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NDS Monster Lab
 
 
Monster Lab - NDS
Kilian Pfeiffer (10.11.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Eidos
GENRE: RPG
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Grässliche Wesen à la Frankenstein haben nicht nur durch das Fernsehen weltweite Berühmtheit erlangt. Der Erfolg gibt ihnen Recht und deshalb wird man derartige Wesen auch in naher Zukunft noch zuhauf im TV, in der Literatur und natürlich in digitalen Welten vorfinden. So wie in „Monster Lab" für den Nintendo DS, von „Eidos" entwickelt und Mitte November 2008 hierzulande auf den Markt gebracht. „Monster Lab" ist in gewisser Weise ein Experiment, ein Baukasten, der sich dazu eignet, eigene Monster zu erschaffen. Auf ganz individuelle Weise, in interessanter Umgebung und sympathischer Atmosphäre – trotz der Monsterfratzen und ständiger Kampfduelle.

Menus und die Story....

In der Aberwitz-Liga seid Ihr zuhause, zunächst als Anfänger, als Neuling, der sich emporarbeiten muss, um Ansehen in der Öffentlichkeit zu gewinnen. Dieses wird Euch nur dann zuteil, wenn das/die eigene/n Monster Ausdrucksstärke ihr Eigen nennt/nennen, nur dann, wenn die Kraft des Wesens alle anderen Kontrahenten übertrumpft, wenn in geschickter Weise gesammelte Monsterzutaten zu einem ultimativen Ganzen zusammengesetzt werden, um letztendlich Baron Mahrti auszuschalten. „Monster Lab" respektive Euer Mentor fordert viel von Euch, demzufolge gilt es aufmerksam bei der Sache zu bleiben, um alle Kniffe des Spieles am eigenen Leib zu erlernen.

„Monster Lab" startet mit einer filmreifen, fantastischen Zwischensequenz. Auch im weiteren Verlauf sollten sich diese Szenen fortsetzen – technisch ist der Titel nicht von schlechten Eltern, was uns persönlich zusagt. Und das, obwohl sich die Medienaufmerksamkeit, auch im Vorfeld des Releases, stark in Grenzen hielt. Um ehrlich zu sein, hatten wir bis kurz vor Veröffentlichung von „Eidos" Monsterbaukasten nichts gehört, geschweige denn gelesen gehabt. Nach dem Test sind wir nun schlauer und können gar eine Empfehlung für den Titel aussprechen.

Technik und Gameplay....

Ein düsteres Schloss, ein unheimlicher Ort, von Fledermäusen bewohnt, von Spinnennetzen beherrscht. Hier ist Euer Zuhause, hier schraubt Ihr an neuen Monsterexperimenten, hier erhaltet Ihr Aufträge und Informationen, wie der Baron auszuschalten ist. Ebenfalls geht es von der hier zu findenden Kommandozentrale in die sechs entlegenen Ortschaften, eine unheimlicher als die andere: Bad Kopfstein, Müllberg, Nimmermoore, Gruftenstift, Wilderwald und Villa Mharti, des Barons Unterkunft. Professor Unsicher, Meister des mechanischen Aberwitzes, ist Euer Mentor, zunächst solltet Ihr seinen Worten lauschen und seine Aufträge gewissenhaft erfüllen.

Der Kampf gehört zu „Monster Lab", wie die Schnürsenkel zum Schuh, demnach sind es die körperlichen Auseinandersetzungen Eurer selbst kreierten Monster, die den Großteil des Spieles ausmachen. Eine gewöhnliche Schöpfung mechanischer, lebendiger und alchemistischer Bauteile zu einem großen Ganzen setzt sich aus einem Kopf, einem Torso, zwei Armen sowie einem Paar Füße zusammen. Um einen Gegner in den rundenbasierten Matches auszuschalten, bedarf es entweder der Zerstörung des Torsos oder aller daran angrenzender Körperteile. Je nach Körperteil habt Ihr verschiedene Attacken, die unterschiedlich starke Wirkung entfalten und einen kennzeichnenden Energiewert aufweisen. Das eigene Monster – sowie auch alle anderen – besitzen eine interne Batterie, die immer mal wieder während des Kampfes aufgeladen werden muss, um weitere Attacken ausführen zu können. Ein kleines Minifenster zeigt eine Übersicht des Gegners samt aller Körperteile und deren derzeitiger Zustände. Ist ein Teil stark beschädigt, verfärbt es sich rot, weniger stark in Mitleidenschaft gezogene Gliedmaßen werden in gelber Farbe kenntlich gemacht.

Abwechselnd attackieren sich die zwei Duellanten nun, nach Belieben weicht Ihr den heftigen Attacken Eures Gegenübers aus, versucht zu fliehen oder einen gewaltigen Megaangriff zu initiieren. Interessant wird die Sache erst, wenn Ihr im späteren Verlauf Körperteile aufwertet, neue Rezepte hinzugewinnt und optimierte Bauteile erschafft, die im Folgenden zum Sieg verhelfen. Immer wieder findet Ihr neue Zutaten, die Ihr zu Schuppenpanzern, C-Zwingen-Armen, Witzbold-Füßen oder Steinhackern zusammensetzt. All dies geschieht in kurzen Minispielsequenzen, die – je nachdem wie Ihr hier abschneidet – Auswirkungen auf das Endresultat der monstereigenen Körperteile haben. Die jeweiligen Angriffswerte können monströse Durchschlagskraft erhalten, aber auch von mickrig-lächerlicher Natur ausfallen. In diversen zukunftsweisenden Maschinen bastelt Ihr aus gesammelten Zutaten wahrhaft monströse Angriffswerkzeuge in Form von Gliedmaßen, mächtigen Stahlköpfen oder mechanisch erprobtem Beinwerk. Massig Minispiele stehen zur Monsterteilerschaffung parat, alle machen größtenteils Spaß, sind aber vor allem machbar und schaffbar. Da sollt Ihr diverse Glieder aneinander nähen, metallene Nähte mithilfe des Touchpens zusammenschweißen, in der Schreckensorgel vorgegebene Noten mit den Knöpfen des Nintendo DS nachspielen, mit einem Schneiderroboter Platten in einer gewissen Zeit zurechtschneiden, Hirnteile in den Kopf eines Monsters schlenzen, Roboter mit einem nicht übereinstimmenden Symbol in seine Einzelteile zerlegen, mit einer Impulskanone Pflanzen zerfleddern oder einen Weg durch verschiedenen Drehportale bahnen. Weitere Experimente zum Monsterteilbau existieren, allerdings solltet Ihr Euch persönlich auf deren Bekanntschaft einlassen.

