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NDS N+
 
 
N+ - NDS
Kilian Pfeiffer (08.11.2008)

SYSTEM: NDS - USA
ENTWICKLER: Metanet
GENRE: Geschicklichkeit
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Englisch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Gering
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: US erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro (Import)
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Ja

   
Einleitung....

Ihr meint, Ihr hättet Euch verlesen? Falsch gedacht! Minimalistisch wie der Name über uns hereinbricht, ist auch das Gameplay von „N+", einem Flashgame, welches bereits auf der Xbox 360 ein Zuhause gefunden hat, nun aber über Importumwege als DS-Version auch unseren heimischen Handhelden erreichte. Wir haben uns für Euch in das Ninja-Game gestürzt und können nun besten Gewissens sagen, dass einfache Spielprinzipien oftmals doch die besten sind. Also „Atari": Erhört unser Flehen und bringt „N+" so schnell als möglich auch in unseren Gefilden auf den Markt! Genial einfach und einfach genial – Worte, die das Erlebnis während des Spielens treffender nicht auszudrücken vermögen.

Menus und die Story....

Für was das „N+" im Titel wohl stehen könnte? Wir haben uns Gedanken gemacht und nachgeforscht – selbstverständlich für „Ninja". Denn einen solchen verkörpert Ihr und kämpft Euch in 250 Stages durch fallenverseuchte Ebenen, die Euch all das Geschick abverlangen, das man als Auserkorener benötigt: Reflexe, Sprungkraft, das Auge fürs Detail sowie den Willen, selbst in brenzligsten Situationen zu überleben. Wir denken, dass wir uns in einer solchen Lage befinden und stürzen uns deshalb mitten hinein – in ein Retro-Game, neu aufgelegt, mit zusätzlichen Levels bereichert (deshalb auch das „+" im Titel!). Frustresistent solltet Ihr aber schon sein, denn spätestens ab Kapitel 25 (also bei rund der Hälfte des Spieles) wird die Mortalitätsrate kritisch.

Was uns „N+" alles bietet? Ziemlich viel, wie wir finden. Neben der immensen Anzahl an Stages, ist es vor allen Dingen der „Level Editor", der Eindruck schindet, ebenso der „Multiplayer" sowie der Wi-Fi-Modus, bei welchem es gar erlaubt ist, eigens kreierte Ebenen online zu stellen. Weltweit dürfen Spieler dann den von Euch erstellten Content downloaden. Innerhalb der „Unlockables", den freischaltbaren Extras im Spiel, finden sich zwar nur obligatorische Dinge, wie Ninja-Outfits, Musik-Packs und frische Animationen – neue Stages schaltet Ihr dagegen direkt frei, wenn eine gewisse Kampagnenanzahl beendet wurde. Wenn das mal keine anständige Vielfalt ist...

Technik und Gameplay....

„N+" nimmt die Begrifflichkeit des Jump’n Runs ziemlich ernst und beschränkt sich auf eben jene. Mehr als hüpfen und rennen müsst Ihr nämlich das gesamte Spiel über nicht. Nein, Waffengewalt findet in „N+" keinen Platz, ein Ninja agiert würdevoll und menschenwürdig – wobei, auch menschliche Kontrahenten erwarten Euch keine. Ja was macht man dann eigentlich im wohl minimalistischsten Handheld-Abenteuer überhaupt (selbst „Bangai-O Spirit" scheint da eine grafische Höchstleistung abzuliefern)? Ganz einfach: Man absolviert Kampagnen, die sich aus jeweils fünf Stages zusammensetzen. In jedem Level gilt es, eine Tür mithilfe eines grünen Schalters zu öffnen, der mal schneller erreichbar, mal weniger offensichtlich zu erwischen ist. Anders ausgedrückt – Vorarbeit wird nötig sein, um den Druckknopf zu aktivieren, der letztlich die letzte Instanz ist, eine Ebene erfolgreich zu beenden.

Weil die Entwickler von „Metanet Software" scheinbar über den herausfordernden Charakter des Titels Bescheid wissen, haben sie vorgesorgt und präsentieren mit den „Statistics" eine Rubrik, die dem Käufer indirekt vermitteln will, was für ein Loser man im Endeffekt doch sei. Wie wir auf solch eine Vermutung kommen? Nun ja, „N+" listet alle virtuellen Tode fein säuberlich geordnet auf und zeigt, welche fiese Falle wie häufig für den Tod des Protagonisten verantwortlich zeichnete. Da kommt es also durchaus vor, 200 Mal in die Tiefe gestürzt zu sein oder 500 Mal von Sprengminen in Stücke gerissen zu werden. Auch das zeitliche Limit könnte in der Theorie zum Tode führen – wenn Ihr allerdings alle in den Stages verteilten Goldmünzen fleißig einsammelt, füllt Ihr Euer Zeitkonto, pro Münze, versteht sich, das zusehends nach unten rast, wieder ein wenig auf.

