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NDS Namco Museum DS
 
 
Namco Museum DS - NDS
Kilian Pfeiffer (09.05.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Atari
GENRE: Retrospiele
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: K.E.
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

„Namco" hat zwischenzeitlich schon weit über 50 Jahre auf dem Buckel. Natürlich hat man sich im Laufe der Zeit nicht ausschließlich nur mit Software beschäftigt. Allerdings feierte der Konzern seinen 50sten Geburtstag damals mit einer Game Boy Advance- und Gamecube-Spezialedition, die den zu Feierenden standesgemäß würdigen sollte. Für den GBA stand hierzu eine Software mit sage und schreibe fünf Retro-Klassikern bereit. Man höre und staune: FÜNF! Was man sich seinerzeit in der Konzernspitze anlässlich eines solch dürftigen Geburtstages gedacht hat, ist nicht bekannt und wohl in keiner Weise wissenswert. Dass das nun auf dem Markt veröffentlichte Nachfolgeprodukt, „Namco Museum DS", ein wenig mehr auf dem Kasten hat, ist hingegen schon interessanter. Zwar kann der Handheld-Titel auch dieses Mal nur acht Spiele vorweisen, immerhin hat man sich aber ein wenig mehr Mühe gegeben.

Menus und die Story....

Eine Klassiker-Sammlung im Retro-Stil ist nicht nur zeitgemäß sondern in den meisten Fällen schnell verdientes Geld. Alle Titel sind seit Ewigkeiten veröffentlicht, jeder kennt sie und demnach wird der eine oder andere wegen aufkommender Nostalgie-Schübe auch ein weiteres Mal schwach werden und im Laden um die Ecke zuschlagen. Denn Software-Traditionalisten dürsten nach teils antik anmutender Spielekost, die ihren Zenit seit langem bereits überschritten hat. Dennoch versprühen Titel wie „Pac-Man", „Pac-Man VS.", „Galaxian", „Xevious", „The Tower of Druaga", „Mappy", „Dig Dug II" und „Galaga" einen gewissen Charme, dem man verfallen könnte. Es soll bekanntlich auch Menschen geben, die äußerlich keiner Sahneschnitte mehr gleichen, allerdings in der Lage sind deren Gegenüber dennoch um den Finger zu wickeln ;-) . Besagte acht Titel findet Ihr auf der Spielkarte, wobei „Pac-Man VS." kein eigenständiges Spiel darstellt, sondern lediglich als Multiplayer-Hetzjagd dient.

Bevor wir allerdings loslegen, wollen wir Euch noch darauf hinweisen, dass es aktuell auch für Wii-Konsolen „Namco"-Kost gibt. Erneut ist die dortige Ausbeute größer als auf dem Nintendo DS, dennoch wollen wir darauf in einem separaten Test genauer eingehen. Nur soviel vorneweg: Inhaltlich bietet die Wii-Version wesentlich mehr! Auf die einzelnen Stories der Retro-Klassiker wollen wir nicht eingehen. Aufgrund einiger Bonusinformationen, die enthalten sind, werden sich waschechte 80er-Jahre-Mitstreiter aber freuen. Resultierend aus der Liebe zur Vergangenheit ist es besagten Zockern möglich, sich innerhalb der „Bibliothek" Hintergrundmusiken und Soundeffekte aller enthaltenen Titel anzuhören. Ferner wartet die Software mit einer zoombaren Variante einer originalen Anleitungskarte auf, ebenso mit der echten Hauptplatine aus dem ersten Automaten eines jeden Klassikers. Spielbeschreibungen in Textform erklären Euch die ohnehin sehr eingängigen und schnell zu begreifenden Inhalte.

Technik und Gameplay....

Wollt Ihr einem Freund eine zeitlich befristete Freude machen, dürft Ihr ihm eines der Retro-Spiele als Demo zukommen lassen. Soweit, so gut – das eigentliche Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem „Arcade"-Modus, der Euch ohne Komplikationen vor die Wahl der (Klassiker-)Qual stellt. Allein drei der sieben eigenständigen Spiele sind Weltraumshooter, machen ihren Namen aber größtenteils alle Ehren. In „Xevious" geht es mit der Solvalou gegen die angreifende, namensgleiche Armee. Der aus dem Jahr 1982 stammende 2D-Shooter konnte zu seiner Zeit Maßstäbe setzen, wohingegen die Titel „Galaga" und „Galaxian" ebenso nicht unerwähnt bleiben dürfen. Beide Titel kamen vor „Xevious" auf den Markt, tummeln sich aber ebenfalls auf der Software-Compilation. Als Fixed-Screen-Shooter konnte der Entwickler schon damals für offene Münder sorgen – ein Zustand, den es heutzutage angesichts ausbleibender 2D-Shooter nur noch sehr selten gibt. Was uns recht gut gefällt, sind die Möglichkeiten, an der virtuellen Platine der einzelnen Titel herum zu tüfteln. Somit lassen sich ohne weiteres die Bedingungen des Zusatzleben-Erwerbs abändern; aber erst, nachdem Ihr die Platine inspiziert und den korrekten Standort der sogenannten „DIP"-Schalter gefunden habt. Des Weiteren bietet der Titel ungemein viele Optionsmöglichkeiten abseits des regulären Spiels – bei „Pac-Man" könnt Ihr beispielsweise Level 256 freischalten oder Pixelprobleme von vorneherein vermeiden.

