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NDS Naruto: Ninja Destiny
 
 
Naruto: Ninja Destiny - NDS
Kilian Pfeiffer (14.03.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Nintendo
GENRE: Prügler
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Die kleine blondgeschopfte Kämpfernatur ist zurück im Rampenlicht und erobert in seinem aktuellsten DS-Abenteuer den derzeit erfolgreichsten Handheld. Anders als der direkte Nintendo DS-Vorgänger verschlägt es Euch bei "Naruto - Ninja Destiny - European Version" direkt in waschechte 3D-Kämpfe. Keine stupiden Aufgaben, wie es noch zu "Ninja Council"-Zeiten der Fall war, sondern rigorose Gefechte voller Chakra- und Jutsu-Einsatz - anders als früher und deutlich fesselnder als die Umsetzung aus dem Jahr 2007. Ob Naruto und Konsorten allerdings für genialen Spielspaß einstehen können, wird sich erst im Laufe des Tests zeigen können. Denn hinsichtlich der spielerischen Abwechslung ist vorliegender Titel nicht gerade die Erfüllung schlechthin.

Menus und die Story....

Wie wir uns zur Story verhalten sollen, können wir nicht genau sagen. Was wir aber wissen, ist, dass auch dieses Mal der Zusammenhang innerhalb dieser vollkommen fehlt. Selbst beim wiederholten Versuch Zusammenhänge zu verstehen, gelang es uns nicht, diese nachzuvollziehen. Fernöstliche Städte, unzählige, miteinander in Verbindung zu bringende Persönlichkeiten und aus dem Gefüge gerissene Situationen machen nur wenig Freude beim Verfolgen der Zwischenszenen in Standbildform. Nur wahre Kenner des Métiers werden sich mit der Hintergrundgeschichte identifizieren können, alle anderen eher von wüsten, teils absurden Erklärungen abgeschreckt. Wer mit wem verbandelt ist, welche Beziehung jemand zu seinem Gegenüber hat und ob Charakter X mit Charakter Y eine Fehde am Laufen hat, ist oftmals nicht eindeutig ersichtlich und nur mit ausreichend Hintergrundwissen erklärbar.

Allerdings wird schnell klar, was Euch im Spiel erwartet und welche Möglichkeiten sich für die nächsten Spielstunden offenbaren. Höhepunkt dürfte wohl der "Story-Modus" sein, der Euch nicht nur in die Haut aller im Spiel zugänglichen Charaktere bannt, sondern auch die verwirrende Hintergrundgeschichte zum Besten gibt. Der "Kampf-Modus" hingegen eignet sich dazu, Matches gegen CPU-Gegner zu führen, die nach selbst bekundetem Belieben gewählt wurden oder in Duellen anzutreten, die von der Software ausgewürfelt wurden. Selbstverständlich, dass auch ein Mehrspieler-Modus für bis zu zwei Kontrahenten eingebaut wurde. Bedauerlicherweise bietet Nintendo kein Einzel-Kartenspiel an.

Technik und Gameplay....

Waschechte Prügel-Fans werden sich über die Neuausrichtung der "Naruto"-Serie für den Nintendo DS freuen wie ein Schnitzel. Dass kampflastigere Gefecht zwischen Naruto und den unzähligen Schergen bürgt für spaßigere Einlagen, als zu Zeiten des Vorgänger-Titels. Zu Beginn stehen zwar noch nicht alle Spielcharaktere zur Verfügung, diese werden aber im Laufe der Zeit zugänglich und dürfen dann auch in manuell erstellten Matches in den Einsatz geführt werden. Sieben Schauplätze zum Austragen der Gefechte stehen zur Auswahl, wobei das Suna-Dorf ebenso mit von der Partie ist wie der Todeswald. Schloss Tanzaku oder Sasukes Trainingsplatz gehören ebenfalls zum Schauplatz-Repertoire des Faustkampf-Titels. Gemein haben alle, dass lediglich der Unter- sowie der Hintergrund andere sind, die eigentlichen Manöver vollführt man in jeder der Arenen auf gleiche Art und Weise. Zwei Schwierigkeitsgrade stehen hierzu bereit, die, je nachdem, für anspruchsvollere Scharmützel sorgen. Sowieso solltet Ihr aber hinsichtlich des Schlagrepertoires auf dem aktuellsten Stand der Dinge sein, da mit bloßem Knöpfchengedrücke bei späteren Widersachern kaum noch gut Kirschen essen ist.

