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NDS Naruto: Ninja Council 2
 
 
Naruto: Ninja Council 2 - NDS
Kilian Pfeiffer (24.04.2009)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Nintendo
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Auch wenn wir der Naruto-Serienfolge kaum mehr folgen können und die Veröffentlichungspolitik etwas verwirrend finden, erreichen uns doch immer wieder Serienableger, die es zu testen gilt und die für Fans von Interesse sein dürften. Mit „Naruto - Ninja Council 2 - European Version" erschien der zweite Teil mit besagtem Helden im Titel. Anders als der Vorgänger ist die Spielmechanik etwas anders geartet, wie noch beim direkten Vorgänger. Aber dazu später mehr. Eins vorneweg: Wie für Nintendo üblich, liegt dem Titel eine sehr ausführliche, farbenfrohe Anleitung bei, die auf alle relevanten Inhalte näher eingeht. Dennoch: die Naruto-Serie richtet sich nur an waschechte Fans. Es dürfte schwer fallen, sich als nicht firmer Spieler in die Thematik „einzuarbeiten".

Menus und die Story....

In wenigen Worten ausgedrückt, ist „Naruto - Ninja Council 2 - European Version" für Nintendo DS ein simpler Jump’n Run-Titel, dessen größte Stärke in der netten, oldschoolmäßigen Comicgrafik zu finden ist. Im Vergleich zum Vorgänger hat man mir nichts, dir nichts den Multiplayer-Part fallen gelassen und konzentriert sich nur noch auf einen Einzelspieler-Menüpunkt, den es zu bestreiten gilt. Anders als beim letzten Mal, seid Ihr nicht mehr nur mit einem einzigen Charakter unterwegs, sondern nehmt Euch derer drei an, die als Gruppe agieren und gegen die Vielzahl von Feinden in die „Schlacht" ziehen. Warum Ihr innerhalb des Hauptmenüs den Pinsel schwingen könnt und sinnfrei den Hintergrund bekritzeln dürft – daraus werden wir bedauerlicherweise nicht schlau. In einem speziell auf westliche Gemüter programmierten Titel hätte man solch eine Option wohl nicht vorgefunden.

Auch die Story könnte hanebüchener kaum sein: Orochimaru ist in das Dorf hinter den Blättern eingefallen. Aha! Das Oto-Quartett kämpft an seiner Seite und verleiht ihm Stärke. Stärke, die er in dieser Form alleine nicht aufbringen könnte. Logisch, dass Naruto samt Freunden eingreift, um Schlimmeres zu verhindern und den Niedergang des Dorfes abzuwenden. Als regelmäßiger RTL II-Zuschauer, der sich nachmittags die Zeichentrick-Streifen zu Gemüte führt, könnte die Story interessant und verfolgbar sein, als Laie ist man sich das gesamte Spiel über nicht wirklich im Klaren, in was man hier eigentlich geraten ist und mit was man es hier zu tun hat.

Technik und Gameplay....

„Naruto - Ninja Council 2 - European Version" spielt sich auf zwei Bildschirmen. Auf dem Topscreen findet das eigentliche Spielgeschehen statt. Hier sind es die zuvor ausgewählten Spielfiguren, die Ihr Unwesen treiben und kraft ihrer Fertigkeiten kräftig auf den Putz hauen. Naruto Uzumaki, der Hauptdarsteller der Serie, ist hier ebenso vertreten wie Sasuke Uchiha, Rock Lee oder Neji Hyuga. Jeder Spielcharakter für sich (17 Stück an der Zahl!) bringt ein eigenes Geheimes Jutsu mit sich – durch dessen Einsatz werden wichtige Spezialfertigkeiten ausgelöst, die in so mancher Situation gute Dienste erweisen. Wie für einen Naruto-Titel üblich, steuert Ihr den jeweiligen aktuellen Spieler (Euer Team besteht aus einer individuell zusammengestellten Dreier-Kombo!) mithilfe des Steuerkreuzes sowie der Tasten. Der Touchpen kommt nur dann zum Einsatz, wenn ein spezielles Minispiel auf Euch wartet. Des Öfteren sind es genau jene Einlagen, die Abwechslung bringen und das spielerische Einerlei auflockern.