Dieser Klassiker ist im Übrigen auch mit von der Partie und darf gar im Mehrspieler-Modus miteinander gespielt werden, aber dazu später etwas mehr. Als Pac-Man saust Ihr durch eine labyrinthartige Anordnung blauer Mauern und fresst Euch durch unzählige Punkte, die auf Eurem Weg liegen. Gegenspieler alias Geister versuchen Euch das Leben schwer zu machen. Wie es der Zufall will, gehört vorliegender Titel mit zum anspruchsvollsten Software-Gut überhaupt. Bei „Mappy" geht es kaum minder althergebracht zu: Als Mäusepolizist springt Ihr über Trampoline durch die pixeligen Landschaften, sammelt alle Objekte und versucht es Goros Truppe so schwer als möglich zu machen. Kein Titel, um Abzuschalten! „The Tower of Druaga" war uns zu Beginn unbekannt, zählt der Titel doch nicht zu den großen Klassikern überhaupt. Der Anspruch ist jedoch gewaltig – als Gil schlagt Ihr Euch durch die Ebenen eines monsterverseuchten Turms. Mit einem Schwert in der Hand schnetzelt Ihr auf die Widersacher ein und sammelt im besten Fall alle Schatztruhen innerhalb der Areale. „Dig Dug II" ist bereits wegen des ungemein abstrusen Settings eine Augenweide für sich. Als kleiner Wonneproppen pumpt Ihr Eure Rivalen solange auf bis sie platzen – mit einem Bohrer brecht Ihr ganze Inselstücke vom Haupteiland ab und versenkt sie im Meer. Sobald alle Antagonisten ausgeschaltet sind, geht es einen Level weiter.

Grafik & Sound....

Man muss schon auf Pixel-Grafiken abfahren, um bei „Namco Museum DS" glücklich zu werden. Alle Retro-Klassiker sind als Originale übernommen und anhand kleinster Details aufgewertet worden. Bis auf „Pac-Man VS." machen diese aber nicht viel her, sondern erinnern zunächst an die frühen 80er Jahre, die nun mal bezeichnend sind für eine derartige Optik. Aber da es potenziellen Käufern nicht um die Darstellung gehen dürfte, sondern der Nostalgie wegen zugeschlagen wird, fällt die grafische Note sowieso in den Keller der Bedeutungslosigkeit.

Von Kompositionen dieser Tage ist der Titel weit entfernt. Midi-Sounds wie sie im Buche stehen, dudeln aus den Soundausgängen und haben vom retrospektiv betrachteten Charme-Gehalt kaum an Faszination eingebüßt. Die integrierte „Jukebox" ist eine nette Angelegenheit, um sich einen Überblick über die Kunst der 80er Jahre-Sounds zu machen.

Multiplayer....

Lediglich in „Pac-Man VS." können maximal vier Spielern gegeneinander antreten, wobei ein Spieler die Rolle von Pac-Man übernimmt, die anderen ihr Glück als bunte Geister versuchen. Mit allen Mitteln sollen sie Pac-Man daran hindern jeden Punkt einzusammeln. Meist sind die Geistspieler dabei klar im Vorteil – vor allem wegen der schieren Überzahl!

Fazit....

„Namco Museum DS" ist für Liebhaber klassischer Titel ein gefundenes Fressen, kann aber heutzutage mit der Konkurrenz in keiner Weise mehr mithalten. Bedauerlich ist die Anzahl von nur sieben (unterschiedlichen) Spielen – immerhin zwei mehr als damals auf der Geburtstag-Compilation. Was uns bei vorliegendem Produkt besser gefällt, sind die vielen kleinen Extra-Spielereien, seien es Bedingungsabänderungen oder Hintergrundinformationen. Dennoch werden die spielerischen Zusätze auf Sparflamme gehalten. Shooter-Fans kommen angesichts der drei vorhandenen Titel voll auf ihre Kosten, dennoch ist im Gesamten die Auswahl der Titel etwas mau. Seid Ihr im Besitz einer Wii, solltet Ihr unbedingt einen Blick auf die dortige „Namco"-Compilation werfen. Deren Potenzial ist nämlich deutlich ergiebiger!

 

+ sieben Klassiker für Nostalgiker
+ (wenige) Extras
- hoher Schwierigkeitsgrad
- mehr Titel wünschenswert

GRAFIK: 23%

SOUND/EFFEKTE: 28%

MULTIPLAYER: 45%

GESAMTWERTUNG: 38%

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