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NDS MTV Fan Attack
 
 
MTV Fan Attack - NDS
Kilian Pfeiffer (11.02.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Atari
GENRE: Action/Minispiele
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 7+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Das Leben eines Stars ist oftmals ein begehrenswertes - denkt man als Otto-Normalbürger zumindest. In Champagner baden, wahlweise auch das Bad im Geld-Pool nehmen, jeden Wunsch von den Lippen abgelesen bekommen. Männer erfreuen sich ob der erhöhten Aufmerksamkeit des weiblichen Geschlechts, ebenso entdeckt man auf seinen Reisen selbst die entferntesten Länder, die man gewöhnlich wohl nie zu Gesicht bekommen hätte. Ob das Leben als Star immer so berauschend und frei von jeglichen Alltagsproblemen ist, sei mal dahingestellt. Nach dem Test von "MTV FanAttack" nehmen wir allerdings an, dass auch Pop-Sternchen zu kämpfen haben - und sei es nur gegen eine Horde aufgebrachter Fans, die sprichwörtlich ihr letztes Hemd für Eure Unterwäsche gäben.

Menus und die Story....

Ein Promi zu sein ist in der persönlichen Annahme vieler Mitbürger ein Privileg. Zappt man durch die vorhandenen Musiksender im deutschen Fernsehen, sieht man VIPs am laufenden Band, vergleichbar mit Massenware am Grabbeltisch. Dass das Markenzeichen "MTV" im Titel der vorliegenden Software erscheint, hat im Grunde keinen tieferen Hintergrund, denn echte Promis kommen im Spiel selbst nicht vor. Allerdings ist der Name "MTV" zugkräftig, vor allem bei der angestrebten Zielgruppe. Demnach hat man sich die Rechte gesichert und darf also nun den bereits über 25 Lenzen zählenden, ersten Musiksender als werbenden "Eyecatcher" in seinen Titel stellen.

Simpel, aber dennoch genial anders stellt sich die Story dar. Als Promi seid Ihr im Begriff weltweit groß herauszukommen, lebt allerdings auch mit den unangenehmen Folgen einer Berühmtheit: wo Ihr auch gerade seid, werdet Ihr von kreischenden Fans und solchen, die Euch Euer Leben schwer machen wollen, belagert - Neider, Halunken und Geschäftemacher. Euer Ziel: schneller sein als der Rest der Truppe. Nicht nur Euer Gesang ist dafür ein geeignetes Mittel, sondern ebenso die perfekten Stadtkenntnisse. Denn immerhin geht es durch sieben Weltstädte (Tokio, Paris, London, etc.), aufgeteilt in 28 Levels. Sieben Minispiele bereichern das Gameplay zusätzlich.

Technik und Gameplay....

Habt Ihr Euch für einen von zwei Speicherständen entschieden, kann es losgehen. Als Gejagter ist die Ausgangsposition zwar nicht die beste, jedoch sollte man seine Lage in die bestmögliche verwandeln. Als Stern am Himmelsfirmament hat man die besten Karten, beispielsweise in der Wahl des eigenen Outfits. Während der Städtehatz erspielt Ihr unzählige Kleidungsstücke, die Ihr in bester "Top-Model"-Manier Eurem Charakter anlegen dürft. Spielerisch ergeben sich dadurch zwar keine Vorteile, für Kreativwütige aber eine paradiesische Abwechslung in schöpferischer Hinsicht.

Startet Ihr Eure persönliche "Biografie", geht das Abenteuer los, eine Hetzjagd durch enge Häuserschluchten, durch die Kanäle des romantischen Venedigs, in die Stadt der Liebe und weiter in's erfolgsverwöhnte Hollywood, dort wo der Kinofilm seine Wurzeln hat. Gleich zu Beginn geht es schon zur Sache, denn eine Berühmtheit darf nicht kleckern, sondern klotzen und zerstört anfangs das Hotelzimmer in praktischer Stylus-Manier. Immerhin seid Ihr auf der Flucht, habt kaum etwas zu verlieren, aber Eure Freiheit, abseits der Etikette, zu gewinnen. Und weil es in "MTV FanAttack" auch um Beliebtheitspunkte geht, solltet Ihr in jeder Hinsicht gut abschneiden. Daher liegt das Augenmerk darauf, dass Euer Hotelzimmer in Stücken liegen muss - schlagt kurz und klein, was nicht niet- und nagelfest ist! Je mehr, desto besser! Ein wahres Eldorado für Krawallmacher und Leute, die schon immer einmal Mobiliar in seinen Grundbestandteilen gesehen haben wollten. In jeder Stadt stoßt Ihr im Übrigen auf ein eigenes Minispiel, welches die Eigenschaften des Nintendo DS äußerst gut nutzt, denn während der "Räuber-und-Gendarm"-Missionen kommt der Einsatz des Stylus kaum zum Tragen. So müsst Ihr beispielsweise ein Gitarrensolo perfekt beherrschen oder - man höre und staune - die eigene Unterwäsche zielgenau in's Publikum schleudern. Die Herzen Eurer Fans werden unter Garantie höher schlagen!

