konsolenkost.de

 
NDS Moorhuhn DS
 
 
Moorhuhn DS - NDS
Kilian Pfeiffer (11.02.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Phenomedia
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: k.E.
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Ein Huhn kommt selten allein. Erst recht nicht, wenn es sich hierbei um ein Moorhuhn handelt. Im Grunde ein Klassiker der PC-Shareware-Zeiten, den so ziemlich jeder User schon einmal zu Gesicht bekommen hat. Moorhühner sind im virtuellen Zeitalter Schießfutter, auch wenn man in der Anleitung direkt darauf hinweist, dass diese einen direkten Beschuss in der Realität überhaupt nicht leiden können. Auch wenn die Moorhuhn-Zeiten im Großen und Ganzen vergangen sind, schafft es der Titel sich in die Nintendo DS-Ära rüberzuretten und auch dort für ballerlastigen Hühnerregen zu sorgen. Wollen wir doch mal sehen, ob die Hatz vor dem Bildschirm fesselt...

Menus und die Story....

Eine Story für die glubschäugigen Hühnchen samt Irokesen-Frisur zu erfinden, würde wohl ziemlich aufgesetzt wirken und passt ganz und gar nicht in das Spielprinzip "Für-die-kurze-Pause". Denn viel mehr dürft Ihr von "Moorhuhn DS" nicht erwarten: eine Sammlung verschiedener Spielprinzipien auf einer Karte, alle einfach zu begreifen und zügig zu meistern. Die Highscore-Jagd ist der eigentliche Grund, warum man den Titel gerne auch zukünftig im Spieleschacht verschwinden lässt. Nüchtern den Umfang zu betrachten wäre demnach Quatsch: nicht länger als 20 Minuten bräuchtet Ihr, um jeden Ableger auf der Spielkarte gesehen zu haben. Als alte Highscore-Jäger liegt es Euch allerdings fern, Spiele nur wegen ihres Umfangs niederzumachen - das Spielgefühl muss stimmen, die Zutaten im Gesamten sollten harmonieren.

Zwar ist und bleibt "Moorhuhn DS" ein "Casual Game" erster Güte, prädestiniert für Gelegenheitszocker, die sich gerne in Highscore-Listen verewigen, dennoch wäre es zu simpel, den Titel sofort abzustempeln. Immerhin warten neben dem "Klassik"-Modus auch ein neuartiges "Gewicht"-Schießen und eine "Edelstein"-Hatz auf Euch. Hinzu kommt eine typische Bilderfehlersuche, die Ihr von diversen, einschlägigen TV-Nischensendern kennen solltet, sowie ein "Heisser Draht". "Heisser Draht" ist etwa nicht eine spielerische Einlage, bei welcher Ihr einen Metallring entlang einer verschlungenen Stange bewegen müsst, sondern vielmehr ein Pseudo-Moorhuhn-Autorennen aus der Vogelperspektive. Eine Mehrspieler-Möglichkeit gibt es übrigens nicht.

Technik und Gameplay....

Die klassische Moorhuhn-Ballerei ist zwar durchaus für schwache Nerven geeignet, erfordert dennoch aber Konzentration, sofern Ihr die Highscore-Tabelle ganz weit oben erklimmen wollt. Immerhin lassen sich doch kleinere Strategien austüfteln, insbesondere bei der Auswahl des abzuschießenden Geflügels. Auf einer übersichtlichen, relativ idyllischen Landschaft flattert das Federvieh umher, teilweise direkt vor dem virtuellen Auge, teilweise in weiter Ferne. Je nachdem welches Huhn Ihr abknallt, wird auf Euer Punktekonto ein Bonus addiert, für ferne Hühnchen folgerichtig eine größere Zahl. 90 Sekunden habt Ihr Zeit den Bildschirm vom Geflügel zu befreien, ist Eure Wumme leer, ladet Ihr per Tipp auf den Munitions-Button nach. Um zusätzliche Punkte zu kassieren, bedarf es dem Abschuss von Bonuszielen, wie zum Beispiel eine Vogelscheuchen oder ein ausrangierter Schrottwagen. Ebenso existieren Ziele, die negative Auswirkungen auf Euer Punktekonto haben. Mit dem Steuerkreuz bewegt Ihr die Landschaft an Euch vorüber, wobei der Ausschnitt im Gesamten recht klein ausfällt - Moorhuhn-typisch eben! Für Highscore-Jagden ist der "Klassik"-Modus wie geschaffen, allerdings solltet Ihr nicht dem Irrglauben verfallen, hier ein Spiel mit Tiefgang vor Euch zu haben.

