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NDS Meine Tierarztpraxis in Australien
 
 
Meine Tierarztpraxis in Australien - NDS
Kilian Pfeiffer (21.03.2009)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp young
GENRE: Tiersimulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Unlängst wurden die aktuellen Zahlen der in deutschen Haushalten befindlichen Tiere bekanntgegeben. Demnach seien es vor allem Katzen, die die Deutschen zuhause halten. Die schnurrenden Zeitgenossen gehören demnach zu den Lieblingstieren der Deutschen. Nun gut, über Katzen, Hunde, Kanarienvögel und Nagetiere haben wir in den vergangenen Jahren zuhauf berichtet. Immer wieder wurden dazu Spiele veröffentlicht, die sich hunderttausendfach verkauften. Der Boom scheint noch immer nicht vorbei zu sein. Dass man aber dennoch für etwas Abwechslung sorgen muss, das haben auch die Entwickler erkannt. Weil heimische Tierarztpraxen inzwischen zum Gähnen langweilig sind, umrundet man einfach den Erdball und schlägt seine Zelte in Australien auf. Herzliche willkommen zu „Meine Tierarztpraxis in Australien".

Menus und die Story....

Achtung, Verwechslungsgefahr! „Meine Tierklinik in Australien", ein Titel, den es schon seit geraumer Zeit zu kaufen gibt, hat nichts mit „Meine Tierarztpraxis in Australien" zu tun! Ähnlich ist zwar der Inhalt, der Entwickler ist jedoch ein anderer, ebenso das grafische Grundgerüst. Die Klientel scheint aber ausreichend vorhanden zu sein, weswegen wir das aktuelle Produkt von „dtp young entertainment" auch heute vorstellen wollen.

Dieses Mal seid Ihr, wie bereits erwähnt, nicht in heimischen Gefilden unterwegs, sondern im fernen Australien, im Outback, einer Gegend voller Tierarten, die wir hierzulande niemals zu Gesicht bekommen würden. Als Tierärztin lasst Ihr Euch dort nieder und leitet eine Station, die sich um die körperlichen Belange tierischer Patienten kümmert. Ein Wildhüter steht Euch jederzeit zur Seite, versorgt Euch mit wichtigen Informationen und gestaltet den Alltag angenehm. Zu tun gibt es dennoch eine ganze Menge: Sechs verschiedene Tierarten begegnen Euch im Laufe der Zeit, eine exotischer als die andere – gemünzt auf Deutschland, versteht sich. Wie sich das Abenteuer schlägt und ob es an seine Vorgänger anknüpfen kann, soll der weitere Text klären. Viel Neues gibt es leider nicht zu berichten. Noch immer ruht man sich auf den Lorbeeren der vergangenen Tage aus.

Technik und Gameplay....

Zunächst solltet Ihr ein Profil erstellen mit dem Ihr nach Australien reisen könnt. Anders als bei den Vorgängern wurde die damals noch obligatorische Reiteinlage auf einem Pferd ersatzlos gestrichen. Nur noch das Hauptspiel steht zur Verfügung. Innerhalb der „Optionen" dürft Ihr leider auch nicht viel mehr machen, als die Lautstärke der Soundausgabe zu regulieren. Weder gibt es Minispiele, noch innovative Stylus-Einsätze. Aber von Anfang an: Nachdem Ihr rund 20 Stunden mit dem Flugzeug unterwegs wart, seid Ihr nun endlich in Australien angekommen, in Eurer Praxis von welcher Ihr aus die Steppe, die Eukalyptuswälder und die Berge betreut. Besser gesagt deren Bewohner. Wie üblich navigiert Ihr die Protagonistin mithilfe des Touchpens durch die zeitweilige Unterkunft. Ein Wildhüter steht Euch jederzeit zur Seite und erklärt Euch erste Abläufe wie es in der Wildnis Australiens zugeht. Von Eurem „Zuhause" aus geht Ihr online einkaufen, da die nächste Stadt, in der dies möglich wäre, viel zu weit entfernt liegt. Demnach bietet sich das Online-Geschäft bestens an. Mit ein paar Klicks habt Ihr den virtuellen Einkaufswagen mit tierischer Nahrung für Kängurus, Wildpferde, Numbats, Koalas, Dingos und Wombats gefüllt, auch medizinische Ausstattung erhaltet Ihr von dort. Ob Ihr nun eine Salbe benötigt, die Pflaster ausgegangenen sind oder Verbände fehlen – im Internet-Shop erhaltet Ihr so ziemlich alles. Jedoch muss zunächst etwas Geld in die Kasse kommen. Geld, das nur während der Behandlungseinsätze verdient werden kann.

