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NDS Meine Tierklinik in Australien
 
 
Meine Tierklinik in Australien - NDS
Kilian Pfeiffer (15.01.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp young
GENRE: Tiersimulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Noch gar nicht lange ist es her, da eröffneten wir eine Tierklinik in Afrika. Zu diesem Zeitpunkt sollte unsere Einrichtung eine Neuigkeit darstellen, die fernab gut funktionierender Kliniken insbesondere für kranke Tierarten den optimalen Platz zum Gesundwerden darstellen sollte. Unser Plan ging damals auf, denn nicht nur viele Tiere wurden in unsere Obhut gegeben, auch der Erfolg gab unserem Projekt Recht. Im Laufe der Zeit bauten wir weitere Gehege an, kümmerten uns um viele verletzte und erkrankte Tiere und sahen unsere Klinik bereits am Zenit angekommen. Dass wir uns nun in ein neues Abenteuer stürzen, hat weniger mit Wagemut, als vielmehr mit einer neuen Herausforderung zu tun. Mit "Meine Tierklinik in Australien" erwartet Euch eine neue Erfahrung, die das Spielprinzip von "Meine Tierklinik in Afrika" im Wesentlichen beibehält, jedoch dank neuer Tierarten und einiger - minimaler - Änderungen erneut gefallen dürfte. Innovationen gibt es nicht zu vermelden, dafür viele spielerische Kleinigkeiten, die Euch eine Zeitlang vor den Bildschirm fesseln werden.

Menus und die Story....

Im Grunde baut sich der vorliegende Titel genauso wie dessen direkter Vorgänger auf: im "Szenario" werdet Ihr die meiste Arbeit zu verrichten haben und auf Forderungen der Software eingehen können. Neun Szenarien stehen zu Beginn zur Auswahl, wobei diese in aufsteigender Reihenfolge anspruchsvoller werden und vom Spieler in ärztlicher Hinsicht immer mehr verlangen. Vorbildlich ist das "Tutorial", das Euch in vier Kapiteln die allgemeinen Spielzüge und Begrifflichkeiten des Titels näher bringt und selbst Einsteiger, die zum ersten Mal eine Tiersimulation in Händen halten, behutsam an das Spielprinzip heranführt. Dass auch ein "Freies Spiel" möglich ist, wird all diejenigen erfreuen, die sich grenzenlos in Australien austoben und frei von Vorgaben ihre Patienten nach allen schulmedizinischen Regeln der Kunst behandeln wollen.

Wie bereits gesagt, ist der Titel zwar ein eigenständiges Spiel, schließt indirekt aber dennoch an den beinahe namensgleichen Vorgänger an, der auch vom Aufbau her als Vorbild fungiert. In "Meine Tierklinik in Australien" übernehmt Ihr die Rolle einer hübschen Tierärztin, die sich aufmacht, fern der Heimat für eine bessere Tiermedizin zu sorgen. Erfolgreiche Arbeit verbessert den Ruf der sympathischen Doktorin und lässt auch zukünftig Patienten in Eurer neu gebauten Klinik aufkreuzen. Jedoch dauert es seine Zeit, bis Ihr alle sechs Tierarten im Spiel behandeln dürft: Schnabeltier, Känguru, Koala, Wombat, Seebär und Delfin erfordern allesamt eine präzise Kenntnis der Tiere und selbstverständlich eigene, teuer erbaute Gehege. Es gilt also fleißig zu sein!

Technik und Gameplay....

Eine Übersichtskarte Eurer Klinik zeigt Euch gleich zu Beginn, dass demnächst lange Arbeitszeiten anstehen werden. Denn sind zu einem späteren Zeitpunkt erst einmal alle Tierarten unter einem Dach vereint, kann man selbst als ausgelernte Tierärztin ganz schön ins Rudern geraten. Widmet Ihr Euch den Szenarien, werdet Ihr zu Beginn aufgeklärt, was Euch im Folgenden erwartet und welche Ziele Ihr erarbeiten solltet, um das Szenario erfolgreich beenden zu können. So müsst Ihr beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Tieren heilen, einen gewissen Ruf in der Bevölkerung aufweisen oder das eine oder andere Gehege erbauen - oftmals wird Euch eine bestimmte Frist vorgesetzt, welche die Forderungen nochmals deutlich erschwert. Jedes Tier weist im Übrigen bestimmte Bedürfnisse auf, um welche Ihr Euch sorgsam kümmern solltet, um letztendlich an dem Tier Euer täglich Brot verdienen zu können. So will jedes Geschöpf mit dem Touchpen gefüttert werden, ab und an solltet Ihr mit den Patienten spielen oder sie liebevoll umsorgen, indem Ihr sie streichelt. Bedürfnisleisten zeigen Euch, wie gut es Euren Sorgenkindern geht und ob Ihr noch weitere Minuten in die zeitaufwendige Fürsorge investieren solltet.