Aus maximal drei Runden setzt sich ein regelkonformer Kampf zusammen - zwei davon sollten zu Euren Gunsten entschieden werden, um den Sieg nach Hause zu tragen. Anhand der Energieleisten erkennt Ihr Euren derzeitigen Zustand - ist dieser kritisch, gilt es aufmerksam zu sein oder einen der sechs verfügbaren Gegenstände anzuwenden. Auf diese kommen wir aber im Folgenden noch genauer zurück. 99 Sekunden dauert eine Runde, danach endet diese automatisch zu Gunsten desjenigen, der mehr Power verbuchen kann. Auch möglich: ein Unentschieden, das dadurch entschieden wird, indem der Sieger per automatischer Wahl ermittelt wird. Aufgrund der Tatsache, dass die Fertigkeiten des Handhelds so gut wie nie zum Einsatz kommen, hat man dennoch beschlossen, wenigstens die Gegenstände mithilfe des Touchscreens einzusetzen. Sechs Items stehen Euch bei jedem Kampf zur Verfügung, insgesamt warten 15 unterschiedliche Hilfsmittel auf ihre Anwendung. So darf Naruto - oder mit wem Ihr auch immer aktiv seid - seine Angriffe kurzfristig stärken, seine Lebensleiste erneut füllen, zeitweise unbesiegbar über den Schauplatz fegen oder den Chakra-Verbrauch halbieren. Allerdings solltet Ihr sparsam mit den wohltuenden Utensilien umgehen, denn nachdem alle sechs verwendet wurden, schaut es im weiteren Kampfverlauf eher schlecht aus. Das Chakra wird im Übrigen dazu verwendet, um das Geheime Jutsu, das jedem Charakter zu Eigen ist, zu aktivieren. Dabei handelt es sich um einen effektiven, durchschlagenden Angriff, der den Gegner viel Lebensenergie kosten kann, allerdings eine gefüllte Chakra-Anzeige voraussetzt.

Die Kampfsteuerung erfolgt über die Tasten des Handhelds, wobei jede Spielfigur eigene Kicks, Würfe und Handflächenschläge in petto hat. Diverse Kombinationstechniken werden dazu benötigt, oftmals gelingt es dem Spieler aber kaum diese anzuwenden. Dennoch sind gewisse Fertigkeiten, wie beispielsweise das Jutsu der augenblicklichen Fortbewegung (Teleporter), ungemein nützlich für den Kampf und den Erfolg. Damit beamt Ihr Euch hinter den Gegner, weicht somit seinen hereinprasselnden Schlägen aus und habt wenige hundertstel Sekunden Zeit, um Maßnahmen, wie eine Regeneration, einzuleiten. Die Steuerung funktioniert ohne größere Hürden äußerst intuitiv, Euren Charakter dürft Ihr im Raum bewegen und somit gegnerischen Attacken geschickt ausweichen. Was auf Dauer auf der Strecke bleibt, ist die spielerische Abwechslung, die durch zahlreiche Scharmützel in 3D-Gefechten nun wirklich nicht gegeben ist.

Grafik & Sound....

In Sachen Optik macht "Naruto - Ninja Destiny - European Version" einen wesentlich besseren Eindruck als sein direkter Vorgänger "Naruto - Ninja Council - European Version". Die 3D-Charaktere im Cel-Shading-Look können hinsichtlich ihrer Bewegungsmanöver überzeugen, wurden flüssig animiert - auch die Angriffe und Verteidigungseinlagen sind von den verantwortlichen Grafikern einwandfrei umgesetzt worden. Allerdings wirken die Kampfschauplätze größtenteils trist und wenig inspirierend. Detailreichtum ist etwas anderes!

Erneut treibt der Sound die Kämpfe effektgeladen über den Bildschirm. Tolle Soundschnipsel sorgen für ein wahres Fest der Gefechtskeilerei. Allerdings sind die fernöstlich angehauchten Musiken alles andere als leicht verdauliche Kost - insbesondere für europäische Ohren, die derartige Kompositionen eher als dissonant "verstehen" würden.

Multiplayer....

Seid Ihr im Besitz zweier Module, steht einer zünftigen Partie Mann-gegen-Mann nichts mehr im Wege. Zwar sind die Möglichkeiten hier stark beschränkt, dennoch - sofern man Freude daran findet - kann man gegen einen Freund einen Schauplatz-Kampf bestreiten. Soweit, so gut, allerdings wird man auf Dauer nur bedingt seine Freude haben, denn spielerische Inhalte oder zusätzliche Optionsmöglichkeiten werden schmerzlich vermisst.

Fazit....

Der aktuellste Teil der Naruto-Serie für den Nintendo DS ist auch gleichzeitig der bislang gelungenste. Kein Wunder, denn die spielerischen Auseinandersetzungen mit CPU-Gegnern und menschlichen Kontrahenten machen durchaus Spaß, auch wenn die Langzeitmotivation zu wünschen übrig lässt. Technisch ist das vorliegende Abenteuer eine rundum gelungene Sache - klar, der Sound ist fernab aller europäischen Hörgewohnheiten, dennoch verbreitet er das Gefühl, welches man in kämpferischen Scharmützeln nun mal an den Tag legen sollte - ein aggressives. Gäbe es etwas mehr Spielpunkte und eine tiefgründigere Spielwelt, wäre die Story nicht ganz so chaotisch und der Multiplayer-Umfang größer, hätte hier durchaus ein richtig gutes 3D-Kampfspiel herauskommen können. So bleibt es bei einer durchschnittlichen Leistung.

 

+ viele freispielbare Charaktere
+ Geheime Jutsus
+ technisch lobenswert
- geringe spiel. Abwechslung
- keine Langzeitmotivation
- wirre Story

GRAFIK: 74%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER/: 68%

GESAMTWERTUNG: 69%

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