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NDS My Little Baby
 
 
My Little Baby - NDS
Kilian Pfeiffer (15.05.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp young
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Besitzer eines DS-Handhelds waren bis vor kurzem lediglich Hunde-, Katzen und Pferdebesitzer, schlugen sich als Tierarzt durch die Lande und zogen in Delfinparks Säugetiere zu wahren Artisten groß. Bislang… Denn von nun an stehen gar kleine Menschenkinder auf dem Programm, die Ihr als virtuelle Mama von kurz nach der Geburt an hochpäppelt und ihnen allerlei Lebensweisheiten mit auf den Weg gebt. In „My little Baby" führt Ihr all diejenigen Dinge durch, die man als richtige Mutter auch beachten sollte und seinem Kind beibringen muss. Das virtuelle Kleinkind ist zwar kein Ersatz für einen echten Schreihals, dafür aber ein guter Einstieg in eine Aufgabe, die den Großteil der weiblichen Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben ereilen wird.

Menus und die Story....

Das „dtp young entertainment"-Label versteht sich als Publisher, der sich um die Belange der jungen, spielenden Fraktion kümmert. Schon des Öfteren haben sie dies in vielfältiger Weise gezeigt, am heutigen Tag versucht sich der Entwickler „Raylight Studios" mit einem relativ unverbrauchten Genre, das aber in der Tat höchstwahrscheinlich nur vom weiblichen Geschlecht angenommen werden dürfte. Männliche Spieler werden mit den brabbelnden Fläschchennucklern wohl kaum etwas anfangen können, dafür die Mädels umso mehr.

Eine richtige Hintergrundgeschichte tischt die Software nicht auf, sondern führt den Spieler anhand einiger kurzer Einführungssequenzen direkt kurz nach der Geburt des Sprösslings. Von nun an seid Ihr auf Euch allein gestellt, wobei eine Nanny Euch zu Beginn helfend unter die Arme greifen wird. Bevor es allerdings richtig losgeht, solltet Ihr das Aussehen der Eltern festlegen, durch welches dann der Kleine sein Äußeres spendiert bekommt. Augen-, Haar- und Hautfarbe müssen von Euch bestimmt werden, die Frisur entscheidet des Weiteren über Euer Baby. Wie wir finden, ist dieses Vorgehen eine recht nette und einfallsreiche Art und Weise, ohne viel gestalterische Hand an das Kleinkind anlegen zu müssen. Die Namensgebung schließt den Vorgang ab.

Technik und Gameplay....

Da das Kleinkind während des Spielverlaufs eine deutliche Entwicklung durchmacht, ist der Einsatz einer Fotokamera ein geeignetes Mittel, um das Heranwachsen festzuhalten. Zu diesem Zweck integrierten die Entwickler eine Kamera, mit welcher man auf Knopfdruck einen Schnappschuss des Schützlings schießen kann, der dann im Fotoalbum gespeichert wird. Im Wohnhaus selbst gibt es – wie in jeder Wohnstätte – diverse Bereiche wie das Spielzimmer, die Küche, den Schlafraum oder das Badezimmer. Hinzu kommen ein Garten und die Möglichkeit, Einkäufe in der Stadt zu erledigen. Alle zu erlernenden Dinge, aber auch das Spielen und Großziehen an sich, findet in Form kurzer Minispiele statt, die allesamt über den Touchscreen erledigt werden.

In jedem Wohnbereich sitzt Euch Euer Baby gegenüber, beispielsweise in einem Babystuhl oder in der Wiege. Anhand einiger auf dem Touchscreen erkennbarer Symbole dürft Ihr nun mit dem Schreihals interagieren. Per Knopfdruck zoomt Ihr auf das Kleine, andererseits bewegt Ihr Euch über das Ordner-Icon direkt in das Menü weiter, welches alle Interaktionen, die in diesem Bereich möglich sind, darstellt. Klar ist, dass Ihr zu Beginn nicht gleich das Laufen lehren könnt, allerdings dürft Ihr jederzeit das Zimmer säubern. Mit Tüchern, Besen und Wischmop werden alle Spuren beseitigt. Wichtiger ist es hingegen, das Kleine in den Schlaf zu wiegen oder – um den Hunger zu stillen – ein Fläschchen in der Küche vorzubereiten. Bedeutsam ist, dass alle Interaktionen direkte Auswirkungen auf das Baby haben, sei es der Gesundheitszustand, der Energiewert, ebenso die allgemeine Sauberkeit, aber auch Belange wie die elterliche Liebe, die Zufriedenheit oder der derzeitige Hungerzustand. Einzelne Leisten spiegeln den momentanen Zustand des Kleinen wider, demnach solltet Ihr immerzu dafür sorgen, dass es dem Baby an nichts fehlt. Die Flasche zu geben, ist ähnlich gewichtig, wie die Windel zu wechseln (was durch einige wenige Touchscreen-Berührungen erledigt wird), aber auch das regelmäßige Bad verspricht ein einwandfreies, unbedenkliches Klima, das dem Zögling gut gefallen dürfte. Zu einem späteren Zeitpunkt lehrt Ihr den Kleinen zu krabbeln, im Folgenden das Gleichgewicht zu halten, um schlussendlich dann eigenständig laufen zu können.