Euer Arbeitstag beginnt um acht Uhr in der Früh und endet jeden Tag um 20 Uhr. Allerdings ist es möglich, bereits früher schlafen zu gehen, sofern man alle anfallende Arbeit bereits erledigt hat. Um ein wenig über die zu behandelnden Patienten zu erfahren, schlagt Ihr in einschlägigen Lexika nach oder studiert Fachbücher über die Landschaften des australischen Outbacks. Somit eignet man sich als neuer Wildnistierarzt dort gebräuchliches Allgemeinwissen an. Zunächst müsst Ihr mit dem Jeep auf einer hässlichen Übersichtskarte in krakeliger Manier zu den Einsatzorten tuckern. In der Steppe kann sich ein Wildpferd verletzt haben oder ein Dingo liegt irgendwo in bergiger Region hilflos hinter einem Felsen. Also setzt Ihr Euch in den Jeep und düst los (die letztendliche Umsetzung ist spartanisch und macht keinen Spaß – einfach mit dem Touchpen über einen vorgezeichneten Weg zu fahren, ist nicht gerade eine sehr intelligente Betätigung!). Beim Unfallort angekommen, versucht Ihr, eine Diagnose beim Patienten zu stellen. Durch bloßes Tippen untersucht Ihr diesen via Lupe oder mithilfe der Hand, nutzt das Stethoskop oder ein Thermometer oder bringt einen Röntgenapparat zur Anwendung. Die Symptome der zugrunde liegenden Erkrankung werden dadurch ausgemacht, auch die Behandlungsweise steht nun fest. Und genau diese hätte man beileibe innovativer auf die Spielkarte bannen können: Weit und breit keine minispielerischen Umsetzungen – Verbände legt Ihr per Bildschirmberührung an, ebenso reinigt Ihr verwundete Stellen, tragt Salben lokal auf oder setzt eine Spritze. Hinzu kommt, dass die jeweilige Stelle des Körpers bereits vom Programm markiert wird. Nicht mehr ist also zu tun, als auf den Screen zu tippen. Das ist definitiv ein Rückschritt zu früheren Umsetzungen. Wenigstens dürft Ihr eure Patienten später in eigens ausgebauten Tiergehegen versorgen, ein wenig streicheln, füttern, das Fell pflegen, indem die Bürste zum Einsatz kommt oder ab und an ein Leckerli reichen. Das Vertrauen soll immerhin gestärkt werden, damit die Schützlinge so schnell als möglich wieder in die freie Natur entlassen werden.

Hin und wieder trefft Ihr im Outback auf wehrlose Tierbabys, die getrennt von ihrer Mutter, auf Hilfe warten. Es gilt dann, diese wieder zu ihrer Mutter zurückzubringen. Auf der Übersichtskarte der Wildnis dürft Ihr ebenso Tiere in freier Wildbahn beobachten. Dort werden dann kurze, gerenderte Filme abgespult, die von der PC-Version auf den DS-Handheld portiert wurden.

Grafik & Sound....

„Meine Tierarztpraxis in Australien" für den Nintendo DS ist vom grafischen Aspekt her leider kein Überflieger. Das Spielgeschehen zeigt sich aus einer Schräg-von-oben-Perspektive, jedoch sind Eure „Patienten" zu undetailliert, als dass ein Knuddelfaktor ähnlich wie bei „Nintendogs" entstehen könnte. Im Vergleich mit den Vorgängertiteln hat sich kaum etwas getan. Noch immer prangen PC-Screenshots auf dem Packungsrücken des DS-Games. Das Gefühl drängt sich auf, man wolle potentielle Käufer täuschen – denn präsentationstechnisch ist das Game alles andere als eine Wucht. Auch die menschlichen Charaktere im Spiel sind leider nicht ausführlich genug dargestellt worden, erfüllen aber ihren ärztlichen Zweck im „wilden" Australien.

Zwar besteht der Hintergrundsound nur aus einer einzigen Melodie, dennoch gelingt es mit dieser ein angenehmes Gefühl zu erzeugen, welches dem Titel gerecht wird. Auf längere Zeit gesehen, geht Euch das fröhliche Gedudel aber auf die Nerven. Das Knistern von damaligen Teilen gibt es nicht mehr – wenigstens etwas!

Fazit....

Der Anspruch von „Meine Tierarztpraxis in Australien" ist gering, keine Frage. Die Aufgaben gestalten sich alle sehr einfach. Von Anspruch kann keine Rede sein! Bedauerlich finden wir, dass man sich dazu entschlossen hat, die Vorzüge des Touchscreens nicht einzusetzen. Warum hat man nicht bei jeder Behandlung ein nettes Minispiel kreiert, die auch auf Dauer Freude bereiteten? Warum hat man keine interessante Story gestrickt und vor allem: Warum wurden keine nennenswerten Neuerungen integriert? Im Endeffekt spielt sich „Meine Tierarztpraxis in Australien" genau so wie der indirekte Vorgänger „Meine Tierarztpraxis", der zwischenzeitlich auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Hier muss mehr Detailarbeit passieren, um auch in Zukunft punkten zu können!

 

+ einsteigerfreundlich
+ 6 "exotische" Tierarten
+ Ausbaustufen
- keine Minispielumsetzungen
- krakelige „Jeeptouren"
- technisch kaum Verbesserungen
- anspruchslos für Fortgeschr.

GRAFIK: 57%

SOUND/EFFEKTE: 60%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 58%

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