Ein zweiter Spielmodus beinhaltet ebenso das Abschießen der Flattertiere, allerdings mit verschiedenfarbigen Gewichten. Auch die Moorhühner sind jeweils anders gekleidet, dementsprechend solltet Ihr Euch an deren Outfit orientieren, um das passende Ziel ins Visier zu nehmen. Mit dem Touchpen stellt Ihr den Schusswinkel ein, ebenso steuert Ihr hiermit die Beschleunigung des Geschosses. Ziel ist es, jedem Moorhuhn drei Gewichte zu verpassen, so dass es nicht nur abstürzt, sondern Eurem Konto einen wahren Punkteregen beschert. Gelingt es hingegen nicht ein Huhn mit dem Gewicht der entsprechenden Farbe zu treffen, ergreift es die Flucht und ward nimmermehr gesehen ;-) . Sechs Minuten bleiben Euch für dieses Unterfangen. Zwar kommt hier die locker-flockige Gameplay-Weise des Originals zu keinem Zeitpunkt zustande, dennoch dürfen Fans der tierischen Gacker-Tiere auch hier einen Blick hineinwerfen. Die dritte Möglichkeit Moorhühner, respektive Edelsteine, vom Himmel zu holen, gestaltet sich folgendermaßen: drei Trichter befinden sich am unteren Rand des Touchscreens, darüber hinweg fliegen unzählige "Irokesenträger". Auf einem Bretterverschlag befindet sich eine Kombination verschiedenfarbiger Edelsteine, die Ihr nun dergestalt in den Trichtern sammeln müsst, um Bonuspunkte abzustauben. Anfangs reichen gleichfarbige Edelsteinreihen in einem Trichter, später gibt's Extrapunkte nur noch für diagonal angeordnete Edelsteinfarbenkombinationen. Als erschwerendes Hindernis wurde ein schleimiger Häusleträger, besser bekannt als Schnecke, über den Trichtern platziert, der mit aller Mühe die Klunker davon abhalten will, als Nahrung im Schlund des Trichters zu verschwinden.

Relativ langweilig fällt der vierte Modus, das Moorhuhn-Rennen, aus. Mit dem Touchpen steuert Ihr hier ein nicht auszumachendes Kart aus der Vogelperspektive über eine geschwungene Straße. Eine Leiste symbolisiert Eure Lebensenergie, die dann schwindet, sobald das Kart den grünen Streckenrand abseits des Teerbelags berührt. Im Laufe der Zeit erhöht sich die Spielgeschwindigkeit deutlich, ebenso wird die Strecke immer kurvenreicher. Allerdings ist uns bislang immer noch nicht bewusst, was an der öden Zeittotschlägerei eigentlich Spaß machen soll - Bonusgegenstände vermisst man, ebenso ein paar Streckenhindernisse. Außerdem ist die Kameraperspektive alles andere als gut gewählt. Die Fehlersuche, als letzte der fünf Disziplinen, ist eine gute Idee, aber frei von jeglicher Spannung. Unterschiedliche Bilder mit Moorhuhn-Thematik müssen hier auf Fehler hin überprüft werden, wobei das Programm darstellt, wie viele Ungereimtheiten derzeit noch existieren. Ein Tipp mit dem Stylus reicht aus, um eine Stelle zu markieren. Gelungen finden wir, dass gleiche Bilder bei mehrmaligem Spielen andere Fehler beinhalten und demnach auch Wiederspielwert aufkommt. Tippt Ihr übrigens mal falsch, bestraft Euch das Programm mit Negativsekunden.

Grafik & Sound....

Naja, zu viel sollte man sich von einem Moorhuhn-Titel in grafischer Hinsicht nicht versprechen. Schon damals auf dem PC konnte man mit der Optik keine Preise abstauben, dies sollte sich auch zu Nintendo DS-Zeiten nicht geändert haben. Aber was soll's: der Grafikaufbau ist flüssig, die Moorhühner - wenigstens im "Klassik"-Modus - ganz ansehnlich dargestellt. Auch die Hintergründe sind hübsch, wenn auch nur bloße Standbilder. Negativ fällt das Hühner-Rennen aus der Vogelperspektive auf, das nicht nur hässlich ist, sondern auch mit Abstand am wenigsten Spaß bereitet.

Neben dem gesangsreichen Intro-Sound, der im Hauptmenü für Laune sorgt, ist Spielmusik relativ rar gesät. Zwar zwitschert, quiekt und summt es aus allen Ecken und Enden, eine melodiöse Untermalung während der "Jagd" vermissen wir hingegen. Wobei dann die Shotgun-Effekte nicht so gut zur Geltung kämen, die schon seit vielen Jahren den besonderen Reiz der Simpel-Ballerei ausmachten.

Fazit....

Tipp, peng, tipp, peng… Nach diesem Schema läuft "Moorhuhn DS" nun mal ab. Eingängig ist das Spielprinzip allemal, tiefgründig hingegen zu keinem Zeitpunkt. Daher sollten sich nur Gelegenheitsspieler den Titel aus der Nähe betrachten und selbstverständlich all diejenigen, die schon immer gerne das eine oder andere Moorhühnchen vom Himmel geholt haben. Fünf Spielmodi sind zwar generell anständig, der Umfang entspricht jedoch keinem guten Preis-Leistungsverhältnis. Weshalb man kein Spielziel in den Titel integriert hat, können wir nicht sagen. So hätte man beispielsweise eine ganze Levelepisode in den Titel integrieren können. Habt Ihr eine gewisse Punktzahl erreicht, wärt Ihr einen Level vorangerückt. So bleibt der Titel Gelegenheitsspielern vorbehalten, die gerne auf Highscore-Jagd gehen oder in der Bildersuche nach Unstimmigkeiten zwischen Original und Fälschung suchen.

 

+ eingängig: peng - getroffen!
+ fünf Spielmodi
- lächerlicher Spielumfang
- Moorhühner in Karts - pfui
- nur für Highscore-Jäger und
Gelegenheitsspieler geeignet

GRAFIK: 58%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 55%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de