Den Großteil des Spieles werdet Ihr indes aber auf der Flucht sein. Der Touchscreen zeigt eine minimierte Karte der jeweiligen Stadt, ein Kompass weist Euch den Weg zum nächsten Checkpoint. Denn oft müsst Ihr während des Entkommens Aufgaben erledigen, um in der Beliebtheitsskala noch weiter empor zu klettern. So warten in den Städten unter anderen Star-Power-Zonen auf Euch, in denen erst richtig die Post abgeht. Der gesamte, nervtötende Anhang, vom liebestollen Fan bis zum Paparazzi, fängt hier das Tanzen an und rockt mit Euch mit. Für Euch die beste Gelegenheit ein wenig Abstand zu gewinnen und erneut die Flucht zu ergreifen. Durchaus können Fans auch körperliche Schäden austeilen, drei Herzen symbolisieren die eigene Lebensleiste. Aufgrund der unterschiedlichsten Verfolger ist es von Bedeutung seinen Anhang in- und auswendig zu kennen. Üble Typen verlangsamen Euer Tempo, miese Schweine (so werden sie in der Anleitung tatsächlich betitelt!) stehlen Euch gar ein Herz aus der Energieleiste. Es gilt also immer einen Tick schneller zu sein als das unerwünschte Gefolge - denn der Levelausgang ist nicht weit! Eine Fortschrittsanzeige informiert Euch darüber, inwieweit die anstehenden Aufgaben erledigt wurden - so müsst Ihr in Venedig beispielsweise eine ganze Meute an Fotografen in das stinkende Kanalwasser schubsen, um den Ausgang zu erreichen. Auf Eurem Weg hin zum Ziel findet Ihr diverse Geschenkboxen, in welchen sich neue Outfits befinden. Findet Ihr alle fünf Präsente eines Levels, erhaltet Ihr eine Bonusportion Beliebtheitspunkte.

Diverse levelinterne Umleitungen und Barrikaden erschweren Euch das Vorankommen, anstrengend wird es wenn die Bande hinter Euch derartig angewachsen ist, dass Euer Tempo dem einer Schnecke gleicht. Es bleibt Euch die Möglichkeit einen heißen Auftritt auf's gedachte Parkett zu legen, um die Sippe in Trance zu versetzen und abtanzen zu lassen, einen Powerdrink hinter die Binde zu kippen, um an Geschwindigkeit zuzulegen oder einen unlängst eingesammelten Regenschirm aufzuspannen, um sich unter diesem zu verstecken. Nur so wird der Abstand zwischen Euch und der anhänglichen Truppe vergrößert, die Groupies lassen kurzzeitig von Euch ab, auch die Euch hassenden Neider sind vorübergehend abgelenkt. Der größte Kritikpunkt am Spiel wird erst im Laufe der Zeit deutlich, denn zuvor ist man vom neuartigen, durchgeknallten Spielprinzip eingenommen. 28 Levels, die relativ ähnlich aufgebaut sind - immer seid Ihr auf der Flucht, obendrein werden die Städte immer verwinkelter, die Absperrungen zahlreicher, die Anzahl der Groupies größer. Dinge, die Eure Nerven belasten, andererseits aber auch als motivierender Faktor angesehen werden könnten.

Grafik & Sound....

Cool designt und in gewisser Weise an "Elite Beat Agents" erinnernd, sind die comicartigen Sequenzen, die zwar nur selten eingestreut werden, dafür aber ein ganz spezielles Flair vermitteln. Die 3D-Ansicht, ähnlich des Blickes eines Vogels auf eine Stadt, ist ganz nett, holt den Opa mit Sicherheit aber nicht hinter dem Ofen hervor. Insbesondere die schlecht animierten Fans - auch der Prominente selbst gleicht einer Marionette - überzeugen in keiner Weise.

Beim Sound ist den Entwicklern ein Lob auszusprechen. Abhängig von der Stadt, in welcher Ihr Euch derzeit befindet, tönt ein anderer Track aus den Ausgängen des DS, wobei die Kompositionen in's Ohr gehen und die Atmosphäre des Titels deutlich pushen. Das was Ihr hört, passt zum ausgeflippten Spielgeschehen wie die Faust auf's Auge. Sprachausgabe gibt es nicht, obwohl jede Mission eine Levelbeschreibung mitliefert, auch die Minispiele klären anhand einer solchen auf.

Fazit....

Seid Ihr gewillt mal etwas anderes spielen zu wollen, könntet Ihr bei "MTV FanAttack" genau an der richtigen Stelle sein. Obwohl der Titel in der Fachpresse kaum beachtet wird, ist das Gezeigte erfrischend anders, wenngleich auf Dauer etwas monoton. Auf der Flucht vor der Presse und den Hals über Kopf verliebten Gören, geht es teilweise heiß her. Abwechslungsreich gestalten sich vor allem die sieben Minispiele, von welchen man sich gerne noch das eine oder andere zusätzliche gewünscht hätte. Auch wenn der Titel keine Granate ist, ist sein Dasein angesichts des witzigen Spielprinzips, des gelungenen Sounds und der etwas anderen Ideen durchaus berechtigt.

 

+ erfrischend anders
+ gelungene Sound-Unterstützung
+ sieben durchdachte Minispiele
+ 28 Levels,...
- ...die sehr ähnlich ablaufen
- teils verwinkelte Stadtzüge

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 71%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 62%

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