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NDS Mary King's Riding School
 
 
Mary King's Riding School - NDS
Kilian Pfeiffer (20.11.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: THQ
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die Pferdetitel nehmen kein Ende, wir kämpfen uns auch weiterhin fleißig durch die Massen an neuer DS-Software – noch immer wird geritten was das Zeug hält, gestriegelt, gebürstet und gefüttert, es wird dressiert, galoppiert und gestreichelt, ebenso gewonnen. Bei Wettbewerben, versteht sich. All das findet Ihr in so ziemlich jeder Reitsimulation wieder, aber eben auch bei „Mary King's Riding School – Reitschule", welches sich aber an eine noch etwas jüngere Zielgruppe richtet. Denn nicht nur der Umfang ist äußerst überschaubar, sondern auch die Einarbeitungszeit sehr gering gehalten. Es scheint so, als seien die bislang auf dem Markt veröffentlichten Reittitel für die Entwickler von „Merscom LLC" eine Spur zu anspruchsvoll gewesen. Wie sie das zu lösen versucht haben, erzählen wir Euch im Folgenden.

Menus und die Story....

Auch wenn im Titel die „Reitschule" versteckt liegt, haben wir es mit einer solchen nur sehr entfernt zu tun. Vielmehr sollte die Software dahingehend umbenannt werden, als dass wir es mit einer Aneinanderreihung von Reitwettbewerben zu tun haben. Sechs Stück an der Zahl gilt es zu bestehen, immerhin müsst Ihr bei allen der 18 Wettbewerbe mindestens Dritter werden und den Bronzepokal abstauben, um weiterzukommen. Dies sollte sich allerdings als keine allzu große Herausforderung herausstellen, denn wie gesagt ist das Gameplay besonders intuitiv, selbst für unbegabte Spielernaturen.

Mary King, die Namensgeberin des Spieles, ist eine in England weitestgehend bekannte Sportreiterin, die so ziemlich alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Vor einigen Jahren durchlebte sie eine ihrer schwersten Momente, als sie vom Pferd stürzte und sich das Genick brach. Auch wenn sie in Deutschland eher den Status einer U-Bahn genießt, also keinen, werden vor allem Pferdenarren oder eingebürgerte Briten sie von der Insel her kennen.

Technik und Gameplay....

Wie es für einen Reittitel üblich ist, wählt Ihr zu Beginn des Ausfluges in die Welt des elitären Reitsports, einen Protagonisten/eine Protagonistin (samt des Outfits, wobei hier wenig Auswahl vorherrscht!), die Ihr während der Wettbewerbe auf einem aus einer knappen Handvoll gewählten Pferden wählt. Den Lieblingsnamen spendiert und schon darf sich ins Getümmel gestürzt werden! Naja, Getümmel ist hier etwas zu viel versprochen – Mary King persönlich gibt Euch ein paar einleitende Hinweise, die es zu beachten gilt. Wie funktioniert eigentlich die Steuerung während der drei Wettbewerbe (die Abwechslung ist leider nicht größer!) beziehungsweise was macht ein Gaulbesitzer eigentlich den ganzen Tag über im Stall? Wo kauft Ihr nochmals die Ausrüstung, um das Hü-Hott zum einen hübsch aussehen zu lassen, zum anderen für die Wettkämpfe vorzubereiten? Mary wird es Euch erklären, wobei das Hauptmenü mit den beschränkten Möglichkeiten sowieso selbsterklärend sein dürfte.

Was uns weniger gut gefällt, ist ein fehlender Charakter, den Ihr per Steuerkreuz durch die Umgebung spazieren lassen könnt. Das Spiel verkommt so zum unpersönlichen Etwas. Somit gibt es keine Identifikationsmöglichkeit für das weibliche Geschlecht – die eigentliche Zielgruppe des Titels. Immerhin versetzt der Besuch auf der Weide (ein Knopfdruck genügt!) das kindliche Herz in Wallung. Dort wartet es, der eigene Vierbeiner samt seiner Leistungsmerkmale. Habt Ihr später dann ausreichend Geld verdient, kauft Ihr Euch ein neues Pferd, das bessere Ergebnisse erzielen wird. Aber bis dahin ist es noch ein langer, mühsamer Weg. Wobei, so lange ist der gar nicht – spätestens nach eineinhalb Stunden dürftet Ihr den Abspann des Titels miterlebt haben. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade – Fehlanzeige!