Dass eifrige Jungeltern selbstverständlich ihren Kindern nur alles erdenklich Gute wollen, wird spätestens beim Blick in „My little Baby" klar. In der Stadt gibt es allerhand nützliche, aber auch sinnfreie Erwerbsgegenstände, die gegen ein Entgelt gekauft werden dürfen. Ob Lätzchen von der Stange, Strampler in allen denkbaren Farbgebungen oder die Haarspange für das Mädchen, parfümfreie Seifen, Thermometer zum Fieber messen, Schwämme, Hautcremes oder Babywaagen – die Entwickler haben sich sichtlich Mühe gegeben, den Titel mit vielerlei abwechslungsreichen Gegenständen auszustatten, um auch auf Dauer für Motivation und Wiederspielwert zu sorgen. Für die Nahrungszubereitung warten unzählige Zutaten auf den Einkauf, im Laufe der Zeit wächst das Angebot noch deutlich an, seien es Lämpchen oder Mobiles, die im Schlafzimmer ihren Platz finden. Immer wieder erhaltet Ihr von der Nanny, aber auch von Freunden und Verwandten wichtige Ratschläge, die beim Großziehen des Schützlings beachtet werden sollten, denn Euer Baby lernt nach und nach Dinge, die anfangs schier unglaublich erschienen. Ein kreischender Schreihals wird später zum empfindsamen Genusskind, das bei Streicheleinheiten zum Lächeln beginnt. Als Eltern dürft Ihr Euch die Aufmerksamkeit des Kleinen holen, aber ebenso mit dem Touchpen den Zögling auf gewisse Art und Weise begrüßen. Witzig in der Umsetzung ist das „Kuckuck"-Spiel, das folgendermaßen funktioniert: Klappt dazu schnell den Nintendo DS zusammen und öffnet ihn rasch wieder. Vergesst nicht „Kuckuck" in das Mikrofon zu rufen, denn nur dann beginnt das Kleine zu frohlocken. Ab dem neunten Monat steht ein weiterer, einschneidender Schritt im Leben der jungen Familie an – das Baby reagiert auf einzelne Worte, lauscht diesen und merkt sie sich nach einer gewissen Zeit. Über das interne Mikrofon könnt Ihr bis zu 20 vorgegebene Worte aufsagen, die mit Sicherheit die eine oder andere Reaktion hervorrufen dürften.

Grafik & Sound....

Die Baby-Darstellung ist an und für sich recht anständig gelungen, das Kleine bewegt sich genau so unbeholfen, wie in der Realität, krabbelt auf dem Boden herum und lernt im späteren Spielverlauf die ersten Schritte. Soweit gefällt die Optik dann auch. Weniger überzeugte uns die teils scharfkantige, stufige Grafik im Hausbereich. Zwar könnt Ihr auf Knopfdruck an das Baby heranzoomen und dieses aus der Nähe begutachten, dennoch wird die Hintergrundgrafik dadurch nicht ansehnlicher. Es fehlt die Lebendigkeit, die nur vom Neugeborenen ausgeht. Die Zimmer bleiben die gesamte Zeit über relativ steif und leblos.

Unspektakulär ist die wenig melodiöse Musikuntermalung, die wenn überhaupt, nur als begleitender Umstand angesehen werden darf. Putzig und passend zum Spielprinzip fielen hingegen die Quietschlaute und Geräusche der Kleinkinder auf, sei es, wenn Ihr sie mit dem Stylus streichelt oder aber ihnen etwas zu schaffen macht.

Fazit....

„My little Baby" gibt einen guten Einstand für kinderliebende Nintendo DS-Besitzer ab, hinterlässt aber in Sachen Umfang einen fahlen Beigeschmack, denn die wenigen Dinge, die man einem Baby zu Beginn beibringen kann, respektive die das Kind in der Lage ist umzusetzen, sind auf Dauer zu wenig, um die Motivation auf hohem Niveau zu halten. Zwar gibt es eine Reihe an erwerbbaren Artikeln in der virtuellen Stadt, auch ist das Wörterlehren eine innovative Idee, dennoch hat man nach wenigen Spielstunden alles gesehen. Einen Mehrspieler-Modus gibt es nicht zu vermelden, dafür gefallen die vielen spielerischen Aktivitäten, die Ihr mit dem Baby machen könnt – das „Kuckuck"-Spiel oder kleine Kitzeleinlagen sind nur einige davon. Als Freund des virtuellen Babysittings seid Ihr bei „My little Baby" fürs Erste an der richtigen Stelle.

 

+ behutsame Einf.in die Baby-Welt
+ minispielähnl. Alltagsumsetzung
+ Wörter beibringen per Mikrofon
+ viele Gegenstände
- man hat schnell alles gesehen
- kaum Anspruch
- fehlender Mehrspieler-Modus
- zusätzl. Erziehungsmaßnahmen
wünschenswert

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 61%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 63%

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