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NDS Meine Tierarztpraxis: Einsatz auf dem Land
 
 
Meine Tierarztpraxis: Einsatz auf dem Land - NDS
Kilian Pfeiffer (24.06.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Independent Arts
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Ja
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Tierarzt ist ein noch immer heiß begehrter Beruf. Obwohl sie in Stadtnähe zumeist ausreichend vorhanden sind, ist der Einsatz auf dem Land bislang tendenziell eher rückläufig. Wer will schon als junger, aufstrebender Tierarzt in die Einöde, fernab jeder freizeitlichen Aktivität? Klar, der Sport wird auf dem Land groß geschrieben, in der Stadt gibt es aber zumindest für junge Menschen mehr zu erleben. In „Meine Tierarztpraxis – Einsatz auf dem Land" entscheidet Ihr Euch für das Land – und gegen das städtische Ballungszentrum. Denn als einer von wenigen wisst Ihr das Leben in der Natur zu schätzen. Und immerhin bleiben Euch ja eine ganze Menge unterschiedlicher Tiere, die es zu versorgen gilt. „dtp young entertainment" ist im Genre der Nintendo DS-Tiertitel Vorreiter, daher ist es kein Wunder, dass Euer zukünftiger Aufgabenbereich in die Idylle verlegt wird, wo erneut neue Tierarten auf Euch warten.

Menus und die Story....

Fatal ist die Tatsache, dass sich vorliegender Titel zu seinen Vorgängern nur unwesentlich unterscheidet. Beinahe das gesamte Spiel gleicht seinem Vorgänger in jedwedem Bereich. Weshalb die Innovationen auf der Strecke bleiben, können wir nur vermuten. Man ist sich wohl im Klaren darüber gewesen, dass die Vorgängerspiele – ohne den Zusatz „Einsatz auf dem Land" – bereits große Erfolge feiern konnten und demnach auch eine weitere Versoftung den einen oder anderen Euro abwerfen könnte.

Wenn schon im Gameplay keine Veränderungen festzustellen sind, dann vielleicht in der Optik? Auch hier sind nur Neuerungen im Detail zu finden, das Wesentliche wurde beibehalten. Demzufolge können wir getrost davon sprechen, dass wir es mit einem Neuaufguss im alten Gewand zu tun haben. Was uns persönlich zu wenig ist, vor allem im Hinblick darauf, dass potenzielle Besitzer der Vorgängertitel (GBA, NDS) blind zugreifen, um dann schließlich festzustellen, dass es sich um nahezu das gleiche Spiel handelt.

Technik und Gameplay....

Auf zwei Bildschirmen präsentiert sich der Titel dem Spieler, wobei der aktive Zugriff über den Touchscreen erfolgt, über den Topscreen hingegen die Levelkarte und spielnotwendige Informationen wie eine Gehegeübersicht und Menüs eingeblendet werden. Als neue Tierärztin seid Ihr im Ort angekommen, gilt es zunächst sich auf dem Hof samt angrenzendem Areal umzusehen. Je nachdem, welche Tiergattungen Euch im Laufe der Zeit anvertraut werden, errichtet Ihr diesbezüglich Gehege, beispielsweise eine Vogelvolière für erkrankte Piepmätze, einen Pferdestall für huflahme Gäule, ein Hundehaus für die bellende Meute, einen Nagerkäfig für Kleintiere sowie weitere. Selbstverständlich könnt Ihr bereits errichtete Gebäude in mehreren Stufen ausbauen, um die Kapazitäten zu steigern und somit mehrere tierische Patienten für längere Zeit bei Euch unterzubringen. Ein PDA informiert genauestens über die aktuellen Medizinbestände im Lager, welche Termine noch anliegen respektive welche Patienten derzeit stationär aufgenommen wurden.

