konsolenkost.de

 
NDS Naruto: Ninja Council
 
 
Naruto: Ninja Council - NDS
Kilian Pfeiffer (30.07.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Nintendo
GENRE: Prügler
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

"Naruto" gehört seit geraumer Zeit zum festen Bestandteil der Fernsehlandschaft und konnte bereits vor einigen Monaten in einem der letzten Gamecube-Tests bei uns im Mag'64 für eine anständige Wertung sorgen. Dies bezieht sich aber ausnahmslos auf das damalige, gelungen inszenierte Beat'em Up-Spiel. Die uns nun von Nintendo zur Verfügung gestellte Nintendo DS-Version "Naruto: Ninja Council - European Version" macht alles das, was man auf dem Gamecube gut umgesetzt hatte, zunichte. Unsere Erwartungshaltung gegenüber dem Titel war relativ hoch, die Würfel-Version ein deutliches Zeichen für ein anständiges Europa-Debüt der Serie - in Japan ist die Serie indes schon seit einigen Jahren ein Dauerbrenner. Auch wenn Nintendo mit vorliegendem Titel dieses Mal nicht abräumen kann, wollen wir uns den kleinen Blondschopf im orangefarbenen Kostüm näher ansehen...

Menus und die Story....

Naruto Uzumaki, Sakura Haruno, Sasuke Uchiha, Shino Aburame - nein, hierbei handelt es sich ausnahmsweise nicht um fernöstliche Köstlichkeiten, sondern um die Namen von vier ausgewählten Kämpfernaturen, die Euch im Laufe des Spieles zur Verfügung stehen. 20 Stück an der Zahl gilt es bis zum Abspann des Spieles sein Eigen zu nennen, wobei bereits gleich zu Beginn einige Charaktere - um genauer zu sein zwölf - zur Verfügung stehen. Die Handheld-Software ist im Gegensatz zum großen Gamecube-Bruder kein reines Prügelspiel, das im Eins-gegen-eins-System ausgefochten wird, sondern setzt sich aus einigen Dutzend unabhängigen Missionen zusammen, die in vielerlei Hinsicht abwechslungsreich sind, dennoch spielerisch keine Bäume versetzen und eher öde in der Gestaltung sind. So hat man die gesamte Zeit über das dringende Bedürfnis den nächsten Level möglichst schnell hinter sich zu bringen - immerhin würde man ja gerne den Abspann sehen. Mitgerissen wird man hingegen nicht - eigentlich untypisch für einen Nintendo-Titel.

Auch von einer Story ist nicht viel zu spüren, denn als Spieler folgt man keiner fest vorgeschriebenen Linie, sondern bestreitet jede Mission nach Lust und Laune - verschiedene Schwierigkeitsgrade (gekennzeichnet durch die Buchstaben D bis A, sowie S; in aufsteigender Reihenfolge!) liegen jeder Stage zugrunde. Inhaltlich hätte man sich allerdings auf eine Stringenz und auf ein bestimmtes Genre berufen sollen. Das hier Abgelieferte wirkt in seinem Zusammenspiel ziemlich sinnentleert und schmiegt sich nur mit viel Fantasie an das "Naruto"-Franchise an. Oder was würdet Ihr denken, wenn Ihr einfach mal so zehn Schlangen aus einem Level prügeln sollt oder einen bestimmten Jutsu (Spezialfähigkeit) an Eurem Gegenüber anwenden müsst? Der Zusammenhang blieb uns während des Testzeitraums fremd, auch konnten die Touchscreen-Einlagen den Karren nicht mehr aus dem sumpfigen Morast herausziehen.

Technik und Gameplay....

Bevor Ihr Euch in eine von 49 Missionen begebt, solltet Ihr Euch für den Charakter Eurer Wahl entscheiden, wobei Ihr dies immer wieder von neuem tätigen dürft. Wesentlich wichtiger für ein gestandenes Kämpferherz ist die Bestimmung der bis zu vier "Geheimen Jutsus", die Ihr in die Mission mitnehmen könnt - sozusagen Spezialattacken, die in manchen Missionen von Euch gefordert werden und ohne welche diese nicht zum Abschluss gebracht werden können. Dem Titel zuzuschreiben ist die Tatsache, dass Ihr selbst Jutsus anderer agiler Kämpfer wählen dürft, die Ihr dann mit in das Gefecht nehmt. Bereits die Namen der Attacken können ein Lächeln kaum verbergen: " "Flammende Ohrfeige der Jugend", "Vertrauter Geist-Jutsu Kongo Nyoi" oder "Orakel-Handflächendrehung". Dies aber nur nebenbei!

Weil Ihr schließlich neben dem allgemeinen Schwierigkeitsgrad auch Missionen unterschiedlichen Anspruchs spielen könnt, sollte man sich reichlich Gedanken über die Wahl der Charaktere machen - besser ist es hingegen, den Härtegrad deutlich zurückzuschrauben, da Zeitlimits und teils kaum mögliche Jutsu-Feind-Abstimmungen für frustreiche Spielsessions sorgen. Jede Mission unterliegt einem eng gesteckten Zeitrahmen, innerhalb dessen der Erfolg verbucht werden muss - andererseits gilt es den Level ein weiteres Mal zu starten. In abwechslungsreichen Umgebungen geht es dann ans Eingemachte! Was Euch allerdings hier auf die Aufgabenliste notiert wird, lässt jeden tieferen Sinn nur erahnen: so sollt Ihr innerhalb eines Wettlaufs einige Checkpoints vor Eurem Mitläufer passieren, was sich gar nicht so einfach gestaltet. Wegen der Areale, die in mehrere Ebenen aufgeteilt sind, bleibt der Überblick nur noch eingeschränkt erahnbar, auch die Levelkarte auf dem Touchscreen schafft keine Abhilfe, da sie ohne Konturen arbeitet und somit lediglich Gegner in Punktform darstellt.

