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NDS Petz: Hundefreunde
 
 
Petz: Hundefreunde - NDS
Kilian Pfeiffer (08.11.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Ubisoft
GENRE: Tiersimulation
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

"Ubisoft" hat das Segment der so genannten "Casual Games" zurzeit fest im Griff. Im wöchentlichen Takt trudeln neue Muster der speziell für Gelegenheitsspieler entwickelten Software-Umsetzungen bei uns in der Redaktion ein. In beinahe jeder Hinsicht geht es dort tierisch zu, auch bei "Petz - Hundefreunde" ist dies der Fall, hier kommen insbesondere comicartige Hündchen zum Zuge, die in vielerlei Minispielen um die Gunst des Spielers buhlen. Größter Wert wird allerdings auf das Einrichten des eigenen Domizils gelegt - erfolgreich absolvierte Minigames schalten neue Gegenstände freie. Bei über 250 Einrichtungsgegenständen werdet Ihr eine ganze Menge zu tun haben.

Menus und die Story....

"Petz - Hundefreunde" für den Nintendo DS ist anders als "Nintendogs", da es das Hauptaugenmerk auf das Absolvieren von Minispielen legt und das eigentliche Feature der "Hundebemutterung" nur marginal behandelt. Für viel wichtiger erachtet der Titel das Freischalten zahlreicher nützlicher und weniger nützlicher Ausstattungsgegenstände, die in allerlei Farben und Formen die eigenen vier Wände schmücken dürfen. Auf eine wirkliche Story im Spiel muss man zwar verzichten, dennoch gibt es eine Art Verlauf im Spiel, an den man sich richten kann. Dabei handelt es sich um das Erlangen aller im Titel möglichen Gegenstände. Des Weiteren will Euer gesamtes Haus erkundet werden, für jedes Zimmer muss man sich Zugang verschaffen. Dort gilt es dann erneut der kreativen Gestaltungsader freien Lauf zu lassen - der eigene Hund kann da schnell mal ins Hintertreffen geraten….

Gleich zu Beginn müsst Ihr Euch für eines von elf Wau-Waus entscheiden. "Wau-Wau" im wahrsten Sinne des Wortes, denn in vorliegendem "Ubisoft"-Titel hat man es nicht mit wirklichkeitsgetreu animierten Hundewelpen zu tun, sondern viel mehr mit überzeichneten Vierbeinern, deren Kopf im Allgemeinen eine Stufe zu groß geraten ist. Die optische Konzeption kommt demnach in keinem Fall dem großen Nintendo-Vorbild nach - wobei, wie gesagt, Minispiele den Spielablauf dominieren.

Technik und Gameplay....

Startet Ihr mit dem neuen Hündchen mitten ins Spiel, geht es sogleich ans spielerische Eingemachte. Ob Pudel, Dalmatiner oder Boxer - elf Rassen eignen sich für jedweden Geschmack, wobei keine individuellen, charakteristischen Fähigkeiten den Hunden zu Eigen werden. Im Grunde genommen spielt sich jedes Tier gleich, direkt steuern könnt Ihr es sowieso nicht. Zu Beginn stehen der Garten sowie das Wohnzimmer zur Verfügung, erst im Laufe der Spielzeit schaltet Ihr weitere Zimmer, respektive gar ein zusätzliches Stockwerk frei.