Nicht nur ein Monster kann in Eurem Besitz sein, auch mehrere von ihnen dürft Ihr erschaffen und mit diesen die Weiten des Reiches erkunden. Dort geht es auf einer Übersichtskarte durch die Landschaft, Feinde erkennt Ihr als herumwuselnde Geschöpfe, die es auf Euch abgesehen haben. Werdet Ihr direkt mit einem Rivalen konfrontiert, startet der Kampfbildschirm. Diverse Quests gilt es zu meistern, erneut in Minispielmanier, neben dem Kampf, der intensivste Gameplay-Part im Spiel. So sollt Ihr ein ganzes Gebiet monsterfrei machen oder verseuchte Stellen auf der Landkarte reinigen, ab und an gar auf Schatzsuche gehen, um dem Auftraggeber einen Gefallen zu erfüllen. Zehn Minispiele warten allein schon auf der Minimap auf ihre Erfüllung: Stoßt Ihr auf eine verschlossene Schatztruhe, gilt es, diese mit einer Schaufel auszubuddeln, Totenschädel mit dieser in Stücke zu schlagen, um schlussendlich das wertvolle Gut zu bergen. Oder Ihr fangt in einem Abfluss Unrat ein und schöpft diesen ab – gierige Piranhas schüttelt Ihr indes vom Eimer. Insekten vernichtet Ihr per Handschlag, setzt antike Skulpturen wieder zusammen und rüttelt an einem Baum, um die herab fallenden Gegenstände mithilfe Eures Korbes einzusammeln. Gewöhnliche Äste solltet Ihr aber meiden.

Grafik & Sound....

„Monster Lab" ist ein wirklich hübscher Nintendo DS-Vertreter geworden, der sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Wunderbare, flüssige Kampfsequenzen, tolle Texturen und hervorragende, gerenderte Zwischensequenzen verwöhnen das Auge zu jederzeit. Lediglich die Kartenübersichten mit den fitzeligen Figuren sind nicht ganz so überzeugend. Da ist „Eidos" definitiv ein optisch ehrgeiziges Projekt gelungen.

Insbesondere die orchestralen Melodien wissen zu gefallen, sie vereinnahmen den Spieler und vermitteln den Glauben, sich mitten in einer Kinopräsentation zu befinden. Einfach atemberaubend, zu jeder Sekunde spürt man die Hingabe der Sound Composer, die ihr Handwerk zu verstehen wissen, die bei jedem Soundeffekt scheinbar abgewogen haben, ob dieser für diese und jene Situation geeignet schien. Herausgekommen ist ein durch und durch berauschendes Musikerlebnis, das den Spieler in jedem Moment zu überzeugen weiß.

Multiplayer....

Nun gut, den Mehrspieler-Modus hätte man sich bei „Eidos" auch sparen können, denn welchen Sinn machen monsterbasierte Kämpfe, wenn es nur um die Ehre geht? Ein Spielziel steht leider nicht hinter den Auseinandersetzungen, lediglich der Kampf um den Sieg. Schön und gut, doch sollte sich nach einigen Runden herauskristallisieren, dass ein Part im Mittel besser abschneidet, sind weitere Kämpfe sowieso überflüssig. Außerdem benötigt jeder Spieler sein eigenes Exemplar des Titels.

Fazit....

Man lernt „Monster Lab" zu lieben – spätestens nach ein paar Spielstunden erkennt man sich im spielerischen Rausch wider, man will die beste Kreatur erschaffen, um seine Kampfstatistik auch in Zukunft auf Vordermann zu polieren. Unzählige Varianten existieren im digitalen Baukastensystem, kein Monster gleicht seinem Vorgänger. Hinzu kommt die Erforschung neuer Körperteile. Aufgelockert wird das ganze System durch eine Vielzahl von Minispielen, die in besonderer Weise motivieren, wenngleich sich diese relativ schnell wiederholen. Leider ist die dem Spiel zugrunde gelegte Story etwas abstrus in ihrer Machart, aber in jedem Fall passend zum Konzept. Wir geben „Monster Lab" auf jeden Fall eine Empfehlung und freuen uns auf den Wii-Vertreter, der auch noch im Jahr 2008 erscheinen soll.

 

+ vielfältige Monstererschaffung
+ abwechslungsr. Minispiele
+ verständliches Kampfsystem
+ schickes Technik-Gewand
+ tolle Musikuntermalung
- Multiplayer-Modus
- platte Story

GRAFIK: 84%

SOUND/EFFEKTE: 85%

MULTIPLAYER: 61%

GESAMTWERTUNG: 78%

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