Beginnen wollen wir mit den „Tutorials", die Euch die Grundlagen des sowieso sehr einfach gehaltenen Spielprinzips vermitteln. Ein Druck auf die Taste und die reflexartigen Bewegungen des Ninjas lassen ihn an Höhe gewinnen. Einmal in der Luft, dürft Ihr das Alter Ego nach links und rechts bewegen, um eventuelle Landungen besser auszutarieren. Vor allem später wäre ein Zielwässerchen von Vorteil, da Plattformen mitunter kaum breiter als ein Fußabtreter ausfallen. Und wenn dann noch der ganze Boden um den rettenden Ort herum durch Minen zugepflastert ist, könnt Ihr Euch ja vorstellen, wie lebensbedrohlich die Situation ist. Wenigstens stehen Euch unendlich Wiederholungen zur Verfügung, denn des Öfteren hat in virtueller Hinsicht Eure letzte Stunde geschlagen. Dann macht es „Splash!" und der Ninja ist entweder platt oder wird in alle seine Einzelteile zerlegt. Dies geschieht beispielsweise durch Laserbeschuss, oder wenn von einer Automatikkanone aus eine zielgerichtete Rakete den flinken Jumper trifft und ihm den letzten Lebensfunken raubt. Was den Titel so ungemein fordernd macht, sind die aus der Phantasie geborenen, meist relativ übersichtlichen Stages, die aus Wänden, Ebenen oder rundlich angeordneten Gebilden bestehen. Der Ninja wagt Wandsprünge, gleitet an diesen nach unten, erklimmt sie aber auch auf ähnliche Weise, um von oben mit einem gewagten Sprung eine Schlucht hinter sich zu lassen, zeitgleich einen engen Minenparcours im freien Fall zu meistern, um – am Boden angekommen – von flotten Floor Guards über den Haufen gefahren zu werden. Unter Umständen erwartet Euch auch ein Visier, das in sehr präziser Art und Weise auf Ninjajagd geht. Ob das alles gut geht? Im Optimalfall ist ein Level nach maximal einer Minute erledigt, manchmal mehr, manchmal weniger.

Das hört sich zwar nach recht wenig an, oft ist es aber so, dass Ihr ein und dieselbe Ebene dutzende Male angeht. Es ist also ein vager Balanceakt zwischen perfekter Unterhaltung und frostiger Gemütslage ;-) . Aber genau jener fordernde Charakter stellt die Basis des grandiosen Machwerks dar und genau deshalb ist der Titel, diese einzigartige Mischung aus Retroklassiker und Jump’n Run, ein solch gelungenes Gesamtkunstwerk geworden. Wippende Ebenen, Katapulte, die Euch nach oben befördern, Türen, die sich nur dann öffnen lassen, wenn Ihr den passenden Schalter findet, Maschinengewehr-Drohnen und hochexplosive Minen – jedes einzelne Element des Titels rechtfertigt dessen Dasein und zeigt selbst im Jahr 2008, dass traditionelle Kost oftmals die bessere Lösung ist.

Grafik & Sound....

Wie gewohnt gehen wir objektiv an die Sache ran. Somit gehört „N+", was die Optik betrifft, zum bislang (beinahe) schlechtesten Software-Vertreter für den Nintendo-Handheld überhaupt. Aber nur auf diese Weise kann der Retro-Charme erzeugt werden, der dem Titel nun mal zu Grunde liegt. Das gelingt dem Spiel äußerst hervorragend, auch wenn jedes Level ähnlich trist wirkt wie das vorhergehende – oder vielleicht ist gerade deswegen die Faszination so ungemein groß? Man muss den Titel gespielt haben, um ansatzweise Antworten finden zu können.

Den Großteil der Zeit fehlt die Musikunterstützung – die Stages wirken leer und kalt. Hie und da rauscht eine Rakete an Euch vorbei, das Geräusch des Goldes ertönt dann, wenn Ihr Münzen einsackt. Zwar existieren Sound-Pakete, diese klingen auch richtig oldschoolmäßig, während der Levelhatz herrscht aber zumeist kühle Stille. Gestört hat uns das aber weniger.

Multiplayer....

Ist bereits das Spiel für einen Single-Ninja schon bis zuletzt motivierend und fordernd zugleich, kann im Besonderen das Spiel mit einem Partner – ob nun miteinander oder gegeneinander – vollends überzeugen. Kooperativ den Levelausgang zu erreichen, das Sammelsurium an Fallen gemeinsam zu umgehen, präzisen Schüssen auszuweichen und Erfolge zu feiern, schafft ein Gefühl, welches man nur selten am eigenen Leib und während eines Spieles miterlebt. Oder aber Ihr duelliert Euch, indem Ihr die Kontrolle von einer Vielzahl von Schaltern unter Euch vereint, um Euer Leben lauft und so häufig als möglich innerhalb eines zeitlichen Limits den Ausgang betretet oder aber dem Gegner den „Schwarzen Peter" zuschustert, der ihm eine gehörige Portion wertvolle Sekunden abzieht. Wessen Zeitkonto am Nullpunkt angekommen ist, verliert.

Fazit....

Denkt Ihr an Ninjas, sollte Euch sofort „N+" einfallen. Das Akronym, welches für eben jene in Schwarz gekleideten Talente steht, entfaltet sich im Laufe der Zeit zu einem wahren Quell an spielerischer Brillanz, auch wenn die Möglichkeiten, die der Spieler selbst hat, arg begrenzt sind. Springen und laufen – eingebunden in das sensationelle Levelkonzept geht das Machwerk aber auf! Trotz Oldschool-Look, trotz minimalistischer Präsentation und trotz der Tatsache, dass der Titel teils bockschwer ist. Wir empfehlen Euch dringend den Import, denn nur auf diese Weise kommt Ihr in den Genuss des Leveleditors und der Möglichkeit, selbst erstellte Levels über die Wi-Fi-Anbindung weltweit anzubieten (siehe Wi-Fi-Special!).

Das Mag64 Wi-Fi Special
Hier findet Ihr Infos zum Online Gameplay zu N+.(Voraussetzungen/Möglichkeiten)

 

+ 250 Stages
+ Level Editor
+ suchtfördernd und motivierend
+ Levels Online stellen
+ toller Kooperativ-Modus
+ Retro-Charme
- knallhart in späteren Levels
- Minimalismus
- zu wenig Soundunterstützung

GRAFIK: 12%

SOUND/EFFEKTE: 37%

MULTIPLAYER/WI-FI: 85%

GESAMTWERTUNG: 84%

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