Per manueller - leider etwas starrer - Kamera beobachtet Ihr Euren Schützling, das Nintendo DS-eigene Mikrofon erlaubt Euch ein paar Kommandos, die das System ohne weiteres erkennt und dem Hund vermittelt. So dürft Ihr Euch beispielsweise von dem kleinen Racker verabschieden oder ein beherztes "Bei Fuß" in den Handheld sprechen. Selbstverständlich ist das Tierchen nicht alleine, sondern wird von zahlreichen Nachbarshunden in regelmäßigen Abständen besucht - Langeweile kommt hier in gesellschaftlicher Hinsicht also nicht auf. Sofern Ihr mit dem Touchpen viele Streicheleinheiten verteilt, wird man auf Seiten der tierischen Fraktion immer in guter Stimmung bleiben. Später erlauben Euch gekaufte Einrichtungsgegenstände beispielsweise eine Interaktion mit dem Tier - dazu tippt Ihr das gewünschte Objekt an und der Hund hüpft auf den Liegestuhl oder begutachtet einen Tannenbaum von unten. Zwar könnt Ihr recht nette Dinge fabrizieren, jedoch wird dies nach geraumer Zeit etwas eintönig. Das ansonsten obligatorische Füttern des eigenen Tieres wird in "Petz - Hundefreunde" unter den Tisch gekehrt - sehr schade, denn Bedürfnisse oder dergleichen gibt es nun mal nicht. Überhaupt fehlen uns die tiersimulationstypischen Möglichkeiten: Bürsten allein reicht nun mal nicht aus!

Ebenso ist die schier endlose Liste an wohnhausrelevanter Einrichtung im Grunde nur schmückendes Beiwerk. Teppiche, Spielplatz-Utensilien, Küchengeräte, Ventilatoren oder doch etwa Spielzeuge für den Hund? Es gibt unzählige Dinge zu erwerben - jedoch nicht gegen Bares, sondern nach erfolgreicher Erledigung diverser Minispiele. Teilweise scheinen diese für die Zielgruppe kaum geeignet zu sein. Oder lasst Ihr Eure kleinen Geschwister manchmal "Poker" spielen? Zwar mit Hundeantlitzen verziert, dennoch von den Grundregeln her ähnlich. Sieben Kartenspiele befinden sich auf der Spielkarte - relativ viel, wie wir finden und nicht unbedingt das Gelbe vom Ei für die angepeilte Zielgruppe. Nichtsdestotrotz gibt es ein weiteres Mal "Memory" in einer Spielkarten-Variante zu begutachten, ebenso "Sevens", in welchem man alle seine Karten in optimaler Weise anlegen sollte. Neben dem allseits bekannten "Mau Mau" trefft Ihr ebenso auf die Karten-Umsetzung "Bettler", bei der Ihr dieselbe Spielkarten-Anzahl wie Euer vorhergehender Spieler ablegen müsst. Ihr solltet allerdings darauf achten, dass Eure Karten einen höheren Wert aufweisen. Freilich existieren innerhalb der Spiele Zusatzregeln, auf welche wir aber in diesem Test nicht eingehen werden, da dies nicht nur den Rahmen sprengen würde, sondern vielmehr auch hinsichtlich des eigentlichen Hauptaugenmerks irrelevant wäre. Dennoch erwarten Euch auf der virtuellen Kartenseite eine Umsetzung von "Old Maid", sowie "Blackjack" - für Jedermann ist also etwas dabei, auch wenn derartige Umsetzungen für ein Hunde-Spiele fehl am Platz wirken.

Weiterhin erwarten Euch drei Puzzle-Spiele, wobei beim klassischen Bildererraten nicht viel zu erklären sein dürfte. Das "Asiatische Puzzle" gestaltet sich schon etwas umfassender und gleicht einem Verschiebepuzzle. Beim "10-teiligen Puzzle" sollt Ihr zehn Teile zu einem Gesamtwerk vervollständigen, wobei das Drehen der Teile ein gutes Vorstellungsvermögen hinsichtlich des späteren Ablageplatzes verlangt. Auf Seiten der Sport-Minispiele geht es zum "Bowling" mit dem Nintendo DS-Stylus, Ihr werft Reifen in "Hula Hoop" in Richtung der kleinen, süßen Hundewelpen oder duelliert Euch bei einer Partie "Air Hockey". Diese Minispiele entsprechen in jeglicher Hinsicht deutlicher den Wünschen der Zielgruppe, da sie leicht verständlich und schnell erlernbar sind. Innerhalb der Brettspiele geht es in "Reversi" um eine ganze Menge Steinchen mit Hundegesichtern, in "Take Two" um das Entfernen zweier gleicher Karten, die entweder aneinander liegen oder sich bis zu zwei Reihen voneinander entfernt befinden. Hinzu kommt ein Trio weiterer netter Umsetzungen, bei welchen Ihr Hunde beim Verstecken entdecken sollt - ein Tipp mit dem Touchpen reicht aus - und weiterhin in einem Reaktionsspielchen den engen Hundekontakt sucht ("Countdown") oder "Im Takt" das Tamburin antippt, beziehungsweise im richtigen Moment in die Hände klatscht.

