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NDS Moorhuhn - Atlantis
 
 
Moorhuhn - Atlantis - NDS
Kilian Pfeiffer (12.11.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Phenomedia
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 7+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Das flatternde Geflügel, besser bekannt unter der Marke „Moorhuhn", war schon seit jeher eine Serie, die auf Gelegenheitsspieler hin ausgerichtet war. Mit einigen Klicks wurden Moorhühner vom Himmel geschossen, das Landschaftsinventar in seine Einzelteile zerlegt und Highscores in neue Dimensionen hochgeschraubt. Mit dem Grundprinzip von damals hat das Hühnchen nun nicht mehr viel gemein. Der Protagonist ist aber geblieben und geriert sich nun als casualige Hauptfigur, die den Markt der Gelegenheitsspieler aufmischen soll. Nicht anders ist es zu verstehen, da „Moorhuhn - Jump'n Run – Atlantis" als Neuerscheinung direkt für 20 Euro auf den Markt kommt. Man merkt dem Titel auch seine kostengünstige Programmierweise an, die erstaunlicherweise gute, aber einfallslose Unterhaltung an den Tag legt.

Menus und die Story....

Atlantis ist nicht ohne Grund untergegangen. Ist doch klar! Wie soll das auch geschehen sein? Vielmehr haben sich dessen Bewohner mutwillig untergehen lassen. Einfach mal ebenso versenkt, weil sie die Invasion der Moorhühner nicht mehr ansehen konnten und wegen deren lästiger Flatterei in Panik gerieten. Tja, nun liegt Atlantis am Grund des Meeresbodens und dort harren die Bewohner aus. Mit unzähligen Verteidigungsmechanismen ausgestattet, gleicht die neue Welt einer Sicherheitszone. Der Gefahr ist sich das Moorhuhn allerdings nicht bewusst, als es sich aufmacht, Atlantis zu entdecken und die versunkene Stadt trotz aller Unwägbarkeiten aufzusuchen.

Mit der „phenomedia publishing GmbH" und dem Entwickler „SnapDragon Games" scheint „Moorhuhn - Jump'n Run – Atlantis" gut aufgestellt zu sein, kennen sich doch beide bestens mit der Materie aus, die für 20 Euro recht günstig unter das darbende, softwarehungrige Volk gebracht werden soll. Für diesen Preis kann man natürlich nicht einen vergleichbaren Inhalt eines Vollpreistitels erwarten, was wir auch nicht tun. Unseren Kriterien muss das Spiel aber dennoch standhalten. Es ist vor allem der Spaß, der zählt und der in Form eines klassischen Jump’n Runs für gewöhnlich große Massen anlockt. „Schnickschnack" wie Multiplayer-Modi, Extra-Menüs oder dergleichen wurden während der Entwicklung einfach ausgespart, auf was man sich besann, waren 30 traditionelle Plattformer-Missionen durch die das Moorhuhn hindurch muss, um Atlantis in seiner ganzen Pracht – oder etwa doch nicht? – kennen zu lernen.

Technik und Gameplay....

30 Levels: Hört sich zunächst sehr anständig an, als Spieler nimmt man an, hier doch einige Stunden zubringen zu können. Was sich dann aber eher als Luftnummer herausstellen sollte. Rund drei Stunden dürftet Ihr für das Abenteuer benötigen, mehr dann auch nicht. Kann man für 20 Euro mehr erwarten? Diese Frage muss man sich und seinem Geldbeutel stellen. Betrachtet man allein den Unterhaltungswert, der dem Nutzer geboten wird, sind wir mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden, vor allen Dingen dahingehend, dass es sich um einen Moorhuhn-Jumper handelt, ein Feld, auf welches sich das Huhn auf dem DS bislang noch nicht getraut hat.

Vorliegender Titel hätte in seiner Ausführung auch auf dem Game Boy Advance stattfinden können. Technische Begrenzungen hätte es dort nicht gegeben, denn trotzdem man es sich nicht wünscht, ist die grafische Darstellung nicht gerade das Feinste. Aber dazu später mehr! Habt Ihr Euch für einen von drei Spielständen entschieden, ploppt schon eine Weltenkarte in den Bildschirm, die Euch einen Überblick des spielerischen Ablaufs aufzeigt. 30 Welten sind zu besuchen, die vom Umfang her ein wenig enttäuschend ausfallen, dafür in anderer Hinsicht punkten können – in ihrer klaren Linie, möglichst traditionelle Kost zu bieten und auf innovative Elemente komplett zu verzichten. Das mag man nun nicht gutheißen, wobei Neulinge im Handheld-Segment einfache Kost mit Sicherheit zu schätzen wissen. Und dies ist „Moorhuhn - Jump'n Run – Atlantis" auf jeden Fall: simpel und leicht verständlich.