Das eigentliche Augenmerk wird hingegen den einzelnen Levels zuteil. Stufenweise schlagt Ihr Euch durch die Stages, nach jedem Level könnt Ihr Euer Trio neu bestimmen. Die Dreier-Gruppe besteht aus einem Führer sowie zwei Gefährten, die miteinander in den Kampf ziehen und nach Belieben durch gewechselt werden dürfen. Immer dann, wenn die eigene Hauptfigur in Bedrängnis geraten ist, reicht – bei voller Chakra-Anzeige – ein Druck auf einen der beiden Gefährten, um dessen Geheimes Jutsu zu offenbaren. Bei Temari werden etwa alle auf dem Bildschirm erscheinenden Gegner attackiert, Shikamaru Nara bindet durch seinen Schatten etwaige Feinde an sich, so dass Eure Hauptfigur dann automatisch angreifen kann. Jede Stufe lebt davon, dass unzählige Gegner auf Euch losstürmen. Einfache Knöpfchendrückerei führt hier oftmals zum Erfolg. Ein paar Hiebe mit dem aktuellen Charakter und schwupps ist der Screen wieder feindfrei. Nervig: Viele Stages sind etwas unübersichtlich gestaltet, einen linearen Durchmarsch gibt es eigentlich nicht. Von Dächern geht es nach unten, Ihr zwängt Euch durch enge Durchgänge oder lauft senkrecht an einer Wand empor. Am Ende einer Stage trefft Ihr auf einen Endboss, der einer besonderen „Behandlung" bedarf. Vor allem in Sachen Geheime Jutsus solltet Ihr ein gutes Händchen mitbringen. Letzten Endes ist es aber eine Frage der Zeit, ehe die Bossgegner vom Bildschirm gefegt werden. Es reicht aus, wenn Ihr dank der unzähligen Kombo-Möglichkeiten und schnellen Schlagabfolgen fette Punkteboni kassiert oder aber Euch mit der Hilfe der „Kunst des Tausches" (Kawarimi-No-Jutsu) beispielsweise in einen Baum verwandelt. In dieser Zeit seid Ihr gefeit vor gegnerischen Attacken. Neben den üblichen Hand- und Fußattacken sind es die Wurfgeschosse, die dem Feind Schmerzen zufügen. Shuriken, Kunai, Senbon oder Windgeistwurfmesser haben unterschiedliche Wirkungen auf das Gegenüber. Innerhalb der Stufen erwarten Euch viele – ungenaue – Hüpfeinlagen, zerstörbare Felsen, Stachelwände, an welchen Ihr Euch verletzen könnt, heran rollende Felsbrocken oder herunter fallende Planken, die Euch Schaden zufügen könnten. Wegen der doch sehr schwammigen und wenig innovativen Steuerung (da helfen selbst die Mini-Minispiele beim Einsatz des Geheimen Jutsus wenig!) kommt allerdings nie wirklicher Spielspaß auf. Nur absolute Naruto-Fans dürften hier ihre Erfüllung finden.

Grafik & Sound....

Wie schon im direkten Vorgänger sind auch hier wieder die Umgebungen das Salz in der Suppe. Farbenfroh kommen diese daher und bereichern das ansonsten sehr zähe Spielvergnügen zusehends. Die 2D-Ansicht gefällt und erinnert in vielerlei Hinsicht an die alten Plattformer vergangener Tage, die damals noch als Meilensteine galten und heutzutage zu den Klassikern zählen. Klar, die Optik wirkt recht gut, besondere Spezialeffekte kommen dennoch nicht zum Zug, so dass das Spielgeschehen – bedenkt man, dass es sich hier um eine Nintendo DS-Versoftung handelt – auf Game Boy Advance-Niveau bleibt.

Erneut erwarten uns typische, aufreibende Sounds, die nicht mal ansatzweise mit melodiösem Content gleich zu setzen sind. Ein Identifikationsmoment bleibt somit aus – schade, denn genau von solchen leben Spieleserien. Wer erinnert sich nicht gerne an „The Legend of Zelda", das mit einer fantastischen Ohrwurm-Melodie aufwarten konnte? Bei „Naruto - Ninja Council 2 - European Version" werden wir hingegen enttäuscht.

Fazit....

Die Naruto-Marke ist zwischenzeitlich zu einer - selbst in europäischen Kreisen – wichtigen und erfolgreichen Serie avanciert, die allerdings nie den Qualitätsstandard erreichen konnte, den man von Nintendo-Produkten gewohnt ist. Das ist äußerst schade. Unverständlich ist ebenso, weshalb man keine Anstrengung investiert, gewisse Macken des Konzepts auszubügeln. Da wäre das uninspirierte Gameplay aber auch die vollkommene Hoffnungslosigkeit, die man als Einsteiger verspüren dürfte, wenn man mitten in das Geschehen geworfen wird. Unverständlich ist ebenso, weshalb man den Mehrspieler-Modus gestrichen hat und die Steuerung nicht dergestalt feinfühlig verläuft, wie wir uns es hätten vorgestellt.

 

+ Umgebungs-/Figurenoptik
+ Geheime Jutsus
+ 17 Spielfiguren
- uninspiriertes Gameplay
- nicht nachvollziehb. Story
- unübersichtliche Stages

GRAFIK: 64%

SOUND/EFFEKTE: 60%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 52%

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