Insbesondere sollten wir Wert auf die eigentlichen Missionen werfen, da sie teils abwegiger nicht sein könnten. In einer Stage müsst Ihr alle dort befindlichen Felsen in ihre Einzelteile zerlegen, ein anderes Mal zehn Medikamente einsammeln. Oft haben die Einsätze rein gar nichts mit "Naruto"-typischen Kampfeinlagen zu tun, sondern konzentrieren sich vielmehr auf das bloße Einsammeln bestimmter Gegenstände - und im Hintergrund tickt das Zeitlimit unsäglich auf den Nullpunkt hinzu! Nicht immer gestaltet sich dies sonderlich motivierend, da hilft selbst die ordentliche Levelanzahl nichts! Ihr legt Euch mit bissigen Schlangen an, attackiert gewiefte Fledermäuse oder verdrescht ein paar hohle Feinde - das war es dann bedauerlicherweise auch schon. Selbst die Tatsache, dass die "Geheimen Jutsus" durch Touchscreen-Manöver (Zeichen berühren, Stylus hin- und herbewegen, pusten, etc.) eingeleitet werden, ändert nichts an der unverhohlenen Tatsache, dass dem Titel einiges mehr an Feinschliff fehlt.

Selbst karteneigene Gefahrensituationen wie heranbrausende Züge, Fleisch fressende Fische und hinderlicher Treibsand stiften nur wenig zum Gameplay hinzu. Eine Vielzahl von möglichen Angriffstechniken kann zwar als Bonuspunkt durchgehen, jedoch benötigt man diese recht selten - wen soll man beim Medizinsammeln denn auch schon im Kampf "bearbeiten"? Dennoch existieren zusätzlich einige Fernwaffen im Spiel, die auf Knopfdruck eingesetzt werden können und ihre Auswirkungen mit sofortiger Wirkung zum Besten geben.

Grafik & Sound....

Nichts gegen den guten alten Game Boy Advance und seine technischen Möglichkeiten - aber leider bringt "Naruto: Ninja Council - European Version" nicht recht viel mehr zustande, als seinerzeit auf dem GBA machbar war. Klar, die abwechslungsreichen Umgebungen, die in allen Teilen der Welt angesiedelt sind, machen den optischen Höhepunkt im Spiel aus, wirken aber dennoch angestaubt. Auf dem Nintendo DS wäre eindeutig mehr möglich gewesen. Speziell im Hinblick auf die grundsätzlich hübsche Darstellung der "Naruto"-Serie. Als GBA-Titel wäre eine durchaus gute Wertung drin gewesen, unter gegebener Situation müssen wir allerdings den Fortschritt der Technik mit einfließen lassen.

Treibende Sounds liefern die Grundlage des missionsbasierten Abenteuers, können aber keineswegs Ohrwurmcharakter versprühen. Teilweise klingen sie einfach zu monoton. Für eine durchschnittliche Wertung reicht es aber allemal, denn immerhin sind die Soundeffekte, wie beispielsweise die Schlaggeräusche, ganz nett in Szene gesetzt worden.

Multiplayer....

Selbst an einen Mehrspieler-Modus für bis zu vier Spieler hat man beim Entwickler gedacht, wobei für jeden Spieler eine eigene Spielkarte als Voraussetzung dient - schade! In drei Modi geht es ans Eingemachte und den Gegnern an den Kragen. Ob Ihr Euch bis zum letzten Mann bekämpft, auf der Suche nach Schriftrollen alles erdenklich Mögliche tut oder auf den Spielfeldern verteilte Schätze bergen sollt, bleibt letztendlich Euch überlassen. Ebenso wie die Wahl der Spielkarte, sowie das zugrunde gelegte Zeitlimit, das ein Aufeinandertreffen begrenzt. Grundsätzlich also eine charmante Angelegenheit, die aber bereits im Keim erstickt wird - oder wo findet man schon vier Spieler mit ein und derselben Software? Nintendo ist hier grundsätzlich immer Vorreiter gewesen, wenn es um gelungene Multiplayer-Voraussetzungen ging, hier wurde leider der Trumpf verspielt.

Fazit....

"Naruto: Ninja Council - European Version" für den Nintendo DS hat sein vormals gedachtes Potenzial leider nicht ausgereizt. Hätte man den Titel bei seinen TV-basierten Prügelspiel-Wurzeln belassen, wäre mit Sicherheit ein wesentlich besseres Stück Software dabei herausgesprungen. Spielerisch wirkt der Titel lose aneinander geknüpft, die Missionen verbinden sich zu keiner fesselnden Story. Da helfen selbst die Jutsus, sowie die nostalgischen GBA-Umgebungsgrafiken wenig. So reiht sich der Titel weit unterhalb des erhofften Platzes ein, was bei einem möglichen zukünftigen Teil aber durch Grobtuning mit anschließender Feinarbeit ausgemerzt werden kann. Zur Orientierung schlagen wir den Gamecube-Bruder vor, denn da kann man nicht viel falsch machen. Fans der Serie werfen aber dennoch einen Blick auf das Endprodukt.

 

+ gute Spielumgebungen
+ 20 Charaktere
+ "Geheime Jutsus"
+ zahlreiche Attacken,...
- ...die man kaum nutzt
- zusammenhanglose Story
- Aufgabenstellungen
- nervendes Zeitlimit

GRAFIK: 64%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER/: 60%

GESAMTWERTUNG: 53%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de