Wie zuvor bereits erwähnt, schaltet Ihr pro erfülltem Minispiel weitere Gegenstände frei, nach einer Weile habt Ihr aber jedes Minispiel in ausreichender Menge vorgesetzt bekommen - bei über 250 Gegenständen eigentlich logisch - demnach hätte der Titel schon ein paar zusätzliche unterhaltsame Spielchen vertragen. Leider verkommt somit das eigentliche Hunde-Feature zu einer eher nebensächlichen Beschäftigung. Wenn wenigstens die Minispiele in ihrer Zusammensetzung und Auswahl stimmen würden, könnte man hier ja nicht viel sagen, so allerdings werden Spieler der entsprechenden Altersstufe etwas verschreckt sein, auch wenn zahlreiche Einrichtungsgegenstände überzeugen.

Grafik & Sound....

Leider wirkt die Grafik eher mau und weist einen starken Hang zur Comichaftigkeit auf. Restlos überzeugen konnte uns dies leider nicht. Hier hätten wir uns hübsche Animationen der Hundearten und jede Menge schön gestalteter Texturen gewünscht. Auch zu den Minispielen gibt es nur wenig zu sagen, da diese sehr zweckmäßig umgesetzt wurden und keinerlei Anspruch auf grafische Ausreizung haben.

Passende Melodien wo auch immer der Gehörgang präsent ist - fröhliche Weisen ertönen während der "Hundeaufzucht", allerdings fehlen uns wirklich gelungene Soundeffekte, sei es bei einem Bellen oder dem Spielen mit dem Schützling.

Multiplayer....

Beim Mehrspieler-Modus ist die Umsetzung den Entwicklern insofern geglückt, als dass man mit nur einer Spielkarte mit bis zu drei Freunden in die Minispiel-Welt stürzen kann. Zwar funktioniert das "Mehrspieler-Gefecht" lediglich bei den Kartenspielen, hier aber ohne weitere Probleme. Schade allerdings, dass man nicht weitere witzige Multiplayer-Inhalte spendiert hat.

Fazit....

"Petz - Hundefreunde" gelingt der Spagat hin zur gelungenen Hunde-Simulation leider nur bedingt. Zu viel Wert wurde auf Schnickschnack gelegt, der das eigentliche Beschäftigungsgebiet vollkommen aus den Augen verlieren lässt. Zwar enthält der Titel 18 Minispiele, jedoch spielt man diese in einer Tour, um weitere Gegenstände für die Hauseinrichtung frei schalten zu können. Die Pflege des Hundes tritt leider in den Hintergrund - ein wenig bürsten, füttern und das war es dann auch schon. Solltet Ihr allerdings auf Kartenspiele und unzählige Extra-Gegenstände stehen, ist der Titel einen Blick wert.

 

+ viele Sammelgegenstände
+ 18 Minispiele
+ Mehrspieler-Modus vorhanden
- verkümmerte Hunde-Pflege
- zu viele Kartenspiele
- zieht sich vom Spielablauf her
- sehr eigene Darstellungsweise

GRAFIK: 50%

SOUND/EFFEKTE: 61%

MULTIPLAYER: 65%

GESAMTWERTUNG: 56%

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