Wie dem auch sei, auf geht’s zum örtlichen Reithändler, der neben Zaumzeug auch Sättel oder verzierende Schleifchen im Programm führt. Auswirkungen auf das Verhalten des Pferdes, auf seine Ergebnisse, haben die Dinge aber nicht. Wie gesagt, der Titel ist einfach gestrickt – keine Zusatzinfos zum Thema Reitsport, nicht einmal eine Beschreibung der Pferde oder des Zubehörs. Das ist schon etwas bedauerlich und wenig komfortabel für Euch als Nutzer. Im Stall selbst wartet in typischer Minispielmanier die Pflege des Pferdes, wenngleich sehr minimalistisch und wenig spaßbringend. Ein wenig streicheln und bürsten – das war’s. Allerdings erhöht die regelmäßige Pflege die Loyalität des Vierbeiners zu Euch.

Auf dem Rücken Eures Pferdes leitet Euch Mary innerhalb von Trainingsparcours umher, hier erhaltet Ihr dann auch Informationen zur Steuerung des tierischen Jungspunds. Was Euch während der Wettkämpfe erwartet? Immer gleiches Dressur-, Spring- sowie Geländereiten. Jene Kategorien unterscheiden sich lediglich dahingehend, als dass diese mit der Zeit umfangreicher ausfallen – die Reitwege durch das Gelände werden länger, die Hindernisse zahlreicher, die Dressuren mannigfaltiger in der Ausführung. Der Ablauf bleibt allerdings zu jederzeit derselbe. Dressuren absolviert Ihr, indem Ihr ein Symbol aus einer Vielzahl von angezeigten Formen in kürzester Zeit findet und antippt. Das Geländereiten hingegen vollführt Ihr mithilfe des Stylus – ein blauer Punkt, der das Pferd symbolisiert wird auf dem unteren Bildschirm hin- und hergeschoben. Je weiter Ihr diesen nach vorne versetzt, desto schneller seid Ihr unterwegs. Soll es nach links oder rechts gehen, navigiert Ihr den Touchpen auf jene Stellen des Screens. Leider sind die Strecken komplett geradlinig gestaltet, es gibt weder Abkürzungen noch spektakuläre Ereignisse, die auf Euch und das Pferd warten. Ähnlich abwechslungsarm ist das Springreiten, bei welchem Ihr Oxer (Hochweithindernisse) überspringt. Im richtigen Moment zweifach auf den Bildschirm geklickt und schwupps geht es aufwärts und im Idealfall über die Hürde. Weil jeder Wettbewerb auf Zeit läuft, solltet Ihr möglichst flink sein, um mindestens auf dem dritten Platz zu landen. Denn der ist notwendig, um weitere Wettbewerbsländer bereisen zu dürfen.

Grafik & Sound....

Auf dem Pferd unterwegs zeigt „Mary King’s Riding School – Reitschule", dass der grafische Aspekt ganz gelungen umgesetzt wurde. Natürlich solltet Ihr Euch nicht viel versprechen von sich ständig wiederholender Landschaftskost, die in unrealistischer Weise in freier Natur beiderseitig begrenzt ist. Einfach schnurstracks durch den Wald zu galoppieren, ist leider nicht möglich. Somit verkommt das Spiel zu einer etwas langweiligen Angelegenheit, denn die spielerische Abwechslung bleibt leider auf der Strecke. Zu wenig Output, obwohl es sich um einen Vollpreistitel handelt – bei anderen Spielen bekommt man für sein Geld mehr.

In Sachen Sound freut uns das Ergebnis – freundliche Melodien umsäuseln unsere Ohren, die jederzeit zum Geschehen passen und anders als bei einem Großteil der Konkurrenz gefallen. Wenn doch die melodischen Töne so gut gefallen, warum nicht auch der Rest des Spieles? Hier hat man Potenzial verschenkt. Mary King hat im Übrigen keine reale Stimme, sondern macht sich nur durch Textboxen bemerkbar.

Fazit....

„Mary King’s Riding School – Reitschule" orientiert sich an den Mengen an inoffiziellen Vorgängern, bleibt aber an der grundsoliden Basis hängen. Leider gelingt es dem Anwärter nicht, sich weiterzuentwickeln. Ein paar wenige, schnell zu absolvierende Wettbewerbe, hier und da ein Stallbesuch und das verdiente Geld in neue Pferde respektive -zubehör investiert – fertig ist ein Nintendo DS-Titel! Das kann nicht die Lösung sein! Im Übrigen fehlt auch ein Mehrspieler-Modus.

 

+ sehr einsteigerfreundlich
+ gute Sounduntermalung
- zu knapp bemessener Umfang
- keine Entwicklung im Spiel
- kaum Minispieleinlagen
- keine Schwierigkeitsgrade
- keine Reitsportinfos

GRAFIK: 64%

SOUND/EFFEKTE: 75%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 51%

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