintendo DS nicht geändert, obwohl man nun mit einem Mehrspieler-Modus aufwarten kann. Ob dieser den Erwartungen der unzähligen weiblichen Fans gerecht wird, klärt unser Test.

Menus und die Story....

Recht spartanisch gestaltet sich bereits das Hauptmenü des Pferdetitels, denn neben einem neuen Abenteuer und dem Multiplayer ("Drahtloses Spiel") gibt es reichlich wenig zur Auswahl. Dank deutscher Bildschirmtexte kommen selbst junggebliebene Spieler in den "Genuss" aller Inhalte. Vorbildlich ist beispielsweise die Tatsache, dass Ihr zu allen Aktionen, Gegenständen und spielerischen Möglichkeiten Lexika-Einträge vorgesetzt bekommt, die zur Klärung eventueller Probleme und Unklarheiten beitragen und die Handhabung einzelner Objekte klären. In dieser Hinsicht kann man dem Titel nicht viel ankreiden, dennoch merkt man die Herkunft vom Game Boy Advance deutlich. Leider haben es die Entwickler nicht für nötig empfunden, Hand an die Sache zu legen und die Pferdesimulation den technischen und spielerischen Möglichkeiten des Doppelbildschirms anzupassen. Im Grunde bleibt alles wie gehabt, und das ist eine alles andere als positive Entwicklung.

Inhaltlich ist der Titel relativ sparsam mit Details, eine zu erzählende Geschichte gibt es nicht, alles was Ihr aus der Anleitung erfahrt, ist, dass Ihr ein Jungfohlen während seiner Entwicklung hin zum Pferd begleitet. Im Laufe dieser Zeit werdet Ihr all jene Dinge miterleben, die man als zu Erziehender nun mal so zu bewerkstelligen hat. "Kinderkrankheiten" müssen "ausgebügelt", das tägliche Futter zubereitet, ebenso die Hygiene im Stall gewahrt werden. Selbst an kleinen Wettbewerben, in welchen das Gesamtpaket von Optik und Auftreten bewertet wird, müsst Ihr Euch messen lassen und möglichst hohe Ränge belegen. Spannend ist dies aber alles weniger.

Technik und Gameplay....

Wie Ihr "Pferd & Pony - Best Friends - Mein Pferd" letztlich steuert, bleibt Euch überlassen. Die Touchpen-Variante ist etwas umständlicher bei der Handhabung, somit sollte man es - dem Komfort wegen - bei der klassischen Steuerkreuz-Möglichkeit belassen. Zu Beginn steht erst einmal die Wahl des eigenen Charakters an, weiblichen Ursprungs, versteht sich (wobei auch ein männlich Protagonist existiert!). Begrenzte Auswahlmöglichkeiten auf Seiten des eigenen Outfits wirken so, als hätte man diesen Punkt eher stiefmütterlich behandelt, da scheint die Wahl zwischen 15 Pferden schon ein wenig großzügiger, wenngleich keine echten Rassen angeboten werden, sondern die Vierbeiner sich lediglich in Sachen Farbe und ob sie Kaltblut, Warmblut oder Vollblut sind, unterscheiden.

Habt Ihr Eure Wahl soweit getätigt, geht es ab in den Stall, in welchem Euer leicht unförmiges Fohlen schon sehnsüchtig auf Euch wartet. Ab nun werdet Ihr Euch um den kleinen Racker kümmern müssen, denn die große, weite Welt mit all ihren Turnieren und Wettbewerben will immerhin zu späterer Zeit ausgekundschaftet werden. Vier Zustandswerte charakterisieren Euren Schützling anhand von Balken, die stetig fallen, jedoch durch Aktionen aufgefrischt werden können. "Hunger & Durst", "Fitness", "Vertrauen" und "Hygiene" waren bereits für den Game Boy Advance kennzeichnend. Auch hier hat sich im Grunde nichts getan - Besitzer der GBA-Version brauchen also keinen Gedanken daran verschwenden, sich auch die DS-Variante zuzulegen, denn die Unterschiede sind zu gering, als dass ein Kauf gerechtfertigt wäre.

In Tage unterteilt habt Ihr immer zwölf Stunden Zeit Euer Pensum an Arbeit und Vergnügen auszuleben. So dürft Ihr jederzeit auf die Koppel zum Spazieren, später, wenn das Pferd ausgewachsen ist, wartet selbstverständlich auch der Ausritt auf Euch. Das Striegeln gehört zum tagtäglichen Unterfangen, ist aber, trotz der innovativen Möglichkeiten des Nintendo DS, sehr spartanisch ausgefallen und nach wenigen Tasten schon wieder erledigt. Geht es Eurem Pferd schlecht, sollte die zugrunde liegende Krankheit diagnostiziert und das passende Gegenmittel verabreicht werden, zur allgemeinen Fitness tragen regelmäßige Spaziergänge bei, Reitausflüge dürfen nicht zu überstürzt angetreten werden, denn Muskelzerrungen sind hier gang und gäbe. Nach einem anstrengenden Ausritt zu späterer Zeit, bedarf es einer leckeren Portion sättigendem Hafer. Dazu ein wenig Obst und Gemüse und dem Reittier sollte es hervorragend gehen. Selbst die Verpflegung ist hinsichtlich des Touchscreens lächerlich: Ihr müsst das Futter lediglich zum Maul des Pferdes ziehen, das war es auch schon. Jede Tat wirkt uninspiriert und mit wenig Liebe zum Detail umgesetzt. Ebenso das Misten des Stalles, in dem Ihr mit wenigen Tippbewegungen den Boden säubert und neues Stroh auslegt. Auch wenn Ansätze zum Einsatz des berührungssensitiven Bildschirms bestehen, überzeugt uns das vorliegende Machwerk in der heutigen Zeit nicht mehr.