Nicht nur die Tiere bedürfen einer "Pflege", sondern auch Ihr als Tierärztin höchst selbst. Damit sind zwar keine regelmäßigen Streicheleinheiten gemeint, sondern das Nickerchen zwischendurch. Wenn sie Hunger hat, dürft Ihr Euch ebenso mal eine Mahlzeit zubereiten oder einen Snack verdrücken. Dass der Titel viele spielerische Bereiche abdeckt und in gewisser Weise die Orientierung bei der "Sims"-Serie sucht, wird spätestens bei der Einrichtung der eigenen vier Wände deutlich. Diverses Mobiliar könnt Ihr nach Lust und Laune beim Händler erwerben, ebenfalls medizinische Instrumente wie Stethoskop, Otoskop, Röntgengerät und Mikroskop (in zweierlei Ausführungen!) ordern. Letztendlich benötigt Ihr letztere für alle Behandlungen der tierischen Patienten. Wenn ein Tier bei Euch eingeliefert wird, wisst Ihr zunächst nicht viel über dessen gesundheitlichen Zustand, müsst also erst einmal eine Untersuchung beginnen, die Euch im Ausschlussverfahren an den wahren Keim des Übels heranführt. Mit jedem Instrument tastet Ihr den Körper des Patienten an diversen Stellen durch Berührung mit dem Stylus ab und erhöht dadurch Euer Wissen bezüglich diverser Krankheitsbilder. Anhand von Leisten erkennt Ihr, welche Krankheit die Tierärztin als die wahrscheinlichste ansieht und dürft Euch somit schlussendlich für eine entscheiden. Da können wir nur hoffen, dass sich Eure Diagnose als die richtige herausstellt, denn anderenfalls könnte es problematisch werden… Gut, dass es auch stationäre Aufnahmen für schwerwiegendere Krankheiten und solche, die eine lange Heildauer benötigen, gibt. So bleiben Euch mehr Möglichkeiten, den Patienten vollkommen gesunden zu lassen.

Was wir äußerst interessant und sinnvoll für die Behandlung von Tieren erachten, ist die Aufnahme sogenannter Fachbücher, die Euch über alle bedeutenden Informationen hinsichtlich der Tierarten informieren und Aufschluss darüber geben, was beispielsweise ein Seebär für eine Pflege erfordert. Mit dem gesammelten Hintergrundwissen erfahrt Ihr immer mehr über Eure Patienten und lernt dabei auch noch ein wenig. Da es gewöhnlich noch zwei Folgebücher gibt, wird auch das Detailwissen über ein jedes Tier von Mal zu Mal vertieft. Habt Ihr alle drei Bände gelesen, seid Ihr innerhalb dieser Tierart vollkommen bewandert und erhaltet ein überaus wertvolles Zertifikat, das Euren Namen trägt. Für Buchhaltungsfreunde empfehlen wir übrigens einen Blick in die Statistiken des Spieles, die Euch über alle getätigten Handgriffe auf dem Laufenden halten.

Grafik & Sound....

Grafisch konnte uns die Schräg-von-oben-Perspektive nicht hundertprozentig überzeugen. Dies liegt zum einen an der pixelig wirkenden Protagonistin, die ungelenk durch die Gegend steuert. Klar, die statischen Zimmer der Klink gehen in Ordnung, auch die 3D-Animationen Eurer Patienten gefallen uns größtenteils recht gut. Allerdings gibt es in diesem Bereich bessere Beispiele, was die Optik betrifft. Außerdem hat sich im Vergleich mit dem Vorgänger so gut wie nichts getan.

Leider gefällt uns der Sound auf Dauer nicht uneingeschränkt. Zwar trifft er die Atmosphäre eines exotischen Tiertitels ganz gut, jedoch ist das immergleiche Lied langfristig keine Motivationsbereicherung, sondern eher ein Angriff auf das Trommelfell. Versteht uns nicht falsch - die ersten Stunden geht der Sound in Ordnung, dauerhaft gesehen hätte man aber ein wenig mehr akustische Anreize in den Titel integrieren müssen.

Fazit....

"Meine Tierklinik in Australien" ist im Grunde ein Abklatsch des indirekten Vorgängers "Meine Tierklinik in Afrika". Letzterer funktionierte im Gesamten recht gut, konnte jedoch keine neuen Ansätze im Genre etablieren. Dafür erfährt man als Spieler allerhand über seine Patienten, behandelt diese sorgsam und stattet seine Wohnung mit unzähligen Gegenständen aus, um diese wohnlich zu gestalten. Seid Ihr an ungewöhnlichen Tierarten interessiert und wart vom Vorgänger schon begeistert, wird Euch auch der Nachfolger mit Sicherheit gefallen - obwohl Neuerungen Fehlanzeige sind!

 

+ viele zu entdeckende Krankheiten
+ exotische Tierarten
+ viele Einrichtungsgegenstände
+ gelungene Touchpen-Steuerung
+ informative Tierratgeber
- kaum Neuerungen zum Vorgänger
- relativ anspruchslos
- spätere Wiederholungen

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 68%

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