Gesteuert wird selbstverständlich nicht mit dem Touchscreen (dieser wird nicht einmal unterstützt ;-) ), sondern mit der guten, alten Knopfbelegung. Mit dem Steuerkreuz lauft Ihr umher oder erkundet die Untiefen des Meeres, springt via „B"-Knopf in die Höhe, boxt mit „Y" nach Euren Gegnern, setzt zum Harpunenschuss an oder bereichert das Spiel per Pistoleneinsatz. Die Missionen hätten nicht platter ausfallen können: ein in der Ferne stationierter Hintergrund, die Plattformen, auf welchen sich das Spielgeschehen abspielt, dagegen im Vordergrund. Vergleichbar mit einem Baukasten, haben die Level-Editoren ein Bauteil an das andere gesetzt, größtenteils unterliegen die Stages einem linearen, strukturierten Aufbau, der neben einem Checkpoint, mit dem Levelziel aufwartet, einem roten Kristall.

Logisch, dass das mit einem Hut ausgestattete Moorhühnchen eine Energieleiste mit sich bringt und eben jene reduziert wird, sobald eine Feindberührung zu Schmerzen führt. Ob an Land oder unter Wasser, das Huhn ist verletzlich respektive nur sehr schwach auf der Lunge, was wiederum bedeutet, dass regelmäßig nach Luft geschnappt werden sollte, um nicht „abzusaufen". Überall in den Levels verstreut finden sich Münzen, die es einzusammeln gilt und die Punkte für die Highscore-Liste spendieren, wobei der Run nach den besten Ergebnissen eher nebensächlich ausfällt. Freispielbaren Content hat der Titel ja leider nicht im Angebot. Dafür verschiedene Waffen: eine Pistole, mit der Spuckpflanzen, Steinwächter, Kampfmönche oder Kraken problemlos niedergestreckt werden können, aber auch Granaten sowie Oreichalkos, Spezial-Munition, die selbst unter Wasser gute Dienste erweist. Bronzekelche, Statuen und Diamanten sorgen lediglich für ein volles Punktekonto, Blitze beschleunigen das gefiederte Huhn für kurze Zeit, wohingegen Uhren einen Zeitbonus schenken – denn jede Mission unterliegt einem Limit, das Ihr nicht überschreiten dürft. Anderenfalls muss der Level ein weiteres Mal angegangen werden. Später im Spiel trefft Ihr gar auf Schalter, die Türen öffnen, wobei die Komplexität des Titels zu keinem Zeitpunkt zu anspruchsvoll wirkt – im Gegenteil. Man spielt und spielt und spielt und ist irgendwann am Ende angelangt. Hinsichtlich des Wiederspielwerts müssen wir Euch leider enttäuschen. Da waren die Schrotflinten-Ballereien schon motivierender.

Grafik & Sound....

Abwechslungsreich gestaltet wurden die Welten in „Moorhuhn - Jump'n Run – Atlantis". Man hat das Gefühl, die Entwickler hätten sich hier Mühe gegeben. Vom technischen Anspruch her ist das Gezeigte aber alles andere als zeitgemäß, sondern eher schlicht und entspricht einer Vielzahl anderer, günstig abzugreifender Software. Mit einem Baukastensystem sind die Plattform-Welten wohl gestaltet worden – einfach aber spaßig.

Zwar gibt es verschiedene Melodien zu vermelden, die teilweise das Geschehen auch passend unterlegen, was uns aber weniger gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass bei jeder Musik ein nervendes, billig wirkendes Rauschen mit summt. Derartige Abstriche müsst Ihr beim Kauf sprichwörtlich in Kauf nehmen. Hier hätte man etwas Feinarbeit leisten müssen, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Fazit....

Für die noch immer große Fanbasis des Moorhuhns ist der Titel Pflicht, auch wenn er das Zielschießen von anno dazumal nicht bietet. Zum günstigen Preis erhält man als Spieler klassische Jump’n Run-Kost, so, wie Plattform-Games vor über zehn Jahren nun mal ausfielen. Heutzutage kräht zwar kein Hahn mehr danach, Spaß macht das Ganze auf gewisse Weise aber dennoch. Wenn auch nur auf niedrigem Niveau, dafür zu einem vergleichbar günstigen Preis. Hinzu kommt, dass der Umfang nicht gerade der größte ist.

 

+ 30 (kurze) Welten
+ klassisches Jump’n Run
+ einsteigerfreundlich
+ Preis (circa 20 Euro)
- kurze Spielzeit
- Multiplayer fehlt
- technisch altbacken

GRAFIK: 55%

SOUND/EFFEKTE: 58%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 59%

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