Zwar könnt Ihr den Vierbeiner schmücken und für die bewerteten Schönheitswettbewerbe klarmachen, die Hufe Eures Pferdes auskratzen oder das Fell bürsten, wegen der vollkommen veralteten Präsentation lockt dies aber keinen Gaul mehr hinter dem Ofen hervor. Beim Händler um die Ecke findet Ihr alles Relevante für das Pferd, ob Decken, Nahrung, Zaumzeug. Selbstverständlich in verschiedenen Preis- und Qualitätsklassen. Für die Schönheitswettbewerbe in fünf Stufen (von lokaler bis hin zu internationaler Meisterschaft!) ist die persönliche Ausstattung äußerst wichtig, für Springturniere (zehn Wettbewerbe!) nur bedingt - diese sind im Übrigen nicht viel spannender als ungetoastetes Weißbrot, denn per Knopfdruck über Hürden zu springen ist nun mal unspektakulär, da hilft selbst die Möglichkeit der Sprachsteuerung ("Reite schneller", "Ganz ruhig") recht wenig.

Grafik & Sound....

Auch wenn der vorliegende Titel eine Umsetzung eines bereits erhältlichen Game Boy Advance-Titels ist, ist es noch lange nicht gerechtfertigt ein und dasselbe Produkt auf zwei, technisch vollkommen verschiedenartigen Handhelds, zu veröffentlichen. Der DS wäre rein leistungsmäßig im Stande wesentlich prächtigere Grafiken auf den Bildschirm zu zaubern. So meint man, man befinde sich in einem Titel der 90er Jahre - pixelige Charaktere, unförmige Pferde und dies in einer ziemlich lieblosen Präsentationsleere. Schade, denn in diesem Bereich gibt es von "dtp young entertainment" wesentlich gelungenere Tiersimulationen.

Die Musikuntermalung geht im Grunde in Ordnung, bedauerlicherweise gibt es nur eine Melodie, die - gleichgültig ob Ihr im Stall steht oder Euch auf der Weide befindet - auf dem Handheld dudelt. Langfristig gesehen lässt die Motivation etwas nach, eine Art Jukebox hätte hier Wunder bewirkt. Die Möglichkeit der Spracherkennung ist zwar nur ein recht minimalistisches Feature, funktioniert aber. Sprachausgabe gibt es hingegen aber nicht!

Multiplayer....

Erfreulich ist es ja schon, dass man für den Nintendo DS einen eigens entwickelten Mehrspieler-Modus präsentieren kann. Wenn dieser nur wenigstens Sinn machen würde. Zum einen fehlt die Möglichkeit des Einzelkartenspiels, zum anderen langweilen gemeinsame Ausritte zum Erforschen des öden Geländes. Das gegenseitige Messen innerhalb eines Springturniers geht soweit noch ganz gut von der Hand, ist aber auch keine spielerische Erfüllung. Sprichwörtlich für die Katz' ist der Schönheitswettbewerb, der, wenn überhaupt, jungen Mädels Spaß bereitet, allerdings ziemlich plump ausfällt. Wer teure Accessoires trägt, gewinnt.

Fazit....

Für "Pferd & Pony - Best Friends - Mein Pferd" können wir leider keine Empfehlung aussprechen, denn im Vergleich mit der existierenden Software-Konkurrenz zieht der inspirationslose DS-Titel leider den Kürzeren. Kein Wunder: wenn Entwickler meinen, sie könnten einen für den Game Boy Advance gedachten Titel vollkommen unverändert auf den DS transportieren, haben sie sich geschnitten. Denn Spieler, die einen DS ihr Eigen nennen, wissen um dessen technische Gegebenheiten Bescheid und merken, wenn herzlose Spielelemente als bloßer Schein zur Selbstdarstellung implementiert wurden. Und da es von "dtp young entertainment" bereits wesentlich bessere Tiersimulationen gibt, verstehen wir nicht, wie man vorliegenden Titel - trotz der Tatsache, dass es ihn für den GBA bereits gibt - unverändert auf die Spielergemeinde loslassen konnte. Der neue Mehrspieler-Modus kann leider kaum etwas gutmachen.

 

+ Lexikon-Einträge
- schlechte DS Anpassung
- aufgesetzter Mehrspieler-Modus
- beinahe unveränderter GBA-Titel
- grafisch von vorgestern

GRAFIK: 42%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER: 45%

GESAMTWERTUNG: 37%

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