Das Behandeln der verschiedenen Tierarten, von denen die meisten bereits bekannt sein dürften (Kaninchen, Vögel, Hunde, Katzen, Rehe, Pferde und Lämmer), erfolgt im Hof selbst. In der Regel wird das Praxisgelände von Hilfebedürftigen samt animalischem Anhang aufgesucht. Eine kurze Anamnese und Ihr dürft nun selbst Hand anlegen und nach der richtigen Behandlungsmethode fahnden. So untersucht Ihr den jeweiligen Patienten mit der Lupe oder mit bloßer Hand, verpasst ihm ein Fieberthermometer, nehmt ein wenig „Lebenssaft" ab oder untersucht einzelne Körperregionen mit Hilfe des Ultraschalls. Das zugrunde liegende Krankenbild wird nun offensichtlich, wobei es die Aufgabe des Spielers ist, dass er den Patienten mit medizinischen Mittelchen und Gerätschaften behandelt. Hier eine Spritze angelegt, dort einen Verband gewickelt, an anderer Stelle einen Impfstoff verabreicht. Ihr solltet aufpassen, dass Ihr die richtigen Stellen des Körpers behandelt und vor allen Dingen die richtige Medizin verwendet. Verschiedene Hilfsmittel stehen Euch hier zur Verfügung – nur schade, dass jene Symbole nicht direkt im Spiel erklärt werden. Entweder entscheidet Ihr Euch für den Einsatz des Stylus, obschon auch die Steuerungsmethode mit dem Steuerkreuz samt Tasten bestens funktioniert. Bleibt ein Patient über mehrere Tage bei Euch und seid Ihr bereits im Besitz entsprechender Gebäudeerweiterungen, kommt der Pflegeaspekt zu tragen, was bedeutet, das die tägliche Futterportion sowie eventuelle Nachbehandlungen der Tiere auf dem Programm stehen. Ein wenig streicheln, das Gehege reinigen und vielleicht die eine oder andere spielerische Zuwendung und dem Schützling sollte es schon wieder besser gehen. Denn auch dieses Mal ist der Schwierigkeitsgrad alles andere als unfair – im Gegenteil! Sind Eure Lager mal leer, geht’s auf in die nächste Nachbargemeinde, in der Ihr Apotheke, Futterhändler oder das Kaufhaus besuchen dürft. Die eigenen vier Wände lassen sich dort dank des mühsam verdienten Geldes verschönern, auf der Bank erhaltet Ihr den notwendigen Kredit, um größere Investitionen zu tätigen. Läuft die Praxis kaum, schaltet Ihr Werbekampagnen oder versucht die potenzielle Kundschaft anhand von Diplomen, die in der Akademie erworben werden können, zu überzeugen. Allerdings müsst Ihr dafür eine Menge pauken – in ausführlichen Tierbeiträgen lassen sich Informationen filtern, die während der Prüfungen abgefragt werden. Und wenn Ihr erfolgreich seid, könnte es sein, dass weitere Bereiche der Reitstrecke zugänglich werden. Apropos „Reitstrecke": Logisch, dass man bei „Independent Arts" erneut das Reitfeature im Spiel integrierte. Auf einem kreisrunden Steuerfeld navigiert Ihr ein Pferd nach Wahl – oder auch Euer eigenes – durch die Landschaften. Ziemlich unspektakulär, denn bis auf einen Sprung fühlt Ihr Euch nicht in der Lage zu überzeugen. Nur für wirklich eingefleischte Reitfans von Interesse! Rudimentär fanden wir auch den im Wohnbereich befindlichen Kühlschrank und den Sessel. Ersterer dient Euch zum Füllen der Energieleiste – habt Ihr Hunger, haut Euch den Wanst voll! Beim Sessel hingegen erwartet Euch ein kleines Nickerchen, eine Ruhepause, um neue Energien zu tanken. Weil jene Leisten aber ziemlich stiefmütterlich den Einzug in das Spiel gefunden haben, erachten wir sie als relativ nutzlos. Konsequent in das Gameplay integriert wurden sie nämlich nicht.

Grafik & Sound....

Grafisch hat sich ein wenig getan, wenn auch nicht viel. Ihr bewegt Euch noch immer in der Vogelperspektive über das Praxisgelände und sucht die einzelnen Gehege auf. Die 3D-Ansichten der Patienten sind ganz in Ordnung, können aber auch nicht unbedingt vom Hocker reißen. Was bleibt, ist ein übersichtlicher, insgesamt aber eine technisch viel zu schwache DS-Simulationsgeschichte, die sich auf den Lorbeeren der Vorgänger ausruht – ansonsten hätte man mehr Mühe in den grafischen Aspekt investiert.

Wieder einmal tut sich ein „Independent Arts"-Titel mit nur einem einzigen Lied hervor. Eine Melodie, die Euch durch das gesamte Abenteuer begleitet. Das ist einfach zu wenig, um hier eine hohe Wertung abstauben zu können. Gleich geblieben sind auch die kurzen Sprachsamples während der Begrüßung der Herrchen und Frauchen innerhalb des Praxisalltags.

Fazit....

Betrachtet man den neuesten Tierarztpraxis-Spross, möchte man nicht glauben, dass es sich um eine Weiterentwicklung handelt. Auch wenn es bereits direkt im Titel offensichtlich werden müsste. Denn auf dem Land haben wir bislang noch nicht herumgedoktert. So zeigen sich die Unterschiede zu den Vorgängertiteln dann auch nur im – nicht erwähnenswerten – Detail. Grundsolide ist das Spiel auch dieses Mal, erneut auch wieder viel zu einfach, dafür gibt es immer etwas zu tun, bis man nach einigen Spielstunden endlich mal alle Spielinhalte zu Gesicht bekommen hat. Für die nächsten DS-Einsätze wünschen wir uns dennoch zusätzliche Innovationen, die den Käufer merken lassen, dass man sich bei der Entwicklung auch tatsächlich Gedanken gemacht hat und nicht nur Bewährtes in gewohnter Zweitverwurstung im alten Gewand veröffentlicht. Seid Ihr gerne als Tierarzt unterwegs, könnt Ihr aber beruhigt zugreifen!

 

+ sehr einsteigerfreundlich
+ sieben Tierarten
+ Gehegeerweiterungen
+ es gibt anfangs viel zu entdecken
- keine Schwierigkeitsgrade
- kein Mehrspieler-Modus
- keine nennenswerten Änderungen zum Vorgänger

GRAFIK: 60%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 68%

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